Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Definition des Begriffs, Beispiel 2
3. Bereiche des Gender Mainstreaming in der Schule. 4
4. Umfrage. 6
4.1. Der Fragebogen 6
4.2. Die Auswertung 7
5. Fazit 12
6. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Wie der Titel meiner Hausarbeit schon verrät, möchte ich in dieser Arbeit auf das Thema „Gender Mainstreaming“ eingehen.
Gender Mainstreaming bezeichnet keine Fallstudie oder ähnliches, sondern ein politisches Ziel, was vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen wurde.
Dazu werde ich zunächst eine Definition des Begriffes und ein Beispiel angeben und einen kurzen Überblick geben, in welchen Bereichen wir Gender Mainstreaming in der Schule finden können.
Dabei gilt meine besondere Aufmerksamkeit der Frage, ob es sich bei Gender Mainstreaming bloß um ein Konzept handelt, oder ob dieses auch in die Praxis umgesetzt wird. Wie leicht oder schwer ist die Praxisumsetzung des Gender Mainstreaming?
Um Aussagen hierüber treffen zu können werde ich eine Umfrage in drei verschiedenen Altersklassen durchführen, in denen die Befragten Auskunft über ihre Erfahrungen mit Gender Mainstreaming zu ihrer Schulzeit geben. In der Umfrage, sowie im Laufe dieser Hausarbeit wird mein Hauptaugenmerk immer dem Thema Rollentwicklung gelten. Wie erlebten die Befragten dies in Bezug auf das Thema Gender Mainstreaming und welche Auswirkung hatte dies auf ihr späteres Leben? Fühlen sie sich wohl in ihrer Rolle und haben sie ein stärkeres Rollenbewusstsein entwickelt? Inwiefern hängt das Ergebnis mit dem Gender Mainstreaming zusammen?
Anschließend werde ich die Antworten der Befragung zu bestimmten Fragen anhand von Diagrammen auswerten um einen guten Überblick zu verschaffen. Meine Vermutung hierbei ist, dass es heute eine Tendenz zum Gender Mainstreaming gibt, d. h. dass die jüngeren Befragten eher Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben. Wobei es sich hierbei handeln kann wird aus der Definition des Begriffes Gender Mainstreaming und dem von mir angeführten Beispiel klarer.
1
Abschließend werde ich in meinem Fazit nach Begründungen für den Ausfall des Ergebnisses der Umfrage suchen.
2. Definition des Begriffs, Beispiel
Um den Begriff des Gender Mainstreamings zu erklären habe ich eine Definition von der Internetpräsenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gewählt.
Diese ist die Institution, die das Vorhaben Gender Mainstreaming ins Leben gerufen hat und somit die „Urquelle“ der Idee, somit also auch der Definition und des Vorhabens.
Gender Mainstreaming ist definiert wie folgt:
Gender Mainstreaming
bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
Gender
kommt aus dem Englischen und bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar.
Mainstreaming
(englisch für "Hauptstrom") bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird. 1
1 www.gender-mainstreaming.net
2
Ich finde diese Definition besonders gut, weil aus ihr klar deutlich wird, dass die Geschlechterrollen nur erlernt und somit wandelbar sind. Dies wird an dem englischen Begriff belegt, so dass auch die Übersetzung des Begriffes geklärt ist. Außerdem ist die Definition einfach, aber sehr vielschichtig - sie berücksichtigt unterschiedliche Lebenssituationen von beiden Geschlechtern und ist somit auf viele Bereiche des Lebens übertragbar.
Dazu werde ich im Folgenden noch Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen nennen und eines genauer ausführen.
Das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt auf der eigenen Internetpräsenz verschiedene Bespiele für den Gender Mainstreaming an. Diese sind aus den unterschiedlichsten Bereichen, so wie aus der Ge-sundheit, dem Nahverkehr oder aber dem Berufsleben. Da das Berufsleben und die Berufswahl dem Thema Schule sehr nah kommt, da Schule auf den Beruf vorbereiten soll möchte ich dieses Beispiel hier einmal angeben:
Mädchen und Frauen begreifen ihre Berufstätigkeit oft als „Zuverdienst“ und sind eher bereit, ihren Beruf zugunsten der Familienarbeit einzuschränken, zu unterbrechen oder sogar ganz aufzugeben - mit entsprechenden Folgen für ihre Altersversorgung bzw. ihre Einkommensmöglichkeiten, wenn die Partnerschaft scheitern sollte. Gleichzeitig erhalten sie hierdurch die „Alleinkompetenz“ für Haushalt, Beziehungspflege und Kindererziehung, ohne dass dies aber ihr gesellschaftliches Ansehen steigern würde. 2
Für junge Männer stellt sich dagegen oft erst gar nicht die Frage, ob sie ihre Berufstätigkeit zugunsten der Familie einschränken, sie fühlen sich wie selbstverständlich für das Familieneinkommen zuständig. Ihr Bedürfnis nach gemeinsamer Zeit mit der Familie kommt fast zwangsläufig zu kurz, wenn sie ihr Leben überwiegend nach den beruflichen Anforderungen ausrichten. Teilzeitarbeit wird von der Gesellschaft eher Frauen zugeschrieben, für Männer wird sie weniger akzeptiert. All dies führt zu un- 2 BmFSFJ,Website Gender Mainstreaming 2004
3
terschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten bei Männern und Frauen, die Auswirkungen auf fast alle gesellschaftlichen Bereiche haben. 3
Hieraus wir deutlich, dass für eine Gleichstellung von Frauen und Männern sich schon die Schule mit dem Thema Gender Mainstreaming beschäftigen muss. Wird dies getan kann im Sinne des Bundesministeriums das Rollenbild von Frauen und Männern geändert werden.
Wie die Umsetzung des Gender Mainstreaming in der Schule aussehen kann, werde ich im nächsten Teil etwas näher erklären.
3. Bereiche des Gender Mainstreaming in der Schule
Wichtig für Gender Mainstreaming in der Schule wäre, die typischen Rollenbetrachtungen von Männern und Frauen zu ändern um eine gendergerechte Gesellschaft zu erreichen.
So könnte die Schule für die Mädchen etwa Mädchentage einrichten, an denen die Schülerinnen Einblick in technische Berufe bekommen oder Jungentage, an denen die Jungen etwa Einblick in erzieherische oder linguistische Berufe bekommen.
Damit könnte erreicht werden, dass die Schüler und Schülerinnen leichter ihre eigene Rolle entwickeln und sich nicht nur an den „typisch“ von der Gesellschaft vorgegebenen Rollen orientieren.
Außerdem müssten in Schulen die Lehrer weitergebildet und gecoacht werden um die Konzepte des Gender Mainstreaming zu erreichen. „Auf der Strukturebene sollten Bedingungen geschaffen werden, um eine genderbewusste Organisation zu ermöglichen.“ 4
3 BmFSFJ, Website Gender Mainstreaming 2004
4 Gabriele Schambach: Grundsätze einer genderbewussten Organisationsentwicklung, aus: Schule im Gender Mainstream (Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Landesinstitut für Schule Soest). S. 46
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Arbeit zitieren:
Melissa Naase, 2006, Gender Mainstreaming - Konzept oder Praxis?, München, GRIN Verlag GmbH
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