Soziologie Pass WS 09/10
Inhaltsverzeichnis:
1. Wohnen 3
1.1. Etymologische Herleitung des Begriffes Wohnen 3
1.2. Die Bedeutung von Wohnen 3
1.3. Unterscheidung Obdach/ Wohnung 4
2. Definitionen. 4
2.1. Nichtsesshaftigkeit 4
2.2. Wohnungslosigkeit/ Obdachlosigkeit 5
2.2.1. Akute Wohnungslosigkeit: 5
2.2.2. Wohnungslosigkeit: 6
2.2.3. Bevorstehende Wohnungslosigkeit: 6
2.2.4. Potenzielle Wohnungslosigkeit: 6
2.2.5. Versteckte Wohnungslosigkeit: 7
2.3. Wohnfähigkeit 7
3. Ursachen von Wohnungslosigkeit/ Obdachlosigkeit 8
3.1. Einkommensarmut 9
3.2. Belastungsspirale 10
3.3. Haushaltsentwicklung 10
3.4. Soziale Dienstleistungen. 11
3.5. Binnenwanderung 11
4. Lebensbedingungen 12
5. Zahlen zur Wohnungslosigkeit in Oberösterreich. 15
Quellenverzeichnis : 17
Abbildungsverzeichnis : 17
Sophie Prischl Gruppe 1/ So6
2
1. Wohnen
1.1. Etymologische Herleitung des Begriffes Wohnen
Wenn man den Begriff „Wohnen“ etymologisch ableitet, bedeutet er so viel wie „einen Wohnsitz haben, sich aufhalten, weilen, hausen, bleiben, leben, ruhen. 1 Es lässt sich daher daraus ableiten, dass mit Wohnen ein Ort gemeint ist, an dem man nicht nur schläft und seine persönlichen Güter aufbewahrt, sondern vielmehr ein Platz ist, an dem man Privatheit leben kann.
1.2. Die Bedeutung von Wohnen
In der Deklaration der Menschenrechte von 1948 ist in Artikel 25 neben dem Recht auf Nahrung, Kleidung, ärztliche Versorgung, soziale Leistungen und anderen das Recht auf eine Wohnung im Grundrechtskatalog verankert. 2
Wohnen ist ein zentrales Grundbedürfnis des Menschen, das die Lebensumstände durch unterschiedliche Wohnbedingungen beeinflusst. Ein Zusammenspiel aus Faktoren - wie z.B. die Größe der Wohnung, Ausstattung und Lage ist ausschlagend für die Auslebung der familiären Interaktion, den Regenerationsmöglichkeiten oder die soziale Anerkennung. Einkommensschwächere Haushalte sind in Bezug auf Wohnverhältnisse oftmals benachteiligt. Sie leben tendenziell eher in Wohnungen mit mangelnder Luftqualität, Infrastruktur und Verkehrssicherheit und sind eher Lärmbelästigung ausgesetzt. 3 „Mit dem Verlust der Wohnung eskaliert die Wohnungsarmut.“ 4
1 Vgl. URL: http://www.koeblergerhard.de/der/DERW.pdf (Stand 27.07.2009)
2 Vgl. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948, Artikel 25
3 Vgl. Hradil, St. (2001): Soziale Ungleichheit in Deutschland, S.311f, zit. nach Ansen , Harald (2006):
S.61,
4 Ansen, Harald (2006): Soziale Beratung bei Armut, S.65
1.3. Unterscheidung Obdach/ Wohnung
Als Obdach kann man eine kurzzeitige Unterbringung bezeichnen, in der man die wichtigsten Lebensbedürfnisse erfüllen kann. Jedoch steht diese in keinem Verhältnis zu einer normalen, dauerhaften Wohnung, die sich in Lage; Größe; Einrichtung und sonstigen Verhältnissen grundlegend unterscheidet. 5
2. Definitionen
2.1. Nichtsesshaftigkeit
Sesshaftigkeit beinhaltet das Vorhandensein eines festen Wohnsitzes oder der Gebundenheit an einen bestimmten Ort. Daher bedeutet Nichtsesshaftigkeit das Fehlen eines örtlichen Lebensmittelpunktes. 6
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Nichtsesshaftigkeit und mobile Lebensweise als mögliche Form der Armenexistenz gesellschaftlich akzeptiert. 7 Ende der 1920er Jahre tauchte der Begriff auf, als Arbeitslose in verschiedenen Orten nach Arbeit suchten. Ihre Unterstützung bekamen sie von den jeweiligen Arbeitsämtern. 8
Zum Obdachlosen werden laut deutschem SBG XII Nichtsesshafte, wenn sie sich auf die Suche nach einer langfristigen Unterkunft machen und dabei die bisherige Lebensweise aufgeben wollen. In diesem Fall muss ihm die Gemeinde eine Unterbringung ermöglichen und ihn somit mit allen anderen Obdachlosen gleichsetzen. Betreute Wohneinrichtungen sind hierbei oft von Vorteil, da der Übergang vom Auf- der- Straße- leben zum Menschen mit Wohnung nicht immer einfach ist. 9
5 Vgl. Ehmann (1995): Anforderungen an gemeindeeigene Obdachlosenunterkünfte, KommPrax,
S.128, zit. nach Ehmann (2006): Obdachlosigkeit. Ein Leitfaden für Kommunen, S.89
6 Vgl. Könen, Ralf (1990): Wohnungsnot und Obdachlosigkeit im Sozialstaat, S.16
7 Vgl. Lutz, Ronald/ Titus, Simon (2007): Lehrbuch der Wohnungslosenhilfe. Eine Einführung in Praxis,
Positionen und Perspektiven, S. 59
8 Vgl. Holtmannspötter, Hilfsangebote für Nicht- Sesshafte, 1979a, S.125- 135, zit. nach Stark,
Christian (2007): Verwahrung von Armut oder Integration?, S.27
9 Vgl. SGB XII Deutsches Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (Sozialhilfe), §§ 67, 68, zit. nach Ehmann,
Eugen (2000): Obdachlosigkeit. Ein Leitfaden für Kommunen, S.19f
2.2. Wohnungslosigkeit/ Obdachlosigkeit
Der Begriff Wohnungslosigkeit wird oft mit Obdachlosigkeit gleichgesetzt, ist aber klar zu unterscheiden. Wem keine eigenen Räume zur Verfügung stehen, die zum Wohnen, vor allem zum Aufenthalt, Schlafen, Kochen und Essen geeignet sind und dabei kein Nutzungsrecht besteht, ist wohnungslos. 10 Laut Lutz/ Simon ist der Begriff Obdachlosigkeit dann zu gebrauchen, wenn Menschen, jegliche Ursachen außer Acht lassend, ihre Wohnung verlieren. Ob dies aufgrund von Naturkatastrophen oder Delogierung passiert spielt keine Rolle. Nicht die Schuld ist es, um die es sich handelt. Die zuständigen Kommunen sind in diesem Fall dazu aufgefordert, zur Unterbringung in einer Notunterkunft bzw. Ersatzunterkunft zu verhelfen. 11 Die ETHOS Typologie (Europäische Typologie für Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit und prekäre Wohnversorgung), die von FEANTSA (European Federation of National Organisations working with the Homeless) entwickelt wurde, fasst unter Obdachlosigkeit zwei Varianten zusammen: Diejenigen die entweder ohne eine Unterkunft auf der Straße leben und an öffentlichen Plätzen wohnen oder jene Menschen in Notunterkünften, die über keinen festen Wohnsitz verfügen und in Notschlafstellen sowie niederschwellige Einrichtungen übernachten. 12 Der von FEANTSA beschriebene Begriff der Obdachlosigkeit bezeichnet die BAWO (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe) als akute Wohnungslosigkeit und unterscheidet in fünf Kategorien der Wohnungslosigkeit:
2.2.1. Akute Wohnungslosigkeit:
Damit sind Menschen gemeint, die auf der Straße, in Abbruchhäusern, in Tiefgaragen, in der Waggonie etc. leben oder übernachten. Sie nutzen keine Angebote wie Notschlafstellen oder Asyle.
10 Vgl. Ehmann, Eugen (2006): Obdachlosigkeit. Ein Leitfaden für Kommunen, S.20
11 Vgl. Lutz, Simon/ Simon, Titus (2007): Lehrbuch der Wohnungslosenhilfe. Eine Einführung in
Praxis, Positionen und Perspektiven, S.90f
12 Vgl. URL: http://www.feantsa.org/files/freshstart/Toolkits/Ethos/Leaflet/AT.pdf (Stand 19.10.2009)
Arbeit zitieren:
Sophie Prischl, 2009, Wohnungslosigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kinder psychisch kranker Eltern
Die verschiedenen Sichtweisen ...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 33 Seiten
Unterstützung psychisch kranker Eltern - ein Konzept für Aachen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 97 Seiten
Eine Einführung
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 42 Seiten
Alte Menschen gestern und heute - Zum Wandel der Altersbilder
Hausarbeit, 43 Seiten
Soziale Gruppenarbeit in einer katholischen Jugendeinrichtung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Gruppendynamische Rollen - Veränderung der Rollen in unserer Wohngrupp...
Facharbeit für Heilerziehungsp...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Diplomarbeit, 26 Seiten
Belastungen von Kindern psychisch kranker Eltern
Rückschlüsse für die Soziale A...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 26 Seiten
Alzheimer-Krankheit als Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts in Deutsch...
Klassische Handlungsebenen soz...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 109 Seiten
Gesundheitliche Belastungen wohnungsloser Frauen - Möglichkeiten und G...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 161 Seiten
Pädagogische Arbeit mit Gruppen - Anfangsphasen in Gruppen
Seminararbeit, 25 Seiten
Sozialarbeit in Familien mit psychisch krankem Elternteil
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 87 Seiten
Sophie Prischl hat einen neuen Text hochgeladen
Biografische Verläufe und Handlungsmuster wohnungsloser Frauen
im Kontext extrem asymmetrisch...
Carla Wesselmann
Vida de Alta Definicion: A Toda Marcha Tras Lo Mejor de la Vida = High...
Luis Palau, Stephen Baldwin, Steve Halliday
Lebensbedingungen von Familien in Deutschland, Schweden und Frankreich
Ein familienpolitischer Vergle...
Tanja Mühling, Johannes Schwarze
Buch über die Ursachen und den Hervorgang von allem aus der ersten Urs...
Liber de causis et processu un...
Albertus Magnus, Henryk Anzulewicz, Maria Burger, Silvia Donati, Ruth Meyer, Hannes Möhle
Wachstumsschmerzen beim Übergang vom Startup zum professionell geführt...
Ursachen und Lösungsansätze
Christian Witt
0 Kommentare