Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Tiefenhermeneutische Medienanalyse 3
3. Die Technik der Konversionsanalyse 5
3. 1 Inhaltsanalyse einer Forschungsgruppe 5
3.2 Wirkungsanalyse mit Publikumsgruppen 7
3.3 Systematisierung der Ergebnisse 7
4. Das Format Das Supertalent auf RTL 8
4.1 Einführung in die Sendung 8
4.2 Konversionsanalytisches Sendeschema „Das Supertalent“ vom 22.11.08. 8
4.3 Der Spannungsbogen 10
5. Inhaltsanalyse der Sendung Das Supertalent 10
5.1 Themenkomplex1: Die Verletzlichkeit und Feminität der Männer 14
5.2 Resümee 17
6. Fazit 18
7.Literaturverzeichnis 19
Anhang 19
1. Einleitung
Die Angebote in den Fernsehformaten nehmen jedes Jahr immer weiter zu. In einigen Formaten geht es um Erziehungsprobleme, in anderen wiederum um Beziehungsprobleme oder Schulden. Die Sendung Das Supertalent auf RTL soll auf den ersten Blick sich von den Problemen der Welt sich distanzieren und eine vielfältige und bunte Darbietung von verschiedenen Menschen verschiedener Nationalitäten und verschiedenen Alters darbieten, die außergewöhnlich gute Talente haben und sind. 2007 erschien in Deutschland zum ersten Mal Das Supertalent im Fernsehen, doch den großen Reiz und Anklang kam mit der zweiten Staffel im Jahr 2008. Das Jurorenteam 2008 besteht aus Dieter Bohlen, Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell. Des Weiteren ist ein Moderatorenpaar, welches die Zuschauer durch die Sendung begleitet, vorhanden: Marco Schreyl und Daniel Hartwich. Die Sendung scheint auf ersten Blick eine Show zu sein, die wahre Talente sucht und fördern möchte. Ob dies wirklich so ist und was die Sendung wirklich den Zuschauern bietet, auf bewusste und unterbewusste Art, soll in dieser Arbeit anhand
dem Themenkomplex Emotionalität und Feminität der Männer 1 dargestellt werden.
Im Folgenden stelle ich zuerst die Methodik des tiefenhermeneutischen Ansatzes der Medienforschung vor, die die Grundlage für meine Analyse bildet. Anschließend gehe ich auf die inhaltsanalytischen Ergebnisse ein, zu denen das konversionsanalytische Sendeschema 2 gehört Im Schlussteil ziehe ich einen Vergleich der Männer untereinander und komme schließlich zum Fazit.
2. Tiefenhermeneutische Medienanalyse
Damit man wissen kann, wie sich inhaltliche Angebote bestimmen lassen und was in einem Zuschauer ausgelöst wird, wurde dafür von Ulrike Prokop und ihrer Arbeitsgruppe ein Verfahren entwickelt. Dieses Verfahren nennt sich die tiefenhermeneutische Medienanalyse, die auch als Konversionsanalyse bezeichnet wird.
1 Themenkomplex1: Die Emotionalität und Feminität der Männer, S.11
2 Sendeschema siehe Anhang
3
Durch diese Diskussionen in den Gruppen werden Einblicke in Ambivalenzen und Dynamiken gewährt, welche an bestimmte Themenkontexte gebunden sind. Des Weiteren werden in latente Phantasien weitere Einblicke gewährt, die durch die freie Assoziation und der Wahrnehmungsprotokolle erfolgen. Zusätzlich erfolgen unbewusste und bewusste Muster in der Rezeption. Zwischen wahrnehmbaren Reaktionen, latentem Sinn und paradoxen Botschaften entstehen Spannungen in den Sendungen, d.h. Das zwischen dem bildhaften, sinnlichen Präsentationen, dem Latenten, und der sprachlichen Benennung durch die Beteiligten, dem Manifesten, eine Spannung entsteht. Das Latente setzt sich aus der Wahrnehmung des Geschehens zusammen. Durch das Zuschauen einer Sendung werden Bearbeitungsimpulse aktiviert und provoziert, die durch die eben aufgeführte Spannung zwischen dem Latentem und Manifestem entsteht. Diese lassen sich gliedern, zum einen in die Abwehr der provozierten innerer Bilder und, zum anderen in eine Annäherung an das Tabuisierte. Explizit bedeutet Annäherung an das Tabuisierende, dass eine Beschreibung des Erlebten verrichtet wird. Laut Lorenzer beinhaltet die Analyse das szenische Verstehen. Das bedeutet eine Veränderung des Rezipienten im Prozess der Deutung während des Sehens und die Erkenntnis einer Deutung latenter Aussagen des Angebots.
In Gruppendiskussionen gibt es eine zusätzliche Stütze und ein Verfahren, welche die Diskussionen ergänzt: Das Wahrnehmungsprotokoll. Dieses wird während des Sehvorgangs von jedem Teilnehmer der Forschungs- bzw. Publikumsgruppe angefertigt. Durch diese Assoziationsprotokolle kann man das Seherlebnis eines Individuums ungefähr abbilden.
3. Die Technik der Konversionsanalyse
Dieses Verfahren besteht aus drei Stufen, welches die Inhaltsanalyse und die Gruppendiskussion kombiniert. Das Verfahren besteht aus: 4
A.) Inhaltsanalyse in der Forschungsgruppe
B.) der Wirkungsanalyse mit Publikumsgruppen C.) der Systematisierung der Ergebnisse.
Bei der Inhaltsanalyse in der Forschungsgruppe finden „Teil 1“ und „Teil 2“, die im Folgenden erklärt werden, statt. Mit Publikumsgruppen wird im „Teil 3“ gearbeitet, das in dieser vorliegenden Hausarbeit nicht erarbeitet wird, sondern stattdessen die Inhaltsanalyse. Nun folgen die Arbeitsschritte der Inhaltsanalyse in einer Forschungsgruppe:
3. 1 Inhaltsanalyse einer Forschungsgruppe
Teil 1: In der formalen Inhaltsanalyse werden zuerst die Sendungen in der Forschungsgruppe in Bezug auf die Themenblöcke chronologisch dargestellt. Hier werden für jeweilige Themenblöcke spezielle Thematiken und das affektive Klima zur jeweiligen Sequenz beschrieben. Das Genre (das affektive Klima einzelner Themenblöcke) ist ein Schlüsselbegriff, bei dem es um Informationen und um den intendierten Appellcharakter der Angebote geht.
Teil 2: In diesem Teil erfolgt der methodische Zugang zur affektiven Wirkung und zu unbewussten Anteilen der Rezeption über das Verfahren der Gruppendiskussion. Dieses Verfahren wird ebenfalls für die Bestimmung der Inhalts- und Wirkungsanalyse in der Forschungsgruppe und ferner in der Arbeit mit den Publikumsgruppen verwendet. Die Wirkung wird als eine affektive Reaktion verstanden, welches einen Impuls, in der Gruppe, zur Verständigung über das Gesehene auslöst. Für die Gruppendiskussion gibt es bestimmte Regeln, die eingehalten werden sollten, um erfolgreich mit diesem Verfahren arbeiten zu können.
4 vgl.: Prokop, Ulrike; Jansen, Mechtild M.(Hg.): Doku-Soap, Reality-Tv, Affekt-Talkshow, Fantasy-Rollenspiele. Neue Sozialisationsagenturen im Jugendalter. Tectum Verlag. Marburg. 2006. S. 21 ff.
5
Regeln der Gruppendiskussion:
5 Prokop, Ulrike; Jansen, Mechtild M.(Hg.): Doku-Soap, Reality-Tv, Affekt-Talkshow, Fantasy-Rollenspiele.Neue Sozialisationsagenturen im Jugendalter. Tectum Verlag. Marburg. 2006. S. 22.)
6 ebd.: S.23
6
3.2 Wirkungsanalyse mit Publikumsgruppen
Teil 3: Hier ist es von Bedeutung, dass die Publikumsgruppe nach dem gleichen Verfahren der Gruppendiskussion arbeitet. Es wird ebenfalls ein
Wahrnehmungsprotokoll erarbeitet und die verschiedenen Stufen der
Wahrnehmungsbeschreibung, Benennung der Affekte und Assoziationen innerhalb der Gruppendiskussion werden in der Wirkungsanalyse mit Publikumsgruppen umgesetzt. Diese Diskussion wird aufgezeichnet und anschließend ausgewertet.
3.3 Systematisierung der Ergebnisse
Teil 4: In diesem Schritt geht es um die Materialauswertung. Das bedeutet, dass Beschreibungen und Diskussionen der Publikumsgruppe mit den Ergebnissen der Forschungsgruppe in Beziehung gesetzt. Wesentliche Assoziationen erfolgen über angesprochene Bereiche und Assoziationen beider Gruppen. Laut Ulrike Prokop wird es interessant in Erfahrung zu bringen, ob und welche Unterschiede sich heraus kristallisieren zwischen verschiedenen Publikumsgruppen und innerhalb einzelner Publikumsgruppen im Vergleich zu Ergebnissen der Forschungsgruppe. Desweiteren ist es interessant zu wissen, wie sich Publikumsgruppen mit dem Seherlebnis auseinander setzen. Diese Auseinandersetzung gilt als Indikator für Ressourcen der Verarbeitung des Gesehenen. Besondere Bedeutung gilt hier die Art und Weise der Verarbeitung von paradoxen Botschaften.
7
4. Das Format Das Supertalent auf RTL
4.1 Einführung in die Sendung
Am 18.Oktober startete die RTL-Castingshow "Das Supertalent 2008". Nachdem die erste Staffel im Jahr 2007 dem Privatsender RTL unerwartet hohe Quoten einspielte, ist das Format für die zweite Staffel ausgeweitet und mit einem neuen Jurorenteam besetzt worden. Nach den Castings in verschiedenen deutschen Städten gab es sieben Live-Shows, in denen die neue Jury, bestehend aus Beleidigungen (Dieter Bohlen), Tränen (Bruce Darnell) und Sex-Appeal (Sylvie van der Vaart), nach einem einzigartigen "Supertalent" suchen soll. Dieter Bohlen besetzte bereits im Vorjahr eine Platz im Jurorenteam, Slyvie, ein holländisches Modell und Ehefrau eines Profi-Fußballers (Hamburger SV). Der dritte Juror, Bruce Darnell, ist bekannter in der deutschen Medienwelt. Er ist der Laufsteg-Coach bei „Germany´s next Top Model“ gewesen und war in seiner eigenen TV-Show „Eure Styling- Show“, die aber floppte, zu sehen. Der Gewinner von "Das Supertalent 2008" und damit auch von 100.000 Euro wird von den Zuschauern per Telefon-Voting gewählt. Im Vergleich zu anderen Casting-Shows wie „Popstars“ sind sich die Zuschauer bewusst, dass es um das Talent Singen geht, doch welche Bedingungen bzw. was ein Talent bei der Show Das Supertalent definiert, bleibt unklar.
4.2 Konversionsanalytisches Sendeschema „Das Supertalent“ vom
Arbeit zitieren:
Feryal Kor, 2009, Verletzlichkeit und Feminität der Männer in der RTL-Sendung "Das Supertalent", München, GRIN Verlag GmbH
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