Inhaltsverzeichnis
Seite
Inhaltsverzeichnis 2
Abk ürzungsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 6
Tabellenverzeichnis 6
Anlagenverzeichnis 7
1 Abgrenzung der Themenstellung 8
1.1 Hintergrund und Fragestellung der Arbeit 8
1.2 Zielsetzung und Gliederung der Untersuchung 8
1.3 Einordnung und Aktualität der Fragestellung 9
2 Vorklärung des Betrachtungsgegenstands. 10
2.1 Die internationale Unternehmung 10
2.2 Die Tochtergesellschaft 11
2.3 Integration und Differenzierung 13
2.4 Strategie und Rolle 15
3 Die vor-globale Sicht: Integration oder Differenzierung 16
3.1 'LHÄ810RGHl - XQGÄ HDGTXDUWHU -Syndrome 16
3.2 Die ethno- oder polyzentrische Einstellung des Managements 17
3.3 Vor-globale Organisationsmodelle 18
3.4 Die Principal-Agent-Struktur der Mutter-Tochter-Beziehung. 19
3.5 Steuerung und Kontrolle der Tochtergesellschaften 20
4 Die globale Sicht: Integration und Differenzierung. 21
4.1 Die Globalisierung der Märkte 21
4.2 Die Globalisierung des Wettbewerbs 22
4.3 Integration, Responsiveness und Learning 23
5 Neue Organisationsformen als Basis der Rollenindividualisierung 25
5.1 Das internationale Wertschöpfungsmanagement 26
5.2 Netzwerkorganisation der multinationalen Unternehmung 27
5.3 Die geozentrische Einstellung des Managements 30
5.4 RRUGLQDWLRQGXUFK VKDUHGYDOXHV´ 31
5.5 Die Tochtergesellschaft in der resource-based view 33
5.6 Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale und
Unterschiede der globalen und vor-globalen Sicht 35
Seite 2 von 65
6 Aspekte der strategischen Rolle von Tochtergesellschaften 36
6.1 Erweiterte Beschreibung der Tochtergesellschaft 36
6.2 Merkmale der strategischen Rolle 36
6.3 Die Bedeutung des lokalen Managers 39
6.4 Erwerb der strategischen Rolle 42
6.5 Lebenszyklus der strategischen Rolle 43
7 Ausgewählte strategische Rollen 44
7.1 Integration und Differenzierung: Regional Headquarter 44
7.2 Need for learning: Center of Excellence 49
8 Fazit und Ausblick 53
Literaturverzeichnis 54
Anlagen 62
Seite 3 von 65
Abkürzungsverzeichnis
akt. aktualisiert(e) Abb. Abbildung
Anl. Anlage(n)
Anm. Anmerkung Aufl. Aufl.
bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise
ca. circa CoE Center of Excellence
d. h. das heißt d. i. das ist
d. l. J. des letzten Jahrhunderts
ebd. ebenda ed. Edition
EP(R)G Ethno-, Poly-, (Region)- und Geozentrismus erw. erweitert(e)
et al. et alii (und andere) etc. et cetera (und so weiter)
FDI foreign direct investments F&E Forschung und Entwicklung
f. und folgende (Seite)
ff. und folgende (Seiten) Hrsg. Herausgeber
hervg. Hervorgehoben
Herv. d. Verf. Hervorhebung des Verfassers
I/R-Grid Integration-Responsiveness-Grid Jg. Jahrgang
Kap. Kapitel m. E. meines Erachtens
MNU Multinationales Unternehmen
Orig. Original
RHQ Regional Headquarter
s. siehe S. Seite
sog. so genannt TNC Transnational Corporation
u. und
u. a. und andere überarb. überarbeitet(e)
UNCTAD United Nations Conference on Trade and Development usw. und so weiter
vollst. vollständig vgl. vergleiche
vs. versus (gegenüber) z. B. zum Beispiel
zit. zitiert
Abbildungsverzeichnis Seite
Abb. 1: MNU als Teil vielfacher Makro- und Mikroumgebungen ................... 14
Abb. 2: Zusammenhang von Erfolgspotentialen, Wettbewerbsvorteilen ....... 15 und Zielerreichung
Abb. 3: Dyadische Grundstruktur vor-globaler Organisationsmodelle .......... 19
Abb. 4: Das Verhältnis von Integration und Responsiveness mit Blick ........ 24 auf Stammhaus und Auslandseinheit
Abb. 5: Integration-Responsiveness-Grid .................................................... 25 Abb. 6: Die Value Chain nach PORTER........................................................ 26
Abb. 7: Der Netzwerkscharakter multinationaler Unternehmen .................... 29
Abb. 8: Leaders und Innovators in Rollentypologien .................................... 38 Abb. 9: Grundstruktur der Beziehung HQ-RHQ-Auslandseinheit ................. 45
Abb. 10: Integrationsebenen des RHQs ......................................................... 46
Abb. 11: Unterschiedliche subsidiary-Typen in Abhängigkeit von ihren Kompetenzen und deren Nutzung im MNU ............................. 51
Abb. 12: Ein- und ausgehende Informations- und
Wissensflüsse des CoEs ................................................................. 52
Tabellenverzeichnis
Tab. 1 Vergleich der globalen und der vor-globalen Sicht ........................... 35
Anlagenverzeichnis Seite
Anl. 1: Stufenmodell der Internationalisierung ............................................. 62
Anl. 2: FDI und internationaler Produktion von 1982 bis 2007..................... 62 Anl. 3: Überblick der Koordinationsinstrumente ......................................... 63
Anl. 4: Faktoren, die zu Responsiveness oder Integration forcieren............ 63
Anl. 5: Zusammenhang von resources und firm-specific advantages .......... 64 Anl. 6: Hauptmerkmale ausgewählter Rollentypologien .............................. 64
Anl. 7: Arguments for Global versus Regional Strategies ........................... 65
1 Abgrenzung der Themenstellung
1.1 Hintergrund und Fragestellung der Arbeit
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde die Rolle ausländischer Tochtergesellschaften überwiegend in Begriffen operativer Effizienz beschrieben: Ihr Erfolgsbeitrag bestand hauptsächlich in der kostengünstigen Erledigung der von der Muttergesellschaft vorgegeEHQHQ$XIJDEHQ6LHJDOWHQDOVÃYHUOlQJHUWHU$UP¶GHU Zentrale vor Ort und dienten vornehmlich als Absatzkanal, durch den die im Stammland des Unternehmens hergestellten Produkte und Leistungen im Aus-land vertrieben wurden. Ihre Aktivitäten wurden aus der Ferne geplant, gesteuert und kontrolliert. Schwer vorstellbar, dass Auslandseinheiten neben ihrer operativen auch strategische Rollen übernehmen konnten.
Erst mit der zunehmenden Globalisierung des Wettbewerbs begann das Bild sich zu ändern: Es gilt nun, ihre Potentiale zum Aufbau und Erhalt einer globalen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu entdecken und auszuschöpfen. Bereits 1980 (!) konstatierte Welge, dass der in ausländischen Tochtergesellschaften erwirtschaftete Beitrag zum Gesamtergebnis ständig steige (vgl. WELGE 1980: Vorwort). Inzwischen übertrifft in vielen multinationalen Unternehmungen der ausländische Anteil an Vermögen, Umsatz oder Mitarbeitern den der Muttergesellschaft (vgl. KUTSCHKER, SCHMID 2008: 339).
Zum wirtschaftlichen Bedeutungszuwachs der Auslandseinheiten kommt ein qualitativer: In vielen Fällen treten sie aus GHP6FKDWWHQEORHUÃ9HUNDXIVVWelOHQ¶XQG übernehmen strategische Rollen, die einen erheblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens haben können (vgl. MORSCHETT 2007: 2). Natürlich fällt der individuellen Auslandseinheit ihre strategische Rolle nicht von selbst zu, sondern muss erworben werden: Es bleibt eine fundamentale Her-ausforderung für multinaWLRQDOH8QWHUQHKPHQÄWRGHWHUPLQHWKHFRQGLWLRQVXQGHU which foreign subsidiaries may assume (...) value-FUHDWLQJUROHV³HEWETT et al. 2003: 567). Diese Fragestellung bildet die Leitlinie für die vorliegende Arbeit.
1.2 Zielsetzung und Gliederung der Untersuchung
Die vorliegende Arbeit verfolgt eine doppelte Zielsetzung. Erstens versucht sie, den einleitend erwähnten Perspektivenwechsel im Verständnis der Rolle ausländischer Tochtergesellschaften nachzuzeichnen. Zweitens werden die signifikanten Merkmale strategischer Rollen herausgestellt und an den Beispielen eines Ä&HQters of ExcelOHQFH³&R(XQGÄ5HJLRQDO+HDGTXDUWHUV³5+4YHUGHXWOLFKW.
In Kapitel 2 werden zunächst die Betrachtungsobjekte dieser Arbeit vorgeklärt. Wesentliche Aspekte des vor-globalen und des globalen Verständnisses der Rolle von Tochtergesellschaften werden in Kapitel 3 einander gegenübergestellt. Der epochale Wandel im Verständnis wird mit neuen Anforderungen aus der Ä*OREDOLVLHUXQJ³ in Zusammenhang gebracht (Kapitel 4). Im Kapitel 5 werden Eigenschaften ÄJOREDOHU³ Organisationsformen internationaler Unternehmen als Basis für die Individualisierung operativer und strategischer Rollen beschrieben. Strategische Rollen unterscheiden sich von operativen durch eine Reihe von Merkmalen, denen sich Kapitel 6 widmet. Sie werden im Kapitel 7 an den strategischen Einzelrollen Ä5HJLRQDO +HDGTXDUWHU³ XQG ÄCenter of ComSHWHQFH³ exemplifiziert.
1.3 Einordnung und Aktualität der Fragestellung
Vorliegende Arbeit gehört zum Forschungsgebiet des foreign subsidiary managements, das seit 1980 parallel zum strategischen Bedeutungszuwachs der Aus-landseinheiten HLQHÄLQFUHPHQWDODWtention in the international business literaWXUH³ (HEWETT et al. 2003: 567) fand. BIRKINSHAW et al. unterteilen diesen ÄVWHDG\ 1 VWUHDPRIUHVHDUFK³ in drei, sich teilweise überlagernde Fragestellungen :
N Ä+eadquarter-Subsidiaries RelationshipV³ 2 : Wie können Auslandseinheiten
effizient gesteuert und kontrolliert werden?
N Ä6XEVLGLDU\5ROH³: Wie können die Rollen von Auslandseinheiten differenziert werden?
N ÄSubsidiary Development Wie können Auslandseinheiten weiterentwickelt werden?
Vorliegende Arbeit betrifft alle drei Fragestellungen. Zusätzlich werden neuere Ansätze der Theorie des Internationalen Managements herangezogen, z. B. die 3 Netzwerktheorie und resource-based view of the firm .
Die Feststellung, dass die Thematik ÄDXFK KHXWH QRFK VHKU DNWXHOO³ MOR- SCHETT 2007:15) und Gegenstand zahlreicher Untersuchungen ist, bestätigt WERNER als Ergebnis einer umfangreichen Analyse einschlägiger Zeitschriften
1 Vgl. BIRKINSHAW, HOOD 1996: 4 ff.; Eine zeitliche Abfolge enthält PATERSON, BROCK 2002: 140
2 Ä+HDGTXDUWHU-Subsidiary-5HODWLRQVKLSV³ZHUGHQLP'HXWVFKHQEHUOLFKHUZHLVHPLWÄ0XWWHU- Tochter-%H]LHKXQJHQ³EHUVHW]W
3 BIRKINSHAW betont in einer späteren Fassung des Aufsatzs den Wert der resource-based view für das Verständnis von Auslandseinheiten ( vgl. BIRKINSHAW, PEDERSEN 2009: 378 ff.). Seite 9 von 65
4 . Das Interesse wird wohl anhalten, da die Zu-des Internationalen Managements
nahme des globalen Wettbewerbsdrucks Unternehmungen zu einer ständigen Neukonfiguration ihrer WertschöpfungsaktiviWlWHQXQGÄ5FNbesinnung auf Kern- NRPSHWHQ]HQ³YJOZENTES etal. 2004: 245) zwingt, und damit immer wieder die Frage entsteht, welche Rolle Auslandseinheiten dabei spielen.
2 Vorklärung des Betrachtungsgegenstands
'HU 7LWHO GLHVHU $UEHLW HQWKlOW GLH (OHPHQWH ÄLQWHUQDWLRQDOH 8QWHUQHKPXQJ³ Ä7RFKWHUJHVHOOVFKDIWHQ³ Ä,QWHJUDWLRQ XQG 'LIIHUHQ]LHUXQJ³ XQG ÄVWUDWHJLVFKH Ä5ROOH³'LHVH%HJULIIHZHUGHQLP)ROJHQGHQYRUJHNOlUW
2.1 Die internationale Unternehmung
'HU%HJULIIÄLQWHUQDWLRQDOH³RGHUÄPXOWLQDWLRQDOH8QWHUQHKPXQJ³018LVWLQGHU Literatur nicht einheitlich definiert (vgl. KUTSCHKER, SCHMID 2008: 242) 5 . Der Mi-
nimalkonsens bezeichnet damit Unternehmen, die als ein Verbund aus Mutterunternehmen und Tochtergesellschaften 6 Wertschöpfung in mehr als einem Land 7 erbringen (vgl. FAYERWEATHER 1989: 927) . In dieser Arbeit wird der Begriff für
Unternehmen verwendetGLHÄLQVXEVWDQWLHOOHP8PIDQJLQ$XVODQGVWlWLJNHLWHQLQvolviert sind [und] ... dauerhafte Transaktionsbeziehungen mit Wirtschaftssub- 8 jekten im AusODQG³XQWHUKDOWHQ . Dabei stellen ausländische Direktinvestitionen in Gestalt von Tochtergesellschaften substantielles Auslandsengagement dar.
Gegenüber nationalen Unternehmen enthält die Führung von MNU einen zusätzlichen Grad an Komplexität GHU X D DXV GHQ ÄKLJK OHYHOV RI JHRJUDSKLFDO DQG cultural diversity coupled with complex portfolios of businesses, functions, and PDUNHWV³BOUQUET, BIRKINSHAW VWDPPW'LHÄHVVHQWLDOGLIIHUHQFH³ zu nationalen Unternehmungen beruht auf den kombinierten Folgen der Ä0XOWL- dimensionaliWlW³der Vielfalt, XQG Ä+HWHroJHQLWlW³ der Verschiedenartigkeit der Länder, Märkte, Produktlinien und Aufgaben (DOZ, PRAHALAD 1991: 146), in denen MNU operieren.
4 Sie umfasst den Zeitraum von 1996 bis 2000 (vgl. WERNER 2002: 294-302). Die Begrenzung auf englischsprachige Quellen ist allerdings ein Nachteil. WERNERs weitere Aussage, dass die Performance von AuslandsHLQKHLWHQÄWKHOHDVWUHVHDUFKHG³$VSHNWLVWKDWKRETSCHMER bestätigt und mit ihrer Dissertation teilweise behoben (vgl. KRETSCHMER 2008).
5 Die Begriffe ÄLQWHUQDWLRQDOHV³XQGÄPXOWLQDWLRQDOHV³8QWHUQHKPHQÄ8QWHUQHKPHQ³XQGÄ8QWHUneh-PXQJ³ZHUGHQLQGLHser Arbeit synonym verwendet.. Die englischsprachige Literatur verwendet die Begriffe Ä7UDQVQDWLRQDO&RUSRUDWLRQ³71&Ä0XOWLQDWLRQDO(QWHUSULVH³01(RGHUÄ0XOWLnational &RUSRUDWLRQ³01&'Dvon müssen gleichlautende Organisationsmodelle wie etwa GDVÄtransnatio-QDOH³RGHUÄmultiQDWLRQDOH³8QWHUnehmen von BARTLETT, GHOSHAL (2002) unterschieden werden.
6 'LHVHQ$VSHNWEHWRQWDXFKGLH81&7$'³7UDQVQDWLRQDOFRUSRUDWLRQV71&VDUH«HQWHUSUises comprising parent enterpriseVDQGWKHLUIRUHLJQDIILOLDWHV«´ (2008: 249)
7 Wobei keine Konsistenz in der Literatur hinsichtlich der Anzahl der Länder besteht, die für die Charakterisierung einer MNU hinreichend ist (vgl. Westney, Zaheer 2009: 341)
8 KUTSCHKER, SCHMID 2008: 251; im Original hervorgehoben. Seite 10 von 65
Anders als lokale Firmen, die im Gastland ihren Ursprung haben, sind MNU im AusODQGPLWHLQHUÄOLDELOLW\RIIRUHLJQQHVV³ZAHEER 1995: 341) belastet, die aus der Unvertrautheit mit der lokalen Umgebung, den kulturellen, politischen und ökonomischen Unterschieden und dem Koordinationsaufwand über geographische Distanzen hinweg entspringt. Diese zusätzliFKHQ .RVWHQ IU ÄGRLQJ EXVL-QHVV DEURDG³ ELOGHQ HLQHQ ÄFRPSHWLWLYH GLVDGYDQWDJH³ JHgenüber lokalen Wettbewerbern, die diesen Mehraufwand nicht haben (vgl. ZAHEER 1995: 342).
Die Dominanz von MNU DOV ZLUWVFKDIWOLFKH ³(QJLQHV RI *URZWK´ 9 ist ungebro-
FKHQÄ7KH XQLYHUVH RI 71&V LV ODUJH GLYHUVH DQG H[SDQGLQJ´ UNCTAD 2005: 13). Ihre schiere Anzahl hat sich von ca. 35.000 im Jahr 1991 auf ca. 79.000 im Jahr 2007 mehr als verdoppelt 10 . Die weltweiten Umsätze multinationaler Unternehmen stiegen 2007 um 21% gegenüber 2006 auf 31 Billionen US-$ 11 .
Üblicherweise wird das quantitative Ausmaß der Internationalität einer Firma durch Internationalisierungsgrade, -profile oder ±indexe ermittelt 12 . Dabei wird
häufig der Transnationalitäts-Index (TNI) der UNCTAD verwendet: ³71,WKH7UDQVQDWLRQDOLW\,QGH[LVFDOFXODWHGDVWKHDYHUDJHRIWKHIROORZLQJWKUHHUDWLRVIRUHLJQ 13
DVVHWVWRWRWDODVVHWVIRUHLJQVDOHVWRWRWDOVDOHVDQGIRUHLJQHPSOR\PHQWWRWRWDOHPSOR\PHQW´
Abschließend ein terminologischer HLQZHLV 'HU %HJULII ÄPXOWLQDWLRQDOH 8QWHU-QHKPXQJ³LVWYRQÄ6WDPPKDXV³]XXQWHUVFKHLGHQ(UPHLQWGDV*Hsamtunterneh-PHQ ZlKUHQG Ä6WDPPKDXV³ 14 , Ä0XWterunternehPHQ³ RGHU Ä0XWWHUJHVHOOVFKDIW³
die Unternehmenszentrale als ein Teil des Gesamtunternehmens bezeichnen. 15
2.2 Die Tochtergesellschaft
Tochtergesellschaften 16 sind in Abgrenzung zu Betriebsstätten oder Repräsen-
tanzen rechtlich selbstständig, unterliegen aber wirtschaftlich der Verfügungsgewalt der Muttergesellschaft (vgl. WELGE, HOLTBRÜGGE 2006: 128).
9 So der 7LWHOHLQHVGHUHUVWHQ:RUOG,QYHVWPHQW5HSRUWVDXVGHP-DKUHÄ7UDQVQDWLRQDO&RU-SRUDWLRQVDV(QJLQHVRI*URZWK³81&7$''LH81&7$'YHUZHQGHWGXUFKJlQJLJGHQ%H-
JULIIÄ7UDQVQDWLRQDO&RUSRUDWLRQ³71&IUPultinationale Unternehmen. Vgl. auch IETTO-GILLIES 2003.
10 Vgl. UNCTAD 1992: 12; UNCTAD 2008: 212
11 Vgl. UNCTAD 2008: XVI
12 Eine vertiefte Darstellung dieser Kenngrößen bieten KUTSCHKER, SCHMID 2008: 261 ff. Dort wird auch auf die Problematik quantitativer Kennzahlensysteme hingewiesen.
13 UNCTAD 2008: 28
14 Die englischsprachige Literatur verwendet hierfür die Bezeichnungen Ä+HDGTXDUWHU³ oder ÄSDUHQW FRPSDQ\³. In Abgrenzung zu Headquarters auf Geschäftsbereichsebene wird die Unternehmens- ]HQWUDOHDXFKÄ&RUSRUDWH+HDGTXDUWHU³JHQDQQWYJOBIRKINSHAW 2006:683).
15 Zu den zahlreichen MNU-Theorien und -Typologien siehe u. a. WELGE, HOLTBRÜGGE 2006: 80 ff.; KUTSCHKER, SCHMID 2008: 284 ff.; HARZING 2000: 104 f.; Konzernstrukturen bei WENGER 1999: 116 ff.
16 UnteUÄ7RFKWHUJHVHOOVFKDIWHQ³VLQGLQGLHVHU$UEHLWLPPHUausländische und 100%-ige (wholly owned foreign companies) zu verstehen. SynoQ\PZLUGGHU%HJULIIÄ$XVODQGVHLQKHLW³YHUZHQGHW Die engliVFKHQ%H]HLFKQXQJHQVLQG³IRUHLJQDIILOLDWHV³RGHU³IRUHLJQVXEVLGLDULHV³ Seite 11 von 65
Unter der Vielzahl möglicher Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien ver- N|USHUQ7RFKWHUJHVHOOVFKDIWHQ GHQ ÄK|FKVWHQ ,QWHUQDWLRQDOLVLHUXQJVJUDG³ WEL- GE,HOLTBRÜGGE 2006: 112) 17 : Sie repräsentieren auf dem Stufenmodell der In-
ternationalisierung den größten Anteil an Kapital- und Managementleistungen im 18 Gastland (s. Anl. 1) . Auf der Skala der Möglichkeiten, internationale Transaktionen abzuwickeln, nämlich extern über den Markt oder unternehmensintern (Ä+LH- UDUFKLH³) inForm von Exporten und Direktinvestitionen (vgl. WELGE, HOLT-BRÜGGE ZHLVHQ VLH GHQ K|FKVWHQ Ä,QWHUQDOLVLHUXQJVJUDG³ DXI ,KUH Existen] YHUGDQNW VLFK DXFK GHQ .RVWHQ YRQ Ã0DUNWXQvollkommenheiWHQ¶ Aus- ODQGVHLQKHLWHQHUVFKHLQHQ ÄZKHUH LW LV FKHDSHr to allocate international resources internally than it is to use the marNHWWRGRVR³BROWN, zitiert nach WELGE, HOLTBRÜGGE 2006: 74).
Die Existenz von Tochtergesellschaften beruht ± im Unterschied zu Exporten oder Lizenzgeschäften ± auf ausländischen Direktinvestitionen, die anders als reine Ä3RUWIROLR-InvestitioQHQ³ GDV ,QWHUHVVH DQ HLQHP GDXHUhaften Einfluss und Engagement im Gastland signalisieren. Dies betont auch die UNCTAD-Definition: ³$IRUHLJQDIILOLDWHLVDQ«HQWHUSULVHLQZKLFK an investor, that is a resident in another econ-
19
oP\RZQVDVWDNHWKDWSHUPLWVDODVWLQJLQWHUHVWLQWKHPDQDJHPHQWRIWKDWHQWHUSULVH´ 6WDWLVWLVFKH =DKOHQ EHOHJHQ GLH ÄLQFUHDVLQJ LPSRUWDQFH RI IRUHLJQ GLUect invest- PHQWV³UNCTAD 1991:3 ff.) seit den 1980-er Jahren. Das weltweite Volumen der FDI inflows wuchs von 58 Milliarden US-$ im Jahr 1982 auf die Rekordhöhe von
1. 833 Billionen im Jahr 2007 (s. Anl. 2). Die Neugründung, Akquisition oder der Ausbau von Auslandseinheiten bildeten die Investitionsschwerpunkte. Ihre schiere Anzahl hat sich von ca. 147.000 im Jahr 1991 auf ca. 795.000 im Jahr 2007 mehr als verfünffacht. Das von ihnen erzeugte Wertschöpfungsvolumen im 20 Produktionsbereich stellt ca. 11% der weltweiten Wirtschaftsleistung dar .
Direktinvestitionen erfüllen die Anforderungen des Ä2/,³-Paradigmas in DUN-NINGS eklektischer Theorie. Danach werden Art und Umfang des Auslandsengagements DXIÄWKUHHPDLQGHWHUPLQDQWV³(vgl. DUNNING 1980: 9) zurückgeführt: 1) Ownership (O): Das MNU besitzt spezifische Stärken, die ausUHLFKHQ Äthe FRVWVRIVHUYLFLQJDQXQIDPLOLDURUGLVWDQWHQYLURQPHQW³]Xakzeptieren. 2) Location (L): Ausländische Standorte sind attraktiver als inländische.
17 Gründe und Vorausetzungen für die Wahl einzelner Markterschließungsformen zeigt ZSCHIEDRICH am Beispiel der MOE-Staaten (2005: 5)
18 StufenPRGHOOHGHU,QWHUQDWLRQDOLVLHUXQJYRQ8QWHUQHKPHQJHKHQKlXILJDXIGDVVRJÄ8SSVDOD-Modell³]XUFN,nternationalisierungstreiber bilden dort zuQHKPHQGHVÄ0DUNHWNQRZOHGJH³XQG Ä0DUNHWFRPPLWPHQW³JOHANSON, VAHLNE 1977: 26). In heutiger Zeit wird dieses Modell beson- GHUVGXUFKGDV$XINRPPHQYRQÄERUQJOREDOV³GHU,QWHUQHW-Wirtschaft eingeschränkt..
19 UNCTAD 2008: 249 20 Vgl. UNCTAD 2008: 9 Seite 12 von 65
3)
Internalization (L):
Die Eigennutzung der
ÄILUP-specific
assets³ wird einem Ver-
kauf oder einer Vermietung dieser assets vorgezogen
Üblicherweise werden mit DUNNING vier Motivgruppen unterschieden, die den 21 Einsatz ausländischer Direktinvestitionen begründen :
Zugang zu natürlichen und kostengünstigen ¾ Ä5HVRXUFHVHHNLQJ³ Ressourcen
Erschließung neuer Absatz- und Beschaffungs- ¾ Ä0DUNHWVHHNLQJ³ märkte
¾ Ä(IILFLHQF\VHHNLQJ³ (U]LHOXQJYRQ.RVWHQYRUWHLOHQDXVÄHFRQRP\RI VFDOHDQGVFRSH³- Effekten
¾ Ä6WUDWHJLF$VVHW6HHNLQJ³ Erwerb von überwiegend intangible assets (Know-how, informelle Netzwerke etc.)
Abschließend eine Kenngröße, mit der die UNCTAD die weltweite Verteilung von Auslandseinheiten misst: Der Index der Internationalität (II) berechnet das Verhältnis der ausländischen Niederlassungen zu ihrer Gesamtzahl im Unternehmen. Derzeit liegen im weltweiten Durchschnitt der 100 größten Unternehmen 22 mehr als 70% ihrer Niederlassungen im Ausland.
2.3 Integration und Differenzierung
Differenzierung ist das Bilden von Unterschieden und Abstufungen. Integration ist das Zusammenfügen des Differenzierten zu einem funktionsfähigem Ganzen (vgl. SCHREYÖGG 2003: 334).
8QWHUQHKPHQ VLQG ÄRIIHQH³ 6\VWHPH GLH PLW LKUHU UHOHYDQWHQ 8PZHOW LQ %Hzie- hungstehen. Die Unternehmensumwelt lässt sich gliedern in (1) die allgemeine Umgebung (Makroumgebung), die das Feld der indirekt auf eine Organisation einwirkenden Kräfte umfasst (u. a. technologische, politisch-rechtliche, sozio-kulturelle, ökologische, makroökonomische Teilfelder) und (2) das Aufgabenumfeld (Mikroumgebung), das u. a. durch Wettbewerbsverhältnisse, Kundenstrukturen, Lieferanten geprägt (vgl. SCHREYÖGG 2003: 316 ff.). 23
Unternehmen reagieren auf steigende Umweltkomplexität mit der Zunahme ihrer 24 Innendifferenzierung ± durch Bildung von Bereichen, Abteilungen, Gruppen etc.
21 Vgl. DUNNING 1998: 53
22 Vgl. UNCTAD 2008: 29
23 In der Literatur finden sich weitere Bezeichnungen für die Gliederung der Unternehmensumwelt, bspw. unterscheidet BÖTTCHER GLHÄUHPRWH³XQGÄWDVNHQYLURQPHQW³BÖTTCHER 1996: 56). Die Merkmale stimmen aber weitestgehend überein.
24 Vgl. LAWRENCE, LOSCH 1967: 3 f.; GHOSHAL, NOHRIA 1989: 327 Seite 13 von 65
Arbeit zitieren:
Helfried Zimmermann, 2009, Zwischen Integration und Differenzierung - Die strategische Rolle von Tochtergesellschaften in der internationalen Unternehmung, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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