Bemerkungen zur Lerngruppe und Einordnung in die Unterrichtseinheit
Bemerkungen zur Lerngruppe
Bei der Lerngruppe handelt es sich um eine 5. Klasse, die sich aus insgesamt 27 SuS, davon 14 weibliche und 13 männliche, zusammensetzt. Diese Klasse unterrichte ich im Rahmen meines Ausbildungsunterrichts seit Ende September fünf Stunden in der Woche. Alle SuS dieser Klasse haben die englische Sprache bereits ansatzweise in der Grundschule gelernt. In den ersten Monaten dieses Schuljahres zeigte sich sehr deutlich, dass die SuS sehr unterschiedliche Voraussetzungen, sowohl den Wortschatz als auch einfache grammatikalische Strukturen betreffend, aus der Grundschule mitbringen. Während einige SuS bereits über angemessene Vorkenntnisse verfügen, fallen anderen schon die grundlegendsten Dinge wie z.B. die Beantwortung einfacher Fragen, sehr schwer. Diese Voraussetzungen führen zu einer Verlangsamung des Unterrichts, da viele SuS zur Festigung der bekannten Strukturen immer wieder intensive Übungs- und Wiederholungsphasen benötigen. Vor allem bei leistungsstarken SuS führt dies gelegentlich zu Langeweile und es besteht die Gefahr, dass sie sich aus dem Unterricht zurückziehen, da sie unterfordert sind. Gelegentlich verwenden die leistungsstarken SuS komplexere Strukturen im Unterricht, denen andere oft nur schwer folgen können. Dies wirkt demotivierend und verwirrend auf schlechtere SuS.
Mit binnendifferenzierten Übungsformen, die in den Unterricht integriert werden, wird diesem Problem entgegen gewirkt. Außerdem eignen sich Übungsformen, die ein hohes Maß an individueller Schüleraktivität erfordern, so dass den leistungsschwächeren SuS intensive Übungsmöglichkeiten geboten werden und die leistungsstärkeren ebenso aktiv in das Unterrichtsgeschehen eingebunden werden. Auf diese Weise werden neue Strukturen intensiv eingeübt.
Insgesamt ist die Lerngruppe als recht lernwillig und motiviert zu bezeichnen, was sich in einer großen Beteiligungsbreite wie auch einem angeregten Lernklima niederschlägt. Abschließend ist zu erwähnen, dass das Verfolgen und Führen von Unterrichtgesprächen in der Zielsprache den SuS zum Teil noch sehr schwer fällt, so dass ich häufig umformulieren oder auf die deutsche Sprache zurückgreifen muss. Ziel ist es aber, zum Beispiel über eine NRQVHTXHQWH 9HUZHQGXQJ XQG 5LWXDOLVLHUXQJ EHVWLPPWHU ÄFODVVURRP SKUDVHV³ GLHVH Ä1RWO|VXQJHQ³ ]X UHGX]LHUHQ XQG GLH 8QWHUULFKWVVSUDFKH (QJOLVFK ]X VWlUNHQ $XHUGHP erweitern die SuS stetig ihren Wortschatz, was das Verständigen in der Unterrichtssprache zunehmend vereinfacht.
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Es sollte noch erwähnt werden, dass die SuS in der dritten und in der fünften Stunde (jeweils nach den großen Pausen) einige Minuten nach dem Klingeln in die Klassen kommen, da die Schulglocke nur ein einziges Mal, nämlich zu Beginn des Unterrichts, läutet und die SuS sich meist erst nach diesem Gong vom Schulhof in die Klassen begeben.
Einordnung in die Unterrichtsreihe
Im Mittelpunkt der aktuellen Unterrichtsreihe zur ersten Unit des Lehrwerks English G 21 2 steht der erste Schultag der Lehrwerkskinder (New School, New Friends). Hierbei wurden bisher folgende inhaltliche und grammatikalische Bereiche besprochen:
- Personalpronomen und Formen von be
- there is/there are
- Unterrichtssprache
Die Weiterarbeit erfolgt am Donnerstag, dem 23.10.2008, in der nächsten Doppelstunde. In diesen beiden Stunden werden sowohl Fragen mit dem Verb have got als auch die Kurzform behandelt. Anschließend werden Formen des Verbs can thematisiert. Die 1. Unit des Lehrwerkes endet schließlich mit einer Fotogeschichte, die den ersten Schultag der Kinder, thematisiert. Dieser Text stellt gleichzeitig den Abschluss des Themas New School, New Friends dar.
Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
Im Zentrum der heutigen Stunde stehen die Bildungsregeln des Verbs have got. Legitimiert wird dieses Vorhaben durch den Kernlehrplan Englisch der Sekundarstufe I, der vorsieht, dass die SuS Personen und Sachverhalte beschreiben können. 3 Das Verb have got ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sie Personen und ihre Besitztümer beschreiben können. Ich beziehe mich bei der Einführung der neuen Grammatik auf die Methode von Günther Zimmermann. 4
Bei der Einführung der neuen grammatischen Struktur beschränke ich mich vorerst auf die Anwendung von bejahenden und verneinenden Aussagesätzen. Der Transfer zur Anwendung der Struktur in Fragesätzen sowie die Kurzform (,¶YH +H¶V VROO QDFK GHU HLQJHKHQGHQ Kognitivierung der Grundstruktur in der nächsten Doppelstunde geleistet werden.
2 English G21, A1, Cornelsen, Berlin, 2008.
3 Ministerium für die Schule und Weiterbildung des Landes NRW (Hrsg.): Kernlehrplan für den verkürzten
Bildungsweg des Gymnasiums ± Sekundarstufe I (G8) in Nordrhein-Westfalen, Frechen 2007, S. 27.
4 Vgl. Zimmermann, Günther, Grammatik im Fremdsprachenunterricht, Frankfurt am Main 1977.
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Die Entscheidung, das Verb have got nicht basierend auf dem Lehrwerkstext 5 , sondern unter Verwendung einiger ausgewählter bzw. in Anlehnung an das Lehrwerk formulierter Beispielsätze einzuführen, beruht auf der Überlegung, dass wenige Beispielsätze für die SuS viel übersichtlicher sind als der Lektionstext. Der Lehrwerkstext führt nicht nur die bejahenden und verneinenden Aussagesätze ein, sondern auch Fragen und Kurzformen des Verbs have got. Diese Maßnahme der didaktischen Reduktion rückt die neue Struktur deutlich in den Fokus. Der vertraute Rahmen des Lehrwerks bleibt erhalten ± die Kinder des Lehrwerks werden auch in dieser Stunde in den Vordergrund gerückt. Um den SuS ein unbefangenes Hineinfinden in die Stunde zu ermöglichen, können sie in dem sehr kurzen Einstieg noch frei von jeder grammatikalischen Neuerung ihr Vorwissen aktivieren und sich warmsprechen, indem sie die Lehrwerkskinder und Informationen über diese benennen. Außerdem bereiten diese Einstiegsfragen die SuS auf das sich anschließende Quiz vor, da sich auch dieses inhaltlich auf die Lehrwerkskindern bezieht. Auch in der nächsten Phase, der Aufnahme, sollen die SuS, dem Zimmermann-Modell folgend 6 , die neue Struktur noch nicht bewusst aufnehmen. Dies geschieht, indem sie Sätze über die Lehrwerkskinder richtig ergänzen. Die neue Struktur wird hierbei lediglich gesprochen. Das Quiz dient nicht nur der unbewussten Aufnahme der neuen grammatikalischen Struktur, sondern wirkt auch motivierend. Erst in der nächsten Phase wird die Aufmerksamkeit der SuS auf die neue Struktur gelenkt, deren Bildung sie im Rahmen der Kognitivierungsphase selber erschließen sollen. Hierzu werden einige ausgewählte Beispiele aus dem Quiz verwendet, da sie den SuS bereits vertraut sind. Die Bildungsregeln mit Hilfe gezielter Impulse erarbeitet und in einem Tafelbild festgehalten. Die SuS müssen das Tafelbild nicht abschreiben, da sie die Regel auf dem Arbeitsblatt ihrer ersten schriftlichen Übung vorfinden. In einer ersten Anwendungsphase soll die neue Struktur mündlich geübt werden. Auch diese Übung hat einen engen Bezug zum inhaltlichen Kontext des Lehrwerks und soll das Einschleifen (pattern drill) der neuen Struktur erleichtern. Diese Phase ermöglicht eine Binnendifferenzierung. Ich fordere hier auch die leistungsschwächeren SuS der Klasse auf. Ebenso können die leistungsstärkeren SuS durch offen gehaltene Leerstellen selbstständig und kreativ Objekte oder Personen einfügen. In dieser Phase korrigiere ich möglicherweise auftretende Fehler mündlich.
Der Lückentext What have they got für die schriftliche Übungsphase dient dazu, dass die Übungssätze in einem thematischen Zusammenhang zueinander stehen. Dadurch soll der Inhalt wieder stärker in den Blickpunkt des Interesses gerückt werden. Der Abgleich der
5 Vgl. English G21, A1, S. 13 (Unit 1).
6 Vgl. Zimmermann, Günther, Grammatik im Fremdsprachenunterricht.
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Arbeit zitieren:
Janine Diedrich-Uravic, 2008, 6. UB Englisch Klasse 5 Grammatik: Ausdrücken, dass man etwas besitzt – Das Verb "have got", München, GRIN Verlag GmbH
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