Kapitalgarantierte Produkte als Anlagealternative für die vermögende
Hochschule Niederrhein
Fachbereich Wirtschaft
Inhalt
Abk ürzungsverzeichnis. 5
Abbildungsverzeichnis 6
1. Einleitung 7
1.1. Ziel der Arbeit 8
1.2. Vorgehensweise 8
2. Theoretische Grundlagen 9
2.1. HJULIIÄ9HUP JHQGH3ULYDWNXQGVFKDIW 9
2.2. Entwicklung Aktienmärkte anhand von Indizes 14
2.2.1. DAX 15
2.2.2. Dow-Jones-Index 17
2.3. Entwicklung Zinsen anhand vom EURIBOR 18
2.4. Volatilität 20
2.5. Entwicklung Inflation 22
2.6. Portfoliotheorie von Markowitz 23
3. Garantiezertifikate 26
3.1. Definition Zertifikate 28
3.2. Unterschied Zertifikate und Schuldverschreibungen/ Anleihen 30
3.3. Konstruktion von Garantiezertifikaten. 31
3.3.1. Derivate Bestandteile 33
3.3.2. Zerobonds 40
3.4. Unterteilung von Garantiezertifikaten nach Anlageklassen. 42
3.4.1. Anlage in Aktien 42
3.4.2. Anlage in Zinsen 44
3.4.3. Anlage in Indizes 45
3.4.4. Anlage in Währungen und Rohstoffe 47
3.5. Kosten von Garantiezertifikaten 48
3.5.1. bei Erwerb über Zeichnung 48
3.5.2. bei Erwerb über Sekundärmarkt 49
3.6. Risiken von Garantiezertifikaten 50
3.6.1. Verkauf während der Laufzeit 50
3.6.2. Sonstige Risiken 51
4. Garantiefonds 53
4.1. Grundlagen Fonds 53
4.2. Arten von Fonds 60
3
4.3. Charakteristika von Garantiefonds. 65
4.3.1. Definition, Kosten und Funktionsweise 65
4.3.2. Risiken 71
4.3.3. Beispiel Deka-WorldGarant 10/2011 (WKN: DK0A0R) 73
4.4. Unterschied Garantiezertifikate und Garantiefonds 75
5. Steuerliche Behandlung von Garantiezertifikaten und Garantiefonds 78
6. Fazit und Ausblick 79
Literaturverzeichnis 82
4
Abkürzungsverzeichnis a.a.O.: am angeführten Ort Abs.: Absatz
abzgl.: abzüglich
Diss.: Dissertation
EStG: Einkommensteuergesetz
f.: (die) folgende (Seite)
ff.: (die) folgenden (Seiten)
ggf.: gegebenenfalls
Hrsg.: Herausgeber
inkl.: inklusive
InvG: Investmentgesetz
Kap.: Kapitel
lt.: laut
Nr.: Nummer
p.a.: per anno (pro Jahr)
s.: siehe
S.: Seite
usw.: und so weiter
u.a.: und anderem
u.U.: unter Umständen
WKN: Wertpapierkennnummer
z.B.: zum Beispiel
z.Zt.: zurzeit
5
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Relationen Mengenkunde und Individualkunde
Abbildung 2: Entwicklung des DAX 30 von 1985 bis 2005
Abbildung 3: die wichtigsten Aktienindizes der Deutschen Börse
Abbildung 4: Dow-Jones-Index 1998-2008
Abbildung 5: magisches Dreieck (eigene Darstellung)
Abbildung 6: EURIBOR 12M und Umlaufrendite der vergangenen 10 Jahre
Abbildung 7: Risikominderung durch Diversifikation
Abbildung 8: Effizienzlinie
Abbildung 9: Historie Strukturierte Zertifikate
Abbildung 10: Marktvolumen von Anlagezertifikaten (31.03.2008)
Abbildung 11: Risiko-/Renditeerwartung bei Zertifikaten
Abbildung 12: Gewinn- und Verlustprofil Long Call
Abbildung 13: Gewinn- und Verlustprofil Short Call
Abbildung 14: Struktur eines deutschen Investmentfonds
Abbildung 15: Charakteristika verschiedener Fondstypen
Abbildung 16: Zusammensetzung des Fondsvermögens inländischer
Investmentfonds (2000)
Abbildung 17: Grafische Gegenüberstellung der CPPI- und OBPI-Strategie
Abbildung 18: Muster-Fondstruktur
Abbildung 19: Wertentwicklung seit Auflegung Deka-WorldGarant 10/2011
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1. Einleitung
Das Börsengeschehen ging besonders turbulent in das neue Jahrtausend und auch die derzeitigen Börsenturbulenzen im Jahre 2007/2008 gehen an den meisten $QOHJHUQ QLFKW VSXUORV YRUEHU 0LW GHU VRJHQDQQWHQ Ä9RONVDNWLH³ XQG GHP Börsengang der Telekom im Jahre 1996 sollte die breite Masse der Anleger eingestimmt werden auf die kommenden goldenen Börsenzeiten. Viele Kleinanleger zeichneten völlig ahnungslos, auch Mithilfe des Marketings (Aushängeschild Manfred Krug und Charles Brauer), die Telekom-Aktie und benutzten dafür ihre Spargroschen. Die große Ernüchterung kam dann in den Jahren 2001 bis 2003. Die Werte fast aller Aktien, insbesondere der High-Technologie und Internetbranche, fielen oft ins Bodenlose und die Kurse haben noch nicht annähernd den Wert des Jahres 2000 erreicht. Ende 2007 kam dann der nächste Schock. Die Subprime-Krise aus den USA, bei der die Immobilien in den USA weniger wert sind als bei Kreditvergabe und bei der das große Problem der weiter verkauften Darlehen aufgetreten ist, schwappt nach Europa und damit auch nach Deutschland. Wieder rutschen weltweit die Börsenkurse und kaum ein Anleger kennt die genauen Hintergründe. Der Anleger verliert wieder Geld. Anfang des Jahrtausends haben die Anleger immer häufiger den Wunsch geäußert, dass man doch gerne am Börsengeschehen teilnehmen wolle, aber die Verlustrisiken wollten und wollen die Anleger nicht mehr tragen. Da in der freien Marktwirtschaft das Prinzip Angebot und Nachfrage gilt, haben sich die Emittenten und die gut geschulten Mathematiker ans Werk gemacht und neue Produkte für eben diese Kundenwünsche entwickelt. Die Produkte, die in dieser Arbeit erläutert werden, sind alle nicht neu. Sie tragen aber trotzdem in der YRUKHUUVFKHQGHQ /LWHUDWXU HQWZHGHU GHQ %HJULII Ä)LQDQ]LQQRYDWLRQ³ RGHU zumindest LP 9HUNDXIVSURVSHNW XQG LQ GHU :HUEXQJ GHQ %HJULII ÄQHX³ RGHU ÄPRGHUQ³ 'LH ,GHHQ ]X GLHVHQ 3URGXNWNDWHJRULHQ *HOG HLQVHW]HQ 5LVLNR eingehen und den gesamten eingesetzten Betrag zurückbekommen) sind eben nicht neu und die Pläne und Produktausgestaltungen gibt es schon sehr lange, nur war bis zu diesem Zeitpunkt der Nachfragemarkt nach dieser Produktkategorie nicht gegeben. Die Anleger dachten, dass die hohen Gewinne und unglaublichen Renditen ohne jegliches Risiko kommen würden. Erst nach der Einsicht, dass dies nicht möglich und die Börse keine Einbahnstraße ist, ist der Wunsch nach Absicherung und Teilnahme am Börsengeschehen in Kombination groß.
7
1.1. Ziel der Arbeit
'LHYRUOLHJHQGH$UEHLWVROOGLHVHÄQHXHQ³3URGXNWNDWHJRULHQQlKHUHUOlXtern und deren Aufbau und Sinn beschreiben. Vom Grundprinzip her gibt es zwei große Kategorien von garantierten Geldanlagemöglichkeiten: Garantiezertifikate und Garantiefonds. Beide Produktkategorien gehen zwar ähnlich an die Materie heran, sind aber für den Anleger völlig anders zu behandeln. Auch die Emittenten müssen sich auf völlig andere Grundvoraussetzungen einlassen. Alleine der Anleger entscheidet über die Art und Weise, wie er sein Geld in garantierte Produkte anlegt. Aber auch bei garantierten Produkten gibt es Risiken und Probleme für den Anleger. Diese sind teilweise offensichtlich und werden auch vor dem Kauf jedem Anleger zugänglich gemacht, aber manche Risiken sind nicht besonders einfach zu verstehen und nur der versierte Anleger erkennt die Zusammenhänge von wirtschaftlichen Geschehnissen, Zinssenkungen, Krisen in den entlegensten Gebieten der Welt und den Versprechungen in den Hochglanzprospekten der Emittenten. Der Begriff der kapitalgarantierten Produkte erscheint einfach und klar verständlich, mögliche Tücken in der Produktausgestaltung soll diese Arbeit erläutern. Auch auf die zahlreichen Chancen bei dieser Art von Produkten soll deutlich und ausführlich eingegangen werden, denn die möglichen Renditesprünge im Vergleich zu anderen Produkten und die Risikoprofile dieser Produktkategorie sind nicht von der Hand zu weisen.
1.2. Vorgehensweise
Die Arbeit teilt sich in vier Teilbereiche. Zu Beginn der Arbeit, direkt im Anschluss an diese Einleitung, werden wichtige Wirtschaftsbegriffe, die für das Verständnis der Arbeit relevant sind, genauer erläutert. Hierbei ist die Vorgehensweise, dass zuerst der Begriff erläutert wird, der im Titel dieser Arbeit vorkommt; danach werden wichtige allgemeine Wirtschaftsbegriffe erklärt, die aufschlussreich und notwendig für die Arbeit sind.
Der nächste Teil dieser Arbeit befasst sich dann mit dem eigentlichen Thema, den Garantiezertifikaten. Innerhalb dieses Kapitels wird dann zuerst allgemein beschrieben, was Garantiezertifikate sind, dann wird auf deren genaue Konstruktion und Funktion eingegangen. Dabei wird Bezug genommen auf ÄHFKWH³*DUDQWLH]HUWLILNDWH in den unterschiedlichen Asset-Klassen. Diese werden genau beschrieben und deren Funktionsweise erläutert. Die Risiken und Chancen, aber auch die Kostenseite werden dann abschließend in diesem Kapitel erläutert.
8
Der dritte große Teil dieser Arbeit befasst sich dann mit der ebenfalls im Titel der Arbeit enthaltenen $QODJHIRUP GHU Ä*DUDQWLHIRQGV³ $XFK KLHU LVW GLH Vorgehensweise, dass zuerst allgemeine Informationen zum Thema gegeben werden und durch die Erläuterung eines real-existierenden Garantiefonds der Praxisbezug hergestellt wird.
Der vierte Teil der Arbeit beschäftigt sich in kurzen Grundzügen mit den steuerlichen Gegebenheiten ab dem 01. Januar 2009 und der dann geltenden Abgeltungssteuer.
Am Ende dieser Arbeit wird dann ein Fazit gezogen und ein kurzer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.
2. Theoretische Grundlagen
Am Anfang der Arbeit müssen einige Bereiche und Begriffe der Finanzwelt erläutert und näher dargestellt werden. Diese theoretische Grundlage ist zum Verständnis der Ausgangsfrage wichtig, um zu verstehen, warum die Anleger ihre Anlagementalität in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert haben und warum ausgerechnet garantierte Produkte in den näheren Fokus geraten sind. Zudem ist die Erklärung der Fachbegriffe an dieser Stelle ungemein wichtig, da sehr viele von ihnen entweder keine einheitliche Definition besitzen, oder aber in der Literatur verwendet werden, ohne dass sich jemand darunter etwas vorstellen kann. Außerdem werden viele der Begriffe mit einer unterschiedlichen Bedeutung verwendet. Eine klare Abgrenzung der Definitionen und auch das Verständnis einiger Fachwörter sind für das Thema unabdingbar.
2.1. Begriff Ä9HUP|JHQGH3ULYDWNXQGVFKDIW³
Zu Beginn der Erklärungen steht ein äußerst wichtiger Teil und deshalb ist er %HVWDQGWHLOGHV7LWHOVGLHVHU$UEHLW'HU%HJULII ÄYHUP|JHQGH Privatkundschaft³ ist ein in der Literatur sehr unterschiedlich beschriebener Ausdruck und steht doch bei vielen Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten vor dem eigentlichen Verkauf und der eigentlichen Werbung. Im Vorfeld von neuen Finanzprodukten steht immer die Zielgruppe. Jedes Finanzunternehmen muss sich also Gedanken über seine Kundschaft machen. Das marketingtechnische Wort hierfür ist Marktsegmentierung. Marktsegmentierung bedeutet, dass man die Kundschaft in Gruppen unterteilt. Man definiert diese dann und wählt aus ihnen seine Zielgruppe. Für diese Zielgruppe entwickelt man dann die Marketingstrategien
9
mit dem entsprechenden Produkt. Die Segmentierung sollte mehrere Anforderungen erfüllen, d.h. es sollte genügend Potenzial innerhalb der Teilstücke geben, die Marktsegmente sollten leicht teilbar sein und innerhalb dieser wenige Überschneidungen existieren (jeder Kunde sollte klar zu einem Segment gehören und nicht in zwei von diesen vorhanden sein). Die leichte Erreichbarkeit der Segmente und der Kosten-Nutzen-Aspekt sollten bei der Segmentierung ebenfalls berücksichtigt werden 1 . Es haben sich im Laufe der Zeit bei der Marketingforschung einige Merkmale der Segmentierung herausgebildet. So kann ein Unternehmen seine Kundschaft nach folgenden Kriterien aufteilen: a) Demographische Merkmale (z.B. Geschlecht, Alter, Bildung oder Einkommen) b) Geographisch-regionale Merkmale (z.B. Länderaufteilung, Städteaufteilung oder Wohnregionen)
c) Psychographische Merkmale (z.B. soziale Klasseneinteilung, Religion, ethnische Gruppen) d) Verhaltensmerkmale (z.B. Kaufanlass, Nutzenverhalten, Nutzenhäufigkeit) 2
Die für Finanzprodukte, Banken und Investmenthäuser entscheidende Segmentierung ist die Aufteilung nach demographischen Merkmalen. Die wichtigen Kriterien hier sind die Aufteilung nach dem Lebensalter (Gruppenbildung), der durch das Lebensalter oftmals vorgegebene Lebenszyklus (Berufsstarter, Familie, Etablierte usw.), der Berufs- und Bildungsstandard, der derzeitig ausgeübte Beruf (Angestellter, Arbeiter, Selbständiger usw.) und der in den meisten Finanzsegmentierungen entscheidende Punkt: das Einkommen. Beim Einkommen trennen die Banken und Investmenthäuser klar nach niedrigem, mittlerem und höherem Einkommen 3 .
Das Ziel dieser Finanzsegmentierung ist, dass eine Bank schon bei Produktentwicklung sagen kann, für wen die Produktinnovation entwickelt wird, wie groß der Käuferkreis und dementsprechend das eventuelle Gewinnpotenzial an diesem Produkt ist. Dadurch ist ein differenziertes Marketing möglich, also
1 Vgl. Winkelmann, Peter, Marketing und Vertrieb, München 2006, S. 18
2 Vgl. Kotler, Philip, Armstrong, Gary, Saunders, John, Wong, Veronica, Grundlagen des
Marketing, München 2003, S. 186 ff.
3 Vgl. Kotler, Philip, Armstrong, Gary, Saunders, John, Wong, Veronica, a.a.O., S. 454/455
10
einer Zielgruppe ein spezielles Produkt zu verkaufen und nicht ein Produkt für den Massenmarkt zu kreieren 4 .
Der grundsätzliche Beginn einer Segmentierung im Bankengewerbe beginnt durch die Einteilung der Kunden in Privatkunden und Firmenkunden. Diese Aufteilung erfolgt nach dem ausgeübten Beruf, so dass Gewerbetreibende mit einem eigenen Gewerbe und Freiberufler in die Kategorie Firmenkunden und alle anderen mit einem Lohnbezug, Rentenbezug usw. in die Kategorie Privatkunden fallen. Der Bereich Firmenkunden kann je nach Bank aufgeteilt werden in Geschäftskunden, Gewerbekunden oder Firmenkunden, abhängig von dem Umsatzvolumen, dem Jahresgewinn oder der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter. Die Privatkunden werden häufig noch unterteilt in Standardkunden und vermögende Kunden bzw. Individualkunden 5 . Wichtig ist diese grobe Unterteilung deshalb, da diese beiden Kundengruppen sehr unterschiedliche Produktnutzungen haben und auch unterschiedliche Liquiditätsprobleme bewältigen müssen. Der Schwerpunkt in dieser anfänglichen Erläuterung soll auf den Kreis der Privatkunden gelegt werden. Alleine die Definition vom Privatkunden (die obige Erläuterung ist nur eine sehr grobe Darstellung) ist recht kompliziert. 3ULYDWNXQGHQ ZHUGHQ LP RIIL]LHOOHQ 6SUDFKJHEUDXFK DXFK Ä3ULYDWH +DXVKDOWH³ genannt und sind Personen in einem Haushalt, die über ein oder mehrere gemeinsame Einkommen verfügen und dieses Einkommen auch gemeinsam verbrauchen können. Private Haushalte könne auch nur aus einer Einzelperson bestehen 6 . Die Definition von privaten Haushalten der Deutschen Bundesbank besagt, dass die Personen (Einzelpersonen oder Personengemeinschaften) durch ihre Arbeitskraft Einkommen haben und das für Konsumzwecke gebrauchen können 7 .
Entscheidend an dieser Stelle ist nun der Begriff des Vermögens, um eine möglichst genaue Unterteilung der privaten Haushalte zu bekommen. Vermögen JLOWDOVÄ*HVDPWZRKOVWDQGHLQHU3HUVRQ³ 8 und ist somit entscheidender Faktor für die Kaufkraft eines privaten Haushaltes. Vermögen kann im ursprünglichen Sinn durch das Haushaltseinkommen gebildet werden. Das Haushaltseinkommen
4 Vgl. Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Sparkassen-Colleg, Bank- und Sparkassenbetriebs-
wirtschaft, Lerneinheit D, März 2006, S. 24
5 Vgl. Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, a.a.O., S. 26
6 Vgl. Schütt, Henrik, Financial Consulting ± Finanzberatung für private Haushalte, Diss., Berlin,
Technische Universität Berlin 1995, S. 7
7 Vgl. http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_h.php, 15.03.2008
8 Vgl. Schütt, Henrik, a.a.O., S. 14
11
(Lohn aus nichtselbständiger Tätigkeit, Rentenbezug, Mieteingänge usw.) kann entweder durch Konsum aufgebraucht werden oder zum Teil als Rücklage oder Vermögensbildung genutzt werden.
Diese einfache und effektive Unterteilung der privaten Haushalte nach dem Einkommen beinhaltet die Möglichkeiten der Vermögensbildung, denn nur bei ausreichendem Einkommen können Rücklagen gebildet werden. Hier gibt es keine einheitliche Regelung oder einheitliche Definition dieser Grenzen. Herausgebildet haben sich strenge Einkommensgrenzen, die aber von Institut zu Institut verschieden sind (Beispiel: monatliches Einkommen unter 2,5 TEUR für Standardprivatkunde, monatliche Einkommen darüber für den vermögenden Privatkunden bzw. Individualkunden; Beträge gelten für Alleinstehende, für verheiratete Paare verdoppeln sich diese Beträge.). Die Einkommensgrenzen sind relativ leicht zu ermitteln (Eingänge beim Institut auf Girokonten), allerdings wird dabei häufig vernachlässigt, dass das Einkommen auch bei verschiedenen Instituten eingehen kann.
Die Vermögensgrenzen, also das frei zu Verfügung stehende Geldvermögen (also kein Grundbesitz oder investiertes Guthaben), werden ebenfalls sehr unterschiedlich definiert, so dass es hierbei keine einheitliche Regelung gibt. Nach Recherchen liegen diese Grenzen häufig bei unter 50.000,- Euro für Standardprivatkunden. Ab 50.000,- Euro gehört der Kunde zum vermögenden Privatkunden/Individualkunden 9 . Diese oftmals durchgeführte Zweiersegmentierung (Standardprivatkunde und vermögender Privatkunde) ermöglicht den Beratungsbedarf bei der vermögenden Kundschaft zu erkennen und darauf gezielt einzugehen 10 . Das Potenzial der vermögenden Kunden aufgrund des u.U. bereits existierenden Vermögens oder des recht hohen Einkommens und der damit verbundenen Möglichkeit einer hohen Sparleistung ist enorm. Deshalb werden immer mehr Produktinnovationen nicht für den breiten Kundenmarkt entwickelt, sondern sind speziell auf das Kundensegment vermögender Kunden ausgerichtet. Eine ABC-Analyse soll hier helfen, das vermutete Potential bei vermögenden Privatkunden zu ermitteln und zu lokalisieren. Hierbei kommt oftmals heraus, dass die Gruppe der Standardprivatkunden sehr viel größer ist als die Gruppe der
9 Vgl. O.V., http://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gen_%28Wirtschaft%29, 25.09.2007 und
eigene Recherche am Arbeitsplatz (Bankkaufmann)
10 Vgl. Pauluhn, Burkhardt, Kundensegmentierung und differenzierter Vertrieb im
Privatkundengeschäft, in: Eichhorn, Franz-Josef, Hein, Manfred (Hrsg.), Neue Vertriebsformen für
Finanzdienstleistungen im Privatkundengeschäft, Stuttgart 1999, S. 136
12
vermögenden Privatkunden. Daraus ergibt sich aber auch, dass die vermögenden Privatkunden überdurchschnittlich viel Ertragspotenzial für die Banken haben und der dagegen stehende Zeitaufwand minimal ist (z.B. geringer Beratungsbedarf, höhere Volumina) 11 . Folgende Grafik zeigt schemenhaft diesen Zusammenhang (dabei gilt: Mengenkunde ist der Standardprivatkunde, Individualkunde ist der vermögende Privatkunde).
Abbildung 1: Relationen Mengenkunde und Individualkunde
Entnommen aus: Deser, Thomas, Der vermögende Privatkunde in Deutschland, Diss., Paderborn, Universität-
Gesamtschule Paderborn 1996, S. 45
Hierbei soll selbstverständlich nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Segmente oberhalb dieser im Titel dieser Arbeit erwähnten Gruppierung nicht ebenfalls für alle Produktinnovationen Potenzial haben. Natürlich können auch sehr reiche Privatkunden (lt. Literatur: Vermögen > 500.000,- Euro) die neuartigen Produkte erwerben, die dem Segment vermögende Privatkundschaft aktiv angeboten werden. Selbstverständlich können aber auch im Einzelfall Standardkunden diese Produktinnovationen ebenfalls erwerben, wenn es ihrer Risikoneigung und dem Vermögen nach passt (Beträge < 50.000,- Euro sollten auch gewinnbringend angelegt werden).
Wie bereits oben erwähnt ist die einfachste und effektivste Unterteilung der privaten Haushalte die nach dem Einkommen. Die gleichzeitige Verknüpfung von Einkommen und Alter wird in der Literatur als A+E-Konzeption dargestellt, denn hierbei wird das relevante Haushaltseinkommen mit dem aktuellen Alter der Person/der Personen verbunden. Heraus kommt eine Matrix, bei der das Einkommen auf der x-Achse und das Alter auf der y-Achse abgetragen werden und sich innerhalb der Matrix verschiedene Kundengruppen bilden. In dieser Matrix ist die Einteilung der Kundschaft nach dem Alter relativ unproblematisch.
11 Vgl. Deser, Thomas, Der vermögende Privatkunde in Deutschland, Diss., Paderborn, Universität-
Gesamtschule Paderborn 1996, S. 44/45
13
Man fasst mehrere Altersstufen zusammen und hat so einige Altersgruppen übrig (Jugendphase -> bis 25 Jahre, Etablierungsphase -> bis 45 Jahre usw.) 12 . Diese Matrix entspricht dann ansatzweise der in der Marketing-Literatur dargestellten Ä-Feld-0DWUL[³ HQWZLFNHOt von der Boston-Consulting-*URXS Ä3RRU 'RJV³ Ä6WDUV³Ä&DVK-&RZV³XQGÄ4XHVWLRQV-0DUNV³ 13 .
Die Ausführungen haben gezeigt, dass eine Segmentierung und die darauf basierende Marketingstrategie und Produktentwicklung ungemein wichtig für die Banken und Finanzinstitute ist. Aber genauso schwierig ist es, eine Finanzinnovation dem richtigen Kundenkreis anzubieten. Trotz dieser hohen Relevanz gibt es immer noch Finanzdienstleister, die auf eine Segmentierung komplett verzichten oder aber trotz vorhandener Segmentierung ihre Kunden vereinheitlichen und diese Segmentierung gar nicht voll nutzen 14 . Der Wille zu passenden Finanzinnovationen und neuen Anlageprodukten ist groß, allerdings ist die Zielgruppe weder bekannt, noch sind die Produkte dafür konzipiert.
2.2. Entwicklung Aktienmärkte anhand von Indizes
Die wirtschaftlichen Entwicklungen kann man an sehr vielen Größen festmachen. Vielfach erscheinen in der Literatur und Wirtschaftspresse die Begriffe ÄBruttoinlandsprodukt³, diverse Wachstumszahlen, die Exportzahlen, die Importzahlen. Viele dieser Zahlen und Fakten geben zwar einen Wirtschaftsraum exakt in Zahlen wieder, aber ein Anleger, der sein Geld anlegen will, also ÄYHUOHLKHQ³ P|FKWH wird sich nicht erst durch einen Berg von Informationen lesen und umständliche Formeln und Zahlen auseinander rechnen. Vielmehr möchte der Anleger auf einem Blick lesen und verstehen, ob sein Geld Erträge erwirtschaftet oder nicht und er möchte diese Tatsache dann sehr einfach belegen können.
Sowohl der DAX als auch der Dow-Jones (genauer Dow Jones Industrial Average: DJIA, s. Kap. 2.2.2.) sind klassische Indizes. Indizes dienen der Darstellung von Wirtschaftsräumen, insbesondere der Wertpapiermärkte 15 . *UXQGVlW]OLFK JLEW HV ,QGL]HV LQ YHUVFKLHGHQHQ Ä$XVIKUXQJHQ³ (UVWH
12 Vgl. Kotler, Philip, Armstrong, Gary, Saunders, John, Wong, Veronica, a.a.O., S. 454/455
13 Vgl. Wöhe, Günter, Döring, Ulrich, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
München 2002, S. 116/117
14 Vgl. Baulig, Bianca, Banken scheren Kunden zu sehr über einen Kamm, in: Bankmagazin,
Wiesbaden, vom 17.07.2007
15 Vgl. Richard, Willi, Mühlmeyer, Jürgen, Betriebslehre der Banken und Sparkassen, Rinteln
2005, S. 321
14
Unterscheidung ist die, ob ein Index ein Kursindex bzw. Preisindex oder ein Performanceindex ist. Bei einem Kursindex wird die Preisentwicklung eines Wertpapierdepots angegeben. Die konstante Menge an Wertpapieren verändert sich im Preis durch Ausschüttungen (Abschläge nach Auszahlung der Dividenden). Dadurch schwankt dieser Index stark, besonders nach Dividendenausschüttung. Bei einem Performanceindex wird diese Schwäche des Kursindexes ausgeglichen. Der Performanceindex ist ebenfalls ein Wertpapierdepot, bei dem aber die Dividendenausschüttungen in das jeweilige Wertpapier reinvestiert werden (fiktiv) und somit Dividendenausschüttungen nicht den Index belasten. Schwankungen nur nach Dividendenstichtagen gibt es bei einem Performanceindex also nicht. Typischer Vertreter eines Performanceindex ist der Deutsche Aktienindex (DAX30). Eine zweite wichtige Unterscheidung von Indizes ist der preisgewichtete Index oder der marktgewichtete Index. Bei der einen Art von Index (preisgewichtet) wird nur der Aktienkurs der einzelnen Aktien im Wertpapierdepot berücksichtigt. Typischer Vertreter dieser Art ist der Dow-Jones-Index. Bei einem marktgewichtetem Index werden die Aktien in einem Wertpapierkorb nach Umsatz und Größe gewichtet. Auf Dauer größere Unternehmen bekommen mit ihren Aktien einen wesentlich größeren Anteil am Gesamtkorb als kleinere Unternehmen 16 .
2.2.1. DAX
Die Aktienindizes, die in Deutschland und Europa am meisten Beachtung finden, VLQG GLH Ä'$;-,QGL]HV³ 'HU EHNDQQWHVWH XQG JU|WH GHXWVFKH ,QGH[ LVW GHU DAX30. In ihm sind die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands (ÄEOXH FKLSV³ 17 vertreten. Die Gewichtung der Aktien in diesem Korb (marktgewichteter Index) wird nach dem free float, also nach der Anzahl der im freien Umlauf befindlichen Aktien errechnet. Umsatzstarke Aktien haben also eine große Gewichtung und bewegen den Aktienindex dementsprechend. Der Ausgangspunkt für den DAX30 war der 31.12.1987, angesetzt wurde zu diesem Zeitpunkt eine Basiszahl von 1.000 Punkten. Der DAX30 kann mit Hilfe vom IUKHUYHU|IIHQWOLFKWHQÄ,QGH[%|UVHQ]HLWXQJ³VRJÄ+DUG\-,QGH[³VHKUHLQIDFK zurückgerechnet werden. Bis zum Jahre 1959 kann man so die Entwicklung der
16 Vgl. Richard, Willi, Mühlmeyer, Jürgen, a.a.O., S. 321
17 Vgl. Wurm, Gregor, Ettmann, Bernd, Wolff, Karl, Kompaktwissen Bankbetriebslehre, Troisdorf
2006, S. 219
15
deutschen Aktien zurückverfolgen 18 . Genutzt wird der DAX30 für verschiedene Zwecke. Er gilt als Marktbarometer für die gesamte deutsche Wirtschaft, er ist Vergleichsmaßstab (Benchmark) für die Anleger (und deren Entwicklung der Aktiendepots). Fast immer nutzen institutionelle Anleger (Banken und Fondsgesellschaften) den DAX30, um eine daran gemessene bessere Performance zu erlangen. Er ist aber auch Benchmark für andere Wirtschaftsräume, die sich mit dem deutschen Wirtschaftsraum messen wollen. Der DAX30 ist auch Underlying (Basiswert oder Bezugswert) für Derivate (z.B. Futures, Optionsscheine und Optionen, s. Kap. 3.3.1.) und ist für verschiedene Arten von Anleihen und Zertifikaten Bezugsgröße (s. Kap. 3.4.1.) 19 . Die Bedeutung des Index DAX30 wird noch deutlicher, wenn man die Umsätze der Aktien in diesem Index kennt. Rund 80% aller Umsätze an den deutschen Börsen werden mit Aktien aus diesem Blue-Chip-Index getätigt. Der DAX30 zeigt also ein sehr genaues Bild des deutschen Aktienmarktes und gilt als Orientierungsgröße für institutionelle und private Anleger. Die Entwicklung des DAX30 von 1987 an bis heute gilt als Gradmesser für die deutsche Wirtschaft und als Anlagebarometer für die Aktienkultur in Deutschland. Der Höchststand vom März 2000 (mit über 8.000 Punkte) und der folgende Absturz (bis auf ca. 2.300 Punkte) gelten als Hauptantriebskraft für die Entwicklung der in dieser Arbeit vorgestellten Produkte mit Sicherheitscharakter. Ungewöhnliche Ausschläge im DAX30 werden in allen Tageszeitungen groß herausgebracht und auch das Fernsehen berichtet PLWWOHUZHLOH ÄOLYH³ YRP )UDQNIXUWHU 3DUNHWW XQG GRUW GDQn insbesondere mit Blick auf den DAX30.
Abbildung 2: Entwicklung des DAX 30 von 1985 bis 2005
Entnommen aus: Wurm, Gregor, Ettmann, Bernd, Wolff, Karl, Kompaktwissen Bankbetriebslehre, Troisdorf
2006, S. 220
18 Vgl. Beike, Rolf, Schlütz, Johannes, Finanznachrichten lesen ± verstehen ± nutzen, Stuttgart
1999, S. 141
19 Vgl. Beike, Rolf, Schlütz, Johannes, a.a.O., S. 149
16
Die Abbildung 2 verdeutlicht die Performance des DAX30 in den letzten Jahren (1985 bis 2005) und den oft sehr volatilen Verlauf.
Zusätzlich zum Index DAX 30 gibt es eine Reihe DAX-Indizes, die oftmals einen kleinen Bereich oder eine Branche darstellen. Genannt seien hier nur der MDAX (Midcap-DAX: die 50 umsatzstärksten Aktien Deutschlands nach dem DAX30) oder der TecDAX (Technology-DAX: 30 größten Unternehmen der Technologiebranche). Es gibt zudem eine Reihe von zusätzlichen Indizes. Der Aufbau der JHVDPWHQÄ'$;-Struktur³ZLUDPIROJHQGHP6FKDXELOGGHXWOLFK
Abbildung 3: die wichtigsten Aktienindizes der Deutschen Börse
Entnommen aus: Richard, Willi, Mühlmeyer, Jürgen, Betriebslehre der Banken und Sparkassen, Rinteln
2005, S. 322
Somit ist also dieser Index das wichtigste Börsenbarometer für Deutschland. Allerdings ist die Hauptstadt der Finanzen nicht Frankfurt, sondern doch eher die Börse in New York. Genau aus diesem Grund ist dort ebenfalls ein Index entwickelt worden, der nun als der absolut wichtigste Wirtschaftsindikator der Welt gilt.
2.2.2. Dow-Jones-Index
Der Dow-Jones-Industrial-Average (Kurzform: DJIA) heißt im Volksmund und in GHU3UHVVHRIWPDOVQXUÄ'RZ-Jones-,QGH[³ RGHUNXU]Ä'RZ³ Diesen Index gibt es seit 1884 (im Vergleich: DAX 30 seit 1987) und ist vom 9HUODJVKDXVÄ'RZ-RQHV &R³ HQWZLFNHOW ZRUGHQ 20 , Begründer waren die Unternehmer Charles Henry Dow (1851-1902) und Edward David Jones (1856-1920) 21 . Grund für die Entwicklung GHU QHXHQ ,QGL]HV ZDU GLH VRJHQDQQWH Ä'RZ-7KHRULH³ 22 . Diese besagt, dass sich alle Entwicklungen und Informationen im Index ablesen lassen, dass sich alle Aktienkurse nach den jeweiligen Trends bewegen und es immer Schwankungsphasen gibt. Diese Phasen sind mit Hilfe eines Index gut zu lesen,
20 Vgl. Beike, Rolf, Schlütz, Johanes, a.a.O., S. 166
21 9JO%URFNKDXVLQGUHL%lQGHQÄ$-*Q%DQG³/HLS]LJ6
22 Vgl. Grübel, Bernd, Schubert, Eckhard, Fachwissen WP-Geschäft/ Vermögensberatung,
Stuttgart 1994, S. 316
17
zu erkennen und gegebenenfalls vorher zu bestimmen. Die steigenden Umsätze zu bestimmten Trends unterstützen die vorher gedachten Theorien. Seit der Entwicklung der Indizes ist es möglich, Charttechnik zu betreiben. Anhand von Charttechnik lassen sich Trends feststellen, Anlagen justieren und es wird versucht ein Stück weit in die Zukunft zu schauen. ,P Ä'RZ-Jones-,QGH[³ VLQG GLH 30 größten US-Unternehmen enthalten. Auch dieser Index unterliegt Veränderungen, ein Austausch der darin enthaltenen Firmen erfolgt regelmäßig. 6RPLWVLQGDOWH)LUPHQZLHÄ*0³Ä*HQHUDO(OHFWULF³ usw. vertreten, aber auch sogenannte New-Economy-)LUPHQ ZLH Ä0LFURVRIW³ Ä,QWHO³ RGHU Ä+HZOHWW-3DFNDUG³ 'HU 'RZ-Jones-Index ist ein Kursindex, d.h. anders als beim DAX 30 gelten hierbei keine Gewichtungen, sondern es zählt der Kurs an der Börse. Durch diese doch völlig andere Behandlung der Indizes ist dieser unter Fachleuten umstritten. Aber auch dieser Index zeigt im Verlauf der Zeit, wie volatil die Aktienmärkte in den USA waren und sind.
Abbildung 4: Dow-Jones-Index 1998-2008
Entnommen aus: o.V., http://web.s-investor.de/app/index.jsp?INST_ID=0000057, 26.06.2008
Auch hier sind die Jahre 1999 bis 2003 entscheidende Zeiträume, um den Anleger besser zu verstehen und die Hintergründe der Abkehr vom Vollrisikopapier hin zum Wertpapier mit ausreichendem Anleger- und Kapitalschutz zu erklären.
2.3. Entwicklung Zinsen anhand vom EURIBOR
Ein weiterer Faktor, um das relativ neue Anlageverhalten der Anleger besser zu verstehen, ist der Verlauf der Zinsen und der damit verbundene Anlagezins. Das ursächliche Prinzip von Geldanlagen geht darauf zurück, dass der Anleger mit möglichst wenig Risiko (am besten ganz ohne Risiko) einen möglichst hohen Zins (am besten weit über der Inflationsrate) erwirtschaften möchte. Das sogenannte ÄPDJLVFKH 'UHLHFN GHU 9HUP|JHQVDQODJH³ VSULFKW GLHVHP $QODJHZXQVFK entgegen.
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Arbeit zitieren:
Pascal Verheyen, 2008, Kapitalgarantierte Produkte als Anlagealternative für die vermögende Privatkundschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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