ã u
INHALT
Einleitung 4
1. Grundlegende Begriffsklärungen. 5
1.1 Ethik 5
1.2 Beratung 5
1.3 Unternehmensberatung. 5
2. Ethikberatung und Ethik der Beratung 6
2.1 Ethikberatung 6
2.2 Ethik der Beratung. 7
3. Relevanz Ethischer Beratung 7
3.1 Konfliktpotenziale im Berater-Klienten-Verhältnis 7
3.2 Status Quo der Forschung 8
4. Integrative Wirtschaftsethik 9
4.1 Ökonomismuskritik: Der Freie Markt als Zwangszusammenhang 9
4.1.1 Die Parteilichkeit der Sachzwänge und der Zumutbarkeitsdiskurs 10
4.2 Vernünftiges Wirtschaften aus dem Blickwinkel der Lebenswelt 11
4.2.1 Die Sinnfrage: Wirtschaften und gutes Leben. 11
4.2.2 Die Legitimationsfrage: Wirtschaften und gerechtes Zusammenleben. 11
4.3 Wirtschaftsethische Topologie: Orte der Moral des Wirtschaftens. 12
4.3.1 Unternehmensethik: Das Zwei-Stufen-Modell 12
5. Integre Unternehmensberatung 14
5.1 Geschäftsethik: Autonomieförderung des Klienten 14
5.2 Die Gestaltung der Rahmenbedingungen. 16
5.2.1 Rahmenbedingungen des Beratungsprojekts 16
5.2.2 Rahmenbedingungen der Branche 16
6. Schlussbetrachtung 17
6.1 Zusammenfassung 17
6.2 Kritische Würdigung 18
Literaturverzeichnis. 20
ã v
EINLEITUNG
In der freien Marktwirtschaft sind die Menschen gezwungen, sich im Wettbewerb durchzusetzen, um ihre eigene Existenz sichern zu können. Der ständige Zwang zur Leistungssteigerung erschwert die Berücksichtigung außerökonomischer Geltungsansprüche und birgt die Gefahr durch „Überbetonung ökonomischer Faktoren bei der Betrachtung der gesellschaftlichen Entwicklung“ (Duden: Ökonomismus), „die Wirtschaft zur Wissenschaft der menschlichen Dinge überhaupt zu [erheben] (Japsers 1932: S.27). Der ungebremste Ökonomismus ist jedoch kein logisch-zwingendes Naturgesetz, sondern als soziales System vom Willen seiner Subjekte abhängig.
„Die moderne ökonomische Sachlogik stellt also nicht die ganze ökonomische Vernunft dar, denn es fehlt ihr die ethische Dimension vernünftigen Wirtschaftens. […] Wirtschaftsethik steht so gesehen im Brennpunkt einer epochalen Herausforderung: Es geht darum, das buchstäblich fragwürdig gewordene Verhältnis zwischen ökonomischer Sachlogik und ethischer Vernunft von Grund auf zu klären und es in zukunftsfähiger, lebensdienlicher Weise neu zu bestimmen“ (Ulrich 1998: 11f.).
In der Unternehmensberatungsbranche, die aufgrund ihres Einflusses auf Unternehmensführungen erheblich an der Gestaltung des Marktgeschehens beteiligt ist, lassen sich die konfliktären Auswirkungen des modernen Wirtschaftsverständnisses besonders deutlich erkennen. Der Zwang zur ständigen Gewinnmaximierung, dem die Beratung im Wettbewerb selbst unterliegt, führt zu Interessenkonflikten zwischen Berater und Ratsuchendem (Klient) und der Gefahr ethisch fragwürdiger Beratungspraktiken. Die Integrität der Unternehmensberatungsbranche steht auf dem Spiel. Vor diesem Hintergrund bedarf es einer „lebbaren Vereinbarkeit von Integrität und […] Beratungsgeschäft“ (Hagenmeyer 2004: 22). Jedoch mangelt es an unterstützenden Erkenntnissen der Beratungsforschung. Um Orientierung bieten zu können, ist ein Konzept ethisch befürwortbarer Beratung notwendig. Einen entsprechenden Ansatz will die „Integre Unternehmensberatung“ (Vgl. A.a.O.) liefern. Sie verweist aus einem normativ-kritischem Blickwinkel auf Geltungsansprüche, die jenseits rein betriebswirtschaftlicher Logik (Vgl. A.a.O.) in der Unternehmensberatung Beachtung finden müssen. Intention der vorliegenden Arbeit ist es, den Ansatz der Integren Unternehmensberatung samt der zugrunde liegenden wirtschaftsethischen Theorie nachzuvollziehen, um ein Grundverständnis für die Integration von Ethik und Unternehmensberatung zu schaffen und den tatsächlich aus der Theorie entstehenden Nutzen für die Beratungsbranche bewerten zu können. Dazu wird zunächst geklärt, wie die Begriffe Ethik, Beratung und Unternehmensberatung in dieser Arbeit verstanden werden sollen (1). Anschließend wird Ethik mit Unternehmensberatung zusammengeführt und zwischen Ethikberatung und ethischer Beratung unterschieden, wobei letztere im Fokus dieser Arbeit steht (2). Die Rele-
ã w
vanz einer Ethik der Unternehmensberatung wird anhand exemplarisch dargestellter Konfliktpotenziale im Berater-Klienten Verhältnis und dem Hinweis auf den mangelhaften Status quo der Beratungs-forschung verdeutlicht (3). Anschließend werden zunächst knapp verschiedene wirtschaftsethische Schulen von einander abgegrenzt und dann die Integrative Wirtschaftsethik von Peter Ulrich näher erläutert (4). Diese dient im darauf folgenden Kapitel als Grundlage für die Entwicklung der Integren Unternehmensberatung (5). Abschließend werden die Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und vor dem Hintergrund realweltlicher Bedingungen kritisch diskutiert, um zu einer Bewertung der Integrativen Unternehmensberatungsethik bezüglich ihres tatsächlichen Nutzens für die Beratungsbranche zu gelangen (6).
1. GRUNDLEGENDE BEGRIFFSKLÄRUNGEN
Im Folgenden wird erläutert, wie die Begriffe Ethik, Beratung und Unternehmensberatung im Kontext dieser Arbeit zu verstehen sind.
1.1 ETHIK
Mit Blick auf das Thema der vorliegenden Arbeit das Konzept vertretbaren Beratungshandelns zu untersuchen, genügt es, den Begriff der Ethik als normatives Werteverständnis des richtigen und guten Handelns zu begreifen.
1.2 BERATUNG
Der Begriff Beratung bezeichnet den strukturierten Diskurs zwischen Berater und Klient, der zur Lösung einer Aufgabe oder einer Problemstellung beitragen soll. Beratung findet statt, wenn der Klient vor einer wichtigen Entscheidung steht, jedoch nicht imstande ist, mögliche Handlungsoptionen zu erkennen oder angemessen zu bewerten und aus diesem Grund einen externen Berater konsultiert. „Zur Beratung ziehen wir andere hinzu bei wichtigen Entscheidungen, wenn wir uns allein die rechte Erkenntnis nicht zutrauen“ (Aristoteles: Buch III, 1112b). Dem Berater wird in diesem Zusammenhang Expertise zugesprochen, denn „es suchen diejenigen, die beim Suchen des Rates sich selbst nicht genügen, Rat bei Weiseren“ (Thomas von Aquin, Summa Theologica, II-II, q.51, 1 ad 1 zitiert nach Auer 1993). Dabei muss der Berater selbst möglichst unabhängig von den Folgen der Beratung sein, um die Objektivität seines Ratschlags gewährleisten zu können.
1.3 UNTERNEHMENSBERATUNG
Im Falle der Unternehmensberatung ist das handlungsunfähige Subjekt ein Unternehmen bzw. dessen Management.
„[Entscheidungsunfähigkeit] entsteht für das Management analog zur allgemeinen Definition der Beratung, wenn in einer Situation der Konflikt über die Relevanz der Informationen zur Bewältigung eines Problems zu groß wird“ (Hagenmeyer 2003: 361).
ã x
Das Management ist nicht mehr in der Lage, Informationen und Handlungsalternativen zu erkennen oder zu bewerten. „Hilfe leistet der Berater, indem er situationsspezifisch Komplexität so reduziert bzw. anpasst, dass wieder Handlungsfähigkeit erreicht wird“ (A.a.O.: 361). Die Externalität des Beraters ist notwendig, um durch betriebsexterne Sichtweisen der Situation neue Handlungsmöglichkeiten aufzeigen zu können. Um neue Sichtweisen objektiv und ausschließlich zum Wohle des Klienten formulieren zu können, muss die Unabhängigkeit des Beraters gesichert sein. Die Professionalität eines Beraters zeigt sich im Know-How der Gestaltung des Beratungsprozesses (Vgl. Titscher 2001: 77). Zusätzlich erwartet der Klient von einem professionellen Berater Expertenwissen, also dass dieser neben dem Know-How des Beratungsprozesses auch über die relevanten fachlichen Kompetenzen verfügt. Da Unternehmensberatung (in Deutschland) kein „[…] gesetzlich fixiertes Berufsbild mit vorgeschriebenen Bildungswegen und förmlicher Berufszulassung“ (BDU 2009) ist und es somit jedem jederzeit frei steht, sich als Unternehmensberater zu bezeichnen, kann die Integrität vieler Branchenmitglieder gerade in Bezug auf Professionalität und Objektivität in Frage gestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist die verbindliche Integration von Ethik und Unternehmensberatung unerlässlich, um Vertrauenswürdigkeit und Professionalität der Unternehmensberatung nachhaltig zu etablieren.
2. ETHIKBERATUNG UND ETHIK DER BERATUNG
Bei der Zusammenführung der Begriffe Ethik und Unternehmensberatung lässt sich zwischen „Ethikberatung“ und „Ethik der Beratung“ unterscheiden. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist eine klare semantische Trennung vorzunehmen.
2.1 ETHIKBERATUNG
Ethikberatung für Unternehmen ist Unternehmensberatung in Bezug auf Fragen der (Unternehmens)Ethik. Durch die Forderungen diverser „[…] Stakeholder [nach] Rechtfertigung der Unternehmenstätigkeit über den bloßen wirtschaftlichen Erfolg hinaus, [steigt der] Bedarf an Beratung in Unternehmensethik“ (Kleinfeld 2004: 103; Kokot / Schmidt 2004: 123). Weil Manager einfach nicht die nötige Zeit und das nötige Wissen besitzen, um sich ausführlichen unternehmensethischen Untersuchungen zu widmen 1 , [ist] die externe Unterstützung durch Experten [äußerst] hilfreich. (Guerrette 1988: 377; Vgl. Kleinfeld 2004). Im Kern geht es bei der Ethikberatung darum, aufzuzeigen, was „[im] Unternehmen ethisch akzeptabel oder erwünscht ist und was nicht“ (A.a.O.: 114). So werden die Klienten für den Umgang mit moralischen Fragen im Unternehmen sensibilisiert und bei der Entwicklung eines entsprechenden Bewusstseins und der nötigen Reflexionskompetenz unterstützt.
1 Übersetzt von Milewski, S., 19.09.2009: Because overburdened executives and managers simply do not have
the time [and expertise] to devote themselves to the task of a corporate ethical analysis […]
Arbeit zitieren:
Simon Milewski, 2009, Integrative Wirtschaftsethik in der Beratungsbranche, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kosten- und Erfolgscontrolling auf Basis traditioneller Kostenrechnung...
Seminararbeit, 19 Seiten
Die internationale strategische Allianz Renault-Nissan
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 39 Seiten
Factoring im Mittelstand - Instrument des Krisenmanagements im Zeichen...
Bachelorarbeit, 80 Seiten
Simon Milewski's Text Integrative Wirtschaftsethik in der Beratungsbranche ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Simon Milewski hat den Text Integrative Wirtschaftsethik in der Beratungsbranche veröffentlicht
Simon Milewski hat einen neuen Text hochgeladen
The Bartle-Dunford-Schwartz Integral
Integration with Respect to a ...
Thiruvaiyaru V. Panchapagesan
Integration of Behavioral Sciences and Theology: A Systematic-Integrat...
H. Bruce Stokes, Nathaniel P. Lewis
Integrated Research in GRID Computing: CoreGRID Integration Workshop 2...
Sergei Gorlatch, Marco Danelutto
Ingles Metodo Integral Nivel 2: English: An Integrated Approach: Inter...
Larousse, Editors of Larousse (Mexico)
0 Kommentare