1
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
Abk ürzungsverzeichnis 6
Vorwort. 7
1. Problemstellung und Vorgehensweise 9
1.1 Begriffsbestimmung 9
1.2 Vorgehensweise 10
1.2.1 Beobachtungen 10
1.2.2 Interviews 11
1.2.3 Quantitative Analyse 11
1.3 Fragestellung und Aufbau der Arbeit 12
2. Der Untersuchungsraum 14
2.1 Naturräumliche Situation 14
2.2 Das politische System 15
2.3 Bevölkerung 15
2.4 Wirtschaft 16
2.5 Die geschichtliche Entwicklung Dubais 16
2.5.1 Aufbau der Stadt seit 1950 17
2.5.2 Der Entwicklungsplan von 1961. 18
2.5.3 Der Entwicklungsplan von 1970. 19
3. Stadtentwicklungsprojekte der wirtschaftlichen Diversifizierung 20
3.1 Der Aufstieg zum Handelszentrum 21
3.1.1 Der Niedergang des Handelszentrums Lingeh 21
3.1.2 Der systematische Aufbau eines Hafennetzes 22
3.1.2.1 Port Rashid 22
3.1.2.2 Hamriya Port. 23
3.1.2.3 Der Hafen Jebel Ali 24
3.1.2.4 Dubai Ports Authorithy (DPA) 25
2
3.1.3 Die Entwicklung des Flugverkehrs 25
3.1.4 Die Freihandelszonen 26
3.1.4.1 Jebel Ali Freezone (JAFZ) 27
3.1.4.2 Dubai Flower Centre 28
3.1.5 Aktuelle Bilanz 28
3.2 Der Tourismussektor 30
3.2.1 Shopping Metropole Dubai 31
3.2.1.1 Unterschiede der Malls 31
3.2.1.2 Shopping Festival 34
3.2.2 Dubailand 35
3.2.2.1 Falconcity of Wonders (FoW) 36
3.2.2.2 Snowdome 37
3.2.3 Dubai International Convention and Exhibition Centre (DICE)C 38
3.2.4 Entwicklung des Tourismussektors 39
3.3 Aufstieg zum Banken- und Finanzzentrum des Nahen Ostens 41
3.3.1 Dubai International Financial Centre (DIF)C 42
3.4 Der Bausektor 43
3.4.1 Das Bauunternehmen Nakheel 44
3.4.1.2 Dubai Waterfront 45
3.4.2 Das Bauunternehmen Emaar 46
3.4.2.1 Dubai Marina 47
3.4.2.2 Burj Dubai (Turm Dubai) 48
3.4.3 Resümee 49
3.5 Neue Technologien 50
3.5.1 Dubai Internet City (DI)C 50
3.5.2 Silicon Oasis (DSO) 51
3.5.3 Zabeel Park 53
3.6 Die Industrie 54
3.6.1 Dubai Aluminium Company (Dubal) 54
3.6.2 Dubai Cable Company (DUCAB) 55
3.6.3 Industriegebiete 56
4. Bevölkerungsentwicklung 58
5. Betrachtung der Auswirkungen der wirtschaftlichen Diversifizierung auf die
Stadtentwicklung 62
5.1 Die Stadtentwicklung 62
3
5.1.1 Creek Stage 63
5.1.2 Jebel Ali Stage 65
5.1.3 Jumeirah Stage 66
5.1.4 Scheich Zayed Stage 67
5.1.5 Emirates Stage 69
5.1.6 Waterfront Stage 69
5.2 Sozioökonomische Gliederung, Miete und Arbeitsplatz 71
5.2.1 Sozioökonomische Gliederung 71
5.2.1.1 Arbeitersiedlungen 72
5.2.1.2 Wohngebiete der Mittelschicht 73
5.2.1.3 Wohngebiete der Oberschicht 73
5.2.2 Die Wohnungsmiete 74
5.2.3 Arbeitsplatz und Wohnung 77
5.3.4 Schlussfolgerung 79
6. Verkehrsinfrastruktur 80
6.1 Die Verkehrslage 80
6.1.1 Die Pendler. 81
6.1.2 Funktionale Segregation 82
6.1.3 Der öffentliche Nahverkehr 82
6.1.4 Die Verkehrsplanung 82
6.2 Projekte zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur 83
6.2.1 Das Mautsystem SALIK 84
6.2.2 Metro Projekt 86
6.3 Fazit 88
7. Bilanz. 90
7.1 Wirtschaftliche Diversifizierung 90
7.2 Stadtentwicklung 90
7.3 Verkehrsinfrastruktur 91
7. Literaturverzeichnis 92
8. Anhang 103
4
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Straßenkarte
Abbildung 2: Übersichtskarte.
Abbildung 3: Warteschlange.
Abbildung 4: Verkehrsmeldungen
Abbildung 5: Lage des Emirats Abbildung 6: Klimadiagramm
Abbildung 7: Dargestellte Projekte
Abbildung 8: Port Rashid.
Abbildung 9: Jebel Ali Freezone
Abbildung 10: Burjuman Centre.
Abbildung 11: Fotoserie Mall of the Emirates
Abbildung 12: Falconcity of Wonders
Abbildung 13: Snowdome
Abbildung 14: Geschäftshotel neben der Dubai Municipality
Abbildung 15: Verteilung der Hotels
Abbildung 16: Bankenviertel
Abbildung 17: The Gate
Abbildung 18: Dubai Waterfront.
Abbildung 19: Dubai Marina
Abbildung 20: Burj Dubai.
Abbildung 21: Schweinefleisch in Dubai
Abbildung 22: Edutainment
Abbildung 23: Stromautobahn
Abbildung 24: Entwicklung entlang des Creeks
Abbildung 25: Entwicklungsgebiete
Abbildung 26: Jumeirah Road
Abbildung 27: Sheikh Zayed Road im zeitlichen Verlauf
Abbildung 28: Palme Jumeirah
Abbildung 29: Einwohner
Abbildung 30: Mankhool
Abbildung 31: Oberschicht
Abbildung 32: Mietpreisanstieg (Anfang 2006 bis Ende 2007 für ein Studio)
Abbildung 33: Verteilung der Arbeitsplätze
Abbildung 34: Staumeldungen
Abbildung 35: Klimatisierte Bushaltestelle
Abbildung 36: Toll Gate Al Garhoud Brücke
Abbildung 37: SALIK
Abbildung 38: Die Metrolinien
5
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Herrscher Dubais 15
Tabelle 2: Wachstum des BIP 16
Tabelle 3: Entwicklung der Häfen 29
Tabelle 4: Entwicklung des Flughafens. 29
Tabelle 5: Entwicklung des Tourismussektors 31
Tabelle 6: Die wichtigsten Bauprojekte 49
Tabelle 7: Bevölkerungsentwicklung. 59
Tabelle 8: Bevölkerungs- und Beschäftigtenentwicklung 60
Tabelle 9: Stadtentwicklungsphasen 62
Tabelle 10: Merkmale für die sozioökonomische Aufteilung 72
Tabelle 11: Mieten und Einwohner 76
Tabelle 12: Mieten für ein Zwei-Zimmer-Appartement. 76
Tabelle 13: Einwohner und Beschäftigtenzahlen 78
Tabelle 14: Gebietsnummern 103
6
Abkürzungsverzeichnis
AED Dirham = Währung der VAE ««««««
DEWA Dubai Electricity and Water Authority ««««««
DIC Dubai Internet City ««««««
DICEC Dubai International Convention and Exhibition Centre ««««««
DIFC Dubai International Financial Centre ««««««
DIFX Dubai International Financial Exchange ««««««
DSF Dubai Shopping Festival ««««««
DSO Dubai Silicon Oasis ««««««
DTCM Department of Tourism and Commerce Marketing ««««««
DTMFZ Dubai Technology and Media Freezone ««««««
DUBAL Dubai Aluminium Company ««««««
DUCAB Dubai Cable Company ««««««
DUGAS Dubai Natural Gas Co. Ltd. ««««««
FoW Falconcity of Wonders ««««««
FZE Free Zone Establishment ««««««
JAFZ Jebel Ali Freezone ««««««
JAFZA Jebel Ali Freezone Authority ««««««
MotE Mall of the Emirates ««««««
RTA Roads and Transport Authority ««««««
VAE Vereinigte Arabische Emirate ««««««
7
Vorwort
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Projekten und Maßnahmen der wirtschaftlichen Diversifizierung und deren Auswirkungen auf die Stadtentwicklung sowie die Verkehrsinfrastruktur in Dubai. Das Interesse für den Untersuchungsraum ist im Zuge der Berichterstattung über die Eröffnung des Burj al Arab 1999 entstanden und in den folgenden Jahren durch die mediale Präsenz mit neuen aufsehenerregenden Projekten, wie beispielsweise den aufgeschütteten Inseln, gewachsen. Bei der Suche nach einem geeigneten Thema für die Zulassungsarbeit ging die Präferenz zu Dubai, wobei eine genaue Problemstellung vorerst fehlte. Diese ist erst mit Fortdauer der Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsraum entstanden, wobei die endgültige Problemstellung während eines neuntägigen Aufenthalts hervorgegangen ist.
Da zu der gewählten Thematik ÄProjekte und Maßnahmen der wirtschaftlichen Diversifizierung und deren Auswirkungen auf die Stadtentwicklung mit besonderer Berücksichtigung der 9HUNHKUVLQIUDVWUXNWXU³QXULQVHKUJHULQJHQ8PIDQJZLVVHQVFKDIWOLFKH/LWHUDWXUYRUOLHJWZXr- deein Teil der Informationen aus Zeitungsartikeln der Gulf News, den offiziellen Webseiten der Behörden und Broschüren und Internetauftritten der verschiedenen Projekte bezogen. Beispiele hierfür sind die Auswertungen der Verkehrsmeldungen über einen längeren Zeitraum und verschiedener Datensätze der Statistik Behörde Dubais, deren Ergebnisse in mehreren Karten dargestellt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit sind die Karten, die der leichteren Verständlichkeit der Thematik und der Orientierung im Untersuchungsraum dienen. Alle Karten wurden mit ArcGis 9.2 erstellt, die Kartengrundlage wurde anhand von Google Maps georeferenziert. Durch die Verwendung verschiedener Karten des Gis Centers und der Karte Dubai Stadt wurden die verschiedenen Projekte, Gebiete und Straßen eingezeichnet. Einen ersten Überblick über den Großraum Dubai stellen Abbildung 1Ä6WUDHQNDUWH³ und 2ÄhEHUVLFKWVNDUWH³ dar. Diese beinhalten die verschiedenen Stadtviertel, die im Ablauf der Arbeit Verwendung finden, sowie die wichtigsten Straßen und Brücken, welche den Leser als Referenzpunkte dienen. Bei einigen Karten wurden die verschiedenen Bezirke nicht mit ihren Namen, sondern mit Ihrer Gebietsnummer gekennzeichnet, um die Übersichtlichkeit gewährleisten zu können. Eine Auflistung der Gebietsnummern mit den dazugehörigen Namen befindet sich in deU7DEHOOHÄ*HELHWVQXPPHUQ³ im Anhang.
Auf die oftmalige Verwendung englischsprachiger Projektnamen wird vorab hingewiesen, welche zwecks der Authentizität verwendet werden, da deren Namen auch im Untersu- chungsraum in der englischsprachigen Form bekannt sind.
8
Nachdem die Abgabe der Zulassungsarbeit (Note 1) über ein Jahr zurückliegt wurden partiell Aktualisierungen vorgenommen beziehunsweise auf neuere Literatur verwiesen.
Abbildung 1: Straßenkarte
Abbildung 2: Übersichtskarte
9
1. Problemstellung und Vorgehensweise
'LHEHLGHQ%HJULIIHÄZLUWVFKDIWOLFKH'LYHUVLIL]LHUXQJ³XQGÄ6WDGWHQWZLFNOXQJ³ELOGHQGHQ5Dh- mender vorliegenden Arbeit. Vorab muss deshalb deren Verständlichkeit geklärt werden und der Bezug zur Problemstellung hergestellt werden. Anschließend steht die Vorgehensweise im Fokus der Betrachtung, der ein Überblick über den Aufbau der Arbeit folgt.
1.1 Begriffsbestimmung
8QWHU Ä6WDGWHQWZLFNOXQJ³ YHUVWHKW PDQGLH *HQHVHHLQHU 6WDGW YRQ LKren Anfängen bis zur Gegenwart oder während einer bestimmten Epoche. 1 Für Dubai und andere Länder, die mithilfe von Erdöleinnahmen ihre Infrastruktur weitreichend ausbauten, wurde von Cordes und %RQLQH GHU %HJULII GHU ÄOil-Urbanization³ HLQJHIKUW 2 Für die Anfänge der Stadtentwicklung nach den Erdölfunden von 1970 bis 1990 ist dieser Termini zutreffend, in den letzten Jahren hingegen hat die Bedeutung der Einnahmen aus dem Erdölexport stark abgenommen und infolgedessen auch deren Bedeutung auf die Genese Dubais.
Vielmehr wurde das Emirat in den letzten Jahren von den Projekten der wirtschaftlichen Diversifizierung geprägt. Dies bedeutet die Durchführung von Maßnahmen zum Abbau von einseitigen Strukturen. 3 Im Untersuchungsraum hat sich dieser Prozess in weiser Voraussicht vollzogen, nachdem bereits um 1980 erste Prognosen die Erschöpfung der Erdölquellen für 2020 vorhersagten, weswegen Dubai seit diesem Zeitpunkt versucht der ökonomischen Monostruktur und somit der Abhängigkeit vom Erdöl entgegenzuwirken und andere Wirtschaftsbereiche als den Erdölsektor forciert, um die Stabilität des Emirats zu gewährleisten. 4
Nachdem die Maktoum Familie 5 die Wirtschaft des Emirats erfolgreich diversifizierte und der Beitrag des Erdöls am BIP nur noch marginal ist, gilt der Untersuchungsraum als Vorbild für andere Staaten und Städte im arabischen Raum, die versuchen wie Dubai ihre Wirtschaft zu diversifizieren. Welche Auswirkungen die dazu benötigten Maßnahmen jedoch auf das Stadtgebiet haben, fand in der wissenschaftlichen Literatur, aufgrund der Aktualität der Thematik, bis jetzt kaum Berücksichtigung, weshalb die vorliegende Untersuchung versucht diesen Sachverhalt in Bezug auf die Stadtentwicklung und die Verkehrsinfrastruktur zu klären.
1 Vgl. Leser (2005, S. 876), Gabriel (2004, S. 316)
2 Vgl. Cordes et al. (1983a und b)
3 Vgl. Leser (2005, S. 160)
4 Vgl. Kulke (2006, S. 45)
5 Die herrschende Familie in Dubai
10
1.2 Vorgehensweise
Während eines neuntägigen Aufenthalts in Dubai wurde anhand der qualitativen Methoden: Beobachtungen und Interviews die Basis für die vorliegende Arbeit gelegt. Nach dem Aufenthalt wurde die quantitative Methode verwendet. Die genauere Vorgehensweise wird im folgenden Abschnitt erläutert.
1.2.1 Beobachtungen
Die Beobachtungen waren Basis für die qualitativen Interviews, da aufgrund der entstandenen Daten ein Schema für die Interviews erstellt wurde und nach Besonderheiten gezielt nachgefragt werden konnte.
Nach dem Aufenthalt wurde weiterhin auf Beobachtungen zurückgegriffen. So wurde zum Beispiel die Entwicklung der Sheikh Zayed Road anhand des Instrumentes der Fotos nachvollzogen und die Abbildungen 24, 25, und 41 wurden unter der Verwendung von Luftbildern erstellt. 7
6 sPoX/vÀ]ÁU}ZµvPvµv]oµvPïWctZovP^U]Pvµ(vZuE}ÀuîììóX
7 Vgl. Flick (2005, S. 221)
11
1.2.2 Interviews
Die Führung der Interviews ist den Merkmalen der qualitativen Methodologie: Offenheit, Kommunikativität, Naturalistizität und Interpretativität gefolgt. 8 Die Vorgehensweise bei der Durchführung der Interviews wird nun erläutert.
Die Gespräche haben in alltäglichen Situationen der Betroffenen stattgefunden, eine Aufzeichnung auf Tonband war von fast allen Personen nicht gewünscht, oder aufgrund der vorherrschenden Bedingungen im Bus oder auf der Straße nicht möglich. 9 Bei der Auswahl des Samples wurden Einheimische, Migranten verschiedener sozioökonomischer Stellung, Experten und Touristen herangezogen, wodurch in der vorliegenden Untersuchung ein breites Spektrum an verschiedenen Meinungen repräsentiert wird.
Die Interviews folgten immer demselben Muster. Anfangs wurde den Betroffenen der Zweck der Befragung dargelegt, hierbei war das Vorliegen der Bestätigung von Herrn Prof. Dr. E. Struck, in dem erklärt wurde, dass der Aufenthalt im Zuge einer wissenschaftlichen Arbeit stattfindet, sehr hilfreich. Zudem wurde versucht die Gesprächssituation möglichst natürlich zu gestalten, um das Vertrauen des Betroffenen zu gewinnen. 10 Im weiteren Verlauf wurde nach persönlichen Daten, die die Herkunft, den aktuellen Wohnort in den VAE und ihre berufliche Tätigkeit umfassten, gefragt. Anschließend wurde explizit nach der wirtschaftlichen Entwicklung, der Genese der Stadt und der Verkehrssituation gefragt. Die Abfolge der drei Fragestellungen wurde den Antworten der interviewten Person angepasst, oder aufgrund des Hintergrunds des Betroffenen ausgelassen. Dies war zum Beispiel der Fall, wenn Touristen zum ersten Mal im Untersuchungsraum waren, oder Migranten vor Kurzem nach Dubai gekommen sind und ihnen die Stadt vor der Ankunft weitestgehend unbekannt war.
Bei Experteninterviews wurde die Person des Befragten nicht berücksichtigt, im Mittelpunkt ist nur sein Spezialgebiet gestanden, weswegen die Fragen nach persönlichen Daten und andere Themengebiete nicht angesprochen wurden. 11
1.2.3 Quantitative Analyse
Die Daten von verschiedenen Quellen, wie der Behörde für Statistiken in Dubai, wurden gesammelt, geordnet, systematisiert und ausgewertet. 12 Sind diese Schritte vollzogen gewesen, wurden Überlegungen angestellt, inwieweit die erhobenen Daten für die Untersuchung relevant sind und wie sie am besten dargestellt werden können. Hierbei wurde auf die Erstel-
8 Vgl.Struck (1999, S. 16f.)
9 Die Auswertung der Interviews erfolgte anhand von Mitschriften und Gedächtnisprotokollen.
10 Vgl. Struck (1999, S. 23)
11 Vgl. Flick (2005, S. 139)
12 Vgl. Meier Kruker et al. (2005, S. 107)
12
lung von Karten und Tabellen zurückgegriffen, wobei erstgenannte aufgrund ihrer leichteren Verständlichkeit und Übersichtlichkeit präferiert wurden.
Am Beispiel der Erhebung der Staumeldungen wird auf die angewandte Methode genauer eingegangen. Auf der Homepage der Gulf News lagen täglich aktuelle Verkehrsmeldungen vor. 13 Diese wurden vom 28. Mai 2008 bis zum 28. Juni 2009 101-mal erfasst. Jedes Auftreten einer Straße bei den Meldungen wurde in einer Excel-Tabelle mit Datum und Uhrzeit, wie in Abbildung 34ÄStauPHOGXQJHQ³GDUJHVWHOOW vermerkt. Nach Abschluss der Erhebung folgte die Auswertung der Daten, abschließend wurden die Ergebnisse in eine Karte übertragen, die einen Überblick über das Verkehrsaufkommen in Dubai gibt.
Abbildung 4: Verkehrsmeldungen 14
1.3 Fragestellung und Aufbau der Arbeit
Nach dem Literaturstudium und den ersten Beobachtungen ist die Problemstellung der Arbeit entstanden, die auf den drei folgenden Fragen basiert.
1. Wie hat sich die wirtschaftliche Diversifizierung in Dubai vollzogen/vollzieht sich? 2. Welche Auswirkungen auf die Stadtentwicklung hat/hatte dieser Vorgang? 3. Inwieweit wurde die Verkehrslage beeinträchtigt und welche Maßnahmen wurden seitens der Regierung getroffen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden?
Der Aufbau der Arbeit folgt der dargestellten Fragestellung. Im ersten Kapitel wurde vorab die Vorgehensweise der vorliegenden Untersuchung dargestellt. Das zweite Kapitel widmet sich dem Untersuchungsraum und gibt einen ersten Überblick über diesen. Die Projekte der
13 Am 28. Juni 2009 wurde die letzte Aktualisierung der Seite durchgeführt. Seit der Layoutveränderung der Gulf News Homepage Anfang Oktober 2009 ist Traffic Watch nicht mehr abrufbar.
14 Bildschirmfoto: In der Abbildung sind nur die ersten 15 Untersuchungstage dargestellt.
13
wirtschaftlichen Diversifizierung werden im dritten Kapitel erläutert und dienen der Beantwortung der ersten Fragestellung. Im vierten Kapitel werden die Auswirkungen der wirtschaftlichen Entwicklung auf die Bevölkerungsentwicklung untersucht, die als Basis für die spätere Betrachtung der Genese der Stadt dient. Im fünften Kapitel folgt die Beantwortung der zweiten Fragestellung. Hierbei wird nicht nur auf die zeitliche Ausbreitung der Stadt, sondern auch auf die sozioökonomische Gliederung der Wohngebiete, die Mietpreisentwicklung und die Einwohnerzahl eingegangen. Das sechste Kapitel behandelt die aktuelle Verkehrsproblematik im Untersuchungsraum und leitet Gründe für diese her. Im letzten Kapitel wird eine Bilanz für die drei Fragestellungen gezogen und zukünftige Tendenzen dargestellt.
14
2. Der Untersuchungsraum
In diesem Kapitel werden die Lage, das politische System, die Bevölkerungsstruktur, die Wirtschaft und die geschichtliche Entwicklung dargestellt, die zusammen einen ersten Überblick über die Stadt geben.
2.1 Naturräumliche Situation
Dubai liegt am Ostrand der arabischen Halbinsel, am Persischen Golf in der Wüstenzone der arabischen Breiten, dem sogenannten Sahara-, Arabien-, Iran-, Thar-Wüstengebiet. 15 Die Stadt befindet sich auf 25° 15´nöUGOLFKHU %UHLWH XQG |VWOLFKHU Länge, der schwarze Punkt LQ$EELOGXQJÄ/DJHGHV(PLUDWV³ kennzeichnet Dubai.
Abbildung 5: Lage des Emirats 16 17 Abbildung 6: Klimadiagramm
Das Klima ist vollarid, der mittlere Jahresniederschlag liegt bei 100mm und die Tage mit messbarem Niederschlag betragen zehn bis fünfzehn im Jahr. Die Trockenheit wird durch die hohen Temperaturen, die Sonneneinstrahlung und die häufig auftretenden Winde verstärkt. In den Wintermonaten sind die Temperaturen niedriger und die Niederschläge am höchstenZLH$EELOGXQJÄ.OLPDGLDJUDPP³YHUGHXWOLFKW
Das Emirat, deren Größe 3.855 Quadratkilometer beträgt, erstreckt sich über 70 Kilometer und wird von den beiden Nachbaremiraten Abu Dhabi, der Hauptstadt der VAE, und Sharjah begrenzt. Der Untersuchungsraum umfasst nicht das ganze Emirat sondern nur das direkte
15 Vgl. Strahler et al. (2002, S. 223)
16 Quelle: visibleearth.nasa.gov/view_rec.php?id=898 17 Quelle: www.klimadiagramme.de/Asien/dubai.html
15
Stadtgebiet, welches sich in Küstennähe befindet. 18 Im Norden, nahe der Grenze zu Sharjah trennt der Creek, ein Meeresarm, die Stadt auf einer Länge von 14 Kilometern. 19
2.2 Das politische System
Dubai gehört zu der aus sieben Emiraten bestehenden Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die 1971 entstanden ist. Abu Dhabi ist die Hauptstadt der VAE, der auch noch Sharjah, Ras Al-Khaimah, Fujairah, Ajman und Umm Al-Quaiwain angehören. 20 Die Emirate sind eine Föderation autonomer Emirate, denen jeweils ein Herrscher vorsteht. Präsident der Föderation ist der Herrscher des größten Emirats, Abu Dhabi, jener von Dubai ist Ministerpräsident. 21 Die Herrscher der jeweiligen Emirate regieren absolut, wobei sie sich mit den wichtigsten Persönlichkeiten beraten und öffentliche Majils-Sitzungen abhalten, bei denen die lokale Bevölkerung Vorschläge und Kritik vorbringen kann. 22
Politische Parteien und Gewerkschaften sind verboten, Wahlen finden ebenfalls nicht statt. Die Herrscher Dubais entstammten alle der Maktoum Familie. Sie regieren seit 1833 das Emirat. Die nachstehende Tabelle 1 Ä+HUUVFKHU 'XEDLV³ gibt einen Überblick, in welchen Zeiträumen die verschiedenen Herrscher regierten.
Tabelle 1: Herrscher Dubais
2.3 Bevölkerung
Die Bevölkerung Dubais beträgt zurzeit 1,6 Millionen Einwohner. Der Ausländeranteil der Erwerbsbevölkerung liegt bei etwa 90 Prozent, 24 wobei ein Großteil dieser aus Pakistan, In-
18 Vgl.Lavergne et al. (2000, S. 46)
19 Vgl. Hartog (2005, SXîòòµv]oµvPîWcmo]ll^
20 Vgl. Al Abed (2001, S. 202)
21 Vgl. Mattes (2005, S. 80)
22 Vgl. Propp (2006, S. 10) und Knupp (2007, S. 9)
23 Ibn bedeutet Sohn des. Vgl. Langenscheidt Arabisch (S. 995)
16
dien und Ägypten stammt. 25 Außerdem leben viele Europäer in Dubai, die größte Gruppe repräsentieren die Briten. Dieser Umstand ist auf die Vorherrschaft der Briten bis 1971 in Dubai zurückzuführen. Typisch für ein Einwanderungsland ist der große Männerüberschuss, 2005 kamen auf eine Frau drei Männer. Eine detaillierte Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung folgt in einem späteren Kapitel, da mit ihr die wirtschaftliche Entwicklung gut nachvollzogen werden kann.
2.4 Wirtschaft
Der Erdölexport trägt nur noch fünf Prozent zum BIP des Emirats bei, trotzdem wächst dieses seit 2001 beständig. Weshalb sich die Wirtschaft in diesem Maße entwickelt hat, wird in der vorliegenden Arbeit anhand der wirtschaftlichen Diversifizierung dargestellt. Bei diesem Unterpunkt wird darauf hingewiesen, dass die offizielle Währung der Dirham ist, welcher direkt an den US-Dollar gekoppelt ist. 26
Tabelle 2: Wachstum des BIP 27
2.5 Die geschichtliche Entwicklung Dubais
Der Name Dubai tauchte erstmals in Aufzeichnungen der Briten im Jahre 1799 auf. 28 Nach einem Disput mit dem Ruler von Abu Dhabi ließen sich 800 Mitglieder der Al Bu Falasa, denen auch die Familie Maktoum angehörte, 29 im Jahr 1833 im Bereich des heutigen Shindagha nieder um ein eigenes Scheichtum zu gründen. 30 Zu dieser Zeit war Dubai noch ein kleines unbedeutendes Fischerdorf. 31 Am Ende der 1870er Jahre ernannten die Briten Dubai zu
24 Vgl. Meyer (2004, S. 438) und Thränhardt (2003, S. 354)
25 Vgl. Scholz (1999, S. 46) und Eelens (1992, S. 5)
26 Vgl. Propp (2006, S. 11)
27 Vgl. Statistical Yearbook 2001-2007
28 Vgl. Gabriel (1988, S. 69); Galibi und Marco Polo beschreiben die Besiedlung um das heutige Dubai schon 1580 als florierende Stadt, welche vor allem von der Perlenfischerei profitiert. Vgl. Scharfenort (2004 S. 32); 1498 berichtet Vasco da Gama von Dibba, hierbei wird vermutet, dass es sich um Dubai handelt. Vgl. Heck (2004, S. 38) in Verbindung mit Gabriel (1988, S. 69).
29 Die Maktoum Familie regiert seit diesem Zeitpunkt das Emirat. Vgl. Gabriel (1988, S. 69), DTCM (2004, S. 13)
30 Vgl. Al Abed (2001, S. 151)
31 Vgl. Scholz (1991, S. 100)
17
ihrem Haupthafen der ÄTrucial States³ und zum Zentrum für Import und Export britischer Händler. Ab 1890 benutzte auch die Bombay and Persia Steam Navigation die Stadt am Creek als neuen Hafen, was zugleich der Beginn des Handelsplatzes Dubai war. 32 Um die Jahrhundertwende erhöhte zudem der Hafen Lingeh 33 die Steuern, was der damalige Herrscher Scheich Maktoum bin Hasher Al Maktoum geschickt nutzte und den Hafen Dubais zum Freihandelshafen erklärte. Daraufhin ließen sich viele Kaufleute aus Lingeh im Emirat nieder und stärkten den Handelsstandort durch ihre Kenntnisse und weitreichenden geschäftlichen Beziehungen. 34 Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt circa 10.000 Einwohner, die in drei verschiedenen Vierteln lebten: Deira, das größte Viertel umfasste 1.600 Häuser und 350 Geschäfte, hier waren vor allem Araber, Perser und Baluchis angesiedelt. Auf der Halbinsel Shindagha befanden sich 250 Häuser, in denen ausschließlich Araber wohnten und in Dubai, dem kleinsten Viertel mit 200 Häusern und 50 Shops, lebten vorwiegend persische und indische Händler. 35 Dank der positiven Entwicklung des Handels und der Entfaltung zum Reex-port-Standort verdoppelte sich die Bevölkerung bis 1930. In diesem Zeitraum investierten viele Kaufleute in die Perlenfischerei, um an dem lukrativen Perlenhandel zu partizipieren. 36 Die wirtschaftliche Depression, die japanischen Zuchtperlen, die ab 1921 auf den Markt drängten, und der Zweite Weltkrieg brachten den Perlenhandel allerdings zum Erliegen. 37 Infolgedessen stagnierte auch die Wirtschaft in Dubai und erholte sich nur langsam. 38
Der von den Briten am Creek eingerichtete ÄFlying boat service³ 39 und der Freihandelshafen verhalfen Dubai dazu, zur Drehscheibe für Gold zu werden. Das Gold wurde größtenteils von Südafrika nach Dubai geflogen und anschließend nach Pakistan oder Indien verkauft. Das Importverbot der indischen Regierung für Gold im Jahr 1947 machte das Emirat zum zentralen Umschlagsplatz für dieses Produkt, weil die Nachfrage danach in Indien ungebrochen blieb. Zudem entwickelte sich der Reexport zu dieser Zeit prächtig. 40
2.5.1 Aufbau der Stadt seit 1950
Der Ausspruch ÄZKDWLVJRRGIor tKHPHUFKDQWVLVJRRGIRU'XEDL³ von Scheich Rashid spiegelt sich in der vorausschauenden Stadtplanung wider. Der Scheich und seine Berater ver-
32 Vgl.Fairservice (2005, S. 20); vorher wurde der Hafen in Sharjah angefahren.
33 Der Perlenhandel für den südlichen Golf wurde in diesem Hafen abgewickelt. Vgl. Gabriel (2004, S. 307)
34 sPoX<]ocµ(]P̵u,voÌvµu^V<}vÌouvv~îììñU^Xíìì((XVvZ~îììðU^Xîîò
35 Vgl. Elsheshtawy (2004, S. 178); Heard-Bey (1999, S. 242). Die Aufteilung der Bevölkerung nach ethnischen Gruppen entspricht den Prinzipien der orientalischen Stadt. Vgl. Lichtenberger (1998, S. 61)
36 Vgl. Scharfenort (2004, S. 34-35)
37 Cordes et al. (1983a, S. 467), Gabriel (2004, S. 307)
38 Dieser Aspekt kann anhand der Entwicklung der Einwohnerzahl nachvollzogen werden, so stieg die Bevölkerungszahl von 1930 bis 1939 nur von 20.000 auf 21.000. Vgl. Scholz (1991, S. 99) in Verbindung mit Scharfenort (2004, S. 35)
39 Vgl. Gabriel (1988, S. 72)
40 Vgl. Scharfenort (2004, S. 36-37)
18
suchten mit begrenzten Mitteln die bestmögliche Infrastruktur 41 zu errichten, um Dubai als Handels-, Finanz- und Dienstleistungszentrum zu etablieren. Seine Projekte waren weitsichtig und Ävisionär³ 42 , wofür er auch mehrfach kritisiert wurde. Die finanziellen Mittel bezog er direkt aus den Handelsaktivitäten beziehungsweise über Hilfszahlungen von Kuwait oder Quatar, 43 die schon zu diesem Zeitpunkt über Erdöleinnahmen verfügten. Zwischen 1965 und 1972 war der Ä7UXFLDO6WDWHV 'HYHORSPHQW)XQG³ 44 die wichtigste Finanzierungsquelle. Mit den hieraus bezogenen Geldern wurde zum Beispiel der Ausbau des Creek 45 finanziert, der ausgebaut werden musste um die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt weiterhin gewährleisten zu können. 46 Der Fokus wurde hierbei auf die Abwendung der Verschlickung im Mündungsbereich und die Sandbank, die dem Einfahrtsbereich vorgelagert war, gelegt. Zudem wurden neue Anlegestellen errichtet. Nach Vollendung der Ausbauarbeiten konnten Küstendampfer mit bis zu 800 Tonnen anlegen, dies verschaffte Dubai einen erheblichem Vorteil gegenüber dem Konkurrenzhafen in Sharjah. 47
2.5.2 Der Entwicklungsplan von 1961
Das britische Architekturbüro John R. Harris entwarf den Entwicklungsplan von 1961 und legte darin langfristige Planungsziele fest. So sollte eine Verkehrsinfrastruktur erstellt werden, die dem Verkehrsaufkommen entsprach. Auch Zonen für Schulen, Industrie, Handel, öffentliche Gebäude und Wohnungen waren vorgesehen. Wichtigster Bestandteil des Konzepts war die Entstehung eines neuen Stadtzentrums. Dies führte durch den Einfluss der Briten allmählich ]XPÄ'XDOLVPXVYRQautochthoner Altstadt und kolonialer 1HXVWDGW³. 48
Der Plan wurde größtenteils umgesetzt, es wurden neue Durchgangsstraßen errichtet und mit finanzieller Unterstützung von Quatar die einspurige Maktoum-Brücke gebaut. 49 Auf den neu aufgespülten Flächen, die durch die Creek-Erweiterung entstanden, wurden Lagerstätten, Warenhäuser und neue Industriegebiete angesiedelt. Abweichungen im Entwurf waren
41 Hierzu gehörten zum Beispiel das Maktoum Hospital, die Versorgung mit Wasser und Elektrizität, Ernennung einer Polizei, eines Gerichts und der Aufbau eines vollständigen Regierungsapparats.
42 Vgl. Scharfenort (2004, S. 54)
43 Scheich Rashid war mit den Herrschern verwandt beziehungsweise verschwägert , weshalb er mehrere Darlehen von diesen Ländern erhielt.
44 Quatar, Abu Dhabi und die Briten zahlten in diesen Fond ein, nach der Ernennung der VAE im Jahre 1971 übernahm Abu Dhabi alleine die Finanzierung.
45 sPoX<]oWcµ(µ]v,(vvÌ^X
46 Scheich Rashid stellte dies schon im Jahr 1952 fest. Der Eingangsbereich verschlickte zunehmend, sodass 1954 die Wassertiefe teilweise nur mehr einen halben Meter betrug. Dementsprechend konnten nur wenige Schiffe den Creek passieren, bis 1958 die Ausbauarbeiten begannen.
47 Vgl. Heard-Bey (1999, S. 258-259); Molavi (2007, S. 100); Scharfenort (2004, S. 55, 60-61); Gabriel (1988, S. 152)
48 Vgl. Bähr et al. (2005, S. 209)
49 Dieser Brückenbau war vor allem Scheich Rashid ein großes Anliegen. Die Disparitäten zwischen Dubai (heute Bur Dubai) und Deira konnten somit abgebaut werden, und die Souks verfügten über eine direkte Verbindung.
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bedingt durch die gering zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, so konnten zum Beispiel die neuen, im Plan vorgesehenen Wohnviertel erst 15 bis 20 Jahre später realisiert werden. Die Aussicht auf Erdölfunde, das Risiko, beim Umladen auf offener See Ware zu verlieren oder Boote zu beschädigen und der Anstieg des Seehandels, der im Creek nicht mehr zu bewältigen gewesen wäre, veranlassten Scheich Rashid dazu, trotz der begrenzten finanziellen Mittel außerplanmäßig den Tiefseehafen Port Rashid errichten zu lassen. 50
2.5.3 Der Entwicklungsplan von 1970
Die Entdeckung des Fateh-Offshore-Erdölfeldes 51 im Jahr 1966 und der erste Erdölexport 1969 verschafften dem Architekturbüro John R. Harris einen größeren finanziellen Spielraum, um die neuen strategischen Ziele festzulegen. 52 Das neue Konzept sah einen Tunnel bei der Creek-Mündung, eine neue Brücke, neue Flächen für Erholung, Wohngebiete, Ge-sundheit und Bildung vor. Außerdem wurde eine generelle Ausweitung der Verkehrsinfrastruktur in die Planungen miteinbezogen. Der Shindagha-Tunnel wurde 1975 gebaut und verbindet seither Bur Dubai mit Deira. Die Maktoum-Brücke wurde erweitert und die Garhoud-Brücke neu errichtet. Eine Ringstraße für den Schwerverkehr wurde ebenfalls in Betrieb genommen. Sie verbindet Dubai mit dem Flughafen und den anderen Emiraten. All diese Projekte führten zur Verbesserung der innerstädtischen Verkehrsinfrastruktur. Abweichungen im Plan ergaben sich durch den Ausbau des Port Rashid und den Neubau des Hamriya Ports, an den der neue Hamriya Market angeschlossen wurde. Auch die Errichtung des Trockendocks war im Entwurf nicht vorgesehen. Nachdem die Möglichkeit einer Verdopplung der Bevölkerung innerhalb der nächsten fünf Jahre von den Planern unberücksichtigt blieb, 53 mussten ebenfalls mehr Wohnraum und infrastrukturelle Einrichtungen geschaffen werden. 54 Die damals durchgeführten Maßnahmen werden der Ä2LO-8UEDQL]DWLRQ³ zuge-ordnet, und waren Grundlage für die weitere Entwicklung des Untersuchungsraums. 55
50 Vgl. Wirth (1988, S. 95); Scharfenort (2004, S. 57 und 61) und Heard-Bey (1999, S. 263) .
51 Befindet sich 120 Kilometer östlich von Dubai.
52 Vgl. Al Abed (2001, 260 und 266)
53 Von 1968 bis 1970 ist die Zahl der Bewohner um 13 Prozent pro Jahr gestiegen, diese Zahlen wurden höchstwahrscheinlich als Datengrundlage verwendet. Von 1970 bis 1974 lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei 14 Prozent. In dem darauffolgenden Jahr stieg die Einwohnerzahl jedoch um 52 Prozent. Bis 1980 hatte Dubai 276.301 Einwohner und die jährliche Zuwachsrate pendelte sich bei 10 Prozent ein. Vgl. eigene Berechnungen nach Scholz (1991, S. 99).
54 Man errichtete verschiedene Wohngebiete außerhalb der damaligen Stadt. Sozioökonomische Faktoren und die Herkunft waren entscheidend, so wohnten Einheimische in ihren eigenen Vierteln (z. B. Hor al Anz), bei den Expatriats vollzog sich eine Segregation nach Einkommensschicht, die Wohlhabenden aus dem Westen zogen die Gebiete in Küstennähe vor (z. B. Jumeirah), die unteren Sozialschichten lebten in einfachen Gebieten (z. B. al Sabkha) vgl. Scholz (1991, S. 106 ff.)
55 Vgl. Bonine et al. (1983)
20
3. Stadtentwicklungsprojekte der wirtschaftlichen Diversifizierung
Scheich Rashid bemerkte schon 1920 die Abhängigkeit vom Perlenhandel, weshalb seit dieser Zeit Bestrebungen verfolgt wurden, Dubais Wirtschaft zu diversifizieren. Mit den erhöhten Einnahmen aus dem Erdölsektor wurden diese Anstrengungen intensiviert. Man wollte hierdurch verhindern, dass die komplette Volkswirtschaft zukünftig nicht nur vom Erdölhandel und den Schwankungen des Rohölpreises abhängig ist. 56 Auch die Prognosen, dass zwischen 2020 und 2030 die Erdölquellen erschöpft sein werden und der Ölpreisanstieg durch den Oktober-Krieg 1973 unterstützten die Planungen. 57 Wie die Maktoum-Familie mithilfe ausländischer Experten die Diversifizierung der verschiedenen Sektoren vorantrieb, wird in diesem Kapitel erläutert. 58
Hierbei werden verschiedene Maßnahmen und Projekte die zur Behebung der wirtschaftlichen Monostruktur beitrugen beziehungsweise beitragen dargestellt und ein Bezug zur Wirt- VFKDIWVJHRJUDSKLHXQG GHU ÄgNRQRPLH GHU )DV]LQDWLRQ³ 59 hergestellt. Der Aufbau des umfangreichsten Kapitels der vorliegenden Arbeit wird vorab aufgeführt.
Abbildung 7: Dargestellte Projekte 60
Am Anfang steht der Aufstieg zum Handelszentrum im Fokus. Der danach folgendeTeil wird auf den in den letzten zehn Jahren aufstrebende Tourismussektor eingehen. Der Finanzsek-tor wird im Anschluss zu diesen betrachtet. Den Abschluss des Kapitels werden die Industrie, der Bausektor und die neuen Technologien bilden. Die Abbildung 7Ä'DUJHVWHOOWH3URMHk-
56 Vgl.Scholz (1993, S. 28)
57 Vgl. Havlicek (2006, S. 19); Heard-Bey (S. 264)
58 Vgl. Scholz (2005, S. 13)
59 Vgl. Schmid (2006)
60 Eigener Entwurf. Dient als Nachschlagewerk, damit der Leser die Projekte leichter verorten kann.
Arbeit zitieren:
Stefan Ziegler, 2009, Dubai - Projekte und Maßnahmen der wirtschaftlichen Diversifizierung und deren Auswirkungen auf die Stadtentwicklung mit besonderer Berücksichtigung der Verkehrsinfrastruktur, München, GRIN Verlag GmbH
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