Inhalt
Einleitung 1
Vorstellung der beiden Gliederungskonzepte 2 1
2.1 Das Konzept der naturräumlichen Gliederung 1
2.2 Das Konzept der geoökologischen Gliederung 3
2.3 Vergleich der beiden Konzepte 4
Zusammenfassung 3 5
Literatur 6
Abbildungen
Abb. 1: Naturräumliche Gliederung Deutschlands 3
Abb. 2: Groß- und Teillandschaften Deutschlands 4
Tabellen
Tab. 1: Schema der regionalen Systematik in der naturräumlichen
Gliederung 2
Tab. 1: Differenzierung und Kennzeichnung des Inhalts
landschafts ökologischer Raumeinheiten verschiedener
Ordnungsstufen 4
1 Einleitung
Versuche, die Erdoberfläche in bestimmte Areale oder Ausschnitte zu gliedern, sind so alt „wie das Bemühen, räumlich verbreitete Phänomene zu erfassen und in Karten darzustellen“ (MÜLLER-HOHENSTEIN 1979:18). Im Gegensatz zu vielen anderen Wissenschaften kann die Geographie nicht davon profitieren, dass durch eine klare Abgrenzung des Objekts von vornherein der Gegenstand ihrer Wissenschaft erkennbar ist (NEEF 1967:9). Für NEEF (1967:9) steht vor allem der gesellschaftliche Auftrag im Vordergrund, „die Erkundung der für die Gesellschaft wichtigen Umwelt […]“. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Verfahren zur Gliederung der Erdoberfläche konzipiert, die aber beide auf der gleichen Grundvorstellung fußen, nämlich der hierarchischen Ordnung der Landschaftseinheiten der Erde (HERZ 1973:91). Ob nun das fachgeschichtlich ältere Konzept, die naturräumliche Gliederung oder die geoökologische Gliederung zur Regionsbildung angewendet wird, in jedem Falle stellt die Grenzbildung einen unabdingbaren Aspekt dar, ohne den sie nicht funktioniert. „The urge to emphasise a difference […] refers to the general process of identification, which is always a process of distinction, of marking and making borders” (STRÜVER 2005:7).
Im Folgenden wird sowohl das Konzept der naturräumlichen Gliederung als auch der geoökologischen Gliederung vorgestellt und miteinander verglichen. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, ob eine der beiden Methoden präferiert werden kann. 2 Vorstellung der beiden Gliederungskonzepte 2.1 Naturräumliche Gliederung
Die naturräumliche Gliederung stellt ein Verfahren zur „ganzheitlichen Erfassung und Darstellung der Landesnatur durch Aussonderung von Räumen unterschiedlicher Struktur und
Eignung“ (KLINK 1973:466) dar, die nach dem Prinzip der Systemhierarchien 1 geordnet werden. Es wird von naturräumlichen Grundeinheiten ausgegangen, wobei man nicht nur die Vegetation, sondern verschiedene visuell wahrnehmbare Geoökofaktoren (z.B. Georelief, oberflächennaher Untergrund, Boden, Oberflächenwasser), „manchmal auch unter
1 „Eine Systemhierarchie liegt dann vor, wenn zwei oder mehr Systeme zu einem System höherer Ordnung
zusammengekoppelt sind…, diese Systeme höherer Ordnung ihrerseits wieder durch entsprechende Kopplung
zu Systemen noch höherer Ordnung vereinigt sind usw.“ (zit. in LESER 1991:120).
Verwendung von Einzelmerkmalen dieser (z.B. Hangneigung, Bodenfeuchte, Natürlichkeitsgrad der Vegetation)“ (LESER 1991:210) für die Bestimmung der naturräumlichen Einheiten nutzt.
Eine Übersicht zur regionalen Systematik der naturräumlichen Gliederung kann Tabelle 1 entnommen werden. Ausgehend von den naturräumlichen Groß-einheiten, die oft durch Gesteins- und Georelief-strukturen determiniert werden, wird in immer kleinere Einheiten, UHLIG (1967:35) nennt sie Parzellen, unterteilt (LESER 1991:210, FINKE 1994:93). Charakteristisch ist weiterhin das Arbeiten in relativ kleinen Maßstäben und entsprechend großen Einheiten (SCHMID & HERSPERGER 1995:37).
Die ersten Versuche einer naturräumlichen Landschaftsgliederung reichen weit in die Vergangenheit zurück. Als ein Zeugnis der ältesten deutschen Erkenntnis einer kleineren naturräumlichen Einheit wird die Arbeit von Fehr (1680) angesehen, der mit Hilfe der Flora „Tempe Grettstadtiensis“ ein natürlich abgegrenztes Gebiet erkennt. Auch nachfolgende Veröffentlichungen, wie beispielsweise die des schwedischen Naturwissenschaftlers Carl von Linné zeigen, dass in dieser phänomenologischen Phase der naturräumlichen Gliederung vor allem die Pflanzenverbreitung als Merkmal für die Einteilung natürlicher Raumeinheiten genutzt wurde (MEYNEN & SCHMITHÜSEN 1953:9).
Mit dem Anliegen „Deutschland nach den Unterschieden seiner Landesnatur in Gebiete zu gliedern, die für viele Zwecke als Bezugseinheiten dienen“ (MEYNEN & SCHMITHÜSEN 1953:1), wurde eine grundlegende Arbeit zur naturräumlichen Gliederung Deutschlands von dem deutschen Geographen Emil Meynen erstellt (Abb. 1). Aufgrund verschiedener Ursachen (vgl. MEYNEN & SCHMITHÜSEN 1953:32) konnte das ursprüngliche Ziel, eine naturräumliche
Arbeit zitieren:
Sebastian Paesold, 2009, Naturräumliche und geoökologische Gliederung – Ein Vergleich der Konzepte, München, GRIN Verlag GmbH
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