1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 2
2 Einleitung 3
3 Verknüpfungstypen und Realisierungsformen von Adverbialbeziehungen 5
4 Sachanalyse: Kausale Adverbialbeziehungen (im weiteren Sinne) und ihre
Realisierungsmöglichkeiten 7
4.1 Kausalität im engeren Sinne 7 4.2 Konsekutivität 9 4.3 Finalität 11 4.4 Konditionalität 13 4.5 Konzessivität 14
5 Kurze Einführung in die Textsorte ‚Sachtexte’, insbesondere Versuchsbeschreibungen 17
6 Vorstellung einer eigenen, integrativ angelegten, Unterrichtssequenz zum Thema
‚Kausale Adverbialbeziehungen und ihre Realisierungsmöglichkeiten’ in der Klasse 7
(Gymnasium)am Beispiel von Sachtexten, insbesondere Versuchsbeschreibungen. 19
6.1 Einordnung der Sequenz in die übergeordnete Unterrichtsreihe 20 6.2 Lehrplananbindung 21 6.3 Notwendige Voraussetzungen und Vorkenntnisse der SuS 22 6.4 Ziele der Unterrichtseinheit 22 6.5 Geplanter Unterrichtsverlauf 24
7 Fazit und abschließende Diskussion über die Relevanz der Thematik und die
Realisierung der Unterrichtseinheit 29
8 Literaturverzeichnis 31
2
2 Einleitung
Beim Blick in den Unterrichtsalltag des Faches Deutsch ist schnell festzustellen, dass der Grammatikunterricht deutlich unterrepräsentiert ist im Vergleich zum Literatur- oder Sprachunterricht. Werden grammatische Themen behandelt geschieht dies häufig nur deshalb, weil sie laut Lehrplan behandelt werden müssen. Häufig erkennen die Schüler und Schülerinnen (SuS) aus solch einem Unterricht nicht die praktische Relevanz für ihre eigene Textproduktionen und Sprachäußerungen, so dass der Unterricht nicht sein Ziel erreichen kann (vgl. Ulrich, Winfried 2001: 4 ff.). Diesen Problemlagen versucht das Konzept des integrativen Grammatikunterrichts entgegenzuwirken, in welchem ein grammatisches Thema mit einem anderen Unterrichtsgegenstand kombiniert wird (sowohl aus den Themenbereichen Sprechen und Zuhören, Schreiben, als auch Lesen und Umgang mit Texten und Medien), um den Sinn für die SuS deutlicher zu machen.
Die nun folgende Arbeit hat eben die Konzeption einer solch integrativ angelegten Unterrichtssequenz zum Ziel, die das grammatische Thema der ‚kausalen Adverbialbeziehungen und ihre Reali-sierungsformen’ anhand von Sachtexten, insbesondere Versuchsbeschreibungen behandelt. Hierzu soll zunächst kurz erläutert werden was Adverbiale sind, wie sie klassifiziert werden können und welche syntaktische Funktion sie aufweisen.
Adverbiale geben die näheren Umstände einer Handlung, eines Vorganges oder eines Zustandes an und können einerseits als Angabe (freie Adverbiale) und andererseits als (syntaktisch notwendige) Ergänzung, um die es schwerpunktmäßig in der folgenden Arbeit gehen soll, realisiert werden. Ergänzung heißt hierbei, dass das Adverbial vom Valenzrahmen eines anderen Wortes (v.a. Verben) gefordert wird und folglich nicht weggelassen werden kann (vgl. Duden (Hrsg.) 2009: 781 f.). [1a] *Die Sitzung dauerte. [1b] Die Sitzung dauerte bereits zwei Stunden.
Überwiegend werden Adverbiale in drei bis vier Großgruppen zusammengefasst (vgl. Duden (Hrsg.) 2009: 783 ff.), wobei die drei Gruppen Modaladverbiale (Art und Weise), Temporaladverbiale (Zeit) und Kausaladverbiale (Grund) 1 in nahezu jeder Grammatik, darüber hinaus zum Teil Lokaladverbiale (Ort), aufgeführt werden. Teilweise werden Adverbialbeziehungen in Grammatiken nicht in Gruppen zusammengefasst, sondern einzeln mit Bezug zueinander dargestellt (Boettcher, Wolfgang 2009b: 179 ff.). In der nun folgenden Arbeit soll sich hauptsächlich mit der Großgruppe Kausaladverbiale befasst werden, welche in Kapitel 4 genauer thematisiert werden. Dem wird eine allgemeine Einführung zu Verknüpfungstypen und Realisierungsformen von Adverbialbeziehungen vorangehen. Diesem fachwissenschaftlichen Teil der Arbeit folgt der Fachdidaktische, der mit einer kurzen Einführung in die Textsorte Sachtext, beziehungsweise Versuchsbe-
1 DieGroßgruppe der kausalen Adverbialbeziehungen wird im Folgenden auch als Kausalität im weiteren Sinne be-
zeichnet.
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schreibung beginnt. Daran schließt sich die Vorstellung der integrativ geplanten Unterrichtssequenz (Klasse 7, Gymnasium) mit dem Thema ‚Kausale Adverbialbeziehungen und ihre Realisierungsmöglichkeiten am Beispiel von Sachtexten, insbesondere Versuchsbeschreibungen’ an. Abschließend soll ein Fazit über die Thematik der Arbeit gezogen werden, indem diskutiert werden soll, ob und inwieweit die Thematik für die SuS relevant ist und welche Probleme und Risiken bei der Durchführung der geplanten Unterrichtseinheit eintreten können
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3 Verknüpfungstypen und Realisierungsformen von Adverbialbeziehungen
Wie oben beschrieben wurde, soll als erster Schritt mögliche Realisierungsformen und Verknüpfungstypen von adverbialen Beziehungen vorgestellt werden, die als notwendiges Hintergrundwissen für die folgende Reihenplanung und dazugehöriger Sachanalyse anzusehen sind. Boettcher legt in seiner Grammatik zum komplexen Satz fünf Verknüpfungstypen fest, mit denen eine adverbiale Beziehung zwischen zwei Sätzen, beziehungsweise Teilsätzen, realisiert werden können. Hierbei unterscheidet er zwischen folgenden Verknüpfungstypen: Verknüpfungstyp A - Satzgefüge: Die adverbiale Beziehung zwischen Hauptsatz (HS) und Nebensatz (NS) werden durch eine subordinierende, unterordnende Konjunktion erzeugt, die den NS einleitet. Folglich steht die adverbiale Information im NS, während der HS den Matrixsatz darstellt.
Verknüpfungstyp B - weiterführendes Satzgefüge: Im Gegensatz zum einfachen Satzgefüge steht die adverbiale Information bei einem weiterführenden Satzgefüge im HS, während der NS den Matrixsatz darstellt und mit einem w-Wort (weshalb, weswegen etc.) eingeleitet wird (vgl. Boettcher, Wolfgang 2009a: 78 ff.).
Verknüpfungstyp C - weiterführende Satzreihe: Im Gegensatz zu A und B besteht die adverbiale Beziehung hierbei zwischen zwei HS. Die adverbiale Information steht im ersten HS, „auf den sich - ähnlich wie bei B - der zweite Hauptsatz durch ein d-Wort (deshalb) rückbezieht“ (ebd.: 79).
Verknüpfungstyp D - Satzreihe: Wenn zwei HS durch eine nebenordnende Konjunktion ver-bunden werden, wird von einer (einfachen) Satzreihe gesprochen. Der zweite, durch die Konjunktion eingeleitete HS, beinhaltet die adverbiale Information. Weiterhin sind Konjunktionaladverbien im zweiten Hauptsatz wie nämlich möglich.
Verknüpfungstyp E - implizite Satzreihe: Adverbiale Beziehungen können des Weiteren auch durch nicht grammatische Möglichkeiten realisiert werden. Bei der impliziten Satzreihe entsteht der adverbiale Zusammenhang zwischen zwei HS über den Kontext und das Wissen über bestimmte Phänomene, Regelmäßigkeiten oder Verhaltensweisen 2 . Die adverbiale Information liegt hierbei im zweiten HS, während der erste HS den Matrixsatz darstellt (vgl. ebd.: 79). Diese nun vorgestellten Verknüpfungstypen bei Adverbialbeziehungen werden im folgenden Schritt noch genauer im Bezug auf kausale Adverbialbeziehungen im weiteren Sinne thematisiert, wobei auch diverse Beispielsätze zur Erläuterung herangezogen werden. Ansonsten werden im nächsten Kapitel noch weitere Realisierungsmöglichkeiten von kausalen Adverbialbeziehungen
2 Beispiel: Anna hat Hunger. Anna will was Essen. - Hierbei reicht unser Vorwissen um zu erkennen, dass Anna auf
Grund ihres Hungers was Essen will (kausale Beziehung)
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näher besprochen, welche in der folgenden Auflistung schon einmal kurz und allgemein umrissen werden 3 :
Satzglied: Wie beim Verknüpfungstyp A zu sehen ist, hat der über die Adverbialinformation verfügende Teilsatz eine Satzgliedfunktion zum Matrixsatz (adverbiale Bestimmung, Adverbial), wobei dieses Glied jedoch syntaktisch vom Matrixsatz ausgegliedert wurde. Adverbiale Satzglieder können hingegen ebenfalls innerhalb des Matrixsatzes auftreten, wobei die dann zum größten Teil durch ‚Präposition + Nominalgruppe’ realisiert werden (Er stottert vor lauter Nervosität).
Lexikalische Mittel: Die lexikalischen Mittel, um eine adverbiale Beziehung auszudrücken, könne sehr unterschiedlich aussehen. Häufig werden sie durch nominale oder verbale Mittel realisiert und werden größtenteils als Umschreibungen klassifiziert. So kann eine konsekutive Beziehung (Folge), wird im folgenden Kapitel näher dargestellt, beispielsweise mit dem Verb folgen ausgedrückt werden (..., woraus folgt, dass ...) (vgl. Duden (Hrsg.) 1998: 405 ff.). Weitere, im Folgenden aber nicht weiter thematisierte Realisierungsformen, sind vor allem im mündlichen Sprachgebrauch zu erkennen. Hierunter fallen zum Beispiel gestische oder intona-torische Mittel, wobei sich häufig ein adverbialer Zusammenhang auch alleine aus dem Zusammenhang des Textes oder des Gesprächs ergibt (zu vergleichen mit der implizierten Satzreihe) (ebd.).
Nachdem nun als allgemeine Grundlage die Adverbialbeziehungen und deren Realisierungsmöglichkeiten dargestellt wurden, soll sich im nachfolgenden Schritt speziell auf Kausalität im weiteren Sinne konzentriert werden. Diese ist zugleich als ein notwendiges Hintergrundwissen für die daran anschließende Konzeption einer Unterrichtssequenz zu dieser Thematik anzusehen.
3 Die weiteren Realisierungsmöglichkeiten sind dann den einzelnen Kapiteln der nachfolgenden Sachanalyse zu ent-
nehmen.
6
4 Sachanalyse: Kausale Adverbialbeziehungen (im weiteren Sinne) und ihre Realisierungsmöglichkeiten
Die Erforschung von kausalen Beziehungen ist eine der relevantesten in unserer heutigen Gesellschaft. So wären beispielsweise die modernen Wissenschaften ohne Fragestellungen nach Gründen, Folgen oder Bedingungen von bestimmten Phänomenen nahezu überflüssig. Auch in anderen Kontexten spielen die Fragen Warum? (kausal) oder Wozu? (final) insoferneine wesentliche Bedeutung, als dass sich bereits SuS fragen, welchen Grund und welchen Zweck das Erlernen einer bestimmten Fähigkeit oder Inhalts hat. Solche reflexiven Fragestellungen haben vermutlich jeden von uns bereits einmal beschäftigt. Auch bei vielen (zwischen-) menschlichen Interaktionen stellen Begründungen ein wesentliches Element dar, um einen Sachverhalt nachvollziehbar darzulegen, In vielen deutschen Grammatiken werden genau diese genannten Aspekte unter der Kategorie der kausalen Beziehungen zusammengefasst (vgl. u.a. Boettcher, Wolfgang 2009a: 120; Duden (Hrsg.) 2009: 785). Diese übergeordnete Kategorie soll nun ‚Kausalität im weiteren Sinne’ genannt werden, um eine deutliche Abgrenzung zu der im ersten Schritt vorzustellenden kausalen Adverbialbeziehung herzustellen, mit der Angaben zu Gründen gegeben werden können. Weiterhin werden die adverbialen Beziehungsvarianten Konsekutivität, Finalität, Konditionalität und Konzessivität bezüglich allgemeiner Charakteristika und möglicher Realisierungsformen vorgestellt.
4.1 Kausalität im engeren Sinne
Zu Beginn der Ausführungen ist noch einmal hervorzuheben, dass Kausalität im engeren Sinne neben Gründen auch eine Ursache oder ein Motiv angeben können. Zifonun et. al. unterscheiden in diesem Zusammenhang sogar zwischen Realgründe, Beweggründe und logische Gesetzmäßigkeiten (Zifonun, Gisela et. al. (Hrsg.) 1997: 2297). Ich habe den Regenschirm aufgespannt, weil es regnet 4 . [2a]
Die zuvor beschriebenen Verknüpfungstypen nach Boettcher, lassen sich alle im Bezug auf eine kausale Beziehung realisieren. Hierbei besteht die gebräuchlichste Ausdrucksform von Kausalität in denjenigen Kausalsätzen, welche durch ein Satzgefüge (Verknüpfungstyp A) realisiert werden. Somit wird zwischen dem Matrixsatz und dem Konstituentensatz ein Verhältnis der Kausalität realisiert, das heißt, dass der Nebensatz die Ursache für das Geschehen im Hauptsatz liefert. Im Hauptsatz wird dementsprechend die Folge aus dem Geschehen des Nebensatzes dargestellt (vgl. Pittner, Karin 1999: 232).
Kausalsätze können mit Hilfe verschiedener Konjunktionen eingeleitet werden, die ihre jeweiligen Besonderheiten aufweisen. Die geläufigste kausale Konjunktion ist weil, die eine Relation zwi- 4 Diekursiv hervorgehobenen Satzteile und Sätze beinhalten den jeweiligen kausalen (im weiteren Sinne) Aspekt. Für
die nachfolgenden Beispiele wird diese Hervorhebung übernommen.
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schen zwei Sachverhalten derart angibt, „dass das Eintreten des einen als hinreichende Bedingung für das Eintreten des anderen“ (Eisenberg, Peter 2006: 335) anzusehen ist (vgl. 2a). Das beschriebene kausale Verhältnis muss jedoch nicht in beiden Richtungen gelten, also wenn p q gilt, dann gilt nicht notwendig q p (vgl. Zifonun, Gisela et. al. (Hrsg.) 1997: 2292). [2b] *Es regnet, weil ich den Regenschirm aufgespannt habe.
Häufig kann die Konjunktion ohne Bedeutungswandel durch da ersetzt werden, jedoch funktioniert dies nicht, wenn der Hauptsatz negiert wird (*Ich gehe nicht zur Schule, da ich krank bin) (vgl. Boettcher, Wolfgang 2009a: 122). Kehrt man das Kausalitätsverhältnis innerhalb des komplexen Satzes um, kann hingegen nur mit da ein interpretierbarer Satz entstehen (vgl. Eisenberg, Peter 2006: 336).
Im Hauptsatz können die Korrelate daher, darum, deswegen und deshalb (bei da auch so) zu dem durch eine Konjunktion eingeleiteten Nebensatz, auftreten. Weitere gebräuchliche, Kausalität bezeichnende, Nebensatzeinleitungen sind: nachdem; dadurch, dass; insofern, als (Helbig, Gerhard, Buscha, Joachim 2001: 607 f.; Duden (Hrsg.) 1998: 402). Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass Kausalsätze größtenteils mit Warum? erfragbar sind.
Ich habe den Regenschirm aufgespannt, weil es regnet. - Warum hast du den Regenschirm aufge-[2c] spannt? Weil es regnet
Jedoch ist die Realisierung eines kausalen Zusammenhangs nicht auf die Konstruktion ‚Hauptsatz + einleitende Konjunktion + Nebensatz’ beschränkt. So soll in der folgenden Auflistung die weiteren Verknüpfungstypen nach Boettcher kurz erläutert werden:
Verknüpfungstyp B: Bei dieser Darstellung eines kausalen Zusammenhangs zwischen zwei Teilsätzen ist der Grund, beziehungsweise das Motiv nicht im Nebensatz zu finden, sondern im Hauptsatz.
Es regnet, weshalb/weswegen/auf Grund dessen/ ich den Regenschirm aufspanne. [2d] Verknüpfungstyp C:
Es regnet. Deshalb/Deswegen spanne ich den Regenschirm auf. [2e]
Verknüpfungstyp D: Die kausale Satzreihe wird vor allem mit der nebenordnenden Konjunktion denn realisiert, wobei der Grund an zweiter Stelle steht (Grund-Hauptsatz). Alltagssprachlich wird jedoch vermehrt weil als koordinierende, einleitende Konjunktion des zweiten Hauptsatzes geduldet. [2f] Ich spanne den Regenschirm aus. Denn es regnet.
Eine weitere Variante der kausalen Satzreihe kann mithilfe des kausalen Konnektors nämlich, einer adverbialen Partikel, gebildet werden. Hierbei ist zu beachten, dass nämlich nur im Grund-Hauptsatz im Mittelfeld auftreten kann (vgl. Blühdorn, Hardarik 2006: 8). [2g] Ich habe den Regenschirm aufgespannt. Es regnet nämlich.
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Arbeit zitieren:
Patrick Gräbner, 2009, Kausale Adverbialbeziehungen und ihre Realisierungsmöglichkeiten am Beispiel von Sachtexten, insbesondere Versuchsbeschreibungen, München, GRIN Verlag GmbH
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