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Inhaltsverzeichnis
1. Hövelmann neuer Schirmherr der Schutzengel 2
Einleitung
2. Die Verkündigung des Engels: swthr - cristoj - kurioj 4
Hauptteil
3. agalomai - stolz sein auf jemanden 11
Fazit
4. Quellenverzeichnis 12
2
1.Hövelmann neuer Schirmherr der „Schutzengel“
Einleitung
Wie kann die Weihnachtsgeschichte medientauglich in unsere heutige Zeit übertragen werden? Diese Frage stellt sich Jungpfarrer Marcus Mockler in seiner Predigt vom 19.Dezember 2007. Wäre es denkbar von einer „Risikoschwangerschaft durch Volkszählung“ zu sprechen, sollte man die Thematik lieber als „Hotelmisere“ abtun durch die ein Kind im Stall zur Welt kam oder kann man noch heute die Menschen mit den Worten fesseln, die der Verheißungsengel laut den Evangelien verkündete 1 ? „Denn euch ist heute der Heiland geboren“ (Lk 2,11) - diese Worte werden all jene kennen, die aus tief empfundenen Glauben oder aus Tradition am Heiligen Abend in den Gottesdienst gehen. Aber was wissen wir denn wirklich über diese Botschaft und ihre Bedeutung? Was wissen wir über den Absender dieser Nachricht und über den Boten selbst?
Natürlich wird jedes Schulkind in etwa wissen, dass am Heiligen Abend ein Engel vom Himmel kam, irgendwo auf Hirten traf und eben diesen von einem Kind in einer Krippe berichtete, das den Frieden auf die Erde bringen wird. Doch leider vermag diese Botschaft heute kaum mehr zu beeindrucken. Vor kurzem fragte ich den siebenjährigen Sohn eines befreundeten Ehepaares, warum wir den eigentlich Weihnachten feiern und er antworte mir darauf: „Das ist irgendwas wegen Amerika und da gibt’s Geschenke.“ Entsetzt fragte ich seine Eltern, ob sie ihm jemals etwas von der Weihnachtsgeschichte erzählt hätten und von dem Engel oder den Hirten. Und genau wie ihr Sohn begegneten sie mir mit Unverständnis. Diese Haltung findet man allzu oft in unserer heutigen Zeit. Dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe. Am leichtesten wäre es zu sagen, dass diese Leute nicht an Gott oder Christus glauben. Aber auch viele, die sich offen zum christlichen Glauben bekennen, haben ihr Zutrauen in die weihnachtliche Verkündigung verloren. Wo ist denn der „Friede auf Erden“ (Lk 2,14), der uns versprochen wurde? Wenn man sich die weltpolitische Lage und die internationalen Konflikte vergegenwärtigt, stellt sich dies als eine berechtige Frage dar. Ein Menschleben wäre nötig, um unsere jetzigen Probleme in einem theologischen Kontext schlüssig zu erklären oder zumindest den Menschen das Vertrauen in das Weihnachtsevangelium nahe zu bringen.
1 Vgl. siehe: MOCKLER, Marcus: Die Schlagzeile des Engels - Predigt zu Lk2,1. Reutlingen 2007. In:
Glaube24, 19.12.2007,
Die_Schlagzeile_des_Engels_Predigten.html?range=detailDataset&record=2276>.
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Die Auseinandersetzung mit diesen Aspekten würde den Rahmen dieses Essays sprengen, weshalb im Augenmerk der folgenden Betrachtungen die Rolle der Engel in der lukanischen Weihnachtsgeschichte stehen soll.
„Sie sitzen auf Highway-Schildern, Reklametafeln und Wolkenkratzern. Sie beobachten das Treiben der Menschen, leiten und beschützen sie. Nur sehen kann man sie nicht, diejenigen, die uns täglich umgeben - Engel.“ 2 Gerson Wehrheim zitiert mit diesen Worten den Kinotrailer zum Film „Stadt der Engel“. Seine Absicht lag darin zu zeigen, dass Engel aus dem religiösen Kontext herausgelöst sind. Sie haben die Rolle von omnipräsenten Wesen eingenommen, die zu kommerziellen Zwecken benutzt werden und aus unserer heutigen Kultur nicht mehr wegzudenken sind. „Hövelmann neuer Schirmherr der Schutzengel“ - so überschrieb eine Lokalzeitung das Konzept mit dem Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Holger Hövelmann die Arbeit des ADAC zu unterstützen plant. 3 Ob als vorweihnachtliche Dekoration oder zur Beschreibung politischer Konzepte - Engel sind überall zu finden. Ihnen werden die Prädikate der Unschuld, der Verspieltheit, des Schutzes sowie der Wärme und Geborgenheit verliehen. Doch dies reicht bei weitem nicht aus um sie zu beschreiben und es ist wohl kaum das, was „Lukas mit seinem erbaulich-legendären Weihnachtsevangelium den modernen Menschen überhaupt […] sagen [will].“ 4 Ihre Rolle im Lukasevangelium (nachfolgend abgekürzt LkEv) ist sehr viel bedeutender. Nachfolgende Ausführungen orientieren sich an folgender Grundthese:
Die Engel im Lukasevangelium sind widersprüchliche Gestalten. Zwischen Autonomie und Abhängigkeit repräsentieren sie den Hofstaat Gottes als auch die Propagandisten des Himmels.
Zu Beginn ist es angebracht sich etwas genauer mit dem Evangelisten Lukas zu beschäftigen, mit den Bedingungen und Problemen, die bei der Abfassung seines Werkes sein Schreiben maßgeblich beeinflusst haben müssen. Erst dann kann man Aussagen über die Engelsgestalten in seinem Werk tätigen.
Dabei wird das Hauptaugenmerk auf Lk 2,1-20 liegen. Zur besseren Begründung wird - an Stellen, die wichtig erscheinen - Bezug auf die Vorgeschichte Lk 1,1-45 genommen. Am Ende dieses Aufsatzes wird abschließend die Grundthese erneut aufgegriffen, verifiziert oder verworfen.
2 WEHRHEIM, Gerson: Engel - Predigt zu Lk2,8. Westhofen 2001. In: Glaube24, 05.12.2001,
3 „Hövelmann neuer Schirmherr der Schutzengel“, In: Magdeburger Generalanzeiger, 16.März 2008, Seite 3.
4 Zit. nach: ERNST, Josef: Lukasevangelium - Stationen am Wege des Heils, Paderborn 1995, Seite 89/90.
Arbeit zitieren:
Daniel Meyer, 2008, Engel in der Weihnachtsgeschichte, München, GRIN Verlag GmbH
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