Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. KRITISCHE AUSGABE VON CORMEA.U 4
3. PARAPHRASE. 5
4. ÜBERSETZUNG. 5
5. TEXTANALYSE. 7
5.1 ÜBERLIEFERUNG / EDITION 7
5.2 THEMATIK 8
5.3 FORM / METRIK 8
5.4 RHETORIK / TOPIK 10
6. MINNEGERICHT 14
7. ZUSAMMENFASSUNG 15
7.1 AUSBLICK. 15
8. LITERATURVERZEICHNIS 16
8.1 PRIMÄRLITERATUR. 16
8.2 KOMMENTIERTE PRIMÄRLITERATUR 16
8.3 SEKUNDÄRLITERATUR. 16
2
1. Einleitung
Ich werde das Lied Ich hân ir sô wol gesprochen von Walther von der Vogelweide bearbeiten. Zum besseren Verständnis werde ich den Text erst paraphrasieren und ihn dann übersetzen. Danach werde ich auf die Überlieferungssituation eingehen und die Wahl der von mir bearbeiteten Edition begründen.
Dann werde ich mit der Textanalyse und Interpretation beginnen. Als Erstes werde ich hierzu die Thematik besprechen. Meine Überlegungen hierzu werde ich mit einer Dis-kussion über die Metrik und Form des Liedes unterstützen um dann über das Be-sprechen von Rhetorik und Topik meine Ergebnisse auszuführen. Schließlich werde ich noch einen Vergleich über Minnegericht und die zeitgenössische reale Gerichtsverhand-lung führen um zu prüfen, ob der
Text eventuell Rückschlüsse auf die Sozialgeschichte zulässt. 1 Abschließend werde ich meine Ergebnisse zusammenfassen und einen vertief-enden Ausblick bieten.
1 Vgl. Rüdiger Brandt: Grundkurs germanistische Mediävistik / Literaturwissenschaft. Eine Einführung. München: Wilhelm Fink Verlag 1999. S. 37.
3
2. Kritische Ausgabe von Cormeau
Ich hân ir sô wol gesprochen C 17
I Ich hân ir sô wol gesprochen, daz si meneger in der welte lobet. hât si daz an mir gerochen, owê danne, sô hân ich getobet, 5 Daz ich die getiuret hân und mit lobe gekrœnet, diu mich wider hœnet, frowe Minne, daz sî iu getân.
II Frowe Minne, ich clage iu mêre: rihtent mir und rihtent über mich. der ie streit umbe iuwer êre wider unstæte liute, daz was ich. 5 In den dingen bin ich wunt; ir hât mich geschozzen, und gât sî genozzen, ir ist sanfte, ich bin aber ungesunt.
III Frowe, lât mich des geniezen, ich weiz wol, ir habt noch strâle mê. mugent irs in ir herze schiezen, daz ir werde mir gelîche wê? 5 Ir sulent, edeliu künegîn, iuwer wunden teilen oder die mîne heilen. solde ich eine alsus verschaffen sîn?
IV Ich bin iuwer, frowe Minne, schiezzent dar, dâ man iu widerstê. helfent, daz ich sie gewinne, neinâ, frowe, daz sis iht enge! 5 Lât mich iu daz ende sagen: und engêt si uns beiden, wir zwei sîn gescheiden. wer sollte iu danne iemer iht geklagen?
V Frowe Minne, ir sult mir lônen baz denne einem andern <…> man, unde sult mîn <…> schônen baz, wand ich iu baz gedienet han. 5 Waz sol iu der niuwe site, daz ir manigen hêret, der iuch wider unêret? da verderbet ir die besten mite. 2
2 Walter von der Vogelweide. Leich, Lieder, Sangsprüche. 14., völlig neubearb. Aufl. der Ausgabe Karl Lachmanns mit Beiträgen von Thomas Bein und Horst Brunner. Hrsg. v. Cristoph Cormeau. Berlin, New York: de Gruyter 1996, S. 79f. In der Folge zitiert als: C 17, I, 1ff.
4
3. Paraphrase
I Ich habe von ihr viel Gutes erzählt, damit sie Viele loben. Sie hat mir das schlecht vergolten, ich war verrückt, dass ich die höher gestellt habe, die mich verhöhnt. Frau Minne, das hat sie Euch angetan.
II Frau Minne, ich klage Euch mehr, sprecht Recht für mich und richtet über mich. Ich kämpfte immer für Eure Ehre. Jetzt bin ich verwundet, ihr habt mich ange-schossen und sie wurde belohnt.
III Frau, ich weiß, ihr habt noch mehr Pfeile, lasst mich genießen, wie Ihr in ihr Herz schießt, damit sie den gleichen Schmerz wie ich fühlt. Ihr sollt, edle Königin, Eure Wunden teilen, oder meine heilen. Soll ich alleine auf diese Weise verdorben sein? IV Ich bin Euer, Frau Minne, schießt dort, wo man Euch widersteht. Helft, dass ich sie gewinne. Lasst ihr keine Flucht! Lasst mich Euch das Ende sagen: Wenn sie uns beiden entgeht sind wir zwei geschieden. Wer sollte Euch dann immer etwas klagen? V Frau Minne, Ihr sollt mich besser als einen anderen Mann belohnen, und auf mich besser Rücksicht nehmen, weil ich Euch besser gedient habe. Was soll die neue Sitte, dass ihr die erhört, die Euch beschimpfen? Da richtet ihr die Besten mit zu-grunde.
4. Übersetzung
I Ich habe so freundlich von ihr gesprochen, dass sie Viele in der Welt loben. Sie hat mir das schlecht vergolten, Owe, dann war ich verrückt, 5 dass ich die gepriesen habe und mit Lob gekrönt, die mich verhöhnt. Frau Minne, das hat sie Euch angetan.
II Frau Minne, ich klage Euch mehr: Sprecht Recht für mich und richtet über mich. Der immer für Eure Ehre kämpfte, gegen untreue Leute, der war ich.
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Arbeit zitieren:
Viktoria Karadeniz, 2009, Ich hân ir sô wol gesprochen, München, GRIN Verlag GmbH
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