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Wohin mit den Öl- und Gasmilliarden?

Diskussionen um den russischen Stabilisierungsfonds

Titel: Wohin mit den Öl- und Gasmilliarden?

Seminararbeit , 2008 , 17 Seiten , Note: 2

Autor:in: Paulina Holbreich (Autor:in)

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diskussionen um die Verwendung der russischen Öl- und Gasmilliarden, die seit der Erholung der russischen Wirtschaft von der Rezession Mitte der Neunziger Jahre ins Land strömen, sorgen in Russland ebenso wie im Ausland für Aufregung. Die gute Konjunktur und die, seit 2001 stetig steigenden, Weltmarktpreise für Erdöl führten schließlich 2004 zur Gründung eines Öl-Stabilisierungsfonds. Nach dem Vorbild vieler anderer Öl-Fonds z.B. in Norwegen, Alaska oder Venezuela war das Ziel der russischen Regierung vor allem die Absicherung des Staatsbudgets vor konjunkturellen Schwankungen und die Sterilisation der wachsenden Geldmenge. Das damit einhergehende Problem der Inflation, die in den Neunziger Jahren in Russland sehr hoch war, soll ebenfalls gelöst und bis 2010 auf 3-4% gesenkt werden (Sentschagov 2007, 75). Die Prognosen für das erreichbare Fondsvolumen lagen weit unter dem wirklich erreichten Niveau. Nur ein Jahr nach der Gründung betrug die Fondsumme 18,2 Mrd. US$. Jährlich verdoppelte sich dann der Betrag des Vorjahres, so dass Ende 2007 über 166 Mrd. US$ im Fond akkumuliert waren. Vorschläge für die Verwendung der unerwartet anwachsenden Geldmenge und Kritik am Fondsmamagement der Regierung übten mehrere Wirtschaftswissenschaftler sowie Vertreter großer Industrieunternehemen. Sie bemängelten ein Fehlen einer langfristigen Strategie und Investionen in innovative Projekte, die der unterentwickelten russischen Wirtschaft einen Anstoß geben würden. Das, von der russischen Regierung Anfang 2007 verabschiedete neue Budgetgesetz für den Zeitraum 2008-2010, reformierte den Stabilisierungsfonds und ist möglicherweise ein Schritt zu mehr Transparenz in Bezug auf das Fondsmanagement.
Die vorliegende Arbeit soll den Fonds unter dem Aspekt der Geld- und Fiskalpolitik sowie der Theorie der „Holländischen Krankheit“ analysieren und die unterschiedlichen Positionen um seine Verwendung darstellen. Abschließend wird die Budgetreform erläutert und Erfahrungen anderer Länder, die ebenfalls ähnliche Stabilisierungsfonds besitzen, dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Stabilisierungsfonds

2.1 Funktionen und Nutzung des Fonds

2.2 Fondsmanagement

3 Kontroversen um den Stabilisierungsfonds

3.1 Erdöl- und Gassektor und Budget der Russischen Föderation

3.2 „Holländische Krankheit“ in Russland

3.3 Strategie der Regierung

3.3 Innovationsansatz

4 Zukunftsperspektiven und ausländische Erfahrung

4.1 Budgetplanung 2008-2010

4.2 Erfahrungen anderer Länder

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den russischen Stabilisierungsfonds als Instrument der Geld- und Fiskalpolitik vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Rohstoffexporten. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die massiven Einnahmen aus dem Erdöl- und Gassektor unter Berücksichtigung der Theorie der „Holländischen Krankheit“ optimal verwaltet und genutzt werden können, um nachhaltiges Wachstum zu fördern und die Stabilität des russischen Staatshaushalts langfristig zu sichern.

  • Analyse der Funktionen und des Managements des russischen Stabilisierungsfonds.
  • Untersuchung der Gefahren der „Holländischen Krankheit“ für die russische Industriewirtschaft.
  • Gegenüberstellung der Regierungsstrategie zur Inflationsbekämpfung und der Forderungen nach Investitionen in Innovationsprojekte.
  • Evaluierung der Budgetreform 2008-2010 und internationaler Vergleich (z.B. Norwegen, Venezuela).

Auszug aus dem Buch

3.2 „Holländische Krankheit“ in Russland

Die Theorie des sogenannten „Ressource Curse“ basiert auf der empirischen Beobachtung, dass Ökonomien ressourcenreicher Länder im Durchschnitt langsamer wachsen als die ressourcenarmer Länder (Oomes/Kalacheva 2007, 5). Einen möglichen Erklärungsansatz bietet die Hypothese der „Holländischen Krankheit“. Laut dieser Annahme hat die Entdeckung großer Lagerstätten natürlicher Ressourcen (Erdöl und Erdgas) und ihre erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung die Vernachlässigung anderer Industriezweige zur Folge. Die exportorientierte „neue“ Industrie erzielt hohe Einnahmen, was zu einer starken Aufwertung der inländischen Währung führt. Die Wettbewerbsfähigkeit anderer inländischer Industrien wird negativ beeinflusst was langfristig zu einer De-Industrialisierung und einem verlangsamten wirtschaftlichen Wachstum führen kann (Oomes/Kalacheva 2007, 7). Die hohen Erlöse aus der „neuen“ Industrie drücken sich in einem anfänglichen Wachstum des BIP und steigendem Einkommen der Bevölkerung aus. Diese positiven Wirkungen werden allerdings durch mehrere negative Effekte überschattet (Fetisov 2007, 54). Insbesondere seien die Schrumpfung des Industriesektors sowie eine starke Abhängigkeit von den schwankenden Weltmarktpreisen für Rohstoffe genannt. Die Parallelen zur wirtschaftlichen Situation in Russland sind nicht zu übersehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Gründung und Entwicklung des russischen Stabilisierungsfonds ein, der als Reaktion auf hohe Ölpreise und steigende Inflation entstand, um den Staatshaushalt gegen konjunkturelle Schwankungen abzusichern.

2 Der Stabilisierungsfonds: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise, die Investitionskriterien und die Verwaltungsstrukturen des Fonds als Instrument einer anti-zyklischen Fiskalpolitik.

3 Kontroversen um den Stabilisierungsfonds: Hier werden die wirtschaftspolitischen Debatten über die Risiken der „Holländischen Krankheit“ sowie die konträren Ansätze zwischen restriktiver Regierungsstrategie und Forderungen nach innovativen Investitionen analysiert.

4 Zukunftsperspektiven und ausländische Erfahrung: Es werden die Budgetreform für den Zeitraum 2008-2010 sowie die Lehren aus internationalen Fallbeispielen wie Norwegen und Venezuela dargestellt.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Herausforderungen für die russische Wirtschaft zusammen und betont die Notwendigkeit grundlegender Strukturreformen über die bloße Verwaltung von Erdöl-Einnahmen hinaus.

Schlüsselwörter

Stabilisierungsfonds, Russische Föderation, Erdöl, Erdgassektor, Holländische Krankheit, Inflation, Fiskalpolitik, Budgetreform, Wirtschaftswachstum, Ressource Curse, Investitionen, Staatsbudget, Rohstoffexport, Transparenz, Strukturreformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle und der Verwaltung des russischen Stabilisierungsfonds, der die massiven Einnahmen aus dem Rohstoffsektor für die russische Wirtschaft nutzbar machen soll.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Geld- und Fiskalpolitik Russlands, der Umgang mit Rohstoffüberschüssen, die Inflationsbekämpfung und die Gefahr einer De-Industrialisierung durch die sogenannte „Holländische Krankheit“.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Analyse der Wirksamkeit des Fonds als wirtschaftspolitisches Instrument sowie die Untersuchung, ob eine rein auf Vermögensaufbau fokussierte Strategie gegenüber Investitionen in moderne Industrieprojekte sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit ökonomischen Konzepten, gepaart mit einer Analyse von Wirtschaftsdaten (2001–2007) und dem Vergleich mit internationalen Modellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Fondsmanagements, die Diskussion der „Holländischen Krankheit“, die Gegenüberstellung von Regierungsstrategien und Innovationsvorschlägen sowie eine Bewertung künftiger Budgetplanungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Stabilisierungsfonds, Holländische Krankheit, Rohstoffexport, Inflation, Fiskalpolitik und wirtschaftliche Strukturreformen.

Wie unterscheidet sich der norwegische "State Petroleum Fund" von der russischen Strategie?

Norwegen gilt als Vorbild durch konsequente, langfristige Richtlinien und ein überlegtes Management, während Russland seine Strategie durch häufige Gesetzesänderungen und die aktuelle Umgestaltung des Fonds in eine Unsicherheitsphase führt.

Warum ist das Korruptionsrisiko ein relevantes Thema für den Fonds?

Das Risiko besteht darin, dass Investitionen in „dunklen Kanälen“ verschwinden könnten, ähnlich wie es in Russland in den 1990er Jahren bei der Privatisierung und Verteilung staatlicher Ressourcen der Fall war.

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Details

Titel
Wohin mit den Öl- und Gasmilliarden?
Untertitel
Diskussionen um den russischen Stabilisierungsfonds
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Aktuelle Probleme der russischen Wirtschaftspolitik
Note
2
Autor
Paulina Holbreich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V143057
ISBN (eBook)
9783640520213
ISBN (Buch)
9783640522019
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stabilisierungsfonds Russland Öl Wirtschaftspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paulina Holbreich (Autor:in), 2008, Wohin mit den Öl- und Gasmilliarden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143057
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Leseprobe aus  17  Seiten
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