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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Afghanistan 5
1.1 Afghanistan in Zahlen 5
1.2 Geschichtlicher Abriss Afghanistans 5
2 Die Taliban 8
2.1 Wer sind die Taliban? 8
2.2 Der Aufstieg der Taliban 9
2.3 Die Gesellschaftlichen Veränderungen unter der Herrschaft der Taliban. 10
2.3.1 Die Dekrete der Taliban 10
2.3.2 Die Frauen unter den Taliban 12
3 Zur Rolle Pakistans 14
Schluss 17
Literaturverzeichnis 18
Seit 1994 wurde auch in den deutschen Medien immer wieder über die für uns Mitteleuropäer so unfassbaren Veränderungen im entfernten Afghanistan berichtet. Als Angehörige der sogenannten "westlichen Welt" erscheint es uns völlig barbarisch, Gesetze zu verkünden, die uns in vielen Zügen an das Mittelalter erinnnern. Genau dieses ist in Afghanistan passiert, seit die Taliban die Macht errangen. Sie verboten quasi den Fortschritt mit der Zeit, Frauen hatten plötzlich keine Rechte mehr, nur noch Pflichten, und auch die gemäßigteren Moslems hatten unter den extremen, und in vielen Bereichen auch falschen Auslegungen des Koran durch die Taliban zu leiden.
Doch wer sind eigentlich die Taliban? Sind sie ein Stamm, mit großer Vergangenheit und vielen Traditionen? Eine Partei? Eine Vereinigung von hohen Moslemführern? Und wie konnten sie an die Macht kommen? Auf legalem Weg durch Wahlen? Oder durch einen Krieg oder Putsch? Viele Fragen, die ich mir schon vor einigen Jahren gestellt habe, und mit dieser Hausarbeit nun zu beantworten versuche.
Bei meinen Recherchen bin ich auf lediglich zwei Bücher gestoßen, d ie sich eingehend mit den Taliban beschäftigen. Bei der Aktualität des Themas wäre es fatal gewesen, sich nur auf diese zu stützen. Also beschloss ich, das neueste und aktuellste aller Medien mit einzubeziehen: das Internet. Besonders hilfreich war hier d as O nline-Archiv von "Der Spiegel". Dort fand ich sogar mehrere umfangreiche Artikel von Ahmed Rashid, der eines der von mir gefundenen Bücher geschrieben hat. Aufgrund der Fülle seiner Artikel, hielt ich es nicht für nötig, sein Buch "Taliban - Gotteskrieger und der Dschihad" durchzuarbeiten. Doch um den Aufstieg und das Denken der Taliban verstehen zu können, ist es wichtig, auch einen Blick auf die Ereignisse in Afghanistan im letzten Jahrhundert zu werfen. Damit beginnt diese Hausarbeit. Im zweiten Kapitel gehe ich detailliert auf die Entstehung der Talibanbewegung, ihren Aufstieg und letztendlich auf das gesellschaftliche Leben unter der Herrschaft der Taliban ein. Der Schwerpunkt liegt im letztgenannten Abschnitt auf den vielen Regeln, an die sich die afghanische Bevölkerung halten musste. Besonders zu leiden hatten die Frauen, so dass ich die Dekrete, die das Verhalten der Frauen betrafen, in einem eigenen Unterabschnitt erläutere.
Als ich mir dieses Thema für die Hausarbeit wählte, hieß es ursprünglich "Afghanistan und Pakistan". Da es den Umfang einer Hausarbeit sprengen würde, auch noch auf Pakistan näher einzugehen, habe ich mich entschlossen, den Bezug zu Afghanistans östlichen Nachbarn
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dahingehend zu erhalten, indem ich die Beziehung Pakistans zur Talibanregierung beleuchte. Dieses geschieht im dritten Kapitel.
Da Pakistan in dieser Hausarbeit aus den genannten Gründen im Vergleich zu Afghanistan keine gleichberechtigte Rolle spielt, habe ich mich entschlossen, es auch nicht im Titel zu nennen. Diesen habe ich geändert in "Afghanistan und die Taliban". Obwohl sich der größte Teil dieser Hausarbeit mit den Taliban beschäftigt, steht "Taliban" nicht an erster Stelle im Titel. Dazu hat mich die Tatasche bewegt, das die Talibanbewegung wohl ohne Afghanistan nie entstanden wäre, Afghanistan aber sehr wohl ohne die Taliban ein existierender Staat war und ist. Die Taliban waren also von Afghanistan abhängig, und nicht umgekehrt.
Rostock, August 2002
Der Staat Afghanistan umfasst eine Fläche von 652.225 km², die in 31 Provinzen verwaltet werden. Ein Großteil des afghanischen Staatsgebietes sind Bergland, und wegen der Höhenlage unfruchtbar. Über die Größe der Nutzfläche gibt es keine aktuellen Daten, sie hat aber in den vergangen Jahren kriegsbedingt abgenommen. Hauptexportgüter sind Früchte und Nüsse sowie Teppiche, Wolle, Felle und Edelsteine. In den vergangenen Jahren gewann besonders der lukrative Opiumanbau an Bedeutung.
Seit Beginn des Bürgerkrieges liegen keine verlässlichen Bevölkerungszahlen mehr vor. Man schätzt, dass in Afghanistan etwa 22,5 Mio Menschen leben, die sich auf viele ethnische Gruppen verteilen. Mit 38% der Bevölkerung sind die Paschtunen am stärksten vertreten, gefolgt von den Tadschiken mit 25%, den Hazara (19%), Usbeken (6%) und Aimak, Nurestani, Belutschen, Turkmenen und Kirgisen. Die Sunniten sind mit 84% am stärksten vertreten, während die Schiiten auf etwa 15% geschätzt werden. 43% der Bevölkerung sind
Arbeit zitieren:
Stefan Erl, 2002, Afghanistan und die Taliban, München, GRIN Verlag GmbH
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