Danksagung:
Die vorliegende Arbeit entstand während meiner gut zweijährigen Zeit als externer Doktorand an der Universität Regensburg.
Mein besonderer Dank gilt dabei natürlich in erster Linie meinem Doktorvater und Erstgutachter Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Gömmel, der diese Arbeit von der ersten Idee an unterstützt und mir die Anfertigung dieser Arbeit erst ermöglicht hat. Unsre zahlreiche Gespräche lieferten mir aber nicht nur eine Vielzahl konstruktiver Anregungen, die maßgeblich zum Gelingen meines Vorhabens beigetragen haben, sondern boten auch die Möglichkeit aktuelle Geschehnisse in der Welt des Profifußballs zu diskutieren. Sehr herzlich bedanken möchte ich mich auch bei Herrn Prof. Dr. Joachim Genosko, der mir nicht nur in seiner Funktion als Zweitgutachter der Arbeit eine große Hilfe war. Mein weiterer Dank gilt Manfred Paula für viele konstruktive Diskussionen und Hintergrundinformationen, sowie Ralf Kellner für die Hilfe bei kleineren und größeren statistischen Problemen. Tamara Pecs und Veronika Ring danke ich für die Korrekturen nach Fertigstellung der Arbeit, genau wie meinem Freund Thorsten Faltermeier und meinem Bruder Peter Schelter, die mir bei Problemen mit Hard- und Software eine große Hilfe waren. Darüber hinaus möchte ich meinen Freunden, speziell Christian Broser, Tobias Seidl und Stephan Meisl für konstruktive Kritik, die Möglichkeit zur Diskussion verschiedenster Probleme und die nötige Abwechslung danken.
Mein spezieller Dank gilt jedoch meiner Freundin Anna Feihe, die mir mit Geduld und Zuspruch immer wieder geholfen hat, auch die Tiefen während der Bearbeitungsdauer zu überstehen. Durch ihren Rückhalt habe ich nie den Glauben an einen erfolgreichen Abschluss meiner Promotion verloren.
Ich widme diese Arbeit meinen Eltern Gaby und Wolfgang Schelter, ohne die diese Arbeit nie möglich gewesen wäre. Sie haben mich in meinem bisherigen Werdegang immer bedingungslos unterstützt und immer an mich geglaubt.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis IX
Tabellenverzeichnis XI
Anhangsverzeichnis XI
A. Problemstellung Gang der Untersuchung 1
I. Problemstellung 1
II. Gang der Untersuchung 5
B. Terminologische und systematisierende Grundlagen 8
I. Wirtschaftsgeographie 8
I.1. Gliederung der Wirtschaftsgeographie 10
I.1.1. Paradigmen der Wirtschaftsgeographie 11
I.1.1.1. Raumwirtschaftlicher Ansatz 12
I.1.1.2. Akteursgruppenansatz 13
I.1.1.3. “New Economic Geography 14
I.1.2. Dienstleistungsgeographie 15
I.2. Standortforschung 19
I.2.1. Standorttheorien 22
I.2.2. Standortanalyse mittels Standortfaktoren. 24
I.2.2.1. Standortfaktorenkataloge 27
I.2.2.2. Standortfaktorensystem nach Kulke 28
I.2.2.3. Weiche Standortfaktoren 31
I.3.Zusammenfassung 35
V
II. Dienstleistungen 36
II.1. Der Dienstleistungsbegriff 36
II.1.1.Definitionen 37
II.1.1.1. Volkswirtschaftliche Klassifizierung 38
II.1.1.2. Statistische Klassifizierung 40
II.1.1.3. Betriebswirtschaftliche Klassifizierung 41
II.1.2.Einordnung in der Gütersystematik 47
II.1.3. Systematisierung von Dienstleistungen 48
II.2. Dienstleistungsproduktion 53
II.2.1. Produktionsfaktorensystematik 54
II.2.2. Die 2-Phasen-Produktion 58
II.3. Zusammenfassung 63
C. Profifußball als Wirtschaftsunternehmung 64
I. Profifußball - Eine Dienstleistung? 65
I.1. Dienstleistungscharakter. 65
I.2. Die Produktion von professionellem Fußball 71
I.2.1. Wertschöpfungskette und Produktionsprozess 71
I.2.1.1. Vorkombination 75
I.2.1.2. Endkombination 79
I.2.2. Produktionsfaktorensystem 82
II. Profifußballunternehmen im betriebswirtschaftlichen Fokus 83
II.1. Organisationsform Unternehmensziele im professionellen Fußball 84
II.1.1. Die Rechtsform und ihre Folgen für die Unternehmensziele 84
II.1.2. Anspruchsgruppen und ihre Einflüsse auf Unternehmensziele 86
II.2. Absatzmärkte - Die fünf Säulen der Einnahmen 91
II.2.1. Vermarktung des sportlichen Outputs 94
II.2.1.1. Ticketing 95
II.2.1.2. Mediale Verwertungsrechte 97
II.2.1.3. Sponsoring. 99
II.2.2. Merchandising 103
VI
II.2.3. Sonstige Einnahmequellen 104
II.3. Wettbewerb der Fußballunternehmen 106
II.4. Nachfragedeterminanten für das Gut Profifußball 109
II.5. Erfolgsgrößen 114
III. Zusammenfassung 117
D. Profifußball im standorttheoretischen Kontext 119
I. Begriffsabgrenzungen 119
II. Überlegungen zur Standortabhängigkeit 123
II.1.Standortabhängige Produktionsfaktoren 123
II.2. Standortabhängigkeit der Einnahmequellen 131
II.2.1. Ticketing 133
II.2.2. Verwertung medialer Rechte 137
II.2.3. Sponsoring 138
II.2.4. Merchandising andere Einnahmequellen 141
II.3.Einfluss des Standortes auf Nachfragedeterminanten Wettbewerb 142
II.4. Das „5-S-Modell“ 144
III. Hypothesen zum Zusammenhang zwischen Standort und Erfolg 145
IV. Potenzielle Standortfaktoren für professionelle Fußballunternehmen 146
IV.1.Selektion 147
IV.1.1. Amateursport 147
IV.1.2. Marktpotenzial 149
IV.1.3. Historie 150
IV.1.4. Konsumpotenzial 150
IV.1.5. Wirtschaftsunternehmen 151
IV.1.6. Stadion 152
IV.1.7. Konkurrenz 153
IV.1.8. Sozialstruktur 154
IV.2. Standortfaktoren-Set für Fußballunternehmen 155
VII
E. Datenerhebung Untersuchung 156
I. Vorüberlegungen: Art und Ablauf der Datenerhebung 156
I.1. Untersuchungszeitraum 157
I.2. Untersuchungssample 159
I.3. Ablauf der Datenerhebung 161
II. Operationalisierung von Erfolg und Standortmerkmalen 162
II.1. Daten der Erfolgsmessung 162
II.1.1. Sportlicher Erfolg 163
II.1.2. Wirtschaftlicher Erfolg 164
II.2. Standortabhängige Variablen 168
II.2.1. Population 169
II.2.2. Konsumpotenzial - Die Kaufkraft 171
II.2.3. Konkurrenzsituation. 173
II.2.4. Amateursport 175
II.2.5. Potenzielle Sponsoren - Unternehmensansiedlungen 175
III. Eingesetzte Verfahren der Datenanalyse 177
F. Ergebnisse der empirischen Untersuchung. 178
I. Prüfung der Hypothesen 178
II. Interpretation und kritische Würdigung 187
G. Schlussbetrachtung Implikationen 191
I. Fazit 191
II. Implikationen für die Forschung 194
III. Implikationen für die Praxis 195
Anhang 197
Literaturverzeichnis 199
VIII
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Gang der Untersuchung, eigene Darstellung.
Abb. 2: Die fünf Entwicklungsstufen der Wirtschaftsgeographie
Abb. 3: Die Bereiche Dimensionen der Wirtschaftsgeographie
Abb. 4: Aufteilung der Wirtschaftsgeographie nach Wirtschaftssektoren,
Abb. 5: Mögliche Unterscheidungsmerkmale im Dienstleistungssektors.
Abb. 6: Stand der Untersuchung
Abb. 7: Dimensionen der Standortauslegung
Abb. 8: Die Rolle der Standortfaktoren im Standortanalyseprozess
Abb. 9: Gruppen von Standortfaktoren für den Dienstleistungssektor
Abb. 10: Unterschiede zwischen harten und weichen Standortfaktoren
Abb. 11: Stand der Untersuchung
Abb. 12: Mögliche Definitionen des Dienstleistungsbegriffs
Abb. 13: Die Definitionen des Dienstleistungsbegriffs in den Phasen des
Produktionsprozesses ,
Abb. 14: Die Position der Dienstleistung in der Gütersystematik
Abb. 15: Beispiel einer eindimensionalen Gliederung von Dienstleistungen
Abb. 16: Der Prozess der Dienstleistungsproduktion
Abb. 17: Stand der Untersuchung
Abb. 18: Eindimensionale Gliederung der Dienstleistung Profifußball,
Abb. 19: Die Wertekette einer kontinuierlichen Dienstleistung
auf zwei Ebenen
Abb. 20: Die Wertschöpfungskette der Produktion von Profifußball
Abb. 21: Die Beschaffung in professionellen Fußballunternehmen
Abb. 22: Die Produktionsfaktoren in professionellen Fußballunternehmen
Abb. 23: Einfluss der Anspruchsgruppen im Profifußball auf die
Unternehmensziele
Abb. 24: Die fünf Säulen der Einnahmen von professionellen
Fu ßballunternehmen
IX
Abb. 25: Die Situation und Zusammenhänge am Absatzmarkt
für Profifußball..................................................................................................... 94 Abb. 26: Die Wettbewerbssituation professioneller Fußballunternehmen ......... 108 Abb. 27: Das Motivkonstrukt der Zuschauernachfrage im Profifußball. ............ 111 Abb. 28: Die Determinanten der Zuschauernachfrage für Stadionbesucher ..... 113 Abb. 29: Die Zielperspektiven für professionelle Fußballunternehmen
am Beispiel einer BSC, ..................................................................................... 115 Abb. 30 Erfolgsgrößen-Set: Erfolgskennzahlen für professionelle
Fußballunternehmen, ........................................................................................ 116 Abb. 31: Stand der Untersuchung ..................................................................... 123 Abb. 32: Potenziell standortabhängige Produktionsfaktoren im Profifußball ..... 130 Abb. 33: Das Modell der Markenstärke im Profifußball ..................................... 132 Abb. 34: Einflussfaktoren auf die Zufriedenheit von Stadionbesuchern ............ 134 Abb. 35: Potenzieller Einfluss des Standortes auf
Sponsoring-Entscheidungen ............................................................................. 141 Abb. 36: Das „5-S-Modell“ - Der potenzielle Einfluss des Standortes auf den Erfolg professioneller Fußballunternehmen ...................................................... 144 Abb. 37: Zusammenfassung potenzieller Standortanforderungen .................... 145 Abb. 38 Stand der Untersuchung ...................................................................... 147 Abb. 39: Standortfaktoren-Set: Zusammenfassung
potenzieller Standortfaktoren ............................................................................ 155 Abb. 40: Stand der Untersuchung ..................................................................... 178 Abb. 41: Streudiagramm: Ansässige Amateurvereine im Einzugsgebiet
vs. Erfolg der Fußballunternehmen ................................................................... 180 Abb. 42: Streudiagramm: Einwohnerzahl im Einzugsgebiet vs. Erfolg der
Fußballunternehmen ......................................................................................... 181 Abb. 43: Streudiagramm: Konsumpotenzial vs. Erfolg der
Fußballunternehmen ......................................................................................... 182 Abb. 44: Streudiagramm: Ansässige Unternehmen im Einzugsgebiet
vs. Erfolg der Fußballunternehmen ................................................................... 183
X
Abb. 45: Streudiagramm: Gesamte Konkurrenz im Einzugsgebiet
vs. Erfolg der Fußballunternehmen ................................................................... 184 Abb. 46: Streudiagramm: Einwohnerzahl in der Stadt vs. Erfolg der
Fußballunternehmen ......................................................................................... 185 Abb. 47: Streudiagramm: Konkurrierende FU im Einzugsgebiet
vs. Erfolg der Fußballunternehmen, .................................................................. 186
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Deutsche Großstädte nach Einwohnerzahl ........................................... 160 Tab. 2: Erfolg der städtischen Fußballunternehmen ......................................... 167 Tab. 3: Einwohnerzahl von Stadt und Regierungsbezirk .................................. 170 Tab. 4: Kaufkraftindex und Kaufkraft pro Kopf im Einzugsgebiet ..................... 172 Tab. 5: Gesamte und fußballspezifische Konkurrenz im Einzugsgebiet .......... 176 Tab. 7: Kennzahlen der Ergebnisse der statistischen Testverfahren ............... 179
Anhangsverzeichnis
Anhang 1: Distanzen der Hauptsponsoren zu den Fußballunternehmen ......... 197 Anhang 2: Einwohnerzahlen der Heimatstädte der Fußballunternehmen ........ 198
XI
A. Problemstellung & Gang der Untersuchung
I. Problemstellung
„Alle Bundesliga-Clubs schreiben schwarze Zahlen.“ (DFL, Bundesligareport 2008, S.75)
„FC Bayern mit Rekordumsatz in 2006/07 - Auch Werder Bremen hat erstmals mehr als 100 Mio. € umgesetzt“ (Sponsors Online, 11/2007)
„Clubübernahme und Naming Right - Red Bull steigt in deutschen Fußball ein“ (Sponsors 07/2009, S.55)
Keine Sportart erfährt in Deutschland eine vergleichbare öffentliche Aufmerksamkeit und hat so - als Volkssportart Nummer eins - den Status einer „medialen Omnipräsenz“ 1 erreicht wie der Profifußball. Die stetig wachsende Begeisterung für den Fußball ist jedoch nicht ausschließlich auf kurzfristige und sportartbezogene Phänomene wie die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2006 oder internationale Erfolge der Nationalmannschaft oder Vereinsmannschaften zurückzuführen. Vielmehr profitiert der Profifußball auch von den aktuellen demographischen und arbeitsmarktspezifischen Veränderungen in Deutschland, 2 die eine steigende Nachfrage nach Freizeitangeboten mit sich bringen. 3 Dies führt zu einem Bedeutungszuwachs der Unterhaltungsindustrie, in welcher der Profifußball aufgrund seiner immensen Popularität in Deutschland einen der zentralen Bestandteile darstellt. So sind in Deutschland mittlerweile über 49
1 Vgl. Willms, Werner, Fischer, Anke (2001), Bundesliga als Standortfaktor, S.63
2 Hier ist v.a. die Zunahme der Anzahl der Menschen im Rentenalter zu nennen. Zusätzlich ist aufgrund der Entwicklungen am Arbeitsmarkt auch von im Schnitt sinkenden täglichen Arbeitszeiten auszugehen. Vgl. Kröhnert, S./Medicus, F. und Klingholz,R. , Die demographische Lage der Nation, 2006
3 Vgl. Hammann, P./ Schmidt, L. und Welling, M. , Ökonomie des Fußballs, 2004, S.273
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Millionen Menschen als fußballinteressiert einzustufen, 4 was einer Steigerung in den letzten fünf Jahren von über 36% entspricht, mehr als 13 Millionen besuchten in der vergangenen Saison 2008/09 die Stadien der 18 Erstligisten. 5 Doch auch auf finanzieller Seite wird der Aufschwung im Profifußball deutlich. So verdreifachten sich die kumulierten Umsätze der Mannschaften der 1.Fußballbundesliga in den letzten zehn Spielzeiten von rund 450 Mio. € in der Saison 1996/97 auf 1,38 Mrd. € in der Saison 2006/07. 6 Dieses Wachstum zieht gerade in der jüngeren Vergangenheit vermehrt auch das Interesse der Wirtschaft auf sich. So sehen viele Unternehmen das klassische Sponsoring im Profifußball als ideales Instrument sowohl zur Steigerung der
Markenbekanntheit, 7 als auch zur Stärkung des Unternehmensimages. 8 Zunehmend werden aber auch Privatinvestoren auf die Branche aufmerksam. Was vor allem in England mit dem Einstieg von Investoren mit einer Quote von über 50% in Fußballunternehmen schon mehrfach zu beobachten war, 9 ist in Deutschland aufgrund der inzwischen sehr umstrittenen „50+1“-Regel“ 10 noch nicht möglich. Doch die, wenngleich klar zu unterscheidenden, aktuellen Beispiele des Einstiegs von Red Bull in Leipzig und des steilen Aufstiegs der TSG Hoffenheim zeigen, dass dieser Trend gerade im Falle einer Abschaffung der „50+1“-Regel“ auch in Deutschland kaum aufzuhalten wäre. Doch mit zunehmender Kommerzialisierung und steigender Bedeutung des Profifußballs als Wirtschaftskraft stellt sich auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Fußballunternehmen und somit auch des Einstiegs einzelner Investoren. Für den englischen und zu Teilen auch den spanischen Fußball ist dabei nicht von einem primär wirtschaftlichen oder finanziellen Antrieb der dortigen Investoren auszugehen. Dies wird am Beispiel des FC Chelsea London deutlich, der im Sommer 2003 vom russischen Milliardär
4 Vgl. Sportfive, Fussballstudie 2007, 2007, S.8
5 Vgl. Sponsors, Ausgabe 07/2009, S.25
6 Vgl. Sponsors, Ausgabe 07/2009, S.19
7 Vgl. Adjouri, N. und Stastny, P. , Sport-Branding, 2006, S.24
8 Vgl. Dudzik, Thade, Die Werbewirkung von Sportsponsoring, 2006, S.16
9 Vgl. Handelsblatt Online (2009): „ Araber übernehmen den englischen Fußball“ und Sponsors 10/2007, „Private Equities investieren nicht blind“, S.22ff.
10 Vgl. Die Liga - Fussballverband e.V. , Satzung, § 8 Abs. 2
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Roman Abramowitsch gekauft wurde, der seitdem rund eine Milliarde € in den Verein investiert hat. Der Verein hat jedoch in den vergangenen fünf Spielzeiten bis zum Ende der Saison 2007/08 jeweils hohe zweistellige oder dreistellige Millionenverluste hinnehmen müssen. 11
Für den deutschen Fußball stellt sich die Situation dagegen anders dar. Dies ist in erster Linie auf das von der UEFA hochgelobte Lizenzierungsverfahren der DFL für die Vereine der deutschen Profiligen zurückzuführen. Den strikten Vorgaben des Verfahrens folgend, gelang es den 36 Clubs in der 1. und 2.Bundesliga seit Beginn der Spielzeit 2004/05 ihre Verbindlichkeiten in vier Jahren um rund ein Drittel auf 469 Mio. € zu senken. 12 In der Saison 2006/07 gelang es sogar erstmals allen Mannschaften der 1.Fußballbundesliga schwarze Zahlen zu schreiben und somit ein positives Jahresergebnis zu erzielen. 13 Somit wird auch für potenzielle Investoren, die nicht wie am Beispiel England verdeutlicht wurde, die Absicht haben den Club als teures Spielzeug zu betreiben, ein Engagement im deutschen Profifußball lukrativer. Denn bei wirtschaftlicher Stabilität wird auch ein langfristiger Erfolg der Investition, sprich eine Konkurrenzfähigkeit bei gleichzeitiger finanzieller Eigenständigkeit, 14 wahrscheinlicher. 15
Vor dem Einstieg und der Übernahme des anfänglichen finanziellen Risikos, gilt es jedoch die Erfolgsaussichten der Investition zu bewerten. Doch die Erklärung und Prognose des Erfolges von Fußballunternehmen erweist sich als enorm schwierig, da neben dem zentralen Faktor, der Finanzkraft des Clubs, 16 nicht alle der einflussnehmenden Faktoren messbar sind. 17 Trotzdem ist es für einen Investor vor dem Hintergrund seiner gesteckten Ziele wichtig, einen geeigneten
11 Vgl. Sponsors Online (2007 & 2009) Weitere Beispiele im englischen und spanischen Fußball sind u.a. Newcastle United, der CF Valencia und Real Madrid.
12 Vgl. DFL (Deutsche Fussball Liga GmbH) (2009), Bundesliga Report 2009, S. 2 und DFL (Deutsche Fussball Liga GmbH) (2008), Bundesliga Report 2008, S.4
13 Vgl. DFL (Deutsche Fussball Liga GmbH) (2008), Bundesliga Report 2008, S. 75
14 Unter finanzieller Eigenständigkeit ist an dieser Stelle die Fähigkeit zu verstehen, aus den selbst erzielten Einnahmen eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufstellen zu können, ohne wie im Beispiel des FC Chelsea London beschrieben, auf jährliche Finanzspritzen des Inhabers/Investors angewiesen zu sein.
15 Vgl. Teichmann, Kai (2007), Strategie und Erfolg von Fußballunternehmen, S.356
16 Vgl. u.a. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vom 10.06.2007, S.36 und Teichmann, Kai (2007), Strategie und Erfolg von Fußballunternehmen, S.348
17 Vgl. Quitzau, Jörn (2005), Faktor Zufall als Spielverderber, S.17
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Verein zu finden. Einer der dabei potenziell relevanten Faktoren, der eine Vielzahl denkbarer Einflussgrößen beinhaltet, ist der Standort, wie am Beispiel des zukünftigen Engagements des Getränkeherstellers Red Bull in Leipzig gezeigt werden soll. Als Ziel für die Übernahme eines aktuell fünftklassigen Vereins neben der Stärkung seiner Marke, gibt Red Bull folgende Punkte an: 18
¾ Nutzung des enormen Potenzials der Fußball-Stadt Leipzig
¾ Entfachung einer Fußball-Euphorie in Sachsen
¾ Mittelfristiger Aufstieg in den deutschen Profifußball 19
Gerade die Nennung des Potenzials der Stadt Leipzig und des Landes Sachsen spricht dabei in der Praxis für die Einflussnahme des Standortes auf die getroffene Investitionsentscheidung und somit auch für die Annahme eines Einfluss des Standortes auf den Erfolg von Fußballunternehmen. Ein weiterer Punkt der diese Annahme unterstützt, ist die Betrachtung des Erfolges von Fußballunternehmen vor dem Hintergrund des ressourcenbasierten Ansatzes (Ressource-based View) in der Literatur. 20 Diesem folgend verfügt ein Fußballunternehmen über vom Standort abhängige Ressourcen, die Einfluss auf seinen Erfolg nehmen können. 21
Gerade vor dem Hintergrund dieses Ansatzes erstaunt die mangelnde Beachtung dieses Zusammenhangs in der fachspezifischen Literatur. Dort wird der Einfluss des Standortes entweder aufgrund der noch geltenden Rechtsprechung nicht genauer untersucht oder auf Basis einer bisher durchgeführten und nur teilweise auf die Fragestellung bezogenen Untersuchung verneint. 22
18 Vgl. Vgl. Sponsors Ausgabe 07/2009, S.55
19 Diese Punkte sind durchaus vergleichbar mit den anfänglichen Zielen des aktuellen Überraschungsteams aus der Saison 2008/09, der TSG Hoffenheim, die mit Hilfe des Milliardärs Dietmar Hopp in kürzester Zeit und weit vor dem internen Zeitplan den Aufstieg aus dem Amateurbereich in die höchste deutsche Spielklasse realisierte.
20 Vgl. Teichmann, Kai (2007), Strategie und Erfolg von Fußballunternehmen, S.33f.
21 Vgl. Teichmann, Kai (2007), Strategie und Erfolg von Fußballunternehmen, S.353
22 Vgl. Keller, Christian (2008), Steuerung von Fußballunternehmen, S.172 und Teichmann, Kai (2007), Strategie und Erfolg von Fußballunternehmen, S.329
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Daher soll die folgende Untersuchung ausführlich klären, ob und bezüglich welcher speziellen Merkmale der Standort Einfluss auf den Erfolg professioneller Fußballunternehmen nimmt. Denn während die bisherigen Standorte von Profifußballunternehmen in Deutschland historisch gewachsen sind, 23 könnte sich dieses Bild in Zukunft auch vor dem Hintergrund der zukünftig möglichen Modifikationen in der Rechtsprechung („50+1“-Regel“) merklich ändern.
II. Gang der Untersuchung
Ziel der Arbeit ist es also einen potenziellen Einfluss des Standortes auf den Erfolg professioneller Fußballunternehmen zu untersuchen. Im Ergebnis soll überprüft werden, ob Erfolg im Profifußball an jedem Ort möglich ist, oder ob gewisse Standortfaktoren existieren, die für den Erfolg von Fußballunternehmen unverzichtbar sind. Zu diesem Zweck sollen zunächst aus der wissenschaftlichen Theorie Hypothesen hergeleitet werden, die dann mittels empirischer Daten überprüft werden sollen. Dieses Vorgehen legt folgenden Aufbau der Arbeit nahe:
23 Vgl. Anhang 1 und Kapitel D.I.
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Im Kapitel B. soll zunächst die theoretische Basis hinsichtlich der Funktionsweise des Standortanalyseprozesses und des Produktionsprozesses von Dienstleistungen geschaffen werden. Die Abhandlungen über
Wirtschaftsgeographie und Standortforschung dienen dabei in erster Linie dem Verständnis des Standortbegriffs und der Aufgabe von Standortfaktoren, während die Dienstleistungstheorie den Grundstein für den Produktionsprozess der Dienstleistung Fußball schaffen soll.
Dieser wird in Kapitel C. auf theoretischer Basis genauer betrachtet, zerlegt und analysiert. Dabei werden nicht nur die einzelnen Stufen im Produktionsprozess dargelegt, sondern auch ein Produktionsfaktorensystem für Fußballunternehmen erstellt. Darüber hinaus werden in diesem Kapitel aber auch die betriebswirtschaftlichen Abläufe und Zusammenhänge im Profifußball näher erörtert, die Aufschluss über Unternehmensziele, Absatzmärkte,
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Nachfragedeterminanten, Wettbewerb am Markt und Erfolgskennzahlen geben sollen.
In Kapitel D. werden zunächst die in den vorigen Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse genutzt, um die Abläufe in und um Fußballunternehmen vor einem standorttheoretischen Hintergrund zu untersuchen und so die Bereiche zu identifizieren, die potenziellen Standorteinfluss aufweisen. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Hypothesen bezüglich potenzieller Standortanforderungen für Fußballunternehmen formuliert, die im nächsten Schritt hinsichtlich ihrer Wirkungsbeziehung mit dem Erfolg von Fußballunternehmen untersucht werden. Diese nochmalige Selektion ist der Gewährleistung einer aussagekräftigen statistischen Auswertung der empirischen Daten geschuldet. So kann abschließend ein Katalog der verbleibenden potenziellen Standortfaktoren für Profifußball abgeleitet werden, der als Bezugsrahmen für die empirische Untersuchung dienen soll.
In den Kapiteln E. bis G. werden das Design, der Ablauf und die Ergebnisse der empirischen Datenerhebung und -auswertung ausführlich beschrieben. Abschließend werden die Ergebnisse der Auswertung nochmals
zusammengefasst und vor dem Hintergrund der Zielsetzung der Arbeit hinsichtlich ihrer Implikationen für Theorie und Praxis interpretiert.
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B. Terminologische und systematisierende Grundlagen
I. Wirtschaftsgeographie
Die Wirtschaftsgeographie bündelt als Teilbereich der Humangeographie bzw. Anthropogeographie 24 viele Felder, die von der gesamtwirtschaftlichen Perspektive bis hin zur einbetrieblichen Betrachtung reichen. 25 Vorrangiges Forschungsobjekt der Wirtschaftsgeographie sind ökonomische Raumsysteme unterschiedlicher Maßstabsgröße, 26 die hinsichtlich ihrer aus dem wirtschaftlichen Handeln verschiedener Akteure resultierenden Organisations-und Interaktionsformen untersucht und bewertet werden. 27 In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen verschiedener Autoren für Wirtschaftsgeographie, 28 ohne dass eine als unumstritten gelten könnte. Daher werden im Folgenden nur einige zentrale Ansätze zitiert und auf eine genauere Auseinandersetzung mit einzelnen Definitionen verzichtet.
¾ „Wirtschaftsgeographie handelt in erster Linie von den gegenseitigen
¾ „Nach heute vorherrschender Lehrmeinung lässt sich die
¾
„Wirtschaftsgeographie kann umschrieben werden als Raum-
24 Vgl.Haas, Hans-Dieter, Neumair, Simon-Martin (2007), Wirtschaftsgeographie, S.5
25 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.11
26 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.24
27 Vgl. Haas, Hans-Dieter, Neumair, Simon-Martin (2007), Wirtschaftsgeographie, S.1
28 Vgl. Ritter, Wigand (1998), Allgemeine Wirtschaftsgeographie, S.1f.
29 Vgl. Boesch, Hans (1977), Weltwirtschaftsgeographie, S.11
30 Vgl. Schätzl, Ludwig (1996), Wirtschaftsgeographie, 1996, S.1295
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Diese hohe Anzahl an Definitionen resultiert auch aus der historischen Entwicklung der Wirtschaftgeographie. die ihre Anfänge im 19.Jahrhundert mit der Länderkunde nahm. 32
Abb. 2: Die fünf Entwicklungsstufen der Wirtschaftsgeographie, eigene Darstellung
Doch selbst in der mittlerweile fünften Entwicklungsphase der „New Economic Geography“ 33 hat sie noch keinen gesamtheitlich wissenschaftlichen Rahmen erhalten, der allgemeine Anerkennung findet. Daher erscheint es sinnvoller ihre Inhalte und Ziele anhand einer Gliederung der Wirtschaftsgeographie in konkretere Teilbereiche zu definieren.
31 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.33
32 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.12 und Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.30ff.
33 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.27
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I.1. Gliederung der Wirtschaftsgeographie
Dazu ist nach gängiger Literaturmeinung zunächst die Trennung in eine einzelwirtschaftliche und eine gesamtwirtschaftliche Ebene vorzunehmen. 34 Während sich der einzelwirtschaftliche Ansatz lediglich mit den elementaren Wirtschaftseinheiten beschäftigt, können im gesamtwirtschaftlichen Ansatz Raumsysteme regionalen bis globalen Umfangs Kern der Untersuchung sein. Mit Bezug auf die Zielsetzung der Untersuchung wird im weiteren Verlauf der Arbeit der Fokus jedoch lediglich auf regionale Systeme gelegt. Als Zwischenform der beiden Ansätze sind Unternehmensnetze zu sehen, die bereits über deutlich komplexere Strukturen als die elementaren Wirtschaftseinheiten verfügen. 35 In ähnlicher Form lassen sich auch die Ziele wissenschaftlicher Arbeit in drei Bereiche gliedern. Bestehend aus Theorie, Analyse und Politik weißen sie eine explikative, eine deskriptive/explorative und eine normative Ebene auf. 36 Die sich daraus ergebende Matrixstruktur der Aufgaben, Ziele und Perspektiven der Wirtschaftsgeographie ist im Folgenden dargestellt.
Abb. 3: Die Bereiche & Dimensionen der Wirtschaftsgeographie, vgl. Staudacher (2005) S. 34
34 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.16ff.
35 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.34
36 Vgl. Abb.3
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Über diese Gliederung hinaus lässt sich noch eine weitere Aufgabe der Wirtschaftgeographie festhalten, die sich aus dem dynamischen Prozess der Weiterentwicklung der Wirtschaftgeographie ableiten lässt: Die Analyse und Erklärung des wirtschaftlichen Strukturwandels in seiner räumlichen Perspektive ist eine neuere aber immer häufiger genannte Thematik, die u.a. den Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft und der Verschiebung ökonomischer Schwerpunkte beinhaltet. 37
I.1.1. Paradigmen der Wirtschaftsgeographie
Durch die Weiterentwicklung der Wirtschaftsgeographie in der Vergangenheit haben sich immer wieder unterschiedliche Forschungsrichtungen ergeben, die auch als Paradigmen 38 bezeichnet werden. 39 Diese fachspezifischen Grundausrichtungen beschreiben als Entwicklungsphasen den Wandel der Inhalte der Wirtschaftsgeographie. Die bedeutendsten sollen im Folgenden in chronologischer Reihenfolge genannt werden. 40
¾ Länder- und Landschaftskunde im 19. Jahrhundert 41
¾ Raumwirtschaftslehre: Raumwirtschaftlicher Ansatz nach Schätzl 42
¾ Handlungs- und akteursorientierter Ansatz: Akteursgruppenansatz nach Kulke 43
¾ Geographie der Unternehmen nach Staudacher 44
¾ “New Economic Geography”: Relationaler Ansatz nach Bathelt/
37 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003b), Zur Zukunft der Wirtschaftsgeographie in Deutschland, S.142f.
38 Allgemein kann Paradigma als relativ umfassendes wissenschaftliches Programm definiert werden, Vgl. Gabler (1992), Wirtschaftslexikon, S.2534
39 Vgl. Haas, Hans-Dieter, Neumair, Simon-Martin (2007), Wirtschaftsgeographie, S.3
40 Die Forschungsobjekte und -methoden innerhalb der verschiedenen Ansätze liegen jedoch alle im groben Rahmen des Gliederungsschemas aus Abb.3
41 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.18
42 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.20ff.
43 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.18f.
44 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.77f.
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Aufgrund ihrer Relevanz in Literatur und Forschung und der Zielsetzung der Arbeit sollen im Folgenden lediglich die Ansätze nach Schätzl, Kulke und Bathelt/Glückler genauer erläutert werden. Während Schätzl die zentrale Grundlage in der Literatur und somit auch für die Entstehung der späteren Ansätze bildet, weisen die Paradigmen nach Kulke bzw. Bathelt/Glückler den stärksten Bezug hinsichtlich der durchzuführenden Untersuchung auf und sollen daher näher beleuchtet werden.
I.1.1.1. Raumwirtschaftlicher Ansatz
Die Aufgabe des auf Isard 46 zurückgehenden Ansatzes 47 liegt gemäß Schätzl in der Erklärung, Beschreibung und Bewertung der räumlichen Strukturen und ihrer Veränderungen aufgrund interner Entwicklungsdeterminanten und räumlicher Interaktion. 48 Weiter ist gemäß Schätzl „die Verteilung ökonomischer Aktivitäten im Raum (Struktur), die räumlichen Bewegungen von Produktionsfaktoren, Gütern und Dienstleistungen (Interaktion) sowie deren Entwicklungsdynamik (Prozess) als interdependentes Raumsystem zu verstehen.“ 49 Zentrale Fragen sind dabei u.a. die räumliche Verteilung von Industriebranchen, Ursachen für Standortverlagerungen oder die Entstehung von Kundeneinzugsgebieten. 50 Dabei unterteilt Schätzl den Ansatz in die drei Bereiche Theorie, Empirie und Politik. 51 Durch das weitere Aufgliedern des Bereichs der Raumwirtschafts-theorien in drei Komplexe, 52 Standorttheorien, 53 räumliche Mobilitätstheorien und
45 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.27ff.
46 Vgl. Isard, Walter (1956), Location and Space-Economy und Isard, Walter (1960), Methods of Regional Analysis
47 Grundlage des Ansatzes bilden zusätzlich zu den Einflüssen von Isard u.a. die Theorien von Weber (Vgl. Weber, Alfred (1909), Über den Standort der Industrien), von Thünen (Vgl. Thünen, Johann Heinrich von (1875), Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie), Christaller (Vgl. Christaller, Walter (1933), Die zentralen Orte in Süddeutschland), Lösch (Vgl. Lösch, August (1944), Die räumliche Ordnung der Wirtschaft) und von Böventer (Vgl. Böventer, Edwin von (1962), Theorie des räumlichen Gleichgewichts und Böventer, Edwin von (1995), Raumwirtschaftstheorie)
48 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.21
49 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.21
50 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.27
51 Vgl. Abb.3
52 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.22f.
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regionale Wachstums- bzw. Entwicklungstheorien, wird auch hier der Rahmen gemäß der Gliederung der Wirtschaftsgeographie in Abbildung 3 deutlich. Als hauptsächlichen Kritikpunkt am raumwirtschaftlichen Ansatz nennt die neuere Literatur die Nichtberücksichtigung sozialwissenschaftlicher Erklärungsdimensionen. 54
I.1.1.2. Akteursgruppenansatz
Dieser relative junge Ansatz 55 betrachtet Standortsysteme nicht wie die meisten Ansätze nur aus Unternehmens- oder Industriesicht, sondern erweitert die Perspektive um die Dimensionen der Konsumenten und der Politiker. Somit ergeben sich für Standortsysteme drei Haupteinflussgruppen: Anbieter, Nachfrager und Planer. 56 So wählen Anbieter (Unternehmen/Betriebe) ihren Standort v.a. aufgrund von aus internen Merkmalen resultierenden Notwendigkeiten (Fläche, Infrastruktur) und externer Einflüsse (Agglomeration, Nachfragepotential). Nachfrager (Haushalte/Endverbraucher) dagegen
beeinflussen das Standortsystem durch ihre persönlichen Gegebenheiten und Präferenzen (Einkommen), während Planer (Politiker) durch Standorttheorie geleitet, mittels standortgestalterischer Maßnahmen (Wirtschaftsförderung, Subventionierung) Einfluss nehmen. 57 Diese Betrachtungsweise ermöglicht somit eine exaktere Analyse der Kausalitäten in räumlichen Systemen, da darüber hinaus auch die im raumwirtschaftlichen Ansatz noch fehlende sozialwissenschaftliche Erklärungsdimension zumindest teilweise
(nachfrageseitig) berücksichtigt wird.
53 Vgl. Kap. B.I.2.1.
54 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.27
55 Vgl. Sedlacek, Peter (1994), Wirtschaftsgeographie
56 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.18 oder Maier, Gunther, Tödtling, Franz (2006), Regional- und Stadtökonomik 1, S.9
57 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.33ff.
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I.1.1.3. “New Economic Geography”
Der in der angelsächsischen Literatur entstandene Ansatz der “New Economic Geography” hat sich seit dem Ende der 1980er als Gegenposition zum raumwirtschaftlichen Ansatz etabliert. Bis heute verfügt der Ansatz, der sich aus verschiedenen, selten konsistenten Ansätzen zusammensetzt, 58 noch über kein komplettes Theoriegebäude und definiert sich so hauptsächlich über die Kritik an der Raumwirtschaftslehre. Diese besteht vor allem aus der geforderten höheren Komplexität in der Analyse ökonomischer und sozialer Prozesse, die im raumwirtschaftlichen Ansatz moniert wird. 59
Die Integration sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Ansätze ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Ansätzen. 60 Dabei wird die Herangehensweise anderer Ansätze ins Gegenteil verkehrt und nicht untersucht welche Standorte sich aufgrund ihrer bestehenden Ausstattungen besonders gut für die Ansiedlung von Unternehmen eignen. 61 Vielmehr werden die Möglichkeiten von Unternehmen untersucht, ihr regionales Umfeld so zu gestalten, 62 dass bestmögliche Bedingungen für den Unternehmenserfolg herrschen. 63 Es wird somit unterstellt, dass viele Standortentscheidungen „geschichtliche Fundsachen“ 64 sind und nachträglich weder exakt verstanden, noch aufgrund gewachsener Strukturen beeinflusst werden können.
58 Vgl. u.a. Scott, Allen J. (1988), New Industrial Spaces, Scott, Allen J. (1998), Regions and World Economy, Storper, Michael und Walker Richard (1989), The Capitalist Imperative, Storper, Michael und Scott, Allen J. (1990), Geographische Grundlagen und gesellschaftliche Regulation flexibler Produktionskomplexe, Scott, Allen J. und Storper, Michael (1990),Pathways to Industrialization and Regional Development, Storper, Michael (1995), The Resurgence of Regional Economics, Storper, Michael (1997a), The Regional World, Storper, Michael (1997b), Regional Economics as Relational Assets, Maskel, Peter, Malmberg, Anders (1998), Explaining the Location of Economic Activity, Maskel, Peter, Malmberg, Anders (1999), Localised Learning and Industrial Competitiveness und Clark, Gordon L., Feldmann, Maryann, Gertler, Meric (2000), The Oxford Handbook of Economic Geography
59 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.28
60 Vgl. u.a. Storper, Michael (1997a), The Regional World und Scott, Allen J. (1998), Regions and World Economy
61 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.28
62 Bathelt/Glückler nennen hier verschiedene Methoden zur Verbesserung der regionalen Voraussetzungen: Mitarbeiterausbildung, Ansiedlung von Zulieferern, Dienstleistungsnutzung, Beeinflussung der Regionalpolitik und Kundenlernprozesse
63 Vgl. Storper, Michael und Walker Richard (1989), The Capitalist Imperative (Kap.3)
64 Vgl. Liepitz, Alain (1985), Akkumulation, Krisen und Auswege aus der Krise
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I.1.2. Dienstleistungsgeographie
Eine letzte Möglichkeit der Untergliederung ist die Aufteilung nach Wirtschaftssektoren. Diese naheliegende Ordnung ist insofern nützlich, da jeder Wirtschaftssektor für Standort- und Raumsysteme spezifische Eigenschaften aufweist, die bei der Analyse und Erklärung von Systemen entscheidend sein können. In der folgenden Abbildung ist eine solche Gliederung dargestellt, 65 die auch bereits den Weg der späteren Untersuchung beschreibt, der eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Dienstleistung Profifußball vor einem standorttheoretischen Hintergrund zum Ziel hat.
65 Vgl. Haas, Hans-Dieter, Neumair, Simon-Martin (2007), Wirtschaftsgeographie, S.6ff.
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Während aber Ansätze zur Industrie-, Agrar- oder Tourismusgeographie in der Literatur bereits etabliert sind, gilt es den Mangel einer einheitlich anerkannten Dienstleistungsgeographie zu konstatieren. 66 Die in der Literatur existenten Forschungsrichtungen sind weitestgehend einzelnen Teilbereichen des Dienstleistungssektors (Einzelhandel, Gesundheitswesen, etc.) gewidmet und kaum in ein gesamtheitliches System integriert, 67 aus dem sich Schlüsse bezüglich einer einzelnen Branche ableiten ließen. Dies ist primär der Heterogenität des Dienstleistungssektors geschuldet. 68 Bei Betrachtung eines der wenigen Versuche der Zusammenfassung der bisher vorliegenden allgemeinen Ansätze durch Staudacher, 69 lassen sich verschiedene Ebenen der Befassung mit Dienstleistungen feststellen, 70 die Parallelen mit dem Akteursgruppenansatz nach Kulke erkennen lassen. 71 So befasst sich die Analyse der räumlichen Verteilungen mit den Standortproblemen von Dienstleistungsbetrieben (Anbieter), während die Analyse von
Kommunikationsbedürfnissen auf die Beziehungen zwischen Dienstleistungen und ihren Nachfragern abzielt (Nachfrager). Die dritte Dimension des Ansatzes deckt die Analyse der Beziehungen zwischen Dienstleistungsaktivitäten und der Raumentwicklung ab, die auf Stadtentwicklung und regionalpolitische Aspekte Bezug nimmt (Planer). 72 Diese Situation sowie die bereits erwähnte Heterogenität des
Dienstleistungssektors legen nahe, zum Zweck der Entwicklung einer Dienstleistungsgeographie, zunächst die charakteristischen Besonderheiten des Dienstleistungssektors an sich 73 und später die spezifischen Eigenschaften der relevanten Branche zu analysieren. Kulke unterscheidet zu diesem Zweck
66 Vgl. Staudacher, Christian (1991), Dienstleistungen, Raumstruktur und räumliche Prozesse, S.32, Eine der wenigen Ausnahmen ist z.B. bei Ileris, Sven (1996), The Service Economy - A Geographical Approach zu finden
67 Vgl. u.a. Halves, Jan-Peter (2001), Call Center in Deutschland, Daniels, Peter W. (1982), Service industries: Growth and Location und Marshall, J. N. et al. (1988), Services and uneven development
68 Vgl. Kap. B.II.1.1.
69 Vgl. Staudacher, Christian (1991), Dienstleistungen, Raumstruktur und räumliche Prozesse, S.31ff.
70 Vgl. Heineberg, Heinz, Heinritz, Günter, Gad, Günter, de Lange, Norbert, Hartwieg, Jürgen (1983), Beiträge zur empirischen Standortforschung, S.11f.
71 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.18f.
72 Vgl. Staudacher, Christian (1991), Dienstleistungen, Raumstruktur und räumliche Prozesse, S.32
73 Vgl. dazu ausführlich Kap. B.II.1.
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Dienstleistungen anhand der Ausbildung eines ihrer charakteristischsten
Merkmale , 74 der Kontaktaufnahme (Integration des externen Faktors) 75 Darüber
hinaus listet Kulke wie aus Abbildung 5 zu entnehmen ist, weitere, für ein
Gliederungssystem von Dienstleistungen nutzbare, 76 eindimensionale Merkmale
auf : 77
Abb. 5: Mögliche Unterscheidungsmerkmale im Dienstleistungssektors, vgl. Kulke (2006) S. 124ff.
Auf diesen und weiteren Erkenntnissen und Gliederungen, die an dieser Stelle
nicht weiter ausgeführt werden sollen, basiert Kulkes Entwicklung einer
Dienstleistungsgeographie. 78 Als Teilbereich der Wirtschaftsgeographie gilt es
dabei jedoch alle Dimensionen zu beachten, die analog zur Gliederung der
74 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.124f.
75 Vgl. dazu ausführlich Kap.B.II.2.
76 Auf die Nutzbarkeit und der Grad der Genauigkeit eindimensionaler Merkmale wird in den Kapiteln
B.II.1.1.2 und B.II.1.3. noch genauer eingegangen. Die Verwendung an dieser Stelle dient in erster Hinsicht
der Anschaulichkeit und ist aus der zitierten Literatur übernommen.
77 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.126
78 Vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.127ff.
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Wirtschaftsgeographie auftreten. 79 Zu diesem Zweck unterscheidet er zwischen statischen und dynamischen (zeitlicher Wandel) Betrachtungen, wobei die statischen Aspekte (Standortfaktoren, Standortbewertungen/-analysen und Standortverteilungen) für den weiteren Verlauf der Arbeit von großer Bedeutung sind. Dies erklärt sich u.a. durch die bei der Integration dynamischer Aspekte in die Standortanalytik resultierende enorme Steigerung der ohnehin hohen Komplexität, die auch Grund für die meist statische Beschaffenheit von Standortanalysen in der Literatur ist. 80 Der statischen Betrachtungsweise der Standortforschung ist daher der Schwerpunkt des folgenden Abschnitts gewidmet.
79 Vgl. Abb.3
80 Vgl. Ahlert, Dieter, Günther, H. (1992), Strategische Erfolgsforschung im Handel, S.6ff.
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I.2. Standortforschung
Die Standortforschung oder auch Standortlehre befasst sich als Teil der Wirtschaftsgeographie mit der Erklärung der Gestaltung ökonomischer Raumsysteme. 81 Unter dem Dach dieser Aufgabenstellung haben sich im Zeitverlauf verschiedenste Ansätze und Forschungsrichtungen gebildet, 82 zu welchen auch die Frage nach dem optimalen Unternehmensstandort zu zählen ist. 83 Ziel des weiteren Verlaufs soll es daher sein, diese Frage und die in der Literatur gängigen Herangehensweisen an diese Aufgabe näher zu betrachten. Zu diesem Zweck sollen zunächst Definitionen für die zentralen Begrifflichkeiten
81 Vgl. Beckmann, Carl-Christian (2005), Beziehungsorientiertes Standortmanagement und regionale Wirtschaftsförderung, S.11
82 Vgl. u.a. Bienert, Michael Leonhard (1996), Standortmanagement, S. 7f. und Kaiser, Karl-Heinz (1979), Industrielle Standortfaktoren und Betriebstypenbildung, S.19
83 Auf die Vielzahl der anders gerichteten Forschungsrichtungen soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden.
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der Thematik gefunden werden, die als Grundlage für die folgenden Erkenntnisse dienen.
Die Definition des Begriffs Standort erweist sich dabei als besonders diffizil, da, wie Bathelt/Glückler bemerken, die Maßstabsebene entscheidend für den Umfang und die Bedeutung des Standortes ist. Sie unterscheiden dabei in eine lokale, regionale, nationale, supra-nationale und eine globale Ebene. 84 Bienert schränkt diese Differenzierung ein und führt mit dem Standortbegriff im engeren und im weiteren Sinn nur zwei Auffassungen auf, 85 wobei die engere Definition als spezifischer geographischer Punkt oder Ort eher der älteren Literatur zugeordnet wird. 86 Die weitere Auffassung beinhaltet darüber hinaus alle wirtschaftlichen Verbindungen zur relevanten Umwelt am Standort (Konkurrenz, Nachfragesituation, etc.). 87 Trotz zahlreicher weiterer Definitionen herrscht in der Literatur zumindest Einigkeit bezüglich der Relativität des Begriffes, 88 der je nach Zielsetzung und Betrachtung inhaltlich und bezüglich des räumlichen Maßstabes differieren kann.
84 Vgl. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.47
85 Vgl. Bienert, Michael Leonhard (1996), Standortmanagement, S. 12
86 Vgl. u.a. Weber, Alfred (1909), Über den Standort der Industrien
87 Vgl. u.a. Hansen, Ursula (1990), Absatz- und Beschaffungsmarketing des Einzelhandels
88 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.20
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Ein zweiter grundlegender und häufig verwendeter Begriff ist der des Standortfaktors. Diese von Weber geprägte Bezeichnung 89 erfährt aufgrund seiner Vielseitigkeit in der Literatur eine beinah inflationäre Nutzung. 90 So werden Standortfaktoren u.a. als „für die Standortwahl maßgebliche Einflussgrößen, die sich aus den örtlichen Sachverhalten (…) ergeben“, 91 oder als „Determinanten der Standortwahl, die als Tatbestände für die Wahl eines äußeren Standorts unter ökonomischen Gesichtspunkten maßgebend sind“ 92 bezeichnet. Hansmann definiert Standortfaktoren als Kriterien, die auf die Erfolgssituation des Unternehmens standortspezifisch Einfluss nehmen. 93 Mit dieser Definition soll aufgrund ihrer Relevanz für die Zielsetzung der Arbeit im weiteren Verlauf gearbeitet werden. Wichtig bei der Verwendung von Standortfaktoren ist vor
89 Vgl. Weber, Alfred (1909), Über den Standort der Industrien, S.16
90 Kulke führt eine Liste weiterer verschiedener Definitionen für den Begriff der Standortfaktoren an, vgl. Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.35
91 Vgl. Leser, Hartmut (1997), Dierke Wörterbuch Allgemeine Geographie, S.821
92 Vgl. Gabler (1997), Wirtschaftslexikon, S.3559
93 Vgl. Hansmann, Karl Werner (1974), Entscheidungsmodelle zur Standortplanung der Industrieunternehmen, S.17
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allem jedoch, dass nur durch die Kombination mehrerer passender Faktoren und den Vergleich mehrerer Standorte, ein Nutzen und Aussagekraft über die Qualität des einzelnen Standortes entsteht. 94
Der Begriff der Standorttheorie grenzt sich in der Wirtschaftsgeographie von den räumlichen Mobilitätstheorien und regionalen Wachstums-und
Entwicklungstheorien ab. 95 Die im weiteren Verlauf wichtigen Standorttheorien lassen sich in eine einzelwirtschaftliche Perspektive und Standortstrukturtheorien unterteilen.
Im folgenden Kapitel sollen nun zunächst kurz die grundlegenden Fakten zur Thematik der Standorttheorien vermittelt werden, um im Anschluss näher auf die Standortwahl und -bewertung mittels Standortfaktoren, sowie die Standortfaktoren selbst einzugehen.
I.2.1. Standorttheorien
Wie bereits oben erwähnt lassen sich die Standorttheorien in sich nochmals in eine einzelwirtschaftliche Sichtweise und eine Strukturtheorie (Partial - und Totalmodelle) unterteilen. Ziel der Standorttheorie ist es dabei entweder die optimale Verteilung aller Standorte in einem Raumsystem oder im Falle der einzelwirtschaftlichen Betrachtung, den optimalen Standort für den Einzelbetrieb zu finden. 96 Bezüglich der Herangehensweise wird in der Literatur nochmals in neoklassische, behavioristische und empirisch-realistische Standorttheorien unterschieden. 97
94 Vgl. Rauscheder, Winfried (1994), Stichwort Wirtschaftsstandort Deutschland, S.18
95 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.26 und Abb.3
96 Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.25
97 Vgl. Beckmann, Carl-Christian (2005), Beziehungsorientiertes Standortmanagement und regionale Wirtschaftsförderung, S.12, dort findet sich auch eine Übersicht über alle in der Literatur und Forschung bekannten Vertreter der jeweiligen Ansätze.
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Als wichtigste Vertreter der einzelwirtschaftlichen Modelle sind u.a. Weber (optimale Industriestandorte) und Isard zu nennen. 98 Die Standortstrukturtheorien gehen v.a. auf die Arbeiten von Christaller (Theorie der zentralen Orte), Lösch (Theorie der Marktnetze), von Thünen (Theorie der Landnutzung) und Böventer zurück. 99 Bei Beckmann findet sich eine umfassende Übersicht über die in der Literatur grundlegenden Werke und Autoren zur Materie der Standorttheorie. 100 In der neueren Literatur finden sich jedoch zunehmend kritische Auseinandersetzungen mit den klassischen Standorttheorien. Dabei stellen viele neuere Autoren das Ziel der Gewinnmaximierung vor dem Hintergrund vollkommener Information, sprich die Prämisse des homo oeconomicus aus erkenntnistheoretischer, kontextspezifischer und empirischer Sicht in Frage. 101 Zudem wird aufgrund der Entstehung der Theorien im 19. und frühen 20. Jahrhundert vielfach auf die unzureichende Berücksichtigung neuerer Entwicklungen in Wirtschaft und Industrie hingewiesen. Dies bezieht sich u.a. auf die schwerpunktmäßige Behandlung von Einbetriebsunternehmen (Ausklammern multinationaler Konzerne und daraus resultierender Zusammenhänge), 102 sowie auf die strikte Kostenorientierung (v.a. Transportkosten), die in den meisten Branchen nicht mehr zeitgemäß erscheint. 103 Schließlich wird auch die Vereinheitlichung der Standortentscheidung als Produkt einer Sammlung von Standortfaktoren vor dem Hintergrund der Vernachlässigung der Zielsetzung des
98 Vgl. Weber, Alfred (1909), Über den Standort der Industrien und Isard, Walter (1956), Location and Space-Economy, auf eine weitergehende Erklärug der Modelle wird an dieser Stelle verzichtet. Ausführlicher: Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.30ff
99 Vgl. Thünen, Johann Heinrich von (1875), Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie, Lösch, August (1944), Die räumliche Ordnung der Wirtschaft, Christaller, Walter (1933), Die zentralen Orte in Süddeutschland und Böventer, Edwin von (1962), Theorie des räumlichen Gleichgewichts, auf eine weitergehende Erklärug der Modelle wird an dieser Stelle verzichtet. Ausführlicher: Vgl. u.a. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.63ff. und Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.92ff.
100 Vgl. Beckmann, Carl-Christian (2005), Beziehungsorientiertes Standortmanagement und regionale Wirtschaftsförderung, S.12
101 Vgl. u.a. Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.133f. und Bathelt, Harald (1991), Schlüsseltechnologie-Industrien, Kap.12
102 Vgl. u.a. Taylor, Michael, Thrift, Nigel (1983), Business Organization, S.178ff.
103 Vgl. u.a. Schamp, Eike W. (2000), Vernetzte Produktion, S.22
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Unternehmens (Unternehmensgründung, Standorterweiterung oderverlagerung) als Schwachpunkt angeführt. 104
Primäre Erkenntnis aus den Theorien und der angeführten Kritik ist demnach die notwendige Berücksichtigung des Unternehmensziels, da nur durch diese eine spezifische Definition und Anpassung der relevanten Standortfaktoren möglich ist. 105
I.2.2. Standortanalyse mittels Standortfaktoren
Das wichtigste Mittel der Standortanalyse und der betrieblichen Standortwahl sind Standortfaktoren. Dieses auf Weber 106 zurückgehende Konstrukt ist bis heute fester und zentraler Bestandteil der Literatur zur Standortwahl und von entscheidender Bedeutung in der Praxis. 107 Weber formuliert in seinen Ausführungen dabei eine Systematik der Standortfaktoren für die Industrie, in der er die folgenden Unterscheidungsmerkmale definiert: 108
¾ Die Unterscheidung in generelle (für jede industrielle Produktion von Bedeutung, z.B. Arbeitskosten) und spezielle Standortfaktoren (nur für Betriebe einzelner Branchen relevant, z.B. Klima)
¾ Differenzierung hinsichtlich der räumlichen Wirkung in Regionalfaktoren (ursächlich für die regionale Verteilung der Betriebe, z.B. Gebäudekosten), sowie Agglomerativ- und Deglomerativfaktoren (ursächlich für Zentralisierung bzw. Dezentralisierung)
104 Vgl. Schickhoff, Irmgard (1988), Standortentscheidungen, S.40ff., detailliertere Ausführungen bezüglich der Kritik am Ansatz der Standorttheorien finden sich bei Bathelt, Harald, Glückler, Johannes (2002), Wirtschaftsgeographie, S.133ff
105 Vgl. Dohrmann, Jörg (1976), Empirische Ermittlung der Standortfaktoren im Unternehmerkalkül, S.59
106 Vgl. Weber, Alfred (1909), Über den Standort der Industrien
107 Vgl. Beckmann, Carl-Christian (2005), Beziehungsorientiertes Standortmanagement und regionale Wirtschaftsförderung, S.13
108 Vgl. Weber, Alfred (1909), Über den Standort der Industrien, S.18ff.
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¾ Unterteilung nach Beschaffenheit in natürlich-technische Standortfaktoren (z.B. Klimaunterschiede) und gesellschaftlich-kulturelle Standortfaktoren (z.B. Fremdkapitalzinsen)
Schwerpunkt in Webers Modell, der neben weiteren einschränkend wirkenden Annahmen häufig zu Kritik in der neueren Literatur gereicht, 109 ist die Konzentration auf Transportkosten als zentralem Standortfaktor, was nach neueren Erkenntnissen abhängig von der betrachteten Branche zumindest fraglich erscheint. Trotzdem ist Webers Arbeit aufgrund ihrer grundlegenden Funktion und Pioniersrolle als Ausgangsbasis der weiteren Entwicklung von Standortfaktorensystemen zu würdigen.
Um eine optimale Anwendung und Nutzung einer Standortfaktorensystematik zu ermöglichen, muss zunächst die Position der Standortfaktoren im gesamten Standortanalyseprozess definiert werden, welche Abbildung 8 sichtbar macht: 110
Abb. 8: Die Rolle der Standortfaktoren im Standortanalyseprozess, vgl. Staudacher (2005) S. 115
109 Vgl. u.a. Behrens, Karl Christian (1961), Allgemeine Standortbestimmungslehre, S.47
110 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.115
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Der geforderten Einbeziehung der Unternehmensziele wird durch die Einführung getragen. 111 des Begriffs der Standortanforderungen Rechnung
Standortanforderungen umfassen dabei alle Ansprüche, die das jeweilige Unternehmen an einen Standort stellt, um seinen Leistungsprozess realisieren zu können. 112 Wie wichtig einzelne Aspekte für das jeweilige Unternehmen sind, hängt in der Hauptsache vom Produkt und der Technologie des Betriebes ab. 113 Dem stehen die Standortgegebenheiten oder -potenziale gegenüber, die alle Merkmale eines Standortes umfassen, die als Produktionsfaktoren oder relevant für die Ziele der Unternehmen eingestuft werden können. 114 Ihre Existenz oder Ausprägung führt zu Vor- oder Nachteilen bei der Realisierung der unternehmerischen Zielsetzung und macht sie somit zu Einflussfaktoren bei der Standortbewertung. Diese Vor- oder Nachteile werden anhand des Abgleichs mit den Standortanforderungen deutlich. 115
Wie in Abbildung 8 klar wird, definiert dieses Zusammenspiel zwischen Standortanforderungen und -bedingungen die zentrale Rolle der
Standortfaktoren in der Wirtschaftsgeographie. So nutzen sowohl die Praxis als auch die Theorie, sprich die wissenschaftliche Forschung das Konstrukt der Standortfaktoren. Denn durch sie werden die Gegebenheiten an den jeweiligen Standorten im Vergleich mit den unternehmensbedingten Anforderungen qualifiziert und quantifiziert und somit messbar gemacht, wodurch eine Möglichkeit zur Standortbewertung geschaffen wird. 116 Zum anderen werden sie zur Erklärung und Begründung von Standortentscheidungen und räumlichen Phänomenen genutzt.
111 Vgl. Rüschenpöhler, Hans (1958), Der Standort industrieller Unternehmen als betriebswirtschaftliches Problem, S.64ff.
112 Vgl. Bankhofer, Udo (2001), Industrielles Standortmanagement, S.28
113 Vgl. Maier, Gunther, Tödtling, Franz (2006), Regional- und Stadtökonomik 1, S.36
114 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.114
115 Bei Vergleichen verschiedener Unternehmen ist zur einwandfreien Verwendung der Methodik der Standortanforderungen zu beachten, dass eine Gleichartigkeit hinsichtlich der Anforderungen nur bei überwiegend einheitlichen Betrieben zu unterstellen ist. Vgl. Dohrmann, Jörg (1976), Empirische Ermittlung der Standortfaktoren im Unternehmerkalkül, S.27, Kaiser (Vgl. Kaiser, Karl-Heinz (1979), Industrielle Standortfaktoren und Betriebstypenbildung, S.15) weist in diesem Zusammenhang auf die extreme Heterogenität industrieller Betriebe hin (die sich unter Einbeziehung des Dienstleistungssektors noch zusätzlich erhöht) und hält fest, dass nicht für bestimmte Betriebstypen differenzierte Aussagen in der Standortlehre als äußerst fragwürdig zu betrachten sind.
116 Vgl. Kaiser, Karl-Heinz (1979), Industrielle Standortfaktoren und Betriebstypenbildung, S.15
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Um Standortfaktoren jedoch wirklich effektiv einsetzen zu können, müssen diese einige Vorgaben und Standards erfüllen. Dies ist vor allem hinsichtlich der Objektivität und Quantität der Faktoren zu betonen. Kraus führt in diesem Zusammenhang u.a. die folgenden Aspekte an: 117
¾ Genauigkeit (Potenzial eines Standortes mit möglichst hoher Genauigkeit erfassen)
¾ Reagibilität (Reaktion auf kleine Veränderungen bereits ersichtlich)
¾ Mathematische Nutzbarkeit (Forderung nach dimensionslosen Größen)
¾ Nutzbarkeit der Quantifizierung von Standortfaktoren nach diesen Maßstäben im Standortanalyseprozess
Ergänzend fügt Kraus bezüglich der Quantität einschränkend hinzu, dass eine Messung dieser aufgrund der Komplexität mancher Standortfaktoren nur durch Indikatoren zu erreichen sei. 118
I.2.2.1. Standortfaktorenkataloge
Wie schon zuvor erwähnt, können jedoch erst durch eine passende Kombination mehrerer Standortfaktoren verwertbare Ergebnisse für die Standortanalyse erzeugt werden. Dies und nicht zuletzt die große Anzahl von Faktoren, denen in der Literatur standortrelevanter Charakter zugesprochen wird, 119 macht eine Systematisierung der Standortfaktoren notwendig. Zu diesem Zweck existieren vor allem in der deutschsprachigen Literatur zahlreiche Ansätze, die alle versuchen verschiedenste Faktoren nach unterschiedlichen Mustern zu
117 Vgl. Kraus, Wolf Dietrich (1970), Die Quantifizierung von Standortfaktoren als Grundlage einer Standortlenkung, S.32f.
118 Vgl. Kraus, Wolf Dietrich (1970), Die Quantifizierung von Standortfaktoren als Grundlage einer Standortlenkung, S.34
119 In der Wirtschaftsgeographie werden dazu weit über 150 Standortfaktoren gelistet, Vgl. dazu u.a. Beckmann, Carl-Christian (2005), Beziehungsorientiertes Standortmanagement und regionale Wirtschaftsförderung, S.11
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ordnen. 120 Diese teilweise sehr umfangreichen Ansätze in Literatur und Praxis werden auch als Standortfaktorenkataloge bezeichnet. 121 Keiner der Kataloge kann jedoch Anspruch auf Vollständigkeit für sich beanspruchen, was neben der hohen Anzahl an Faktoren vor allem auf die Heterogenität der verschiedenen Wirtschaftssektoren und ihrer Branchen zurückzuführen ist, für die jeweils einzelne und klar differenzierte Kataloge notwendig wären. 122 Verwendet werden die Standortfaktorenkataloge wie in Abbildung 8 ersichtlich wird, dank ihrer methodisch-praktischen Funktion neben der Standortanalyse und -bewertung auch in der Standortforschung zur Ableitung von Standortanforderungen und zur Systematisierung von Standortvorteilen. 123
I.2.2.2. Standortfaktorensystem nach Kulke
Ähnlich zur Berücksichtigung des Dienstleistungssektors in der gesamten Wirtschaftsgeographie 124 stellt sich auch die Situation in der Standortanalytik dar. Eine Ausnahme zu dieser eher stiefmütterlichen Behandlung bildet Kulke, der versucht einen umfassenden Standortfaktorenkatalog für
120 In der anglo-amerikanischen Literatur ist dagegen eine weniger systematische Darstellung üblich. Vgl. Bienert, Michael Leonhard (1996), Standortmanagement, S. 48
121 Vgl. dazu u.a. die Ansätze bei: Grabow, Busso, Henckel, Dietrich, Hollbach-Grömig, Beate (1995), Weiche Standortfaktoren, S.68ff., Vgl. Schätzl, Ludwig (2003a), Wirtschaftsgeographie 1, S.32f., Kaiser, Karl-Heinz (1979), Industrielle Standortfaktoren und Betriebstypenbildung, S.29 & 36, Kraus, Wolf Dietrich (1970), Die Quantifizierung von Standortfaktoren als Grundlage einer Standortlenkung, S.21ff., Bienert, Michael Leonhard (1996), Standortmanagement, Anhang 1 & S.54ff., Kulke, Elmar (2006), Wirtschaftsgeographie, S.36, Staudacher, Christian (1991), Dienstleistungen, Raumstruktur und räumliche Prozesse, S.97ff., Berekoven, Ludwig (1990), Erfolgreiches Einzelhandelsmarketing, Grundlagen und Entscheidungshilfen, S.351ff., Tesch, Peter (1980), Bestimmungsgründe des internationalen Handels und der Direktinvestition, Beckmann, Carl-Christian (2005), Beziehungsorientiertes Standortmanagement und regionale Wirtschaftsförderung, S.26ff., Bankhofer, Udo (2001), Industrielles Standortmanagement, S.30ff., Balderjahn, Ingo (2000), Standortmarketing, S.92f., Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.116ff., Kulke, Elmar (1998), Wirtschaftsgeographie Deutschlands, S.190, Kinkel, Steffen (2003), Dynamische Standortbewertung und strategisches Standortcontrolling, S.128f. und Behrens, Karl Christian (1961), Allgemeine Standortbestimmungslehre, S.49ff.
122 Bei Bienert findet sich in diesem Zusammenhang eine Liste von Untersuchungen verschiedener Branchen, Vgl. Bienert, Michael Leonhard (1996), Standortmanagement, S. 52
123 Vgl. Staudacher, Christian (2005), Wirtschaftsgeographie regionaler Systeme, S.115
124 Vgl. Kap B.I.1.2.
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Tobias Schelter, 2010, Der Standort als Erfolgsfaktor für professionelle Fußballunternehmen – Eine Standortfaktorenanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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