1. Einleitung
2. Einzelne Alternativen des Internet-Zugangs 7
2.1 Internet-Zugang über Online-Dienste 7
2.2 Internet-Zugang über Internet-Service Provider
(ISP) 8
2.2.1 Kategorisierung der ISP 9
2.2.1.1 Kategorisierung nach Art der Leistung der ISP 9
2.2.1.2 Kategorisierung nach der Größe der ISP 11
2.2.2 Auswahlkriterien 13
2.2.3 Bedarfsanalyse anhand eines Beispiels 15
2.2.3.1 Angebot für „Nutzer„ 15
2.2.3.2 Angebot für „Reseller„ 16
2.3 Application Service Providing (ASP) 17
2.3.1 Definition und Begriffsverständnis 17
2.3.2 Zuordnung 17
2.3.3 Anbindung an einen ASP 17
2.3.3.1 Direktanbindung 18
2.3.3.2 Remote Dial In 18
2.3.3.3 Verbindung über das Internet 18
2.3.4 Aufgabenumfang eines ASP 19
2.3.4.1 Infrastruktur 19
2.3.4.2 Applikationsmanagement 19
2.3.4.3 Rechenzentrum 20
2.3.4.4 Professionelles Datenmanagement 20
2.3.5 Branchen, aus denen ASP´s hervorgehen 21
2.3.5.1 ISP (Internet Service Providing) 21
2.3.5.2 ISV (Independant Software Vendors Softwarehersteller) 21
2.3.5.3 Telekommunikationsunternehmen 22
2.3.5.4 Pure ASP 22
2.3.6 Anwendungen für ASP 22
2.3.7 Vorteile, Risiken und Kriterien für ASP-Kunden 23
2.3.7.1 Vorteile 23
2.3.7.2 Hauptrisiken 24
2.3.7.3 Entscheidungskriterien für oder gegen ASP 25
2.3.8 Abrechnungssysteme 26
2.3.8.1 Kostenbestandteile für ASPs 26
2.3.8.2 Ziele von Billing-Systemen 28
2.3.8.3 Preisbeispiele 29
2.3.9 Sicherheitskonzepte der ASP-Modelle 31
2.3.10 Beispiele für mittelständische ASP-Kunden 34
2.3.11 Marktentwicklung 35
2.4 Direkter Zugang 36
3. Kosten des Internetzugangs 37
3.1 Zugangskosten 37
3.2 Nutzungskosten 37
3.2.1 zeitabhängige Nutzungskosten 37
3.2.2 mengenabhängige Nutzungskosten 38
3
3.3 Verbindungskosten 38
3.3.1 Standleitung 38
3.3.2 Wählverbindung 39
3.3.2.1 Das Modem 39
3.3.2.2 ISDN 39
3.3.2.3 DSL 40
3.3.2.3 Zukunftsweisende Übertragungstechnologien 41
4. Kosten der Firmenpräsentation 42
4.1 Serverwahl und Kosten 42
4.1.1 Serverplatz bei einem Online-Dienst 42
4.1.2 Kostenloser Speicherplatz auf Webseiten 43
4.1.3 Virtuelles Einkaufszentrum 43
4.1.4 Web-Laden 44
4.1.5 Serverhosting bei einem ISP 44
4.1.6 dedizierter Internetserver 45
4.2 Domain 46
4.3 Seitenerstellung 48
4.4 Seitenpflege 49
4.5 Personalkosten 49
4.6 Nutzen des Internetzugangs und der
Internetpräsenz 50
5. Ausblick 51
4
1.Einleitung
„To eBusiness or out of business„
Es scheint bereits allgemein anerkannt zu sein, dass die meisten Unternehmen zumindest einen Internet-Zugang benötigen, um in Zukunft konkurrenzfähig bzw. überlebensfähig zu bleiben. Die wichtige Frage, welche der vielfältigen Alternativen des Internet-Zugangs die einzelnen Unternehmen (vom Ein-Mann-Unternehmen bis zum Konzern) zur individuell optimalen Zielerreichung auswählen sollen, ist hingegen nicht nur mit Schlagworten zu beantworten.
Das Thema „Alternativen des Internet-Zugangs„ ist im Kontext mit der Überschrift des Themenblocks 3: „Grundfragen des Electronic Business aus betriebswirtschaftlicher Sicht„ zu sehen. Das bedeutet, dass im Folgenden versucht wird, darzulegen, welche Alternativen sich einem Unternehmen 1 , das sich für den „Eintritt„ in das Internet entschieden hat, bieten, um dies ökonomisch sinnvoll zu verwirklichen. Das Internet (Interconnected Networks) verbindet weltweit Netzwerke einzelner Rechner über Hauptleitungen („Backbones„). Durch diese Verbindung wird es ermöglicht, Datenpakete auf revolutionär schnelle Art und Weise zu transportieren. Die Frage um die es hier nun gehen soll, ist, welche Möglichkeiten es für das Unternehmen X gibt, von seiner Niederlassung aus seinerseits eine Verbindung zu den „Interconnected Networks„ herzustellen.
Wir unterscheiden grundsätzlich drei Alternativen, einen Zugang zum Internet herzustellen: Der Zugang über -einen Online-Dienst, -einen Provider (ISP/ASP) oder
-einen direkten Zugang – ohne Zwischenschaltung eines „Dritten„ Electronic Business ist nicht gleich Electronic Business. Ein ganz wesentliches Kriterium zur Auswahl des richtigen Angebots ist deshalb das Ziel, das unser Unternehmen X verfolgt. Dabei sind zwei Arten von Unternehmen zu unterscheiden:
5
Zum einen IT-Dienstleister (z.B. Anbieter von Content-Diensten), bei denen das Internet zentraler Bestandteil der Geschäftsprozesse ist; zum anderen klassische Nutzer des Internet (vom Ein-Mann-Unternehmen bis zum global operierenden Industrie-Konzern), die im Internet ein „Werkzeug„ zur Optimierung ihrer bereits bestehenden
Geschäftsprozesse sehen. Beide Arten brauchen einen Zugang zum Internet und für beide gibt es eine große Zahl von unterschiedlichen Angeboten 2 .
Internet-Zugang ist im Sinne unseres Themas hier nicht nur rein technisch zu verstehen. Damit wäre ja nur die Möglichkeit gemeint, mit Hilfe der eigenen Systeme mit dem Internet zu kommunizieren. Es ist vielmehr der Zugang zu den unterschiedlichen Diensten im Internet gemeint: die Nutzung dieser Dienste (die von verschiedenen Anbietern bezogen werden können) stellt den Internet-Zugang im weiteren Sinne dar. Zu den Internet-Diensten gehören u. a.: das World Wide Web (WWW), E-mail, News, Telnet, FTP.
Das WWW ist ein „Multimedialorientiertes und hyperlinkbasiertes Informationssystem, das von vielen (...) kommerziellen Anbietern eingesetzt wird und Schnittstellen zu den anderen Diensten hat.„ 3
Am Rande eingegangen wird auf rein technische Details des Internet-Zugangs (z.B. Hardware, Software). Im Vordergrund stehen die betriebswirtschaftlichen Aspekte, nach denen die Auswahl der geeigneten Lösung betrieben wird. Dabei ist vor allem der Kosten-Nutzen-Aspekt, der im Anschluss an die Darstellung der verschiedenen Zugangsalternativen allgemein betrachtet wird, zu nennen.
1 auf Privatnutzer wird nur am Rande eingegangen
2 Im folgenden wird näher darauf eingegangen
3 vgl. RRZN S.45
6
2. Einzelne Alternativen des Internet-Zugangs
Im folgenden wird nun auf die einzelnen Alternativen des Internet-Zugangs näher eingegangen. Allgemein kann gesagt werden, dassunabhängig vom Geschäftsziel – dem Unternehmen, das einen Zugang benötigt, ein großes Angebot an Lösungen gegenübersteht. Dadurch sind sowohl Preise als auch Leistungen höchst unterschiedlich. Vor allem die ständige Aktualisierung und Korrektur der Angebote macht allgemeine Aussagen zur Alternativenauswahl schwierig. Eine gründliche Bedarfsanalyse ist bei den Unternehmen daher unerlässlich, um ein „optimales„ Angebot herauszufiltern.
2.1 Internet-Zugang über Online-Dienste
Online-Dienste stellen ihren Kunden Informations-und
Kommunikationsangebote auf jeweils einheitlichen Benutzeroberflächen zur Verfügung. Dazu gehören z.B. die aktuellen Nachrichten, Diskussionsforen oder Homebanking, mittlerweile aber auch schon Internet-Shopping (z.B. T-Online). Daneben bieten die Online-Dienste (Kent vergleicht sie mit Privatclubs 4 ) den zahlenden Mitgliedern Zugang zu den Diensten des Internets.
Als Online-Dienste wenden sie sich hauptsächlich an Privatnutzer. Durch ihre große Netzwerksausdehnung sind sie aber gleichzeitig als Netzwerk-Provider tätig und versorgen im Großkundengeschäft so u. a. auch Internet Service Provider. 5
Über das öffentliche Telefonnetz wählt sich der Kunde z.B. per Modem in das Netzwerk des Online-Dienstes ein und bekommt dann bei jeder
4 vgl. Kent, Peter; Das ABC der eigenen Website; S. 55
5 siehe auch Punkt 2.2.1.1
7
Sitzung eine (jeweils andere) IP-Adresse 6 nach dem dynamischen Prinzip zugeteilt. Die Online-Dienste sind somit eine Art übergeordnete Instanz und der Kunde nicht eigenständiger Teilnehmer des Internets. Im aktuellen Angebot von T-Online für Geschäftskunden ist eine Subdomain 7 nach dem Muster http://www.meinefirma.via.t-online.de verfügbar, das bedeutet, dass immer erst die Verbindung zu T-Online erfolgen muss. Die bekanntesten Online-Dienste sind T-Online, AOL und Compuserve. Zu beachten ist, dass Online-Dienste häufig als Provider (siehe oben) bezeichnet werden, was jedoch nicht zur Gleichstellung mit den im folgenden erläuterten Internet-Service-Providern (ISP) führen sollte.
2.2 Internet-Zugang über Internet-Service-Provider (ISP)
Im Unterschied zu den Online-Diensten erhält man in der Regel bei einem Zugang über einen ISP eine eigene, feste IP-Adresse. Das bedeutet, dass der Kunde als eigenständiger Teilnehmer des Internets angesehen werden kann. Meist wird von den ISP auch das Hosting einer Internet-Präsenz angeboten . Durch die feste IP-Adresse ist der entsprechende Server, auf dem die Präsenz abgelegt ist, direkt durch das Internet erreichbar.
Die Verbindung zu den Einwahlknoten in das Internet wird im allgemeinen über gemietete Leitungen öffentlicher Telekommunikationsunternehmen entweder per Wählleitung (z.B. ISDN) oder per Standleitung hergestellt 8 . Sie stellen also als Grundleistung die Verbindung vom Telefonnetz (bzw. der Standleitung) zum Internet her 9 .
Es gibt eine unüberschaubar große Menge von Anbietern, die unter dem Begriff ISP zusammengefasst werden können. Deshalb versuchen wir diese in Kategorien aufzusplitten.
6 IP steht für Internet Protokoll
7 auf Domains wird später näher eingegangen
8 vgl. Locher/Lehner S.20
8
2.2.1 Kategorisierung der ISP
Bei einer so großen Zahl von Anbietern ist eine Kategorisierung nicht eindeutig vorzunehmen. Wir versuchen daher zuerst eine Einteilung nach den Arten der Leistungen, die die ISP erbringen können. Danach folgt eine Einteilung nach der Unternehmensgröße bzw. Geschäftsausdehnung der ISP.
2.2.1.1 Kategorisierung nach Art der Leistung der ISP 10
Netzwerk-Provider betreiben Netzwerke und stellen diese für den Zugang zum Internet oder auch für firmeneigene Intranets bzw. Extranets (supply chain management) zur Verfügung. Als oberste Stufe können darunter die nationalen öffentlichen Netzwerkbetreiber eingeordnet werden (z.B. Deutsche Telekom AG). Sie vermieten ihre Hochgeschwindigkeitsleitungen (Backbones) an die nächste Stufe von Netzwerk-Providern, die mit Hilfe ihrer dadurch erstellten Netzwerke wieder die Möglichkeit haben, Teile der Netzbandbreite und ein bestimmtes Datenvolumen an Internet-Zugangs-Provider zu verkaufen.
Internet-Zugangs-Provider (engl.: Internet-Access-Provider) verkaufen dem Endkunden („Nutzer„ oder IT-Dienstleister) wiederum einen Teil der Bandbreite und des Datenvolumens. Sie werden deswegen auch Reseller (Wiederverkäufer) genannt, da sie zum einen Kunde eines Zugangsanbieters (Netzwerk-Provider) und zum anderen gleichzeitig selbst Anbieter des Internet-Zugangs sind. Als Reseller werden auch ISP bezeichnet, die Speicherplatz auf einem Server anbieten, ohne selbst für den Server zuständig zu sein 11 (siehe Webspace-Provider). Es liegt dabei natürlich auf der Hand, dass Netzwerk-Provider meist selbst Zugangs-Provider im oben beschriebenen Sinn sind. Als Beispiel ist hier unter
9 vgl. RRZN S.22
10 vgl. http://www.netpublish.ch/beratungshilfe
11 vgl. Kent, Peter; Das ABC der eigenen Website; S. 105-106
9
anderen sicher der Online-Dienst T-Online als Tochter der Deutschen Telekom AG zu nennen.
Webspace-Provider 12 bieten dem Kunden unabhängig vom reinen Internet-Zugang Speicherplatz für eine Web-Präsenz auf bestimmten Servern und oft die dazugehörigen Dienstleistungen wie z.B. die Erstellung der Websites. Also den in der Einleitung genannten Internet-Zugang im weiteren Sinn unter dem Thema Electronic Business. Die Webspace-Provider sind meist Töchter oder Agenturen größerer ISP, ähnlich wie die oben schon genannten Reseller von Internet-Zugängen. Content-Provider haben mit dem Internet-Zugang an sich nichts mehr zu tun, sondern sind selbst Kunden der oben genannten ISP, was den reinen Zugang betrifft. Sie bieten Inhalte zu speziellen Themen im World Wide Web an. Als ein interessantes Beispiel ist hier die Gesundheits-Site www.netdoktor.de zu nennen, die als typisches Start-Up als IT-Dienstleister ein Gesundheitsportal betreiben und ihrerseits bestimmte von ihnen erstellte Contents als Informationsinhalt an z.B. Online-Dienste verkaufen.
Vor allem die größeren ISP 13 werden versuchen möglichst umfassende Leistungen für Kunden, die in Electronic Business einsteigen wollen, vom Zugang bis zur Website-Erstellung und -pflege anzubieten. Diese werden dann auch als Full Internet Service Provider (FISP) bezeichnet. 14 Dem Kunden, der seine Geschäftsprozesse in Richtung Electronic Business umgestalten will, bieten sich so vielfältige Möglichkeiten durch ISP, die entsprechende Dienstleistung auszulagern (klassisches IT-Outsourcing).
12 auch Internet Presence Provider (IPP)
13 vgl. Beispiel 2.2.3
14 auf den Trend zum Application Service Providing (ASP) wird gesondert unter 2.3 eingegangen
10
2.2.1.2 Kategorisierung nach der Größe der ISP
Locher/Lehner unterscheiden die ISP in drei Typen. 15
Ein globaler ISP unterhält ein eigenes internationales Netzwerk mit eigenen Rechenzentren und entsprechend vielen Verbindungen zu anderen Netzen. Ein Beispiel für einen globalen ISP ist UUNet, auf das wir später im Rahmen der Bedarfsanalyse noch zurückkommen werden. Dieser Typ von ISP ist auf Grund seiner infrastrukturellen Voraussetzungen in der Lage alle Marktsegmente mit Internet-Zugängen zu bedienen.
Angebunden an die großen Netzwerke der globalen ISP ist u.a. der nationale ISP. Er besitzt lediglich ein nationales Netzwerk mit eigenen Rechenzentren und benötigt zum Internet-Zugang eine Anbindung zu den Netzen der globalen ISP. Beispiel für Deutschland ist die Deutsche Telekom AG, die als früherer Monopolist nach wie vor einen Großteil der nationalen Netze betreibt.
Den dritten Typ von ISP stellen die so genannten Web-Hoster dar. Im Unterschied zu den beiden übergeordneten Typen 1 und 2 können sie nicht auf ein eigenes Netz zurückgreifen. Sie brauchen eine Verbindung zu den Netzen z.B. eines nationalen ISP. Natürlich gibt es auch hier wieder Überschneidungen; so kann das Web-Hosting durchaus einen Unternehmensbereich eines globalen ISP ausmachen 16 . Ihre Hauptleistung ist das Hosting von Internetpräsenzen ihrer Kunden auf entsprechenden Servern, die mit dem Internet verbunden sind. Dies kann grundsätzlich auf verschiedene Arten geschehen: Kleine Kunden können bei ihrem ISP eine nicht-virtuelle Website haben. Sie haben also keinen eigenen Domainnamen nach dem Muster http:// www.meinefirma.de, sondern sie erscheinen nur als Teil der Website ihres ISP (http://www.ISP.de/meinefirma/). Großer Nachteil ist dabei natürlich, dass durchaus häufig z.B. auf Grund von Preisänderungen einen Providerwechsel durchgeführt werden soll und dann eine neue Adresse angemeldet werden muss, was zu zusätzlichen Kosten führt.
15 vgl. Locher/Lehner S.20 ff
16 vgl. Beispiel UUNet
11
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