Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Allgemeine Bestimmungen über die Seele 3
3. Die Seelenvermögen und ihre feste Reihenfolge 5
4. Das Ernährungsvermögen und die Prinzipien der Seele 6
5. Die Wahrnehmung 7
6. Das innere Objekt der Wahrnehmung und die Täuschung der Wahrnehmung. 10
7. Fazit. 11
6. Literaturliste 13
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1. Einleitung
Aristoteles versucht in seiner Schrift „De Anima“ eine wissenschaftliche Analyse über die Seele vorzulegen und die Diskussionen seiner Vorgänger zu einem Abschluss zu bringen. Die Übernahme des systematischen Analysestils, lässt sich im Hinblick auf das Thema dieser Hausarbeit nicht verhindern, vielmehr ist sie notwendig um einen kurzen Einblick darüber zu gewinnen, welchen Begriff Aristoteles von der Seele hat.
Am Anfang der Hausarbeit soll, als kleine Einleitung in die Thematik, aufgezeigt werden, welche allgemeinen Bestimmungen über die Seele in „De Anima“ angeführt werden und wie diese Bestimmungen logisch begründet werden. Zu klären wäre in diesem ersten Abschnitt die Frage, ob die Seele etwas notwendiges für den Körper und warum der Körper auf die Seele angewiesen ist. Entscheidend für die Analyse des Seelenbegriffes bei Aristoteles, ist die Frage nach den Funktionen der Seele und ihrer Reihenfolge im Gefüge der Seelenvermögen. Im laufe der Hausarbeit, wird sich zeigen, von welcher Bedeutung die Analyse der Seelenvermögen für den Körper ist und zu welchem Seelenbegriff man dadurch gelangt. Aus diesen Überlegungen heraus, widmet sich der zweite Teil der Hausarbeit der Frage nach den Seelenvermögen und ihrer Relation zueinander. Hierbei wäre die Frage nach einer eventuellen Hierarchie der Seelenvermögen von grösster Bedeutung.
Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen, ist es zwingend erforderlich, den enormen Inhalt, der in „De Anima“ geboten wird stark einzuschränken. Aus diesem Grund wird sich diese Hausarbeit zwei wichtigen Vermögen widmen, nämlich dem Ernährungsvermögen, als die Grundlage jeglicher lebendiger Existenz, und dem darauf aufbauenden Wahrnehmungsvermögen. Da aber das Wahrnehmungsvermögen der Kern dieser Hausarbeit sein soll, wird sie ausführlicher behandelt werden. Entscheiden sind hier die Fragen nach dem Prozess der Wahrnehmung und einem eventuellen, damit verbundenen Erkenntnisprozesses.
2. Allgemeine Bestimmungen über die Seele
Am Anfang des zweiten Kapitels des Buches De Anima widmet sich Aristoteles der Frage, was die Seele denn eigentlich sei, schränkt diese Frage jedoch erst einmal auf die allgemeinen Bestimmungen der Seele ein. Diese allgemeinen Bestimmungen können nach Aristoteles zu aller erst nur ein kleinster gemeinsamer Nenner sein, der auf alle Seelenvermögen gleichermaßen passt.
3
Nach Aristoteles ist die Seele Substanz des lebendigen Körpers im Sinne des Eidos. Dies leitet Aristoteles wie folgt ab: es gibt drei Arten von Substanz, die Materie, die nur die reine Möglichkeit darstellt und dementsprechend an sich nichts Bestimmtes ist, die Form, die die Verwirklichung und Vollendung des lebendigen Körpers ist und durch die Bestimmtheit an sich geprägt ist und letztendlich die Synthese aus den beiden erstgenannten Substanzen. 1 Daraus lässt sich unschwer ableiten, das natürliche Körper etwas Bestimmtes sind, nämlich die Synthese aus Materie, die die reine Möglichkeit darstellt also aus sich heraus nicht in die Wirklichkeit übergehen kann, und dem Eidos, welches die Vollendung für den lebendigen Körper ist, die so genannte Entelechie. Die These Aristoteles`, das die Seele die Substanz, nämlich die zweite Substanz, und somit die Entelechie des lebendigen Körpers ist, ist somit rein logisch abgeleitet. Als zweiter Schritt wäre in diesem Kapitel zu klären, was bei Aristoteles unter dem Begriff der Entelechie verstanden wird und ob eine Abstufung der Vollendung existiert. Nach Aristoteles gibt es zwei Arten von Entelechie. Zum einen wäre hier die Vollendung im Sinne von Vermögen zu nennen. Als Beispiel könnte hier das Wissen angeführt werden, welches zwar aktuell nicht angewendet wird, aber es die Möglichkeit gibt, dieses Wissen jederzeit anzuwenden. Die zweite Art der Vollendung ist am besten mit dem Begriff der Tätigkeit beschrieben und benennt die aktuelle Anwendung des vorhandenen Wissens. 2 Aristoteles sagt des weiteren, das die Seele Entelechie des lebendigen Körpers im Sinne des Vermögens sein muss und erklärt dies Anhand des Schlafes und des Wachens eines beseelten Körpers. Der Schlaf entspricht demnach dem Vermögen und das Wachen der Anwendung des Vermögens. Da aber der Entstehung nach das Vermögen vor der Tätigkeit des Vermögens entsteht, muss die Seele erste Entelechie des beseelten Körpers sein. 3 Aus den Ausführungen kann man schon erahnen, das die Seele nicht nur das Wesen des organisch strukturierten Körpers ist, sondern dem Körper auch Vermögen verleiht, die sich aus sich heraus betätigen können. 4 Aus diesen allgemeinen Bestimmungen über die Seele zieht Aristoteles zum Schluss des ersten Kapitels des zweiten Buches ein kleines Fazit. Sofern die Seele Entelechie des Körpers ist, ist sie vom Körper nicht abtrennbar, doch lässt Aristoteles zum Schluss offen, „ob die Seele auf dieser Art Vollendung für den Körper ist, wie der Schiffer für das Schiff“ 5 . Dieser Vergleich sei hier nur beiläufig erwähnt, da sie ein Anspielung auf die Rolle des Nous ist und nicht Gegenstand dieser Hausarbeit. Zum Abschluss sei nur noch kurz erwähnt, dass die Seelenvermögen, der Argumentation
1 Horst Seidl, Aristoteles, Über die Seele, Hamburg, 1995, S.61
2 Horst Seidl, Aristoteles, Über die Seele, Hamburg, 1995, S.61
3 Horst Seidl, Aristoteles, Über die Seele, Hamburg, 1995, S.61-62
4 Wolfgang Bernhard, Rezeptivität und Spontanität der Wahrnehmung bei Aristoteles, Baden Baden, 1998, S. 18
5 Horst Seidl, Aristoteles, Über die Seele, Hamburg, 1995, S.65
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Deniz Tekmen, 2005, Die Wahrnehmung in der Aristotelischen Schrift "De Anima", München, GRIN Verlag GmbH
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