Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Definition Comic 4
3 Kurzvorstellung einer Auswahl an Def-Comics 5
3.1 Apokalypse am Wochenende (2001) 5
3.2 Like a Hero (2002) 6
3.3 Glockenquest - Suche gar nicht erst nach dem Sinn (2003) 8
3.4 Sä Ikskürsch’n tuh Ingländ (2003) 9
3.5 Suburbia Highschool (2005) 10
3.6 Die Gabe (2005) 11
3.7 Robobob: Der Roboter und die Sprache 12
3.8 Studieren mit Rind (2007) 13
3.9 tuchfühlung-Comics (2007) 15
3.10 78 Tage auf der Straße des Hasses (2008) 15
3.11 Struwwelpeter: Die Rückkehr (2008) 16
3.12 Entoman - Ein Nak Nak für ein Hallelujah (2008) 18
4 Comic-Füleki und reale Vorlage 19
4.1 Erscheinungsbild 20
4.2 Körpersprache 23
4.3 Charakter und Verhaltensweisen 26
5 Fazit 27
6 Literaturverzeichnis 29
7 Abbildungsverzeichnis 32
8 Anhang 33
8.1 Interview mit David Füleki vom 22.05.2009 33
8.2 Übersicht: Emotionen im Comic 36
2
1 Einleitung
Der deutsche Comic-Autor David Füleki hat im Laufe der Jahre seinen ganz eigenen, markanten Stil entwickelt, der nach eigener Aussage eine Mischung aus amerikanischen, französischen und japanischen Einflüssen darstellt (vgl. Rudert 2009, S. 36 f.). Neben der Art zu zeichnen, fällt bei vielen seiner Werke eine weitere Besonderheit ins Auge: Füleki taucht oft selbst in seinen Comics auf - ob in Haupt- oder Nebenrollen, versteckt oder explizit als der Zeichner gekennzeichnet.
Die vorliegende Arbeit soll sich genauer mit den einzelnen Comic-Auftritten Fülekis befassen
und eine Beziehung zwischen realem und Comic-Def herstellen. Def (ein Homophon 1 zur gebräuchlicheren David-Kurzform Dave) ist der Spitzname Fülekis, der häufig auch für seine Comic-Pendants gebraucht wird und daher im Folgenden des Öfteren Verwendung finden wird.
Die Erklärung des Begriffs Comic soll zunächst eine theoretische Grundlage für die weiteren Ausführungen schaffen. Anschließend werden zwölf Comic-Projekte Fülekis vorgestellt, in denen der Zeichner erscheint. Es existieren noch weitere Arbeiten des Comic-Autors, in welchen er Auftritte hat, wie beispielsweise Cartoons in der Ratgeber-Broschüre Fibel, die jährlich zu Beginn des Wintersemesters vom Studentenrat der TU Chemnitz für Erstsemester herausgegebenen wird. Außerdem hatte die Figur Def schon Gastauftitte in Bildergeschichten anderer Künstler wie im dritten Kapitel des Comics Rasselbande Adventures von Philipp Petzold (vgl. Petzold 2009, S. 43 ff.). Das Einbeziehen sämtlicher Def-Versionen würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Daher soll sich auf die angeführte Auswahl beschränkt werden.
Im vierten Gliederungspunkt werden die Comic-Defs schließlich hinsichtlich ihrer optischen Ähnlichkeit zum Autor verglichen. Des Weiteren wird auf die Darstellung von Körpersprache mit besonderem Augenmerk auf den Ausdruck von Gefühlen im Comic eingegangen sowie auf Verhaltensweisen und Charakterzüge des Comic-Fülekis. Ein kurzes Fazit schließt die Arbeit ab.
1 Homophonie bezeichnet dieselbe Aussprache bei unterschiedlicher Schreibweise von Wörtern.
3
Im Anhang befindet ein anlässlich der Arbeit mit David Füleki geführtes Interview. Daneben ist eine vom Comic-Autor gezeichnete Übersicht der Bandbreite an Emotionen am Beispiel eines Comic-Defs angehängt, auf die sich im Rahmen dieser Arbeit bezogen wird.
2 Definition Comic
Comic (ursprünglich Comics) ist eine Verkürzung des englischen Begriffs comic strip, was übersetzt soviel wie komischer Streifen bedeutet (vgl. Kagelmann 1975, S. 9). Die Bezeichnung verweist auf die spezifische Form und den Inhalt:
„Comic-Strips bestehen aus einer inhaltlich-chronologischen Folge von Einzelbildern (Panel), in einem
Streifen angeordnet, und erzählen komisch-witzige Geschichten. Das formale Prinzip des Bildstreifens
prägte auch den französischen Begriff Bande dessinée wie den chinesischen Lien-Huan Hua (Ketten-
Bilder). Die italienische Bezeichnung Fumetti (Rauchwölkchen) geht auf die Sprechblasen zurück, die
für viele Comics signifikant sind“ (Grünewald 2000, S. 3).
Sprechblasen müssen jedoch nicht notwendigerweise in Comics vorkommen. Ebenso ist das Komische, was frühere Comics auszeichnete, heute nicht mehr zwangsläufig ein tragendes Element des Mediums (vgl. Kagelmann 1975, S.9). Eisner (1994) verwendet daher den neutraleren Begriff der sequentiellen Kunst. McCloud greift diesen in seiner komplexeren und dennoch abstakten Definition auf. Er beschreibt Comics als „zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/oder eine ästhetische Wirkung beim Betrachter erzeugen sollen“ (McCloud 2001, S. 17). Eine charakteristische Eigenschaft des Mediums Comic ist in jedem Fall die Integration von Wort und Bild, wobei das Bild oft dominiert. Der Comic erzählt typischerweise eine Geschichte in mehreren Bildern, in der ein festgelegtes Inventar an Akteuren auftritt und dabei meist feststehenden Handlungsmustern (Klischees, Schemata) folgt. Das periodische Erscheinen als kommerzielle Massenware - zum Beispiel in Form von Comic-Heften oder -Alben - ist ein weiteres Merkmal von Comics (vgl. Watzke 1981, S. 11; Zimmermann 1970, S. 11).
4
3 Kurzvorstellung einer Auswahl an Def-Comics
Im Folgenden werden Comics von David Füleki vorgestellt, in denen er in Haupt- oder Nebenrollen auftritt. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf Gestalt und Verhaltensweisen beziehungsweise Funktion von Fülekis Comic-Pendants in den einzelnen Geschichten. Die Comicprojekte sind nach ihrer (in Klammern vermerkten) Entstehungszeit geordnet, welche vom Jahr der Erstveröffentlichung abweichen kann.
3.1 Apokalypse am Wochenende (2001)
Zeichner grinsend, dass es keine Fortsetzung des Comics geben wird. Außerdem wirken die Helden im letzten Panel sehr albern, da Füleki Taegi plötzlich als riesiges Pikachu 3 und Nelde in der Sailor Moon 4 -Uniform darstellt - sicher als Vergeltung für deren respektlosen Äußerungen (vgl. ebd.).
2 Comics in japanischer Leserichtung werden entgegen westlichen Konventionen von hinten nach vorn und innerhalb der Seiten von rechts nach links rezipiert.
3 Pikachu ist eine der bekanntesten Figuren aus der japanischen Zeichentrickserie Pokémon.
4 Sailor Moon ist der Hauptcharakter des gleichnamigen japanischen Mangas und Animes.
5
Füleki tritt in diesem Comic also in seiner Rolle als Zeichner auf und demonstriert dabei seine Macht, die Geschichte nach eigenem Ermessen zu lenken. Damit verarbeitet er auf ironische Weise die Postition von Autoren fiktionaler Inhalte, die die Handlungsverläufe ihrer Publikationen unweigerlich steuern, jedoch im Normalfall darauf bedacht sind, den Erwartungen der Rezipienten entsprechend für eine konsistente Story zu sorgen und daher nicht als allmächtige Figur in ihren Geschichten auftauchen, um Geschehnisse zu manipulieren.
Optisch wirkt die Darstellung des Zeichners realitätsnäher als aktuellere Comic-Versionen Fülekis (vgl. 4.1). Besonders auffällig ist die Überbetonung der Kotletten als Markenzeichen des Autors.
3.2 Like a Hero (2002)
Like a Hero
ist ein 16-seitiger Comic, den David
Füleki für einen Wettbewerb der Leipziger Buchmesse (Manga Talente 2003) anfertigte. Die Kurzgeschichte ist im Mangastil gehalten (unter anderem erkennbar an den großen Augen, der winzigen Nase und der übertriebenen Frisur des Helden) und wird in
japanischer Leserichtung rezipiert. Die Coloration ist sehr farbenfroh; es dominieren helle Pastelltöne.
Verglichen mit aktuelleren Werken des Comic-Autors, sind die Zeichnungen recht einfach gehalten und vor allem die Hintergründe weitestgehend detailarm umgesetzt. Die Geschichte handelt vom jungen Helden Yeo aus dem kleinen Dorf Ödkaff, der auf einer abenteuerlichen Reise mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert wird und an diesen wächst bis er schließlich seinem größten Widersacher gegenübersteht. Der Zeichner selbst tritt in diesem Comic in ungewöhnlicher Form auf: als kleines rotes Teufelchen (vgl. Füleki 2003b, S. 65 f.; Abbildung 2). In dieser Gestalt greift er immer wieder in die Handlung ein, indem er dem Helden zum Beispiel etwas zu essen bringt als dieser über Hunger klagt (vgl. ebd., S. 70) oder ihm eine starke Waffe bereitstellt (vgl. ebd., S. 75). Durch diese Handlungen scheint er Yeo zunächst zu unterstützen. Auf Seite 70 deutet sich jedoch bereits an, dass sich
6
der „teuflische Zeichner“ seiner Macht durchaus bewusst ist. Als der Held nicht sofort gehorcht, droht sein Schaffer ihm damit, ihn wieder wegzuradieren - Comic-Füleki wird also seiner Gestalt gerecht und zeigt sich hinterlistig. Diese mächtige Position verliert der Zeichner am Ende jedoch. Als Yeo seinem schlimmsten Feind gegenübersteht, entpuppt sich dieser wieder als der Autor, der sich seiner Sache zu sicher fühlt und nicht davon ausgeht, dass ihn seine eigene Schöpfung angreift. Diese Überheblichkeit wird jedoch bestraft. Da er seinen Helden zu stark werden ließ, besiegt dieser den Zeichner schließlich (vgl. ebd., S. 79). Die zum Schluss geplante Rache Fülekis wird dadurch unterbunden, dass der Comic zu Ende ist (Erzähler: „Zu spät! Das ist das letzte Panel, Idiot!“ (ebd., S. 80)). Auf ironische Weise spielt David Füleki mit dem Genre Comic. Einerseits lässt er sich selbst in Teufelsgestalt Manga-Klischees thematisieren. So meint er beispielsweise bei der Einführung von Yeo: „Yeo will Manga-Held werden! Eigentlich hat er auch alles, was man dazu braucht. ‘Nen blöden Namen und ‘ne doofe Frisur ...“ (ebd., S. 65 f.) und etwas später: „Und wie bei den meisten Manga-Helden weiß man auch bei Yeo nicht genau ob er Junge oder Mädchen ist“ (ebd., S.67), womit Füleki auf die langen, auffällig und extrem gestylten Haare und die ungewöhnlichen Namen vieler Manga-Charaktere anspielt. Andererseits bricht er wieder mit der Norm, die Handlung als Zeichner nur „von außen“ zu steuern, indem er sich dem Helden direkt als Schöpfer vorstellt und gewünschte Dinge (Essen, Waffen) einfach erscheinen lässt, anstatt sie von Yeo beschaffen zu lassen. Noch paradoxer wird es am Ende der Geschichte, als der Zeichner die Kontrolle über seinen eigenen Comic zu verlieren scheint.
7
Arbeit zitieren:
B. A. Anett Michael, 2009, Real-Life-Def versus Comic-Def, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Anett Michael's Text Real-Life-Def versus Comic-Def ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anett Michael hat den Text Real-Life-Def versus Comic-Def veröffentlicht
Anett Michael hat einen neuen Text hochgeladen
Common American Phrases in Everyday Contexts: A Detailed Guide to Real...
A Detailed Guide to Real-Life ...
Richard A. Spears
0 Kommentare