H élène Boucher (1908-1934)
gewidmet
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Hélène Boucher. Die französische „Wunderfliegerin“
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ine frühe französische Pilotin war Hélène Boucher (1908-1934). Die „Wunderfliegerin“ stellte im Laufe ihres kurzen Lebens insgesamt zehn Weltrekorde auf. Eine ihrer bekanntesten Leistungen war ihr Geschwindig-keitsrekord von 1934 über 100 Kilometer, womit sie in jenem Jahr als „schnellste Frau der Welt“ galt. Hélène ist in jungen Jahren bei einem Übungsflug ums Leben gekommen. Hélène Boucher kam am 23. Mai 1908 in Versailles zur Welt. Von früher Kindheit an nannte man sie „Léno“, dies war ein Anagramm des Vornamens Noel eines Verwandten. Ihre Schulferien verbrachte sie auf einem Bauernhof in einem kleinen Weiler unweit von Maintenon, wo die „kleine Dame“ zeitweise Tiere hütete. Sie hatte ein großes Talent zum Zeichnen von Tieren und nahm Zeichenunterricht. Im Alter von 16 Jahren lernte Hélène Boucher das Autofahren. Es heißt, sie sei kein Wildfang, sondern ein Mädchen mit frischem Gesicht, hübschen Mandelaugen und zierlicher, guter Figur gewesen. Zeitgenossen beschrieben sie überschwänglich als schlagfertig, entschlossen, ausdauernd, hartnäckig, überzeugend, offen, ehrlich, spontan, mutig, bescheiden, fleißig und frei von Bosheit.
Nach dem Abschluss der Schule trat Hélène Boucher in das „College Sevigne“ ein. Eines Tages teilte sie ihren Eltern mit, ein Bachelor nütze ihr wenig, sie sei ziemlich gut in Englisch und wolle nach London gehen, um sich zu verbessern. Ihr Vater reiste mit ihr auf die Isle of Wight, quartierte sich dort in einer Pension ein und Hélène führte drei Monate lang das schöne Leben eines Mädchens aus der Mittelschicht. Ein 20 Minuten langer Flug über dem Flugplatz von Orly am 4. Juli 1930 in einer zweisitzigen „Gipsy Moth“ zusammen mit dem Piloten Le Folcavez war ein Schlüsselerlebnis für die
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Hélène Boucher. Die französische „Wunderfliegerin“
22-jährige Hélène Boucher. Sie begeisterte sich für die Fliegerei, kam jedes Wochenende zum Flugplatz Orly und wollte das Fliegen lernen.
An einem Sonntag im Herbst 1930 begegnete Hélène Boucher auf dem Flugplatz Orly dem Piloten Henri Liaudet (1894-1956), dem sein Kollege Le Folcavez bereits von der jungen Frau erzählt hatte, die mit ihm ihren ersten Flug unternommen hatte. Dabei erfuhr Liaudet, dass Hélène gerne selbst fliegen würde, und sie wurden gute Freunde. Eines Tages wurde Hélène Boucher von Henri Farbos (1894-1964), dem Gründer einer Flugschule in Mont-de-Marsan, der Hauptstadt des Departements Landes, angesprochen. Er teilte ihr mit, er habe ihren Freund Liaudet als Fluglehrer engagiert, und lud sie ein, sie solle eine seiner ersten weiblichen Flugschüler werden.
Am 20. März 1931 absolvierte Hélène Boucher ihre erste Flugstunde bei Henri Liaudet. Nach erfolgreicher Prüfung auf einer „Gipsy Moth“ erhielt sie am 21. Juni 1931 ihren Pilotenschein Nr. 182. Sie war damals die 31. Pilotin in Frankreich. Über sie heißt es, sie sei mit Leib und Seele eine Pilotin gewesen. Von ihr ist der Ausspruch überliefert: „Das ist der einzige Beruf, in dem Mut sich lohnt und konkrete Ergebnisse auch Erfolg bedeuten.“ Am 18. Juli 1931 kaufte Hélène Boucher in London ein englisches Flugzeug des Typs „Avro Avian“. Vier Tage später beteiligte sie sich am 22. Juli 1931 als einzige Frau an der Luftrallye Caen-Deauville. Nach zwei Dritteln der Strecke hatte ihre Maschine technische Probleme und sie musste nahe des Dorfes Prémery auf einer Wiese mit schmalen Gräben, Hecken und Bäumen notlanden. Ein lokaler Mechaniker half ihr, die Kraftstoffleitung zu reparieren. Doch nach dem Start verlor
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Hélène Boucher - Die französische „Wunderfliegerin“, München, GRIN Verlag GmbH
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