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Rechte Indigener Völker

Zur Integration und rechtlichen Situation der Ainu in Japan

Titel: Rechte Indigener Völker

Seminararbeit , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Hansi (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Japanologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit befasst sich mit der Rechtslage der japanischen Ainu aus der Sicht internationaler Rechtsinstrumente. Die Ainu gelten als die ersten Siedler der nördlichen japanischen Inseln, bekommen aber von der Regierung den Status eines indigenen Volkes nicht zugeschrieben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts kämpfen die Ainu auf nationaler und internationaler Ebene um Anerkennung durch den offiziellen Staatsapparat. Eine Anerkennung als indigenes Volk würde den Ainu durch die folgende Ratifizierung diverser internationaler Rechtsinstrumente, Gruppenrechte und spezifische Rechte zum Erhalt ihrer kulturellen Eigenheit einbringen. Kultur, Identität und Sprache der Ainu befinden sich zunehmend einem Auflösungsprozess ausgesetzt, wobei speziell die Sprache, welche als isoliert entstandene Sprache gilt und keine nachweisbaren genealogischen Verbindungen zu anderen Sprachen aufweist, von wissenschaftlicher Seite gesehen sowie als Element kultureller Identität große Bedeutung besitzt.
Im ersten Kapitel der Arbeit werden die grundlegenden Prinzipien und Normen des internationalen Menschenrechtssystems erläutert, die gerade für Minderheiten von zentraler Bedeutung sind. Anschließend wird die von der ILO (International Labour Organization) im Jahre 1989 verfasste Konvention 169 bezüglich der Rechte indigener Völker vorgestellt.
Im Folgekapitel wird aufgezeigt wie die Ainu in die japanische Gesellschaft integriert wurden und wie dabei mit ihrer kulturellen Eigenheit umgegangen worden ist.
Die Rechtslage der Ainu ist das Thema des dritten Kapitels, in welchem ein Hauptaugenmerk darauf gelegt wird, wie Japan die internationalen Rechtsinstrumente umsetzt, beziehungsweise in welcher Art eine Unterzeichnung solcher Dokumente von offizieller Seite als unzumutbar angesehen wird.
Abschließend wird auf zwei besondere Fälle eingegangen in denen Angehörige der Ainu vor Gericht gegen die Regierung Klage erheben. Diese Fälle wurden ausgewählt, da ein regionales Gericht im Rahmen der Entscheidungsfindung die Ainu das erste mal als indigenes Volk angesehen hat und sich durch diese Rechtssprechung im Weiteren positive Entwicklungen für die Ainu ergeben haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Indigene Völker im internationalen Recht

1. Das Selbstbestimmungsprinzip

2. Normen des Selbstbestimmungsprinzips

Nichtdiskriminierung

Kulturelle Integrität

Natürliche Ressourcen und Land

Soziale Wohlfahrt und Entwicklung

Selbstverwaltung/Selbstregierung – Die politische Dimension der Selbstbestimmung

3. Die ILO Konvention 169 als zentrales Instrument

II. Die Integration der Ainu - Ein Akkulturationsprozess

1. Akkulturation als Teil der Assimilationspolitik

Landwirtschaft

Bildung und Ehe

Utari Kyokai

III. Zur Rechtssituation der Ainu

1. Die Ainu im internationalen Recht

2. Der Nibutani Damm Fall und der Ainu Cultural Promotion Act 1997

3. Der Nibutani Prozess als Präzedenzfall

Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtliche Lage der japanischen Ainu unter Berücksichtigung internationaler Rechtsinstrumente. Im Zentrum steht die Analyse des Spannungsfeldes zwischen der offiziellen Nicht-Anerkennung der Ainu als indigenes Volk durch den japanischen Staat und dem völkerrechtlichen Anspruch auf Selbstbestimmung und kulturelle Integrität.

  • Grundprinzipien und Normen des internationalen Menschenrechtssystems für indigene Völker
  • Die Rolle der ILO-Konvention 169 bei der Anerkennung kollektiver Rechte
  • Historische und soziopolitische Auswirkungen der japanischen Assimilationspolitik
  • Der Nibutani-Prozess als rechtlicher Präzedenzfall für die Anerkennung indigener Identität

Auszug aus dem Buch

2. Der Nibutani Damm Fall und der Ainu Cultural Promotion Act 1997

Am 28. März 1997 erkennt ein Amtsgericht in Sapporo die Ainu als eine indigene Minderheit Japans an. Dies war die erste Anerkennung dieser Art in der japanischen Geschichte. Die Entscheidung des Gerichts in Sapporo erkannte auch, dass das Recht der Ainu auf Ausübung der eigenen Kultur vom Artikel 27 der International Covenant of Civil and Political Rights und vom Artikel 13 der japanischen Verfassung geschützt ist.

In den 1960er Jahren plante das Hokkaido Entwicklungsbüro eine Dammkonstruktion am Saru River zu errichten um die Wasserversorgung für ein Industriegebiet zu sichern. Um die Pläne zu verwirklichen musste die Bevölkerung des hauptsächlich von Bauern bewohnten Dorfes Nibutani, dessen Bewohner zu 80% aus Ainu waren, zwangsumgesiedelt werden. Anfang der 90er Jahre kam es zu dieser Zwangsumsiedlung und weiters zu Kompensationsmaßnahmen für die Bewohner. Zwei Dorfbewohner weigerten sich jedoch gegen diese Entscheidung und brachten eine Klage gegen die Regierung vor das Bezirkgsericht Sapporo.

Grund der Klage war, dass der Damm für die Ainu als heilig angesehenes Land überfluten würde auf dem traditionelle Zeremonien abgehalten werden. Weil die Errichtung des Dammes zur Zeit der Entscheidung des Gerichts schon fertiggestellt war und das betroffene Land schon unter Wasser stand hat das Gericht den Hauptanspruch der beiden Kläger, die Rückführung des Landes, zurückgewiesen. Die Regierungsentscheidung zur Zwangsenteignung wurde vom Gericht jedoch als illegal befunden, da die Regierung keine Bestrebungen machte die Auswirkungen des Dammprojektes auf die Kultur der Ainu und die Fähigkeit der beiden Kläger zur Ausübung ihrer Kultur abzuschätzen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Vorstellung der Problematik der Ainu als indigene Gruppe in Japan und der wissenschaftliche Fokus auf internationale Menschenrechtsinstrumente.

I. Indigene Völker im internationalen Recht: Theoretische Herleitung des Selbstbestimmungsprinzips sowie Analyse der ILO-Konvention 169.

II. Die Integration der Ainu - Ein Akkulturationsprozess: Untersuchung der historischen Assimilationsstrategien Japans, inklusive Landwirtschafts-, Bildungs- und Organisationsstrukturen.

III. Zur Rechtssituation der Ainu: Analyse der tatsächlichen Rechtslage, der Auswirkungen internationaler Diskurse und die Bedeutung wegweisender Gerichtsprozesse.

Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der sozioökonomischen Situation der Ainu und der Notwendigkeit einer offiziellen Anerkennung.

Schlüsselwörter

Ainu, Japan, Indigene Völker, Menschenrechte, Selbstbestimmung, ILO-Konvention 169, Assimilation, Akkulturation, Nibutani-Prozess, Minderheitenrechte, Kulturelle Identität, Hokkaido, Landrechte, Rechtsinstrumente, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die prekäre soziale und rechtliche Stellung der Ainu in Japan und deren Bestrebungen nach Anerkennung als indigenes Volk vor dem Hintergrund internationaler Menschenrechtsstandards.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind das Völkerrecht mit Fokus auf Minderheiten, die historische Assimilationspolitik der japanischen Regierung sowie der Einfluss internationaler Konventionen auf lokale Rechtsstreitigkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie internationale Menschenrechtsnormen im Fall der Ainu zur Argumentation gegen staatliche Diskriminierung und zur Durchsetzung kultureller Autonomie genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine qualitative Analyse von internationalen Rechtsdokumenten, UN-Berichten, historischen Fallstudien und gerichtlichen Urteilen, ergänzt durch die Auswertung soziologischer Daten.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil analysiert, wie die japanische Regierung die kulturelle Identität der Ainu durch Integrations- und Akkulturationszwänge über Jahrzehnte hinweg zu unterdrücken versuchte und welche Gegenbewegungen entstanden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch die Begriffe Selbstbestimmung, Minderheitenschutz, ethnische Identität, Assimilation und völkerrechtliche Anerkennung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Nibutani-Prozesses?

Der Prozess wird als historischer Wendepunkt gewertet, da ein japanisches Gericht erstmals die Ainu als indigene Minderheit anerkannte und die Verletzung ihrer kulturellen Rechte durch ein Dammprojekt feststellte.

Warum spielt die ILO-Konvention 169 eine so zentrale Rolle?

Sie ist das bedeutendste völkerrechtliche Instrument, das kollektive Rechte indigener Völker definiert und somit einen direkten Hebel für die Forderungen der Ainu-Organisationen bietet.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rechte Indigener Völker
Untertitel
Zur Integration und rechtlichen Situation der Ainu in Japan
Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Autor
Martin Hansi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V146679
ISBN (eBook)
9783640556069
ISBN (Buch)
9783640555420
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Indigene Rechte Ainu Japan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Hansi (Autor:in), 2009, Rechte Indigener Völker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146679
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Leseprobe aus  22  Seiten
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