DassdieseAbgrenzungimWesentlichendenAbgrenzungenderKünstlersozialkasse(KSK) entspricht,istfürdieweitereArgumentationnichtunerheblich.Essollnunnämlichzuerst auf formelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede wie beispielsweise den Versicherungsschutz eingegangen werden, bevor die oft weit wichtigeren informellen GegebenheitenbesondereAufmerksamkeitfindensollen.
Im formellen Bereich ergeben sich einige gemeinsame Besonderheiten für alle freien Berufe. Hier ist beispielsweise die Befreiung von der gesetzlichen Gewerbesteuerpflicht zu nennen, die das BMWi besonders hervorhebt. Des Weiteren gibt es laut dieser PublikationauchnochverpflichtendeVorgabenzurMitgliedschaftinKammernfüreinen Teil der freien Berufe, unter denen auch einige Kulturberufe sind und die mit diesen Vorgaben einhergehenden speziellen Werbebeschränkungen. Außerdem können alle Freiberuflereinesogenannte„PartnergesellschaftfreierBerufe“gründen. In einigen formellen Bereichen unterscheiden sich die Kulturberufe allerdings auch von denanderenfreienBerufen.HieristbeispielsweisedasUrheberrechtzunennen,welches den Künstlern und Publizisten die Verfügungsgewalt über ihre Werke und Texte sichern soll und welches neben einer Auflistung dieser auch Vorgaben für eine angemessene Vergütungenthält.FürdieEinhaltungdiesesRechtssollenVerwertungsgesellschaftenwie beispielsweise die GEMA sorgen. Neben dem Urheberrecht gibt es weiterhin zum besonderen Schutz der selbständigen Kulturberufler die oben bereits erwähnte Künstlersozialversicherung der KSK, welche eine entsprechende RentenH, KrankenH und Pflegeversicherungbeinhaltet.DieseArtderVersicherungsollentlastendwirken,da50% der Beiträge vom BUND und durch die Künstlersozialabgabe finanziert werden, die von den Auftraggebern und „Verwertern“ der kulturberuflich angebotenen Produkte und Dienstleistungenentrichtetwerdenmuss.DieseVersicherungstehtallerdingsnichtallen Erwerbstätigen in den Kulturberufen zur Verfügung. Kräuter beschreibt als weiteren wesentlichen Unterschied noch, dass der Berufszugang in erheblichem Maße auf Begabungen und Neigungen begründet ist und keine festgelegten Ausbildungswege vorhandensind.WobeimanhiermeinerMeinungnachnichtsopauschalurteilenkann, damandurchauseineAusbildungzumBildhauer,MaleroderFotografwählenkann. Die oben aufgeführten Punkte sind nun die formellen, greifbaren Kernpunkte der Rahmenbedingungen, die für Unternehmensgründungen in den freien Kulturberufen gelten. Allerdings sind dies auch nur die offensichtlichen, konstituierten und starren
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Gegebenheiten, die bei Weitem noch nicht alle relevanten Einflüsse abdecken. Um das Gesamtbild erfassen zu können muss man unter die Oberfläche und in die Köpfe der Gründer hinein blicken. Auch hier gibt es wieder einerseits Gemeinsamkeiten und andererseits Unterschiede. Der Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit liegt im Allgemeinen eine besondere berufliche Qualifikation oder schöpferische Begabung zugrunde.DiesindiziertfolglichdievollefachlicheEntscheidungsfreiheitderFreiberufler, muss aber im Umkehrschluss auch die Eigenverantwortung für die Qualität der erbrachtenLeistungbeinhaltenundsollsomitnichtnurdemInteressederAuftraggeber dienen, sondern auch dem der Allgemeinheit, wie bei Kräuter aus dem PartGG zitiert wird. Die Grundausrichtung der Tätigkeiten strebt somit zwar nach dem gleichen Ideal, allerdings sehen sich gerade Selbständige in den Kulturberufen zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt, da sich die Wesenszüge der Auffassung von Arbeit und BerufeklatantvondenenandererBerufeunterscheiden.EinGroßteilderKulturberufler sieht, wie Kräuter schreibt, den Beruf viel mehr als Berufung und somit als eine selbst gewählte und auf Begabung beruhende Tätigkeit, die nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit ausgeübt wird und jeglichen ErwerbsH und Wettbewerbsgedanken kategorisch ablehnt. Diese Auffassung führt nun zu einem im künstlerischen Dasein immanenten, fast unüberwindlichen Konflikt, der von Kräuter als „die Diskrepanz zwischen künstlerischem Schaffen einerseits und ErwerbsH bzw. Markterfordernissen andererseits“ bezeichnet wird. Dies führt weiterhin dazu, dass gerade unter Künstlern öfter als unter anderen Freiberuflern Mischformen aus selbständigen und abhängigen Tätigkeitenverbreitetsind,dadiesenursoihrenLebensunterhaltdeckenkönnen. NebendiesemHauptproblemgibtesnochvieleweitereSchwierigkeiten,dieoftmalserst auf den zweiten Blick auffallen. Beispielsweise werden Gründer zwar grundsätzlich mit zahlreichen organisatorischen und bürokratischen Problemen konfrontiert, Allerdings spielt die Vorbereitung darauf gerade in Ausbildungen zu Kulturberufen eine noch wesentlich stärker vernachlässigte Rolle, was die Angst vor der Selbständigkeit weiter erhöht. Dieses Problem verstärkt sich noch dadurch, dass die meisten Kulturberufe im Vergleich zu anderen freien Berufen traditionell selbständig ausgeübt werden. Ein weiteresProblemist,dasskünstlerischesSchaffenofteineRisikoproduktiondarstellt,da nur die wenigsten freiberuflich geschaffenen Kunstwerke Auftragsarbeiten sind. Einnahmen sind somit noch schlechter kalkulierbar. Hierzu kommt auch noch, dass sich
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Arbeit zitieren:
Robert Kriegisch, 2010, Kulturberufe, München, GRIN Verlag GmbH
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