Der Begriff Social Entrepreneurship gewinnt in jüngerer Zeit an Popularität. Er wird immer mehr in der Öffentlichkeit, den Medien und in der Wissenschaft verwendet. Auch die Verleihung des Friedensnobelpreises 2006 an Muhammad Yunus, ein „Paradebeispiel eines Social Entrepreneurs“ (Achleitner et al. 2007, S. 4), verhalf der Bekanntheit von Social Entrepreneurship zu einem weiteren Schub (Faltin 2008, S. 27; Martin/Osberg 2007, S. 30).
Dabei gibt es Social Entrepreneure, für die sich auf Deutsch der Begriff Sozialunternehmer etabliert hat, schon länger (Dees 2001, S.1). Als historische Beispiele nennen Faltin (2008, S. 26) und Achleitner (2007, S. 2) Henri Durant (Gründer des Roten Kreuzes) und Maria Montessori, die das nach ihr benannte Schulsystem entwarf.
Doch was genau ist eigentlich Social Entrepreneurship? Und wie kann man diesen Begriff abgrenzen zum „gewöhnlichen“ Unternehmertum? Sind die Unterschiede vielleicht doch kleiner als man auf den ersten Blick denkt? Was genau macht den Social Entrepreneur aus? Diese Fragen versucht der Autor mit der vorliegenden Seminararbeit zu beantworten. Faltin (2008, S. 38) stellt eine Konvergenzthese auf und sagt: „Der Unterschied zwischen den Social Entrepreneurs und den Business Entrepreneurs ist bei genauerer Betrachtung kleiner als er in der öffentlichen Diskussion gesehen wird.“
Zunächst wird dabei die historische Entwicklung des Unternehmerbegriffs aufgezeigt (Kapitel 2), ehe dann im speziellen auf Social Entrepreneurship eingegangen wird (Kapitel 3). Dies scheint notwendig, gehen doch die Vorstellungen, was man unter diesem „Phänomen“ versteht, aktuell weit auseinander. Martin/Osberg (2007, S. 30) sprechen in diesem Zusammenhang von einer großen Definitionsvielfalt und ergänzen bildlich: „As a result, social entrepreneurship has become so inclusive that it now has an immense tent into which all manner of socially beneficial activities fit.” Zum Schluss (Kapitel 4) werden die wichtigsten Aspekte der Arbeit noch einmal aufgegriffen und es wird ein Ausblick auf die mögliche weitere Entwicklung von Social Entrepreneurship gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Entwicklung des Unternehmerbegriffs
3. Social Entrepreneurship
3.1 Wie kam der Begriff zu solch einer Bedeutung?
3.2 Begriffsdefinition
3.3 Muhammad Yunus und die Grameen Bank
3.4 Business Entrepreneurship vs. Social Entrepreneurship
3.5 Abgrenzungen zu anderen Begriffen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Begriff Social Entrepreneurship wissenschaftlich einzuordnen, von klassischen unternehmerischen Ansätzen abzugrenzen und die zentrale Rolle von Sozialunternehmern als Akteure des gesellschaftlichen Wandels zu beleuchten.
- Historische Herleitung des allgemeinen Unternehmerbegriffs
- Definition und Charakterisierung von Social Entrepreneurship
- Analyse praktischer Beispiele wie der Grameen Bank
- Kontrastierung von sozialem und gewinnorientiertem Unternehmertum
Auszug aus dem Buch
3.2 Begriffsdefinition
„Social Entrepreneurs are not content just to give a fish or teach how to fish. They will not rest until they have revolutionized the fishing industry.” - Bill Drayton
Was genau macht Social Entrepreneurship aus? Wie schon eingangs erwähnt ist es nicht leicht, in der Literatur eine einheitliche Definition zu finden.
Die nach Achleitner (2007, S. 3) wohl verbreiteste Definition eines Social Entrepreneurs stammt von Dees (2001), der in seinem Beitrag „The meaning of social entrepreneurship“ die Arbeiten von Say, Schumpeter, Drucker und Stevenson et al. aufgreift. Dees (2001, S. 4) schreibt:
„Social entrepreneurs play the role of change agents in the social sector, by - adopting a mission to create and sustain social value (not just private value), - recognizing and relentlessly pursuing new opportunities to serve that mission, - engaging in a process of continuous innovation, adaptation, and learning, - acting boldly without being limited by resources currently in hand, and - exhibiting heightened accountability to the constituencies served and for the outcomes created.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Popularität des Themas Social Entrepreneurship ein und formuliert die grundlegende Forschungsfrage der Arbeit.
2. Zur Entwicklung des Unternehmerbegriffs: Dieses Kapitel zeichnet die theoretischen Grundlagen des Unternehmertums von Jean Baptiste Say über Joseph Schumpeter bis hin zu modernen Ansätzen nach.
3. Social Entrepreneurship: Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Definition des Begriffs sowie die Rolle prominenter Akteure wie Muhammad Yunus.
3.1 Wie kam der Begriff zu solch einer Bedeutung?: Die Entstehung des Begriffs wird hier mit dem Bedeutungszuwachs des Dritten Sektors und der Notwendigkeit innovativer gesellschaftlicher Problemlösungen verknüpft.
3.2 Begriffsdefinition: Hier werden zentrale wissenschaftliche Definitionen und Eigenschaften von Social Entrepreneurs, etwa von Dees und der Skoll Foundation, vorgestellt.
3.3 Muhammad Yunus und die Grameen Bank: Anhand dieses Praxisbeispiels wird verdeutlicht, wie Social Entrepreneurship erfolgreich zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden kann.
3.4 Business Entrepreneurship vs. Social Entrepreneurship: Dieses Kapitel stellt die Unterschiede in Zielsetzung, Erfolgsmessung und Motivation zwischen klassischen und sozialen Unternehmen gegenüber.
3.5 Abgrenzungen zu anderen Begriffen: Hier erfolgt eine Abgrenzung des Konzepts von verwandten Tätigkeitsfeldern wie Social Activism und sozialen Projekten.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Social Entrepreneurship als ein wichtiges, wenn auch noch junges interdisziplinäres Forschungsfeld zu betrachten ist.
Schlüsselwörter
Social Entrepreneurship, Sozialunternehmer, Dritter Sektor, Unternehmerbegriff, Soziale Innovation, Social Impact, Muhammad Yunus, Grameen Bank, Business Entrepreneurship, Social Activism, Wertschöpfung, Gemeinnützigkeit, Gesellschaftlicher Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen Social Entrepreneurship, definiert den Begriff wissenschaftlich und beleuchtet dessen Bedeutung für die heutige Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des klassischen Unternehmerbegriffs, der Definition von Sozialunternehmertum und der Abgrenzung zu anderen wirtschaftlichen oder aktivistischen Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte klären, wie Social Entrepreneurship definiert werden kann, was den Social Entrepreneur ausmacht und worin die wesentlichen Unterschiede zum traditionellen, profitorientierten Unternehmertum liegen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die einschlägige wissenschaftliche Quellen und Definitionen zusammenführt und auf ein konkretes Fallbeispiel anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung des Unternehmerbegriffs, eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Social Entrepreneurship, eine Fallstudie zur Grameen Bank sowie eine komparative Analyse zum Business Entrepreneurship.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Social Impact, soziale Mission, schöpferische Zerstörung, Drittes Sektor und Unternehmertum.
Inwiefern unterscheidet sich das Ziel eines Social Entrepreneurs von einem klassischen Manager?
Während beim klassischen Manager die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, ist das primäre Ziel des Social Entrepreneurs die Lösung eines sozialen Problems und die Generierung von sozialem Mehrwert.
Warum wird die Grameen Bank im Text als Paradebeispiel genannt?
Die Bank unter der Führung von Muhammad Yunus zeigt exemplarisch, wie durch unternehmerisches Handeln und Mikrofinanzierung soziale Missstände wie Armut dauerhaft überwunden werden können.
Sind die Grenzen zwischen Social und Business Entrepreneurship immer klar definiert?
Nein, der Autor weist darauf hin, dass in der Realität oft hybride Modelle existieren und die Unterscheidungen in der Theorie meist idealtypisch sind.
- Arbeit zitieren
- Philipp Wachenfeld (Autor:in), 2010, Social Entrepreneurship, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149303