Inhalt
Inhalt............................................................................................................................. 2
Einleitung 3
I. Topographie 4
II. Historischer Verlauf. 5
a) Die Frühzeit 5
b) Elis und Olympia in archaischer Zeit. 6
c) Blüte in der klassischen Zeit und die ersten Zeichen des Niedergangs. 8
III: Die Bedeutung Olympias für Elis. 12
a) Innenpolitische und administrative Bedeutung 12
b) Festfriede, Strafen und Tempelschatz 14
c) Ökonomische Bedeutung Olympias 17
d) Außenpolitische Bedeutung 21
Fazit 24
Quellenverzeichnis 25
Literarische Quellen 25
Epigraphische Quellen. 25
Numismatische Quellen. 25
Literaturverzeichnis 26
Bildnachweis 26
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Einleitung
Hört man den Namen Olympia, denkt man automatisch zunächst an Sport und Spiele, und vielleicht auch noch an das dortige Zeusheiligtum. Auch bei den meisten Abhandlungen stehen Sport und Kult im Vordergrund, die Stadt Elis, die das Heiligtum die längste Zeit verwaltete, wird dagegen kaum betrachtet. Das geringe Interesse kommt schon darin zum Ausdruck, dass der Artikel in Paulys Realencyclopädie von Heinrich Swoboda aus dem Jahre 1905 immer noch die maßgebende und umfassendste Gesamtdarstellung zur elischen Geschichte und der Geschichte des Verhältnisses zwischen Elis und Olympia ist. Erst in jüngerer Zeit rückt auch die Stadt Elis mehr in den Fokus der Forschung. In dieser Arbeit wird das Verhältnis zwischen den Eleiern und Olympia betrachtet. Die zentrale Frage ist dabei: Welche Bedeutung hatte das Heiligtum für die Eleier? Um diese Frage zu beantworten werden die politische, gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung Olympias betrachtet. Wegen der fehlenden Gesamtdarstellung ist es angebracht, der eleischen Geschichte einen angemessenen Platz einzuräumen. Für die historische Darstellung sind vor allem die literarischen Quellen von Bedeutung. Es sind wiedereinmal die großen Historiker, Thukydides und Xenophon die uns die meisten Informationen liefern sowie der Geograph Strabon und natürlich Pausanias. Neben diesen gibt es noch vereinzelt Hinweise, die für das Thema relevant sind und aufschlussreiche Hinweise geben. Für die historische Darstellung nur von ergänzender, für politische und Rechtsfragen aber von bedeutender Natur sind die, in Olympia so zahlreich gefundenen Inschriften. Um die Bedeutung Olympias für Elis zu erschließen sind vielfach aber auch die archäologischen Zeugnisse, vor allem die der jüngeren Zeit von großer Bedeutung. Zwar ist das Heiligtum selbst recht gut ergraben, doch wurden in Elis bisher meist nur Probegrabungen unternommen. Umfassende Ausgrabungen sind hier erst im Gange, so dass in den nächsten Jahren noch mit neuen Informationen zu rechnen ist. 1
1 Alle Jahreszahlen beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf die Zeit vor Christi Geburt.
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I. Topographie
Die Landschaft Elis bezeichnete ursprünglich die große Küstenebene im Westen der Peloponnes. In späterer Zeit, als sich die Macht der Eleier ausgedehnt hatte, wurde der Begriff auf das ganze Gebiet ausgedehnt und das ursprüngliche Stammland als ‚Hohles Elis’ bezeichnet. Im Norden wurde das Gebiet durch Achaia begrenzt, im Westen durch Arkadien und im Süden durch Messenien. Zwei Flüsse durchqueren das Land, der Peneios im Norden und der Alpheios im Süden.
Olympia ist der Name für eine kleine Ebene im Tal des unteren Alpheios ca. 60 km von der Hauptstadt Elis entfernt. Sie ist im Norden und Nordosten von den Ausläufern des Pholoegebirges begrenzt, im Süden vom Alpheios.
2 Strab. VIII 343 und 358.
3 Strab. VIII 356. ; Xen. hell. III 2, 26.
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II. Historischer Verlauf
a) Die Frühzeit
Im Zuge der Dorischen Wanderung setzte sich ein aitolischer Volksstamm, der von Norden über das Meer eindrang im Hohlen Elis fest 4 , wo es zur Vermischung mit Teilen der ansässigen Bevölkerung kam. Die Niederlassung erfolgte in einer größeren Zahl von offenen Dörfern, die zusammen einen lockeren Staat bildeten. 5 Die Hauptstadt Elis entstand erst im Jahre 471/0 durch Synoikismos. Nach der Beseitigung des Königtums wurde der Staat von einer strengen Oligarchie von Grundbesitzern regiert. 6 Die Eleier waren politisch nicht sehr regsam, jedenfalls scheint es in älterer Zeit nicht zu inneren Unruhen gekommen zu sein. Das führte, zusammen mit der guten Nahrungsversorgung, zu einem hohen Bevölkerungswachstum und somit zu einem starken Expansionsdrang. Diesen befriedigten die Eleier indem sie ihre Grenzen nach Osten und Süden erweiterten und die angrenzenden Landschaften unterwarfen. 7 Zuerst wurde die Akroreia un-terworfen, ein Gebiet östlich des Hohlen Elis. 8 Nachdem sie so ihre Flanke gesichert hatten, gingen die Eleier gegen die südlichen Gebiete vor. Hier war die Unterwerfung der Pisatis von enormer Bedeutung, nicht nur für die Eleier selbst, sondern für alle Hellenen. Nun fiel ihnen nämlich die Leitung des Heiligtums von Olympia zu, die zuvor die Pisaten innegehabt hatten. Wann genau dies erfolgte, ist allerdings nicht mehr zu bestimmen. 9 Die Eleier gingen sogleich daran die Spiele neu zu ordnen, die sicher schon seit mykenischer Zeit hier stattfanden. Nach einer Überlieferung waren es die beiden Eleier Lykurg und Iphitos gemeinsam mit dem Pisaten Kleosthenes, die die Spiele stifteten. 10 Aus dieser Überlieferung lässt sich auf eine gemeinsame Verwaltung des Heiligtums durch die Eleier und Pisaten, zumindest in der Anfangszeit schließen.
4 Ephor. frg. 15 bei Strab. VIII 357; frg. 29 bei Strab. X 463 und 464.
5 Vgl. Meyer, Geschichte des Altertums, S. 295 und 327.
6 Vgl. Busolt, Lakedaimonier, S. 172 ff.
7 Vgl. Swoboda, Elis, Sp. 2381.
8 Nach Busolt fand die Unterwerfung der Akroreia gleichzeitig mit der Besetzung des Hohlen Elis statt
(Lakedaimonier, S. 177 und 133.), Swoboda bestreitet dies, da sich die ursprüngliche Stammesart der
Bevölkerung viel unvermischter erhalten habe (Elis, Sp. 2388.).
9 Wahrscheinlich fällt der Zeitpunkt mit der Einführung der Olympiadenrechnung zusammen, mit der
sicher eine Neuordnung der Spiele zusammenhing (Swoboda, Elis, Sp. 2384).
10 Phlegon, frg. 1.
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Mit der Neugründung der Spiele und Koroibos, dem Sieger der ersten Olympiade, beginnt die geschichtliche Periode Olympias. 11
b) Elis und Olympia in archaischer Zeit
Mit der ersten Olympiade begann eine längere Zeit der elischen Vorherrschaft. Erst nach gut einem Jahrhundert gelang es den Pisaten noch einmal Olympia zurückzugewinnen. Wann genau sie dieses erreichten, ist nicht sicher, nach Strabon behielten die Eleier bis zur 26. Olympiade (776 bis 672) die Agonothesie und verloren sie danach für eine geraume Zeit an die Pisaten. 12 Nach anderer Überlieferung leiteten die Pisaten die Spiele der 28. Olympiade und dann die ab der 30. folgenden 22, also bis zur 52. Olympiade. 13 Mit Hilfe Spartas gelang es den Eleiern schließlich wieder das Heiligtum und damit die Spiele zurückzugewinnen. Wahrscheinlich geschah das noch am Ende des siebten Jahrhunderts, nach dem zweiten Messenischen Krieg. 14 Im Jahr 580 jedenfalls stellten die Eleier bereits zwei Hellanodiken 15 , müssen also zu diesem Zeitpunkt wieder die alleinige Leitung der Spiele innegehabt haben. 16 Doch warum gelang es den Pisaten überhaupt Olympia wider zu übernehmen? Die Eleier könnten zu dieser Zeit durch einen Krieg an der Nordgrenze stark geschwächt gewesen sein. 17 Es scheint als wäre das siebte Jahrhundert eine Zeit des Verfalls für Elis gewesen und ihre Herrschaft „durch die Erfolge der Pisaten, die ihrerseits wieder an den Arkadern und Messeniern einen Rückhalt hatten, ins Wanken geriet, bis es ihnen zu Ende dieses Abschnittes gelang, sich aufzuraffen.“ 18 Mit der Niederlage der Messenier ging auch die Pisatische Macht zurück, entweder verloren sie die Agonothesie sofort, oder die Machtverhältnisse schwankten noch eine Weile. Zu dieser Zeit könnte der Zug Pheidons gefallen sein, den die Pisaten zu Hilfe gerufen haben sollen. Er bemächtigte sich des Heiligtums und feierte selbst, oder gemeinsam mit den Pisaten das Fest. 19 Wie
11 Das Datum der ersten Olympischen Spiele von 776 ist freilich fiktiv. Es wurde von Hippias von Elis im
fünften Jahrhundert berechnet und diente nicht zuletzt der Legitimation der elischen Besitzrechte.
12 Strab. VIII 355.
13 Julius Africanus 668 (Euseb. cron. I 198 Sch.). Die Aussagen des Africanus ließen sich mit denen Stra-
bons durch eine andere Lesung allerdings in Einklang bringen (Schwarz, Tyrtaeos S.431). Nach Pausani-
as (VI 22.) gelang es den Pisaten nur unter ihrem König Pantaleon die Spiele der 34. Olympiade zu feiern,
die später von den Eleiern als Anolympias gerechnet wurde.
14 Vgl. Ziehen, Olympia, Sp. 2531.
15 Paus. V 9, 5.
16 I.v.O. 2.
17 Iulius Africanus 660 (Euseb. cron. I 198 Sch.).
18 Swoboda, Elis, Sp. 2390.
19 Hdt. VI 127. Dagegen fand der Zug nach Pausanias (VI 22.) schon in der 8. Olympiade statt, wofür
auch Swoboda (Elis, Sp. 2386.) plädiert. Als ältester Zeuge verdient Herodot hier den Vorzug.
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genau letztendlich der Übergang vor sich ging ist unklar, sicher ist jedoch, dass es um die 48. Olympiade unter dem Pisatenkönig Damophon zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam. Dieser Konflikt scheint am Ende durch eine Übereinkunft beigelegt worden zu sein. 20 Ein solcher Vertag wäre sicher nicht zustande gekommen, hätten die Eleier die Pisaten militärisch besiegt. Viel eher haben sie sich eine Niederlage geholt, die Pausanias, der sich an der elischen Tradition orientierte, zu verschleiern suchte. 21 Dass es tatsächlich einen Vertrag gegeben hat, ist nicht unwahrscheinlich. Jedenfalls wird im Jahre 580 ein zweiter Hellanodike eingeführt, was auf einen Kompromiss hindeutet. Der eine wäre demnach Eleier gewesen und der zweite ein Pisate. 22 Doch die Übereinkunft war letztlich nur von kurzer Dauer, denn schon kurz nach Damophons Tod versuchte sein Bruder Pyrrhos das Heiligtum wieder gänzlich zurückzugewinnen. 23 Der Versuch schlug fehl: Pisa wurde komplett aus der Verwaltung Olympias herausgedrängt und die Pisatis selbst unterworfen. Doch wie konnte es den Eleiern gelingen in solch einer relativ kurzen Zeit ihre Macht wiederherzustellen? Zum einen scheint um die Wende zum sechsten Jahrhundert eine Reorganisation des elischen Staates durchgeführt worden zu sein. Die strenge Oligarchie wurde abgemildert und das Volk erhielt mehr Anteil an der Regierungsgewalt. 24 Daraus lässt sich schließen, dass die militärische Bedeutung des ‚Volkes’ gestiegen, die Heeresmacht der Eleier also größer war als in früheren Zeiten. Zum anderen bemühte sich Elis um Bündnisse mit anderen Staaten. Hier könnte vor allem das Bündnis mit Heraia von Bedeutung gewesen sein, durch das die Pisaten von ihren arkadischen Stammesverwandten getrennt waren, die ihnen noch im zweiten Messenischen Krieg beigestanden hatten. 25 Noch wichtiger dürfte allerdings die Hilfe Spartas gewesen sein, deren sich die Eleier versicherten. 26 Die Pisaten waren nun fast völlig auf sich gestellt, nur die Triphylier waren als Verbündeter übriggeblieben. 27 Auch die Erhebung der Perioikenstadt Dyspontion konnte den entgültigen Sieg der Eleier, um das Jahr 570, nicht verhindern. Die Pisatis wurde unter-
20 Paus.VI 22.
21 Vgl. Swoboda, Elis, Sp. 2390.
22 Vgl. Ziehen, Olympia, Sp. 2534.
23 Paus. VI 22, 4. Ob die Initiative hier wirklich von Pyrrhos ausging ist fraglich, denn zum einen steht
Pausanias Aussage im Wiederspruch zu seiner Erklärung über die Entstehung des Kollegiums der 16
Frauen (V 16, 5.), und zum anderen dürften die Kräfteverhältnisse zwischen Elis und Pisa zu diesem
Zeitpunkt zu verschieden gewesen sein.
24 Vgl. Swoboda, Elis, Sp. 2390.
25 Zur Rückgewinnung Olympias durch die Eleier: Vgl. Swoboda, Elis, Sp. 2391. Bündnis zwischen Elis
und Heraia: I.v.O. 9. Roy (Quarrel, S. 367.) und andere datieren die Urkunde und somit das Bündnis erst
auf die Zeit um 500.
26 Strab. VIII 355.
27 Paus. VI 22, 3 ff.
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Arbeit zitieren:
Frank Schleicher, 2004, Olympia und Elis, München, GRIN Verlag GmbH
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