Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 04
1. 04
2. Werbung 06
2.1. Funktionen und Ziele der Werbung 06
2.1.1. Definition 06
2.1.2. Funktionen 07
2.1.3. Ziele 09
2.2. Werbearten 09
2.2.1. Werbung in Zeitungen 09
2.2.2. Werbung per Post 10
2.2.3. Werbung in Anzeigeblättern 10
2.2.4. Außenwerbung 11
2.2.5. Werbung im Radio 11
2.2.6. Werbung im Kino 11
2.2.7. Onlinewerbung 12
2.3. Fernsehwerbung 12
2.3.1. Historischer Abriss 12
2.3.2. Aufbau eines Werbespots 13
2.3.3. Vor und Nachteile von Fernsehwerbung 15
2.3.3. 15
3. Geschlechterkonstruktion 16
3.1. Definition Geschlechterrolle / differenzierung 16
3.2. Konstruktion von Geschlecht 18
3.2.1. Soziale Konstruktion 18
3.2.2. Symbolische Konstruktion 19
3.3. Geschlechterbilder im Wandel 20
3.3. 20
4. Bemerkungen zum Analyseteil 24
4.1. Grundlagen 24
4.2. Aufbau und Herangehensweise 25
4.2. 25
5. Geschlechterbilder in der Werbung 26
5.1. Geschlechterbilder in den 50er Jahren 26
5.1.1. Drei Glocken (Frauenbilder) 26
5.1.2. Coca Cola (Männerbilder) 28
5.1.3. Zusammenfassung 31
5.2. Geschlechterbilder in den 60er Jahren 31
5.2.1. Dr Oetker (Frauenbilder) 31
5.2.3. Zusammenfassung
5.3. Geschlechterbilder in den 70er Jahren 38
5.3.1. Palmolive (Frauenbilder) 38
5.3.3. Zusammenfassung
5.4. Geschlechterbilder in den 80er Jahren 44
5.4.1. Clearasil (Frauenbilder) 44
5.4.2. Kinderschokolade (Männerbilder) 46
5.4.3. Zusammenfassung 49
5.5. Geschlechterbilder in den 90er Jahren 49
5.5.1. bebe young care (Frauenbilder) 49
5.5.2. Nimm2 (Männerbilder) 50
5.5.3. Zusammenfassung 53
5.6. Geschlechterbilder in den 2000er Jahren 53
5.6.1. Vorwerk (Frauenbilder) 53
5.6.2. Melitta (Männerbilder) 55
5.6.3. Zusammenfassung 57
6. Schlussbetrachtung 58
6.1. Darstellungswandel der Frau 58
6.2. Darstellungswandel des Mannes 59
6.3. Abschlussfazit 61
7. Literaturangaben 62
1. | Einleitung
„Hinter der Werbung steht vielfach die Überlegung, dass jeder Mensch ei‐ gentlich zwei sind: einer, der er ist, und einer, der er sein will.” (William Feather 1 )
Dieses Zitat des amerikanischen Werbefachmanns William Feather macht die Einstellung der Menschen gegenüber der Werbung deutlich: Die Werbung zeigt uns das, was wir sehen wollen beziehungsweise das, was wir gerne wären. Um dies zu erreichen, werden viele verschiedene Medien verwendet, seien es stilisti‐ sche Mittel, wie Ironie oder Sarkasmus, musikalische Untermalungen, bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen oder simples Klischeedenken der Bürgerinnen und Bürger.
In der heutigen Zeit kommt man nicht mehr an der Werbung vorbei, denn sie ist überall und jeder wird mit ihr konfrontiert, sei es in Zeitungen und Zeitschriften, im Radio, Kino, Internet oder Fernsehen. Die Werbeindustrie bedient sich der geschaffenen Klischees und Stereotype, die sie teilweise auch in ihren Slogans definiert. So heißt es zum Beispiel: „Für das Beste im Mann“ (Gillette), „Bau‐ knecht weiß, was Frauen wünschen“ (Bauknecht), „Der Duft, der Frauen provo‐ ziert“ (Axe) oder „Weil Männer keine Frauen sind“ (DMAX). Doch welchen Ein‐ fluss haben diese geschaffenen Stereotype auf den realistischen Wandel der Ge‐ schlechterkonstruktionen?
Um genau dieses Thema handelt es sich in meiner Examensarbeit: „Der Wandel der Geschlechterkonstruktionen: Das Beispiel der Fernsehwerbung“. Innerhalb dieser Arbeit möchte ich mehreren Fragen nachgehen, die eng mit dieser Thematisierung verbunden sind:
1 http://www.zitate‐online.de/autor/feather‐william.
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o Welche Klischees und Stereotype wurden seit den 1950er‐Jahren in der deutschen TV‐Werbung bedient?
o Wie wurde das Geschlecht mithilfe dieses Mediums konstruiert? o Was versteht man unter einer Geschlechterrolle bzw. einer Geschlechter‐ konstruktion?
o In welchem Verhältnis stehen diese beiden zueinander und wie haben sie sich im Laufe der letzten 60 Jahre gewandelt?
Um der Beantwortung der Fragen gerecht zu werden, hat sich folgender Aufbau dieser wissenschaftlichen Arbeit entwickelt:
Zu Beginn werde ich mich mit dem allgemeinen Thema der Werbung befassen. Dies bedeutet, dass zuerst auf die Funktionen und Ziele dieses Mediums einge‐ gangen wird, bevor ich eine kurze Übersicht verschiedener, aktueller Werbearten nennen und herausarbeiten möchte. Der letztendliche Schwerpunkt der Arbeit, die Fernsehwerbung, wird folgend separat thematisiert. In diesem großen Un‐ terpunkt widme ich mich zunächst einem kurzen historischen Abriss, bevor ich versuchen werde, den Aufbau eines üblichen Werbespots zu erklären, um ab‐ schließend die Vor‐ und Nachteile der Fernsehwerbung gegenüber anderen Werbearten aufzulisten.
Im zweiten Teil meiner Examensarbeit geht es um die Geschlechterkonstruktion, wobei ich zuerst versuchen möchte, die Begriffe Geschlechterrolle und ‐ differenzierung zu erläutern und deren Unterschied deutlich zu machen. Im Fol‐ genden beziehe ich mich auf die Konstruktion von Geschlechtern, welche die Unterscheidung zwischen sozialer und symbolischer Konstruktion sowie deren Einfluss auf die Werbung umfassen. Im Anschluss folgt ein kurzer Überblick über den Wandel der Geschlechterbilder. Hierbei soll deutlich gemacht werden, wie sich das Bild der Frau und des Mannes explizit seit dem 20. Jahrhundert in Deutschland verändert hat. Dieser Überblick wird unter anderem später als Ver‐ gleich für die Spotanalyse von Bedeutung sein.
Der anschließende, dritte Bereich befasst sich mit der Beschreibung meiner Vor‐ gehensweise bei der Analyse einzelner Werbeeinspieler. Es sollen Grundlagen und Herangehensweise kurz und kompakt dargestellt werden.
Der darauf folgende Absatz ist der Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Ar‐ beit und beschäftigt sich mit der Analyse von Werbespots. Durch die Aufgliede‐ rung verschiedener Dekaden der letzten 60 Jahre werde ich versuchen, jeweils einen Spot auf die typischen Merkmale und Eigenschaften der damaligen Zeit zu untersuchen. Hierbei wird versucht, auf Basis des vorher erarbeiteten Wissens über Geschlechterkonstruktion, Werbung und des historischen Abrisses einen Eindruck über die tatsächliche Entwicklung der Geschlechterbilder zu bekom‐ men. Nach jedem Jahrzehnt folgt eine kurze Zusammenfassung der Geschlech‐ terkonstruktionen in Form einer Tabelle.
Im Anschluss wird eine komprimierte Schlussbetrachtung inklusive Fazit darge‐ legt. Intention ist es, die in der Einleitung beschriebenen und vorgenommenen Fragen zu beantworten und den vollzogenen Fortschritt der letzten 60 Jahre von Männern und Frauen in der Fernsehwerbung deutlich darzustellen und zu be‐ trachten. 2. | Werbung
2.1. | Funktionen und Ziele der Werbung
2.1.1. | Definition
Mit dem Beginn der Herstellung von Waren und Dienstleistungen entstand auch deren Vermarktung und Werbung. Der Begriff „Werbung“ leitet sich vom Verb „werben“ ab, welches von dem altdeutschen Wort „wervan“ stammt und letzt‐ endlich, laut Günter Schweiger und Gertraud Schrattenecker 2 , „sich drehen“, „sich bemühen“ beziehungsweise „etwas betreiben“ bedeutet. Das erste und simpelste Werbemittel, über das jedes Individuum verfügt, ist die menschliche Stimme. Ob als Verkäufer auf dem Wochenmarkt, Bewerber für einen neuen Job oder Privatperson im Bekannten‐ und Verwandtenkreis: Allein durch den Inhalt und die Variation der Tonhöhe werben die Menschen - sei es für ein Produkt
2 Vgl. Schweiger / Schrattenecker 2005, Seite 1
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oder letztendlich für sich selber. Hieraus wird deutlich, dass sich Werbung weit‐ läufig definieren lässt und sowohl wirtschaftliche, politische, kulturelle und durchaus auch religiöse Bereiche abdecken kann.
Im weiteren Verlauf ist daher unter Werbung immer die Wirtschaftswerbung gemeint, unter der wir
„[…] die gezielte, planmäßige Beeinflussung von Menschen (Konsumen‐ ten) ohne Anwendung von äußerer Gewalt oder Zwang im Interesse der Werbungtreibenden (Unternehmer, Erzeuger oder Verkäufer) von Waren/ Dienstleistungen“ (Hasenteufel 1980 , Seite 77) verstehen. 2.1.2. | Funktionen
Ende des zwanzigsten Jahrhunderts fand eine Revolution der Telekommunikation statt. Neben den bis dato bekannten öffentlich‐rechtlichen Fernsehsendern ging am 01. Januar 1984 als erster deutscher privater TV‐Veranstalter die Programm‐ gesellschaft für Kabel‐ und Satellitenrundfunk (PKS), später bekannt als Sat 1, auf Sendung. Nur einen Tag später folgte RTL Plus. Durch das neue TV‐Programm via Kabel und Satellit eröffnete sich für die Unternehmen eine neue Möglichkeit, ihre Produkte zu bewerben, da sich die Privatsender bis heute ausschließlich aus Werbeeinnahmen finanzieren. Dies führte schlussendlich zu einem Boom, wel‐ cher die Gelegenheit bot, durch Bild und Ton (zweikanalig) für die eigenen Pro‐ dukte zu werben und somit, durch beispielsweise Hintergrundmusik, die Erinne‐ rungsrate der ausgestrahlten Einspieler und folgend der Artikel zu verbessern. Durch dieses Ensemble aus Bild, Ton und Musik wurden Firmen nun zahlreiche Varianten dargebracht, ihr Produkt einzigartig anzupreisen. Die Übermittlung ihrer Botschaften wurde wirksamer und führte im Laufe der Zeit dazu, dass aus den Werbespots letztendlich kleine Kurzfilme wurden und die Werbung, neben der Informationsfunktion, den Unterhaltungsaspekt hinzugewonnen hat. So könnte man unter Umständen von Kunst reden, wenn man begutachtet, dass ein
Werbespot im deutschen Fernsehen, welcher im Schnitt 20 - 30 Sekunden dau‐ ert 3 , von verschiedensten Elementen wie Illusion, Überraschung und Übertrei‐ bung lebt.
Eine weitere wichtige Funktion ist die des Spiegelbildes. Werbung ist demnach Bestandteil und Spiegelbild einer Kultur und ihrer Hersteller, die den Ausdruck des Zeitgefühls beziehungsweise des persönlichen Lebensstils darstellen und eine bestimmte Wertverankerung vornehmen will.
„Werbung […] ist bestrebt, Spiegelbild der Werte und Bedürfnisse einer Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt zu sein.“ (Bergler 1992, Seite 19)
Dies bedeutet, dass sich die Werbung dem Wertewandel und den Bedürfnissen der Gesellschaft anpassen muss. Ändert sich demnach die Lebensqualität im Land, muss die Werbung versuchen, dieses Gefühl auch in ihren Fernsehspots zu verarbeiten und das temporäre Gefühl der Menschen widerzuspiegeln. Hieraus wird eine weitere Funktion der Werbung erkennbar: die Allgegenwärtig‐ keit. Werbung ist in vielen Variationen vorhanden: Sei es im Fernsehen, im Kino, in Zeitungen und Zeitschriften, auf Bussen oder im Radio - jeden Tag wird der Mensch aufs Neue mit Informationen über Produkte konfrontiert. Doch darauf werde ich näher im Punkt 2.2. zu sprechen kommen.
Werbung ist, wie gerade angesprochen, allgegenwärtig. Mit dem Ziel, durch mi‐ nimalen Reiz eine maximale Schlussfolgerung auszulösen, versucht sie die Men‐ schen zu erreichen und zu überzeugen. 4 Um dies möglich zu machen, beziehen sich Unternehmen auf bestimmte Gestaltungsmerkmale, die zur Zielerfüllung beitragen sollen: Prägnanz, Verständlichkeit und Attraktivität. Genauer gesagt bedeutet dies, dass Werbung erstens darauf abzielt, durch Überdeutliches und Übertriebenes eine Beschäftigung auszulösen, die letztendlich auf Vorurteilen beruht (Prägnanz); zweitens bei der Wortwahl eine Sprache spricht, die jeder Zuschauer verstehen kann - egal ob Wissenschaftler oder heranwachsender Ju‐
3 Vgl. Niemann 2004, Seite 34.
4 Vgl. Bergler 1992, Seite 15ff.
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gendlicher (Verständlichkeit); und drittens Akteure wählt, die das Bedürfnis nach Schönheit, Zuneigung und Zeitlichkeit befriedigen und dazu beitragen, sich Zeit einzuräumen um sich näher mit dem Produkt auseinanderzusetzen (Attraktivi‐ tät). 2.1.3. | Ziele
Nicht zuletzt aus den Faktoren der Allgegenwärtigkeit wird deutlich, dass das eindeutige Ziel der Werbung die Beeinflussung der Gesellschaft ist. Eltern beein‐ flussen ihre Kinder, Lehrer ihre Schüler und demnach Werbung ihre Zuschauer oder Leser. Sie dient demnach als Kommunikationsmittel zwischen Unternehmen und Konsument. Des Weiteren dient ein Werbespot dazu, sich inhaltlich und de‐ signtechnisch von der Konkurrenz abzuheben. Die zuvor angesprochene Vielfäl‐ tigkeit hat den Firmen in den letzten Jahren die Möglichkeit eröffnet, durch Kombinieren aller audiovisuellen Elemente sich individuell von der Konkurrenz abzusetzen und den Erinnerungswert an das Produkt beziehungsweise die Firma deutlich zu erhöhen und somit dem primären Ziel, der Absatzwerbung, gerecht zu werden. Der Verkauf der eigenen Produkte steht für das Unternehmen immer noch im Vordergrund und Werbung ist das signifikanteste Mittel zur Realisierung seiner Ziele. Um diesen näherzukommen, bedient sich die Werbung solcher Stil‐ mittel wie Provokation, Satire oder Ironie. 2.2. | Werbearten 2.2.1 | Werbung in Zeitungen
Betrachtet man alle möglichen Werbevariationen, ist die in Zeitungen seit Jahr‐ zehnten am beliebtesten. Sei es in Tages‐ oder Wochenzeitungen, welche über‐ oder regional vertrieben werden, oder in Kauf‐ und Abonnement‐Zeitungen: Der Reiz für Firmen, in diesen Presseerzeugnissen zu werben, ist vergleichsweise groß. Dies zeigt auch der aktuelle Markenanteil auf dem Werbeträgermarkt, wel‐ cher im Jahre 2009 laut dem Zentralverband für Werbewirtschaft e.V. (ZAW) bei
21 % lag. 5 Der Grund ist die Art und Weise, wie eine Zeitung erworben wird. Ob auf der Straße beim Kiosk oder per Abonnement nach Hause bestellt - der Leser bzw. die Leserin zeigt ein Interesse an diesem Erwerb. Die Zeitung wird idealer‐ weise mehrmals am Tag in die Hand genommen und nimmt somit einige Zeit des Lesers in Anspruch, zumal man für die Beschäftigung damit Konzentration und Ruhe benötigt. Doch im Laufe der letzten Jahre begann das Medium Zeitung un‐ ter den Alternativen der Medienbranche zu leiden. Das Fernsehen und vor allem das Internet sorgen für eine schnellere Berichterstattung. Daher können die Zei‐ tungsverlage aktuell nur noch eine alte Leserschaft verbuchen, auch wenn rund drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren regelmäßig Zeitung lesen. 6 2.2.2 | Werbung per Post
Nach den Zeitungen und dem Fernsehen ist die Post der drittgrößte Werbeträger in Deutschland. Durch beispielsweise Postwurfsendungen bietet dieser Nachrich‐ tendienst die Möglichkeit, flächendeckend zu werben. So können spezielle Ge‐ biete auserkoren werden, in denen man für seine Produkte werben möchte. Bei Wurfsendungen unterscheidet man generell zwischen einer adressierten, teil‐ adressierten (in Form von Textbausteinen) und nicht adressierten Sendung.
2.2.3 | Werbung in Anzeigeblättern
Unter Anzeigeblättern versteht man ein Presseerzeugnis, welches regelmäßig - meist wöchentlich - kostenlos erscheint. In den meisten Fällen wird dieses mitt‐ wochs, samstags oder sonntags ausgeteilt. Man unterscheidet diese Art der Zei‐ tungen in sogenannte Stadtteil‐ und Boulevardblätter, wobei Erstere erneut nach dem Lokalteil untergliedert werden. So befindet sich in einer dieser Variationen des Stadtblattes eine Ansammlung von Berichten aus dem lokalen Umfeld und in der Alternative wird überwiegend mit PR gearbeitet. Dass Anzeigeblätter eine attraktive Werbefläche bieten, zeigt eine Statistik aus dem Jahre 2006, nach der
5 Informationen über die Werbemarktanalyse 2009/2010 gibt es auf der Homepage der ZAW.
6 Vgl. Zurstiege 2007, Seite 126.
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es 1300 verschiedene Anzeigeblätter mit einer Gesamtauflage von 86 Millionen Exemplaren gab. 7 2.2.4 | Außenwerbung
Diese Art der Werbung finden wir häufig an öffentlichen Plätzen in Form von Leucht‐ oder Plakatwerbung sowie als Werbung an Verkehrsmitteln, wie Autos, Bussen oder Straßenbahnen. Die Stärke dieser Variante ist zweifellos die Unver‐ meidbarkeit ihrer Betrachtung. Egal wo man sich befindet, man wird überall mit dieser Werbeform konfrontiert und nimmt sie - bewusst oder unbewusst - wahr. Durch das richtige Platzieren an Allgemeinstellen (Plakatsäulen), Großflä‐ chen, Mega‐Lights (verglast und beleuchtet) oder Blow Ups (überdimensionale Plakate) lässt sich somit schnell eine Markenbekanntheit auf‐ bzw. ausbauen. 2.2.5 | Werbung im Radio
Die Werbung im Radio weist zwei große Vorteile auf. Einerseits besitzt man unter dieser Prämisse die Möglichkeit, neben Worten auch die Funktion der Geräusche mit einzubeziehen und somit eine kurze Geschichte zu erzählen beziehungsweise durch Musik einen höheren Identifikationswert zu erzielen. Auf der anderen Sei‐ te bedient sich das Radio der Funktion des Gehörs, sprich man nutzt dessen Vor‐ teil, dass es den ganzen Raum audiovisuell in Besitz nimmt und man dem Ge‐ spielten automatisch Aufmerksamkeit schenkt, da es für das Gehör unausweich‐ lich erscheint. Hinzu kommt die Tatsache, dass rund 80 % der deutschen Bürge‐ rinnen und Bürger täglich Gebrauch vom Radio machen. 2.2.6 | Werbung im Kino
In Form der Kinowerbung wächst die Anpreisung von Produkten über sich hin‐ aus. Es ist der einzige Ort, an dem Werbung erwartet wird. Vor jeder Filmvorstel‐ lung werden gut 15 Minuten lang Werbeeinspieler präsentiert, welche zum gro‐
7 Ebd.
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ßen Teil Kurzfilme darstellen. Derzeit existieren rund 2000 Lichtspielhäuser und machen und machen demnach von diesem Medium Gebrauch. 8 2.2.7 | Onlinewerbung
Die Werbung der neuen Medien, sprich Internet, E‐Mail und Handy, hat im 21. Jahrhundert eine große Entwicklung erfahren. Entgegen vieler Vermutungen und Darstellungen einer Verlagerung von traditionellen zu modernen Medien konnte sich die Onlinewerbung auf dem Werbemarkt mit gut 4 % Marktanteil im Jahre 2009 etablieren. Zwar sind die Nettozuwächse laut dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. von 49 % (2006) auf 3 % (2009) geschrumpft, dennoch ist diese Entwicklung in Anbetracht der Zeit für die Zukunft sehr vielver‐ sprechend. 9 2.3. | Fernsehwerbung 2.3.1 | Historischer Abriss
Das Fernsehen ist mit einem Markenanteil von 20 % nach den Zeitungen der um‐ satzstärkste Werbeträger in Deutschland. Am 03. November 1956 startete im Bayrischen Rundfunk (BR) die erste Fernsehwerbung, welche aus lediglich einem TV‐Spot (Persil) bestand und zwischen 19:30 und 20:00 h gesendet wurde. 10 Seit‐ her erfuhr diese Werbevariante einen stetigen Anstieg. Nachdem eine Klage vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e. V. (BDZV) abgewiesen wurde, er‐ folgte Anfang 1958 ein Werbeansturm in breiter Masse. Der Hessische Rundfunk (HR) sowie der Südwest Rundfunk (SWR) machten es dem BR nach und sendeten fortan Werbung.
Im Jahre 1962 setzte man einen Jahresdurchschnitt von zwanzig Minuten fest, der sich stark an dem ZDF‐Staatsvertrag orientierte, welcher ein Werbeverbot ab 20 Uhr sowie an Sonn‐ und Feiertagen festsetzte. 11 Mit diesem Beschluss stiegen
8 Ebd.
9 Informationen über die Werbemarktanalyse 2009/2010 gibt es auf der Homepage der ZAW.
10 Vgl. Zurstiege 2007, Seite 127f.
11 Vgl. Niemann 2004, Seite 25ff.
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die Werbeeinnahmen deutlich an. Beliefen sich diese im Jahre 1957 noch auf 3,7 Millionen DM, konnte man den Betrag in den kommenden sechs Jahren nahezu verhundertfachen (1963: 366 Millionen DM). Auch inhaltlich hat sich im Laufe der letzten 60 Jahre einiges getan. Orientierte man sich in den 1950er‐ und 1960er‐Jahren noch sehr am amerikanischen Vorbild der Zeichentrickfiguren und tanzenden Produkte, wurde gegen Ende der 1960er‐/Anfang der 1970er‐Jahre ein Trend zu Werbefiguren sichtbar. So überbrachten Tilly (Palmolive), Klementi‐ ne (Ariel) oder Frau Antje den Zuschauern die Werbebotschaften. Mit der Einführung des Farbfernsehens erhöhte sich zudem in den 1970er‐Jahren der Wiedererkennungswert der Produkte. Gleichzeitig wurden thematische Ta‐ bus gebrochen (sexuelle Reize) und neue Elemente hinzugewonnen (Humor), um die gewünschten Zielgruppen effizienter anzusprechen. 12 Mit der Gründung des Privatfernsehens 1984 fand für die Werbeindustrie eine revolutionäre Verände‐ rung statt. Wie bereits erwähnt, finanzierte sich dieses ausschließlich aus Wer‐ begeldern und legte damit den Grundstein für eine neue Regelung zur Werbe‐ ausstrahlung, welche 1987 in Kraft trat und größtenteils noch heute gültig ist. Der Erfolg des Privatfernsehens Ende der 1980er‐Jahre führte schlussendlich zu einem Ansturm weiterer Sender, die sich mithilfe von Werbeeinnahmen finanzie‐ ren wollten. Dementsprechend gab es schon Ende der 1990er‐Jahre zwölf Privat‐ sender und einen Werbeumsatz von 2,5 Milliarden DM. Dennoch war kein Ab‐ schwung in Sicht. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts konnte man bis zu fünf Milliar‐ den Euro an Einnahmen verbuchen, die sich teilweise konstant hielten. Nichts‐ destotrotz bekam auch die Werbebranche die Weltwirtschaftskrise zu spüren und machte im Jahre 2008 Verluste. So gingen laut ZAW die Einnahmen um 2,9 % auf knapp 4 Milliarden Euro zurück. 13
2.3.2 | Aufbau eines Fernsehspots
Da, wie schon mehrfach erwähnt, der Werbespot die Elemente Bild und Ton kombiniert, ist ein gut durchdachter Aufbau besonders wichtig. Denn neben Bil‐
12 Ebd.
13 Informationen über die Werbemarktanalyse 2009/2010 gibt es auf der Homepage der ZAW.
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Arbeit zitieren:
Benedikt Frische, 2010, Geschlechterkonstruktionen im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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