1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis. 2
2 Abbildungsverzeichnis. 3
3 Einleitung. 4
4 Ziel und Aufbau der Arbeit. 5
5 EDI 6
5.1 Standards 8
5.2 Ebenen der EDI Standardisierung 9
5.3 Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile 10
6 XML 12
6.1 Beschreibung. 13
6.2 Ziele 13
6.3 XML Grundlagen. 14
6.4 DTD 15
6.5 XML-Schemata 17
7 XML/EDI 17
7.1 Abgrenzung Internet-EDI WEB-EDI, Web-Services. 18
7.2 Vergleich von XML/EDI mit klassischem EDI. 19
8 XML - Standards. 22
8.1 Frameworks 23
8.1.1 RosettaNet 24
8.1.2 BizTalk 25
8.1.3 ebXML. 26
8.2 Functions 26
8.2.1 XCBL. 27
8.3 Verticals 28
8.3.1 CML. 28
8.3.2 FinXML. 28
9 XML Integration in das Unternehmen. 29
9.1 XML-Schnittstelle (SAP) 29
9.2 Business Connector. 30
10 Einsatzmöglichkeiten XML in der Praxis. 31
10.1 E-Procurement. 32
10.1.1 Arten. 32
10.1.2 Katalogsysteme am Beispiel BMECat 33
10.1.3 Elektronischer Marktplatz/Marktbörsen 37
10.2 Vernetztes Supply Chain 38
11 Fallstudie Beschaffung UBS: Bank 39
12 Fazit/ Ausblick 41
13 Literaturverzeichnis. 43
14 Anhang/ Vergleich klassisches EDI mit XML/EDI. 48
14.1 Übersicht Standards 49
2
2 Abbildungsverzeichnis
Abb.1 EDI-Transaktion S.7
Abb.2 EDI-Auswirkungen auf die Kostenstruktur S.11
Abb.3 Auswirkungen von XML/EDI auf die Kostenstruktur S.20
Abb.4 Beschaffungsprozess >>MyShop<< S.40
3
3 Einleitung
>> XML is not optimized for update, retrieval, searching or anything else. It is optimized for interchange, interchange and interchange. << Paul Prescord in der xml-dev Mailing List am 5.1.1999 1
Damit Unternehmen effizient und schnell Transaktionen abschließen können, bedarf es der Einigung auf eine gemeinsame Sprache. Ein einheitlicher Standard, der der Kommunikation und der Vielzahl der Unternehmen als Basis für den Informationsaustausch dient.
Kernpunkt der folgenden Seminararbeit ist die Betrachtung der Kommunikation im Business-to-Business (B2B) Bereich (Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen/ Handel ohne Endverbraucher). Der elektronische Handel (E-Commerce), den man als „Die Unterstützung von Handelsaktivitätten über Kommunikationsnetze“ 2 definieren kann und der somit auch den Handel zwischen Unternehmen und Konsumenten mit einbezieht, findet in dieser Arbeit keine Betrachtung.
Anstelle des Konsumenten im Business-to-Customer (B2C), würde im B2B bei vergleichender Betrachtungsweise ein professioneller Einkäufer stehen, der Unternehmensziele verfolgt. Auch unterscheiden sich die Geschäftsmodelle beider Strategien.
Als elektronischen Datenaustausch (EDI) bezeichnet man eine Technologie, die schon in den 70er Jahren eingeführt worden ist und bis heute in zahlreichen Unternehmen angewendet wird. 3
Obwohl die technologische Entwicklung in den letzten Jahren rasant voran geschritten ist, findet der klassische EDI vorzugsweise in größeren Institutionen Anwendung. Die hohen Installations- und Betriebskosten wirken immer noch abschreckend auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Jedoch durch den hohen Wettbewerbsdruck, der in manchen Branchen herrscht, sind KMUs, um gegenüber ihren großen Marktkonkurrenten bestehen
1 Weitzel/ Harder/ Buxmann; S. 60
2 Merz,Michael ; S.20
3 Vgl. Merz, Michael, S.684 ff.
4
zu können, regelrecht gezwungen, EDI einzuführen. 4 Denn lange Zeit gab es keine wirklichen Alternativen für die Nutzung des standardisierten Nachrichtenaustausches und so waren KMUs die durch EDI entstehenden Einsparmöglichkeiten verborgen geblieben.
Durch die rasche Verbreitung des Internets und des WWW (World Wide Web) sollten sich aber Möglichkeiten zum Einsatz flexiblerer Technologien auftun. Durch die zunehmende globale Vernetzung werden die Stimmen nach dem richtigen Datenformat laut, welches insbesondere den Anpassungsaufwand minimiert. Das Potential um die Probleme des klassischen EDI zu lösen, bringt die Sprache XML mit.
Als Beispiel lässt sich ein Lieferant aufführen, der 50 verschiedene Access-Datenbanken für 50 verschiedene Kunden anbieten muss. 5 Hauptteil dieser Arbeit ist die Betrachtung von XML (eXtensible Markup Language -z.dt „erweiterbare Auszeichnungssprache“), ein
Datenübertragungsformat für das Internet, welches nicht nur in der Lage ist Daten zu präsentieren, sondern auch zur elektronischen
Geschäftskommunikation eingesetzt werden kann.
So können sich Durch die mittlerweile stark ausgeprägte Infrastruktur des Internets auch kleinere Unternehmen am EDI beteiligen und mit Hilfe von XML ihre Daten zwischen verschiedenen Computersystemen transferieren.
4 Ziel und Aufbau der Arbeit
Diese Seminararbeit soll einen Überblick über den Elektronischen Datenaustausch mit Hilfe von XML geben. Weiterhin soll der Versuch unternommen werden, aufzuzeigen, wie XML in der Praxis eingesetzt wird. Der Leser soll einen Einblick in den Elektronischen Datenaustausch und einen Einstieg in die Sprache XML bekommen. Anschließend werden dem Leser Anwendungsbeispiele und Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Hierunter sind
4 Vgl. Buxmann, Wüstner, Kunze; S.413-421
5 Vgl. E-Procurement- Die richtigen Datenformate; S.24
5
besonders die wichtigen elektronischen Standards des XML/EDI Datenaustausches und deren unterschiedliche Einsatzgebiete zu verstehen. Aber auch andere Geschäftsmodelle (wie z.B. E-Procurement) sollen umrissen werden. Eine Fallstudie am Ende der Arbeit zeigt, wie ein Geschäftsmodell in der Praxis aussehen kann.
Die Arbeit schließt mit einem Fazit über die Entwicklung von XML/EDI- ab.
5 EDI
Im E-Business-Bereich spielt die elektronische zwischenbetriebliche Kommunikation eine wichtige Rolle.
Unter dem Begriff EDI (Electronic Data Interchange) wird der elektronische Datenaustausch zwischen Unternehmen verstanden. Hierunter fallen standardisierte Aufträge wie die Abwicklung von Bestellungen, die Erstellung von Rechnungen oder die Ausführung sonstiger Dienstleistungen. „EDI steht für eine bestimmte Form der zwischenbetrieblichen Kommunikation, bei der geschäftliche und technische Daten sowie allgemeine Geschäftsdokumente wie Texte, Abbildungen und Grafiken nach standardisierten Formaten strukturiert und zwischen den Computern verschiedener Unternehmen unter Anwendung offener elektronischer Kommunikationsverfahren mit der Möglichkeit der bruchlosen
Weiterverarbeitung ausgetauscht werden.“ 6
Hier wird noch einmal der Unterschied zu anderen Modellen und Formen deutlich. Im EDI-Bereich ist eine „Maschine zu Maschine“ Sender-Empfänger Beziehung möglich, während beim B2C Formen des „Mensch zu Mensch“ (z.B. E-Mail) oder Mensch zu Maschine (WWW) Anwendung finden. 7 Ziel des Einsatzes von EDI muss die Minimierung von menschlichem Handeln sein. Die Daten sollten ohne den ständigen Wechsel verschiedener Medien
6 Wüstner ,Erik ; S.66 ;zitiert aus: NEUBURGER,R;Electronic Data Interchange; (1994), S.6
7 Vgl. Electronic Business (ebXML) Basics und Nutzen, S.2 ff.
6
(Papier, Datenformat) von Schnittstelle zu Schnittstelle fließen, so dass eine Weiterverarbeitung schnell und reibungslos erfolgen kann. 8 Der Konvertierungsaufwand, sprich der menschliche Programmieraufwand der nur durch die Anpassung von Datenformaten entsteht, wird in einer typischen Firma laut der Gartner Group auf 35-40% des gesamten Programmieraufwandes geschätzt. 9
Im besten Fall geht dieser Vorgang ohne jegliche Art der Konvertierung von statten, sprich ohne menschlichen Eingriff. Dadurch können Prozesse stark automatisiert und die Durchlaufzeiten verringert werden.
Durch den Einsatz von VANs (Value Added Networks), die zur Datenübertragung eingesetzt wurden und deren Kosten nach Anzahl der gesendeten Nachrichten berechnet werden, stand den Unternehmen trotz Einsparpotentialen durch Automatisierung ein hoher Kostenfaktor gegenüber. „So zahlte Mitte der 90er Jahre ein Unternehmen mit ca. 25.000 EDI Nachrichten zwischen 14.000$ und 25.000$ im Monat an seinen VAN-Provider“ 10
Daraus lässt sich schließen, dass bei den EDI Unternehmen die Verbesserung von Geschäftsprozessen und die Zeiteinsparung eine höhere Priorität hatten. 11 Die nachfolgende Abbildung zeigt in vereinfachter Form den Ablauf einer EDI-Transaktion zwischen zwei Unternehmen.
Abb. 1 EDI-Transaktion 12
8 Vgl. Reinhardt, Tobias S.4
9 Vgl. Eberhart; Fischer; 2001; S.311
10 Weitzel/ Harder/ Buxmann; S. 8 zitiert aus:
Curtis,C.( 1996):EDI over the Internet: Let the games begin, in : Internetweek, Issue 627, 9.
September1996
11 Vgl. Weizel/ Harder/ Buxmann; S. 6ff.
12 Vgl. Nomikos, Marina S.152
7
5.1 Standards
Die Kommunikationspartner (Unternehmen, Institutionen) müssen sich vor Anbahnung geschäftlicher Beziehungen auf die Festlegung eines gemeinsamen Datenformates einigen, damit es zum medienbruchfreien Datenaustausch kommt.
Walter Schulte-Vennbur, der Leiter des Bereichs Organisation der Actebis Holding GmbH erklärt folgendes zu dieser Problematik. „Medienbrüche und manuelle Eingriffe, seien heutzutage angesichts der sensiblen, zeitkritischen Kundenanforderungen und daraus resultierenden wirtschaftlichen Nachteile nicht mehr vertretbar.“ 13 Der Standardisierung kommt eine hohe Bedeutung zu, denn Wunsch vieler Unternehmen ist es, eine gemeinsame Grundlage zu schaffen, um der Vielzahl unterschiedlicher Datenrepräsentationen Herr zu werden. „Mit ihrer gemeinsamen Nutzung wird im Allgemeinen das Ziel verfolgt Transaktionen auf unterschiedlichen Ebenen zu vereinfachen.“ 14 Hier wird das Problem deutlich, denn durch die Masse an weltweit unterschiedlichen Branchen und Geschäftszweigen besteht auch eine hohe Inkompatibilität zwischen den auszutauschenden Daten der Unternehmen. Ein wichtiges Kriterium für die Wahl des richtigen Standards, ist die Häufigkeit, in der dieser genutzt wird.
Im Jahre 1987 entstand der UN/EDIFCT- (Electronic Data Interchange for Administration Commerce and Transport) Standard, der noch bis heute im klassischen EDI Anwendung findet.
Er entstand aus der Notwendigkeit heraus, „die zumeist belegorientierte Abwicklung der Geschäfte zwischen Unternehmen und Behörden durch einen normierten elektronischen Datenaustausch zu ersetzen.“ 15 Der EDIFACT Standard zeichnet sich durch seine besondere Komplexität aus, da er branchenübergreifend ist und weltweite Gültigkeit besitzt.
13 Wüstner ,Erik S.93
14 Friese, Jörg; S.28
15 Manninger; Göschka; Schwaiger; S.144
8
Weitere bekannte Standards, die sich je nach Branche oder Region unterscheiden lassen, sind zum Beispiel ANSI X12 (EDI- Standard für Nordamerika); SWIFT (Banken) oder VDA (Deutsche Automobilindustrie) Unterteilt man einen Standard im E-Business Bereich in eine horizontale und eine vertikale Sicht, so müssten sich die Geschäftspartner bei der Horizontalen Sichtweise Klarheit zwischen den Produkten verschaffen (z.B. Produktbeschreibungen anhand von Klassifizierungen), während man bei der vertikalen Sichtweise eine weitere Unterteilung vornehmen kann. 16 Kommunikationspartner die einen gemeinsamen Standard Nutzen wollen, legen sich bei seiner genaueren Betrachtung auf drei wichtige Merkmale fest. Die Unternehmen müssen sich auf ein einheitliches Datenaustauschformat einigen; die Schnittstellen, an denen die Daten übergeben werden, müssen klar definiert sein und es muss Einigkeit über die Frameworks herrschen (Unter den Frameworks kann die Infrastruktur, in der sich die Geschäftsprozesse abspielen, verstanden werden.) 17
5.2 Ebenen der EDI Standardisierung
Die folgende Unterteilung liefert eine detaillierte Übersicht, wie eine
Standardisierung zwischen heterogenen Kommunikationspartnern stattfinden kann.
1. Geschäftskontext
Der Geschäftsprozess muss im Vorfeld definiert sein und es muss Klarheit in der zu benutzenden Semantik herrschen (Geschäftsvokabular). 2. Transfersyntax & Nachrichtendesign
Hierunter wird verstanden, auf welches Format sich die Parteien festlegen. Wie sollen die Nachrichten aussehen und welche Daten sollen hierfür verwendet werden?
Als Beispiel könnte man Buchstaben verstehen, die durch ein vorher definiertes Vokabular (Ebene 1) transportiert werden.
16 Vgl. Dorloff, Frank Dieter; S.46
17 Vgl. Merz ; S16
9
3. Kommunikationsprotokoll
Wie erfolgt die Übertragung der Daten zwischen Sender und Empfänger? 18 Dieses Modell soll als Grundlage für jeglichen Standardisierungsvorgang dienen, der in dieser Arbeit angesprochen wird.
5.3 Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile
Zu den Vorteilen einer EDI Nutzung steht an erster Stelle der direkte Nutzen durch Kosten- und Zeitersparnisse.
Hieraus lassen sich indirekte Vorteile ableiten, wie die Optimierung der internen und externen Geschäftsprozesse (z.B. die Möglichkeit der Einführung von „Just in Time“).
Ein langfristiger strategischer Nutzen wird durch hohe Marktanteile und eine Festigung in bestehenden Märkten (Bildung starker Allianzen/Partnerschaften, die durch einheitliche EDI Standards kommunizieren) erreicht. Auch lässt sich eine hohe Kunden- und Lieferantenzufriedenheit feststellen. Auf der Gegenseite schlagen sich hauptsächlich Kostenfaktoren nieder, welche sich in fixe und variable Kosten unterteilen lassen. Zu den fixen Kosten zählen die einmaligen Einführungsausgaben zur Einrichtung der Hard- und Software. Weiter die Anpassungskosten, um das EDI System in die bestehende Computersysteme zu integrieren, sowie Kosten für die Schulung von Mitarbeitern.
18 Vgl. Electronic Business (ebXML) Basics und Nutzen, S.4 ff.
10
Arbeit zitieren:
Christian Möller, 2010, XML - Einsatzmöglichkeiten in EDI, München, GRIN Verlag GmbH
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