Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Die Sprache im 17. Jahrhundert 3
La Fontaine - ein klassischer Schriftsteller? 4
Die fünf Sprachstile. 5
La langue populaire. 6
La langue empruntée 6
La langue créée. 6
La langue archaïque 6
La langue technique 7
Die fünf Stilrichtungen. 7
Le style burlesque. 7
Le style héroï-comique. 8
Le style simple et réaliste 9
Le style tempéré ( ou pourvu de quelques ornements ) 9
Le style lyrique et sublime 9
Komik - „L´Art d´amuser“ 10
Le comique de description 10
Le comique de gestes et de voix. 10
Le comique de langage. 10
Le comique de situation 10
Le comique de caractère. 11
Schlusswort 12
Literaturverzeichnis. 13
Internetquellenverzeichnis 13
2
Einleitung
Der (Sprach-)Stil nimmt bei La Fontaines Fabeln eine ganze zentrale Stellung ein. Er ist es, der die Fabeln zu einem besonderen Werk macht. Es ist ja nicht so, dass die Fabeln von La Fontaine neu kreiert wurden. Dieses literarische Genre existiert schon seit der Antike und wurde immer wieder von verschiedensten Schriftstellern aufgegriffen. Allerdings zählten die Fabeln nie wirklich zu den gesellschaftlich angesehenen Literaturgenres. Seit La Fontaine haben sich die Stellung und das Ansehen verändert. Die kurzen Fabelgeschichten wurden, könnte man sagen, „gesellschaftsfähig“. Das ist auch ein Grund warum Jean de La Fontaine bis heute der berühmteste „fablier“ oder „fabuliste“ bleibt.
Aber was genau ist es, das den Fabulist von den anderen Fabeldichtern unterscheidet? Wieso hat La Fontaine den Fabeln eine völlig neue Stellung in der literarischen Landschaft verschaffen können? Inwiefern unterscheidet sich sein Sprachstil von dem seiner Zeitgenossen? Und wie schafft es der Dichter, dass die Fabeln belehrend und unterhaltend zugleich sein können?
All diese Fragen möchte ich im Laufe dieser Arbeit behandeln und versuchen, zumindest ansatzweise, zu beantworten. Ein besonderes Augenmerk in meiner Analyse gilt dem Sprachstil von La Fontaine, der sich sowohl in den von ihm vertretenen Stilrichtungen als auch in den verschiedenen Arten der Komik wiederfindet.
Um zu verstehen inwiefern sich La Fontaines Sprachstil von dem der zeitgenössischen Dichter unterscheidet, ist es zu Beginn notwendig sich mit der Zeit der Klassik auseinanderzusetzen und zu klären, welche Stellung die Sprache im 17. Jahrhundert einnahm. Im zweiten Kapitel sollen auch kurz die wichtigsten Charakteristika der klassischen Dichtung erläutert werden. In den darauffolgenden Kapiteln wird schließlich ganz konkret auf Sprache, Stil und Komik eingegangen, wobei sich die Erkenntnisse zum größten Teil auf das Werk von Pierre Bornecque stützen werden.
Die Sprache im 17. Jahrhundert 1
Im 17. Jahrhundert herrschte in Frankreich eine Periode der „literarischen Fruchtbarkeit“. Die Literatur wurde von der absoluten Herrschaft des Königs unterstützt und fand großen Anklang am Hof und in den Salons.
1 In diesem Kapitel beziehe ich mich hauptsächlich auf folgendes Werk: La Fontaine, J. d. (2004): Fables. Textes
choisies + dossier. Paris : Gallimard, S.185-188.
3
In Versailles herrschte während dem 17. Jahrhundert eine Atmosphäre der „Galanterie“, welche zu dieser Zeit die Raffinesse in Gestik und Wort und vor allem den Eifer dem anderen Geschlecht zu gefallen bezeichnete. Die „Galanterie“ spiegelt sich in jeder Art von Ausdruck und Benehmen wider. Die Männer am Hof waren ehrlich, bürgerlich, gelehrt und zugleich verführerisch. Die „conversation galante“ zeigt wer es verdiente sich ihm zu widmen. Es gab sogar ein Abkommen, das sogenannte „Traité des lois de la galanterie de 1658“, welches genaue Regeln festhielt. Demnach sollte der Diskurs bemüht geistreich, erfinderisch und überraschend sein. Die Sprache gemäßigt, natürlich und im Idealfall weder schulmeisterlich, noch mit Stilfiguren überladen. Die wichtigsten Diskussionsthemen waren der Mensch und die Liebe. Auch der Humor war feiner und intelligenter als die „comique grossière“ des vorigen Jahrhunderts.
In den Salons kommt es zu regelrechten verbalen Kämpfen. Man wurde ständig an den Pointen seines Diskurses gemessen und musste sich vor dem gesamten Hof behaupten. Vor allem für literarische Genres, die sehr kurz waren (poésie légère), wie z.B. Fabeln, Märchen, Epigramme, Rondos, Enigmen (Rätsel), etc. bedeutet diese Atmosphäre einen Aufschwung. Damit sich die Fabeln von dem Rest der „poésie légère“ abgrenzen konnten, mussten sie dem oben beschrieben Sprachideal nachkommen. Das Thema der Fabeln war der Mensch unter all seinen Aspekten, der Ton war elegant, leger und heiter und die Sprache sollte natürlich, naiv sein und sich an die „vieux language“ anlehnen. Auch die interne Dynamik, wie etwa die Kürze und die Kunst des Erzählens und der Überraschung, spielte eine wichtige Rolle.
La Fontaine - ein klassischer Schriftsteller?
Jean de La Fontaine zählt zu den Dichtern und Schriftstellern der französischen Klassik, die sich an strenge ästhetische Regeln nach Boileau („Art poétique“) halten: „la pureté, le naturel, la clarté de la langue“ 2 . Ein weiterer wichtiger Bestandteil der französischen Klassik ist die Imitation der antiken Kunst.
So bekennt auch La Fontaine in seiner Préface, dass er nur die „großen Männer“ der Antike zu imitieren versucht, diese jedoch nie erreichen werde 3 .
Im Laufe der Jahre arbeitete La Fontaine, dessen Ziel es war die Leser zu verzaubern, intensiv an seiner Sprache und seinem Stil. Er wollte einerseits die antiken Schriftsteller imitieren, versuchte jedoch andererseits in seinen Werken einen eigenen Sprach- und Schreibstil zu
2 Ebd. S.195.
3 Vgl. ebd. S. 14.
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Arbeit zitieren:
Klaudia Bachinger, 2007, Sprache, Stil und Komik in den Fabeln von Jean de La Fontaine, München, GRIN Verlag GmbH
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