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Sprachliche Höflichkeit

Ist Höflichkeit Ausdruck von Unterlegenheit?

Title: Sprachliche Höflichkeit

Seminar Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Nadja Glanze (Author)

French Studies - Linguistics
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„Männer sind anders. Frauen auch“, „Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus.“ Literatur über geschlechtstypische Unterschiede ist ein lukrativer Markt geworden. Diese Arbeit möchte sich nicht in die Produktion von Rollenklischees einreihen. Ihr Anliegen ist es vielmehr, zu einem besseren Verständnis der Geschlechter zu gelangen. Es soll untersucht werden, inwiefern Frauen und Männer in westlichen Kulturkreisen unterschiedlich höflich sprechen. Beleuchtet werden Ursachen des zwischen den Geschlechtern variierenden Gebrauchs der höflichen Sprachmittel und seine spezifischen Merkmale. Die Grundannahme soll sein, dass geschlechtsspezifische Unterschiede zu einem großen Teil das Ergebnis sozialer Konstruktionen sind und daher durch einen dynamischen Charakter gekennzeichnet sind. Die Untersuchung soll sich aber nur teilweise in die Logik der Gender Studies einordnen – es soll nicht negiert werden, dass geschlechtsspezifische Merkmale auch biologisch bedingt sind. Von besonderem Interesse soll jedoch die gesellschaftliche Dimension des unterschiedlichen Gebrauchs sprachlicher Höflichkeit, deren Ursachen und Merkmale im ersten Teil dargestellt werden, sein. Anschließend soll zudem veranschaulicht werden in welcher Art und Weise sich das Sprechverhalten von Männern und Frauen mit dem Wandel der Geschlechterrollen in westlichen Gesellschaften verändert. Um diese Veränderungen zu erörtern, wird im zweiten Teil untersucht, ob Frauen in Machtpositionen weniger höflich werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschlechterrollen und Höflichkeit – Frauen, das höflichere Geschlecht

2.1 Ursachen

2.2 Merkmale

2.2.1 Hyperkorrektes Sprechen

2.2.2 Unterbrechungen

2.2.3 Sprachliche Elemente der Abschwächung

3 Höflichkeit bei Frauen in Machtpositionen

3.1 Höflichkeitsgebrauch im Wandel?

3.2 Mit Höflichkeit zum Erfolg

3.3 Höflichkeitsstrategien bei Männern und Frauen in Machtpositionen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Frauen und Männer in westlichen Kulturkreisen unterschiedlich höflich kommunizieren und ob Höflichkeit zwangsläufig als Ausdruck von Unterlegenheit zu werten ist, insbesondere im Kontext von Machtpositionen.

  • Analyse der Ursachen für geschlechtsspezifische Unterschiede im Sprachgebrauch.
  • Untersuchung spezifischer sprachlicher Merkmale wie Hyperkorrektheit und Unterbrechungen.
  • Diskussion der Rolle von Höflichkeit bei Frauen in Führungspositionen.
  • Evaluation von Höflichkeit als strategisches Machtinstrument im Vergleich zwischen den Geschlechtern.

Auszug aus dem Buch

Mit Höflichkeit zum Erfolg

Es wurde bereits das hedging angesprochen, das häufiger von Frauen eingesetzt wird und in seiner Anwendung als ein Zeichen von Untergebenheit und Unsicherheit, kurz von Schwäche angesehen wurde. Außeracht gelassen wurde dabei allerdings, dass das hedging auch als Strategie eingesetzt werden kann. Coates merkt dazu an, dass die Benutzung von hedges oftmals missverstanden wird (Coates 1996: 171f ): Hedges dienen zwar, wie erwähnt, dem Abschwächen von Äußerungen. Allerdings muss dies nicht als Anzeichen von Inkompetenz oder Mangel an Souveränität gelten. Es kann eine Stärke sein, sich der hedges zu bedienen.

Missverstanden wird die Anwendung von hedges , da deren Nutzung mit der untergeordneten Rolle der Frau assoziert wird. Tatsächlich sind nach Coates unterlegene Gruppen darauf angewiesen, eine besondere interpersonale Empfindsamkeit zu entwickeln: „It is one of the key survival for members of less powerful groups in society that they pay close attention to the face needs of the powerful“ (1996: 172). Die Anwendung von hedges wird also normalerweise als ein Merkmal für Schwäche verstanden. Sie kann jedoch auch anders interpretiert werden. Sie kann nämlich strategisch sehr vorteilhaft sein. In der Kommunikation geht es schließlich neben dem Austausch von Informationen auch um die Art und Weise, wie diese vermittelt werden. Hedges, strategisch eingesetzt, können ein Mittel sein, um eigene Ziele zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Geschlecht, Höflichkeit und Macht, motiviert durch aktuelle mediale Beobachtungen und gesellschaftliche Rollenbilder.

2 Geschlechterrollen und Höflichkeit – Frauen, das höflichere Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen für geschlechtsspezifische Sprechweisen und analysiert Merkmale wie Hyperkorrektheit, Unterbrechungen und Abschwächungen im sprachlichen Ausdruck.

3 Höflichkeit bei Frauen in Machtpositionen: Hier wird untersucht, wie sich der Höflichkeitsgebrauch verändert, wenn Frauen Führungspositionen bekleiden, und ob Höflichkeit gezielt als strategisches Werkzeug zur Durchsetzung von Zielen genutzt werden kann.

Schlüsselwörter

Sprachliche Höflichkeit, Geschlechterrollen, Machtpositionen, Hedging, Sprachverhalten, Gender Studies, Kommunikation, Unterbrechungen, Hyperkorrektes Sprechen, Sozialisation, Machtverhältnisse, Sprachkonventionen, Führungspositionen, Strategische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Sprechverhalten von Männern und Frauen im Hinblick auf den Gebrauch sprachlicher Höflichkeit und hinterfragt das gängige Vorurteil, dass Höflichkeit ein Zeichen von Unterlegenheit sei.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Einflüsse von Geschlechterrollen auf die Sprache, die Auswirkungen von Machtpositionen auf das Kommunikationsverhalten sowie die strategische Nutzung von Höflichkeitsmitteln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu einem besseren Verständnis der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Sprachgebrauch zu gelangen und zu zeigen, dass Höflichkeit kein statisches Merkmal, sondern ein dynamisches und strategisches Instrument sein kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse linguistischer Theorien, insbesondere des face-Konzepts von Brown und Levinson, sowie der Auswertung von Fallstudien und Rollenspieluntersuchungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ursachen und Merkmale geschlechtsspezifischer Sprache sowie eine Untersuchung der Auswirkungen von Macht auf den Höflichkeitsgebrauch im Berufsleben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Höflichkeit, Geschlecht, Macht, Hedging, soziale Konstruktion und kommunikative Strategie.

Gilt Höflichkeit bei Frauen automatisch als Schwäche?

Nein, die Autorin argumentiert, dass Höflichkeit keinesfalls automatisch als Schwäche interpretiert werden muss, sondern als kooperative Strategie zur Wahrung des sozialen Miteinanders oder als bewusstes Machtinstrument eingesetzt werden kann.

Wie unterscheiden sich Männer und Frauen im Gebrauch von Hedging?

Während Frauen Hedging häufiger zur Wahrung des Gesichts des Gesprächspartners einsetzen, nutzen Männer es eher strategisch zum Selbstschutz oder zur Korrektur, um die eigene Akzeptanz zu erhöhen.

Was ergab der Vergleich in der Rollenspieluntersuchung?

Es zeigte sich, dass Männer in potenziell konfliktreichen Situationen ihre Höflichkeitsstrategien stärker anpassen und situationsabhängiger agieren als Frauen, die sich in verschiedenen Kontexten konstanter höflich verhalten.

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Details

Title
Sprachliche Höflichkeit
Subtitle
Ist Höflichkeit Ausdruck von Unterlegenheit?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Sprachliche Höflichkeit
Grade
1,3
Author
B.A. Nadja Glanze (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V148540
ISBN (eBook)
9783640597741
ISBN (Book)
9783640598038
Language
German
Tags
Sprachliche Höflichkeit Ausdruck Unterlegenheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Nadja Glanze (Author), 2007, Sprachliche Höflichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148540
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