Der Kampf um Land in Guatemala am Beispiel des Comité de Unidad Campesina
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Hintergrund des Kampfes um Land in Guatemala 4
2.1 Ungleiche Landverteilung 4
2.2 Beginnender Widerstand 4
3. Das Beispiel des Comité de Unidad Campesina (CU)C - Die Anfangsjahre 5
3.1 Ausgangssituation 5
3.2 Gründung und Anfangsjahre 6
4. Repression durch das Militär 6
4.1 Erstarken der Volksbewegung und Reaktion des Militärs 6
4.2 Repressionsmethoden und Folgen für den CUC 7
5. Ziele und Vorgehensweisen des CUC 7
5.1 Zielsetzungen 7
5.2 Vorgehensweisen 8
6. Aktuelle Situation 9
6.1 Friedensvertrag von 1996 und Folgen 9
6.2 Weiterhin problematische Situation 9
7. Erfolge des CUC 10
7.1 Massenmobilisierung 10
7.2 Internationale Aufmerksamkeit und nationale Erfolge 11
8. Fazit 11
Quellen 13
2
“Que no quede campesino sin tierra, ni tierra sin trabajar.” 1 Dieser Satz, der am 29. Juni 2006 auf der Homepage des Comité de Unidad Campesina (CUC) im Rahmen eines Aufrufs zur Finca-Besetzung veröffentlicht wurde, zeigt, wie brisant der Kampf um die Landverteilung in Guatemala auch heute noch ist.
Die Bauern- und Landlosenorganisation CUC existiert inzwischen seit 29 Jahren und kämpft seit ihrem Bestehen für eine gerechtere Landverteilung, für angemessenen Lohn, bessere Arbeitsbedingungen, sowie gegen die Diskriminierung der Indígenas. Auch wenn inzwischen einige ihrer Ziele erreicht wurden, herrschen in Guatemala noch immer Rassendiskriminierung und extreme Gegensätze zwischen Arm und Reich. 70% des kultivierbaren Landes befinden sich im Besitz von nur 2% der Bevölkerung. Weiterhin werden Campesinos, die für die Rückgabe ihres Landes kämpfen, bedroht und ermordet. 2 In den Problemen um die Landverteilung liegt der Ursprung der Gewalt, die das Land seit Jahrhunderten prägt (vgl. Menchú 1993: 136). Der Besitz von Land ist nicht nur wichtig für die Sicherung des Lebensunterhalts, sondern auch um die eigene Identität und Kultur zu wahren (Althoff 2005: 159).
In meiner Arbeit werde ich den Kampf um Land in Guatemala behandeln. Dazu wähle ich das Beispiel des Comité de Unidad Campesina („Komitee für bäuerliche Einheit“, vgl. Informationsstelle Guatemala 1997) aus, da diese Bewegung in Guatemala zur Thematik eine besondere Bedeutung hat.
Im ersten Abschnitt werde ich zunächst auf den Hintergrund des Kampfes um Land in Guatemala eingehen. Dann komme ich zur Entstehung des Comité de Unidad Campesina als wichtigem Beispiel. Als nächstes werde ich entsprechend der Entwicklung des Kampfes um Land auf die Repression durch die Militärdiktatur eingehen. Anschließend werden die Ziele und Vorgehensweise der Organisation erläutert. Im folgenden Abschnitt komme ich zur aktuellen Situation des Kampfes um Land in Guatemala und der heutige Rolle des CUC. Dann werden die dennoch nach und nach errungenen Erfolge dargestellt und abschließend ein Fazit gezogen. Zur spezifischen Thematik liegen nur wenige Veröffentlichungen vor. Der Vorteil ist jedoch, dass mit dem Buch von Rigoberta Menchú Klage der Erde. Der Kampf der Campesinos in Guatemala (1993) eine Publikation vorliegt, die wichtige Entwicklungen des CUC bis zu Beginn der 1990er Jahre mit dem Wissen und der Erfahrung eines aktiven Mitglieds vorstellt. Zugleich ist
1 „Dass weder Bauer ohne Land bleibe noch Land ohne bearbeitet zu werden.“ [Übersetzung S.H.]; vgl.
http://cuc.mundoweb.org/comunic.htm [Zugriff am 17. August 2006].
2 www.fian.de/fian/downloads/ua/0612_UGTM_Fallinfo.pdf [Zugriff am 1. März 2007].
3
Der Kampf um Land in Guatemala am Beispiel des Comité de Unidad Campesina ihre Biografie auch über die engere Thematik hinaus gehend für die Entwicklung in Guatemala von Interesse, da sie für ihre Aktivitäten 1992 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurde und aktuell für das Präsidentenamt kandidiert. Zugleich kann ich für die Darstellung der spezifischen Thematik des Beispiels des CUC im Kampf um Land in Guatemala Informationsbroschüren von Guatemala-Initiativen, sowie Internetquellen und Artikel von Lateinamerika-Nachrichtendiensten heranziehen.
2. Hintergrund des Kampfes um Land in Guatemala
2.1 Ungleiche Landverteilung
Um die Problematik der Landverteilung in Guatemala besser zu verstehen, muss man bis zur Zeit vor der Eroberung Lateinamerikas durch die Europäer zurückgehen. Vor 1492 war das Gebiet des heutigen Guatemalas von zahlreichen verschiedenen Volksgruppen besiedelt. 3 Der Boden wurde als göttliches Eigentum betrachtet, das der Gemeinschaft zur Nutzung überlassen war. Vor der spanischen Kolonialisierung, die um 1524 einsetzte, existierte kein von Grenzen fixiertes Privateigentum (vgl. Wilhelmy 1981: 142f).
Die spanischen Eroberer nahmen einen Großteil des fruchtbaren Landes in Besitz, drängten die Indígenas ins kalte Hochland ab und zwangen sie, ohne Bezahlung für sie zu arbeiten. Eine Periode der Ausbeutung des Landes und der Nachfahren seiner ursprünglichen Bevölkerung begann. Seit diesem Zeitpunkt zieht sich die ungleiche Verteilung des Landes, und der Kampf um seine gerechtere Aufteilung durch die Geschichte Guatemalas (Menchú 1993: 44f). Auch die Unabhängigkeit Guatemalas im Jahr 1821 brachte für die indigene Bevölkerung keine Verbesserung. Für den ab dem 19. Jahrhundert verstärkten Anbau von Exportprodukten wie Kaffee und Bananen, vor allem an der Südküste wurden zahlreiche billige Arbeitskräfte benötigt, die durch ein Verschuldungssystem in Abhängigkeit von den Großgrundbesitzern gehalten wurden. Von den wechselnden Militärregierungen wurde die Enteignung von Ländereien der Indígenas weiter voran getrieben (vgl. Informationsstelle Guatemala 1997: 6f).
2.2 Beginnender Widerstand
Unter der Diktatur von General Ubico (1931-1944) verschlechterte sich die Situation der Landlosen und Kleinbauern noch stärker. Es entstand Widerstand von fortschrittlichen Mitgliedern des Militärs und des Mittelstands. Ubico wurde gestürzt und 1944 wurde in den ersten freien Wahlen in
3 Dabei handelte sich um Mayavölker mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen.
4
Arbeit zitieren:
Susanne Held, 2007, Der Kampf um Land in Guatemala am Beispiel des "Comité de Unidad Campesina", München, GRIN Verlag GmbH
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