Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 1
2. Polysemie 1
2.1. Kontextabhängigkeit 2
2.2. Monosemierung 3
2.3. Historischer Exkurs 4
3. Synonymie 4
3.1. Formen der Synonymie 5
3.2. Nichtsynonymien 5
4. Homonymie 5
4.1. Homophonie und Homographie auf Wortformebene 6
4.2. Voraussetzungen für partielle Homonymie 7
5. Polysemie oder Homonymie? 8
5.1. Mögliche Unterscheidungen 10
5.2. Subkategorisierung zur besseren Abgrenzung 10
6. Fazit 11
7. Anhang 13
7.1. Literaturverzeichnis 13
7.1.1. Bücher 13
7.1.2. Aufsätze 13
7.1.3. Internetquellen 14
7.2. Abbildungsverzeichnis 14
1. Einleitung
Das Wort Polysemie ist gebildet aus dem griechischen Wort poly für viel und sema für Zeichen. Der Gegenbegriff ist die Monosemie 1 . Da Polysemie im Allgemeinen Mehrdeutigkeit eines sprachlichen Zeichens bedeuten kann, ist oft auch von Ambiguität die Rede. Das Problem, mit dem sich diese Arbeit beschäftigt, ist, dass auch Homonymie Mehrdeutigkeit bezeichnet und die Begriffe nicht immer eindeutig auseinander zuhalten sind. Darum müssen Charakteristika gefunden werden, die eine Unterscheidung zur Polysemie zulassen. Da diese Frage viele Linguisten beschäftigte, wird auch ein Blick auf die historische Entwicklung der Begriffe im Rahmen der Linguistik geworfen. Außerdem werden auch die jeweils gegenteiligen Phänomene Monosemierung bzw. Disambiguierung und Synonymie untersucht.
2. Polysemie.
Im Allgemeinen ist der Terminus Polysemie definiert als Mehrdeutigkeit von Wörtern und Sätzen. Ein Ausdruck, der zwei oder mehr Bedeutungen aufweist, welche etwas miteinander gemein haben und sich unter Umständen aus einer einzigen Grundbedeutung ableiten lassen, ist polysem. "Die Tatsache, daß ein Wort […] mehrere miteinander verbundene/zusammenhängende Bedeutungen hat, wird gemeinhin als eine zentrale Eigenschaft lexikalischer Einheiten bezeichnet." (Schneider 1988: 101) Somit lassen sich unter Lexemen mit identischer Form verschiedene Inhalte zusammenfassen. Vergleichbare inhaltliche Merkmale lassen es zu, dass ein Ausdruck zur Bezeichnung mehrerer Sachverhalte verwendet werden kann. Ein Lexem ist also polysem, wenn es mehrere miteinander verbundene Bedeutungen beziehungsweise Bedeutungsvarianten hat. Als Beispiel kann das Adjektiv alt dienen. Es weist drei Bedeutungsvarianten auf. Die erste ist das Gegenteil von neu. Der Bezug auf die Dauer des Gebrauchs oder des Bestehens eines Gegenstandes wie etwa eine alte Uhr ist gemeint. Die zweite ist das Gegenteil von jung. Es gibt die bisherige Lebenszeit von Dingen an, z.B. von altem Wein. Die dritte Möglichkeit schließlich bezeichnet etwas zeitlich zurückliegendes, wie das Beispiel die alten Griechen. Auch wenn die verwendete Bedeutung nicht immer klar ist, existieren doch einige klare Fälle, wie der Gebrauch von rock in (1) und (2).
(1) He threw a rock in the lake.
(2) I am listening to rock.
1 Monosemie hat sich wie Polysemie aus dem griechischen Wort sema gebildet. Monos ist das Gegenteil von poly und bedeutet einzeln. ( vgl. Duden)
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Es gibt zwar keine eindeutige Beziehung zwischen (1) und (2), aber man kann auch nicht unbedingt annehmen, der Sprecher verstehe, dass der beiderseitige Gebrauch auf einer Verwandtheiten der Bedeutungen beruht. (vgl. Nunberg 1979: 145) Polysemie bezeichnet also das Phänomen, dass eine Wortform, die intuitiv als ein Wort betrachtet wird, mehrere verschiedene Bedeutungen zulässt. Auch die Sätze (3) und (4) zeigen, dass das Wort chicken sich auf den Vogel oder auf das Fleisch vom Huhn beziehen kann.
(3) The chicken pecked the ground.
(4) We ate chicken with beans.
Normalerweise wird Polysemie als eine Erscheinung verstanden, bei der verwandte Bedeutungen nebeneinander existieren. Jedoch ist sie im Rahmen des Sprachwandels als neuer Zeichenausdruck zu verstehen. (vgl. Schneider 1988:101) Im Laufe der Zeit haben sich natürlich sehr viele polyseme Lexeme entwickelt. Statt neue Ausdrücke zu erfinden, werden meist bereits bestehende Ausdrücke mit ähnlicher Bedeutung verwendet. Im Grunde wird durch Polysemie also die übliche Bedeutung auf Referenzbereiche übertragen. (vgl. Dietrich 1997: 229) Das Prinzip der Polysemie betrifft nicht nur einzelne Lexeme, sondern ist auch auf komplexe Ausdrücke und auf Wortketten übertragbar, wie Satz (5) zeigt.
(5) Gestern kam die Mannschaft aus England an.
Hier kann einerseits irgendeine Mannschaft gemeint sein, die aus England zurückkommt. Anderseits könnte auch angenommen werden, die Mannschaft stamme aus England.
2.1. Kontextabhängigkeit
Einzelne Wörter können oft polysem sein. Aber sind sie in einen Kontext eingebunden, lässt sich normalerweise nur noch eine bestimmte Bedeutung zuordnen. Demnach beabsichtigt ein Sprecher von einem mehrdeutigen Wort nur eine Bedeutung zu verwenden und setzt es in einen Kontext. Der Hörer kann dadurch polysemen Wörtern automatisch die richtige Bedeutung zuordnen. (vgl. Nerlich/Clarke 2001: 4).
Aber auch mit Kontext können Wörter, Phrasen oder Sätze ambig sein. Nerlich und Clarke haben zu der Erscheinung, dass ein Sprecher absichtlich Mehrdeutigkeit mit dem Kontext herstellt oder der Hörer diese Mehrdeutigkeit nicht versteht, Folgendes festgestellt:
The hearer either 'gets' the multiplicity of meaning intended by the speaker or she doesn't - the 'polysemous' utterance, which can be a joke or not, falls flat. On the other hand, the hearer might 'hear' more meanings or
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read more meanings into a speaker's utterance than the speaker intended (on most occasions this will have a humorous effect). In the first case the semantic contents of the utterance is quite deep, has several 'layers', so to speak, but the hearer 's inferences stay on the shallow end, whereas in the second case, the hearer's inferences go deeper than the original semantic intention of the speaker. The inferential depth to which inter-locutors plunge depends on the multiplicity of meanings available, as well as on the situation and function of the interaction. (Nerlich/Clarke 2001: 5)
Der mehrdeutige Ausdruck kann also ein Scherz sein wie in (6); je nachdem, ob der Hörer die vom Sprecher beabsichtigte Mehrdeutigkeit versteht oder nicht. Andererseits kann der Hörer auch mehr Bedeutungen intendieren als der Sprecher wollte wie in (7). Im ersten Fall ist der semantische Gehalt entscheidend, der Hörer läuft Gefahr, nur eine zu oberflächliche Folgerung aus der Aussage zu schließen.
(6) Treffen sich zwei Jäger. Beide tot.
(7) The carpet people came to plane down Brigitte's door. They were just about to take the door off its hinges when she noticed that she had left her coat and bag on the hooks and said: 'Shall I take my clothes off?' Great hilarity all round.
Im zweiten Fall ist die Folgerung des Hörers tiefgründiger als vom Sprecher beabsichtigt. Die Möglichkeiten der Folgerungen aus einer Aussage hängen also sowohl von der Anzahl der denkbaren Bedeutungen als auch von der Situation und der Interaktionsfunktion ab. Der Kontext ist in bestimmten Fällen aber auch deshalb immanent, weil es Begriffe wie night gibt, die vage sind, also eine eindeutige Bedeutung nicht zuzuordnen ist, da es Situationen gibt, die weder eindeutig als night zu bezeichnen noch eindeutig nicht mit dem Begriff verwendbar sind. (vgl. Schneider 1988: 127)
2.2. Monosemierung
Monosemierung oder auch Disambiguierung kann durch den Kontext erfolgen und bezeichnet die Zuordnung eines Ausdrucks zu einem polysemen Lexem. Wenn die Disambiguierung nicht zu eindeutigen Lexemen führt, kann der Kontext trotzdem noch die Zuweisung mehrerer Sememe erlauben. Entweder die Aussage war nicht präzise genug formuliert und das Gelingen der Kommunikation scheitert oder ein Wortspiel liegt vor und die Aussage war absichtlich nicht monsemierbar. (vgl. Schneider 1988:108) Die eigentliche Monosemierung ist aber eine eindeutige Auswahl aus der Zahl der Bedeutungsalternativen.
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Arbeit zitieren:
M.A. Florian Kaltenhäuser, 2008, Polysemie oder Homonymie, München, GRIN Verlag GmbH
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