Inhaltsverzeichniss
Prolog 44
1. Goneril::DieeMachthungrigee 66
2. Regan::DieeLasterhaftee 100
3. Cordelia::dieeTugendhaftee 144
Epilogg 177
Bibliographiee 188
Prim ärliteraturr 188
Sekund ärliteraturr 188
33
Prologg
KinggLear:: „[…]]Telllme,,myydaughtersss (Sinceenowwweewillldivesttussbothhoffrule, Interesttoffterritory,,caressoffstate)... Whichhoffyouushalllweesayydothhloveeussmost??? Thattweeourrlargesttbountyymayyextend... Whereenatureedothhwithhmerittchallengee[…].” 1
Imm Verhältniss zuu denn Männerrollen,, befindett sichh diee Weiblichkeitt inn denn Tragödien Shakespearess inn derr Minderheit.. Umsoo bezeichnenderr inwieweitt ess diee Frauengestaltenn inn KinggLearrvermögen,,dieeHandlunggvorannzuutreiben,,dieseegarrzuuinitiieren... Inn dieserr Tragödiee Shakespearess gehörenn diee dreii Töchterr Königg Lears,, Goneril,, Regann und Cordelia,, zuu denn allerwichtigstenn Protagonisten.. Dochh ihree Gewichtigkeitt scheinenn diesee beinaheeausschließlichhaussderrKonzeptionninnerhalbbdessgesamtennHandlungsgeschehensszuu beziehen.. Natürlichh musss derenn Charakterzeichnung,, wiee könntee ess auchh anderss sein,, einee stereotypeesein,,auchwennnderennAnlageevorwiegenddvonnderrHistorieebestimmtseinnmag.. Allee dreii Frauengestaltenn verkörpernn nichtt nurr diee Aristokratiee sondernn ebensoo ganzz bestimmtee Wesenszüge,, welchee man(n)) derr holdenn Weiblichkeitt nachsagte,, liebtee undd gleichermaßennfürchtete...
Diee Charakteree derr Königstöchterr sindd zunächstt extremm undd einseitigg angelegt,, auchh wennn diess aufgrundd einerr starkenn Übermalung,, nichtt sofortt bemerktt wird.. Diee vonn Shakespearee imaginiertee Weiblichkeitt istt einee determinierte. Dass weiblichee Individuumm agiertt zwischenn Mystifikation,, Verklärung,, oftmalss vollkommenerr Überzeichnungg dess Charakterss und Idealisierung...
Diee Frauu alss Extremm empfängtt Lobb undd Bewunderungg oderr Abscheuu undd Hasse.. Dochh ShakespeareehattseinendreiiungleichennProtagonistinnenneineeMetaebeneebeigefügt,,dieesoo manchhmännlichemmRezipientenneinennsäuerlichennBeigeschmackkerzeugennmöge..Keineederr dreii Schwesternn handeltt nachh einemm Bilde, welchess denn männlichenn Machthaberr oder
1 Shakespeare,,W.::„KinggLear.“,,,ActtI,,SceneI,,linee49999533
Betrachterr jenerr Zeitt entsprochenn hätte,, letztendlichh selbstt diee allzuu tugendhaftee Cordeliaa nicht...
DieeFrauennderrGeschichte,,betrachtettmannihrrMartyriummganzznüchtern,,warennoftmalssnur aktivv wennn ess umm dass Gebärenn künftigerr Erbenn oderr umm dass vollkommenee Darstellenn und Verkörpernn männlicherr Ideenn undd Idealee ging.. Keiner derr Töchterr Königg Learss verhältt sich jedochh tatsächlichh passiv,, auchh wennn dass RänkeeSchmiedenn derr Frauu wiederr diee entsprechendee prioritäre Stellungg imm Kampf umm diee gesellschaftlichee Vormachtstellungg einnehmennmag...
Allee Königsdramen Shakespearess rankenn sich umm ein offensichtlichess Zentralthema:: denn direkten Kampff umm undd gegenn diee Krone,, welcherr imm unmittelbaren Zusammenhangg zur ErbfolgeeunddLegitimitättanzusiedelnnist...
Welchee Rollee diee Frauu alss politischee Funktionn innee hattee markiertt Shakespearee inn seinen Königsdramennnurrallzuudeutlich..DennochhwarennsichhjeneeihrerrMöglichkeitenninnerhalbbderr Gesellschaftt durchauss bewusstt undd wusstenn ihree Weiblichkeitt einzusetzen.. Schonn diee Schichtzugehörigkeitt derr jeweiligen Frauengestaltt gibtt Auskunftt überr diee Merkmalee ihrerr Typologie 2 ,, wiee man ann Goneril,, Regann undd Cordeliaa eindeutigg nachvollziehenn kann.. Außerdemmmutennalleedreiirealistischhunddmenschlichhan,,trotzzdessStereotyps,,welchennsieeinn ihrerrFunktionnalssFrauuinnderrTragödieeverkörpern...
Ess istt mirr wichtigg mit meinenn nunn folgendenn Ausführungenn aufzuzeigen,, dasss allee drei KönigstöchterrKöniggLearsseinemmstereotypennMusterrvonnWeiblichkeittnachempfundennsindd umm einee bestimmte,, ihnenn zugewiesenee Funktionn innerhalbb dess Stückess zuu erfüllen.. NatürlichhwirddessmirrinnerhalbbdieserrArbeittlediglichhmöglichhsein,,demmRezipientenneinigee Ansatzpunkteezuuliefern..
WilliammShakespeareeisttmeinessErachtenssnochhimmerrnichttvollkommennfassbarrunddwird essauchhniemalsssein..DieeShakespeareforschunggstagnierttunddscheinttsichhoftmalssimmKreisee zuu drehen..Unendlichh viell oder auchh nichtss kannn mann zuu denn WerkenShakespearess sagen,, derr ess wiee keinn anderee vorr oderr nachh ihmm jee soo vermochtt hat,, diee menschlichee Naturr auszuloten...
2 Vgl..Rudhart,,B.::„DieeFrauenninnShakespearessKönigsdramen.“,,S..39
1. Goneril::DieeMachthungrigee
Goneril::
„SirrIIloveeyouuthannwordcannwhielddtheematter;; Dearerrthanneyeesight,,spaceeanddliberty;;
Beyonddwhattcannbeevalueddrichhorrrare;; Noolesssthannlife,,withhgrace,,health,,beauty,,honour;”” Assmuchhassaachildde´´errlov´´d,,orrfatherrfound;; AAloveethattmakessbreathhpoorranddspeechhunable;
GonerillisttdieeerstgeborennTochterrKöniggLearssundddieeGattinndessHerzogssvonnAlbany..Siee isttauchhdieeerste,dieedemmKöniggantwortet,,alssdieserfragt,,welcheeseinerrTöchterrihnnamm meisten liebt.. Innerhalbb derr Tragödiee istt siee treibendee weiblichee Kraft,, wass bereitss inn derr Dialogführungg zuu erahnenn ist,, diee vorr kaumm einerr Grausamkeitt zurückschrecktt umm ihree ehrgeizigennZieleeverwirklichttzuwissen,,dafürristtsieesichhkeinerrListtzuschade..AlsGattinndes HerzogssvonnAlbanyyisttsieesichhihrerrFunktionnalssdessennEhefrauudurchaussbewusst..Treibt ihrenn Mannn aberr ann gemeinsamm mitt ihrr nachh weitt höheremm zuu streben,, nämlichh demm gesamtenn Reichh ihress Vaters.. Dochh auchh ihrr Ehemann,, derr Herzogg vonn Albanyy wirdd sichh schließlichhvonnGoneril,,ihrerrBosheittwegen,,abwendennunddzummKöniggüberlaufen..Gonerill währenddessenn wirdd sichh nachdem,, siee ihree jüngeree Schwesterr Regann vergiftett hatt selbstt richten.
Ichh erwähntee bereits zuu Anfang,, dasss denn dreii Töchternn Kingg Learss stereotypee Charakteranlagenn zugrundee liegen,, diee ess ihnenn erstt ermöglichen,, diee ihnenn zugedachtee Funktionn alss Katalysatorenn undd Auslöserr derr Handlungg inn derr Tragödiee zuu fungieren.. Dennoch:: einee rigidee Schematisierungg vonn Shakespeares Frauengestaltenn wirdd sichh alss Unterfangenn derr Unmöglichkeitt herausstellen.. Zumall jedeeEinzelnee von ihnenn einee Vielzahl vonnZuordnungsmöglichkeitennunddInterpretationsansätzenneröffnet. 4
3 Ebd..ActI,,SceneeI,,linee5555611
4 Sieheedazu::Rudhart,,B.::„DieeFraueninnShakespearessKönigsdramen.“,,S..37!!Rudharttgewährleistetteinenn
strukturellennÜberblickkinndiesemmKapitel.
Arbeit zitieren:
Julia Kulewatz, 2009, Zu William Shakespeares "King Lear", München, GRIN Verlag GmbH
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