Massiv veränderte Wettbewerbsbedingungen und eine steigende Informationsdichte führen zu einer stetig ansteigenden Bedeutung der Informationstechnologie. Ergänzend ist die IT im Zeitalter des digitalen Business nicht mehr nur Teil des Produktes, sondern auch der Kundenbeziehung. Der Erfolg eines Unternehmens hängt mittlerweile elementar von der Leistungserbringung- und Leistungsfähigkeit der Unternehmens-IT ab. Diese Tatsache veranlasst Unternehmen dazu, ihr spezifisches IT-Potenzial richtig für sich auszunutzen. Vor diesem Hintergrund gewinnen Art und Weise des IT-Managements hinsichtlich der Führung der IT-Abteilung immer mehr an Bedeutung. Die Rufe nach IT-Verantwortlichen, die den Vorstand hinsichtlich den Wettbewerb bestimmender IT-Fragen entlasten und damit die Lücke zwischen technischem und betriebswirtschaftlichem Know-how im Top-Management füllen, werden immer lauter.
In der täglichen Praxis – vor allem im Bereich der Unternehmenspraxis – hat sich seit den 1980er Jahren in den USA und seit dem 21. Jahrhundert auch verstärkt in Europa das Modell des Chief Information Officer (kurz: CIO) als Lösung der benannten Herausforderungen entwickelt und verbreitet. Dabei verbindet der CIO als Vorstandsmitglied die Aufgaben des Informationsmanagements. Der CIO zeichnet sich in diesem Zusammenhang durch eine Vielzahl von Management- und Führungsaufgaben aus und vereinigt viele Kompetenzen und Fähigkeiten auf sich.
Ziel der vorliegenden Arbeit soll die Darstellung des Konzepts des CIO sein. Im Rahmen der Arbeit soll auf die Bedeutung des CIO in der Praxis eingegangen werden. Folgenden Fragestellungen sollen zudem untersucht werden: Welche Auf-gaben und Rollen übernimmt der CIO? Über welche Fähigkeiten und Kompetenzen muss ein erfolgreicher CIO verfügen? Wohin steuert die Entwicklung des CIO und welche Faktoren begünstigen diese Weiterentwicklung?
Struktur der Arbeit
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Herausforderungen durch den IT-Wandel
2.1 Information als Produktionsfaktor im Unternehmen
2.2 Rollenwandel der IT zum strategischen Erfolgsfaktor
2.3 Informationsmanagement als Reaktion auf die neue Bedeutung von Information und IT
3 Der Chief Information Officer (CIO)
3.1 CIO-Konzept
3.2 Entwicklung der Managementposition des CIO
3.3 Aufgaben des CIO
3.4 Rollen des CIO
3.5 Kenntnisse und Fähigkeiten des CIO
4 CIO-Modelle in der öffentlichen Verwaltung
4.1 CIO-Modelle in Deutschland, den USA und Australien
4.2 CIO-Modelle in den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland
5 Erfolgfaktoren des CIOs
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die fundierte Darstellung des Konzepts des Chief Information Officer (CIO) und dessen Bedeutung in der Unternehmenspraxis und öffentlichen Verwaltung. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rollen, Aufgaben und notwendigen Kompetenzen des CIOs sowie auf die treibenden Faktoren seiner Weiterentwicklung.
- Wandel der Informationstechnologie vom Hilfsmittel zum strategischen Erfolgsfaktor
- Entstehung und Definition der CIO-Managementposition
- Analyse von CIO-Modellen in unterschiedlichen nationalen Verwaltungssystemen
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für eine effektive IT-Führung
Auszug aus dem Buch
3.1 CIO-Konzept
Der Begriff „Chief Information Officer“ findet in den Anfängen der 1980er Jahre durch Synnott und Gruber erstmals Verwendung. Seine Ursprünge hat der Begriff in den Vereinigten Staaten von Amerika. Synnott definiert den CIO in seinem 1987 veröffentlichten Buch „The Information Weapon: Winning Customers and Markets with Technology“ als „the highest ranking executive with primary responsibility for information management. The CIO is responsible for the planning and architecture of the firm’s information resources, for promoting information technology throughout the firm, and for looking after the corporation’s investment in technology“.
Der Definition nach ist der CIO auf höchster Management-Ebene verortet. Boyle und Burbridge werden in „Who needs a CIO?“ etwas konkreter. Sie definieren den CIO als „an executive with broad responsibility for information technology [...] who reports to a high-level corporate officer (e.g. president or CEO)”. Eine eindeutige Begriffsbestimmung ist jedoch nahezu unmöglich, was insbesondere durch unterschiedliche Verantwortungsbereiche und Aufgaben deutlich wird. Primär liegt dies in der unterschiedlichen Ausprägung der Rollen in verschiedenen Ländern sowie in der starken Modifikation der Kompetenzen des CIO.
Grundsätzlich ist der CIO Systemarchitekt und kann nicht als reiner Techniker verstanden werden. Synnott differenziert zwischen dem technikorientierten „Data Processing Manager“ und dem „emerging CIO“. CIOs sind „business men first, managers second, and technologists third – in that order“ und befassen sich damit in erster Linie mit strategischen Aufgaben, sind zweitens Manager mit diversen Aufgaben und erst an dritter Stelle Techniker, die sich mit dem Datenmanagement beschäftigten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung der IT im modernen Geschäftsumfeld und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 Herausforderungen durch den IT-Wandel: Analyse der IT als strategischen Produktionsfaktor und Notwendigkeit eines professionellen Informationsmanagements.
3 Der Chief Information Officer (CIO): Detaillierte Betrachtung des CIO-Konzepts, seiner historischen Entwicklung, spezifischer Aufgaben, Rollen sowie erforderlicher Kernkompetenzen.
4 CIO-Modelle in der öffentlichen Verwaltung: Untersuchung der Verbreitung und Ausgestaltung des CIO-Modells in verschiedenen nationalen und föderalen Verwaltungen.
5 Erfolgfaktoren des CIOs: Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für CIOs basierend auf Untersuchungen von Führungspraktiken.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der CIO-Rolle und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung in Richtung Chief Process Officer.
Schlüsselwörter
Chief Information Officer, CIO, Informationsmanagement, IT-Strategie, IT-Alignment, Geschäftserfolg, Informationstechnologie, Unternehmensführung, öffentliche Verwaltung, IT-Governance, IT-Wandel, Wettbewerbsvorteil, Managementkompetenz, eGovernment, IT-Architektur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept des Chief Information Officer (CIO) als zentrale Managementinstanz für informationstechnologische Strategien in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Wandel der IT vom reinen Unterstützungsfaktor zum strategischen Element, die Definition der CIO-Position und die Untersuchung von Organisationsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Aufgaben, Rollen und notwendigen Qualifikationen eines erfolgreichen CIOs zu analysieren sowie die Entwicklung dieses Konzepts in der Praxis zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (u.a. von Synnott, Krcmar, Earl und Feeny) und wertet Fallbeispiele aus der Unternehmens- und Verwaltungspraxis aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Herausforderungen des IT-Wandels, eine tiefgehende Definition der CIO-Position sowie eine vergleichende Analyse von CIO-Modellen in verschiedenen Ländern und Bundesländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie CIO, Informationsmanagement, IT-Governance, strategische IT-Planung und eGovernment charakterisiert.
Warum spielt die Ressorthoheit in der öffentlichen Verwaltung eine Rolle für den Bundes-CIO?
Die Ressorthoheit der Ministerien begrenzt die Durchsetzungskraft des Bundes-CIO, da er aufgrund dieser Struktur keine für alle Häuser bindenden Entscheidungen treffen kann.
Wie unterscheidet sich der CIO laut dieser Arbeit vom klassischen IT-Leiter?
Während der IT-Leiter primär technisch orientiert agiert, ist der CIO ein Generalist auf Managementebene, der IT-Strategien direkt mit den Geschäftszielen des Unternehmens verknüpft.
- Arbeit zitieren
- Christoph Pietsch (Autor:in), 2009, Der Chief Information Officer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143250