Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 0
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. VI
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS VIII
1 EINLEITUNG - 1 -
1.1 PROBLEMSTELLUNG. - 1 -
1.2 ZIELSETZUNG. - 2 -
1.3 AUFBAU DER ARBEIT. - 3 -
2 PPS MIT SAP R/3 RELEASE 4.6C - 4 -
2.1 STAMMDATEN IN DER FERTIGUNG - 5 -
2.1.1 MATERIAL - 6 -
2.1.2 STÜCKLISTE - 7 -
2.1.3 ARBEITSPLATZ - 8 -
2.1.4 ARBEITSPLAN. - 10 -
2.1.5 FERTIGUNGSHILFSMITTEL. - 12 -
2.1.6 STANDARDEREIGNISPUNKT - 12 -
2.1.7 KLASSENSYSTEM. - 13 -
2.2 PRODUKTIONSPLANUNG - 15 -
2.2.1 PROGNOSE - 16 -
2.2.2 ABSATZ- UND PRODUKTIONSGROBPLANUNG (SOP) - 17 -
2.2.3 PROGRAMMPLANUNG. - 18 -
2.2.4 LEITTEILEPLANUNG. - 24 -
2.2.5 MATERIALBEDARFSPLANUNG. - 25 -
2.3 PRODUKTIONSSTEUERUNG - 30 -
2.3.1 FERTIGUNGSAUFTRAGSERÖFFNUNG - 31 -
2.3.2 VERFÜGBARKEITSPRÜFUNG VON MATERIALKOMPONENTEN ..........................................- 33 -
Inhaltsverzeichnis II
2.3.3 TERMINIERUNG - 34 -
2.3.4 FERTIGUNGSAUFTRAGSFREIGABE. - 35 -
2.3.5 FERTIGUNGSAUFTRAGSDRUCK - 35 -
2.3.6 KAPAZITÄTSPLANUNG - 36 -
2.3.7 WARENAUSGANGSBUCHUNG. - 38 -
2.3.8 FERTIGUNGSAUFTRAGSRÜCKMELDUNG. - 39 -
2.3.9 WARENEINGANGSBUCHUNG. - 40 -
2.3.10 FERTIGUNGSAUFTRAGSABRECHNUNG. - 41 -
3 SCM MIT SAP APO 5.0 - 42 -
3.1 ARCHITEKTUR UND TECHNOLOGIE. - 43 -
3.1.1 LIVECACHE - 44 -
3.1.2 PLANUNGS- UND OPTIMIERUNGSWERKZEUGE - 45 -
3.1.3 DATA-MART UND INFOCUBE. - 46 -
3.1.4 INTEGRATION MIT DEM APO CORE INTERFACE - 48 -
3.2 APO-STAMMDATEN - 48 -
3.2.1 LOKATIONSSTAMMDATEN - 49 -
3.2.2 PRODUKTSTAMMDATEN. - 49 -
3.2.3 RESSOURCENSTAMMDATEN - 49 -
3.2.4 PRODUKTIONSPROZESSMODELLE UND PRODUKTIONSDATENSTRUKTUREN - 50 -
3.3 KOMPONENTEN DES APO. - 51 -
3.3.1 SUPPLY CHAIN COCKPIT - 52 -
3.3.2 NETWORK DESIGN - 54 -
3.3.2.1 Strategische Standortplanung - 55 -
3.3.2.2 Strategische Simulation. - 56 -
3.3.3 DEMAND PLANNING - 57 -
3.3.3.1 Datenbasis - 57 -
3.3.3.2 Prognosemodelle - 58 -
3.3.3.3 Aggregation und Disaggregation - 60 -
3.3.4 SUPPLY NETWORK PLANNING - 60 -
3.3.4.1 Planungsstrategien. - 61 -
3.3.4.2 Deployment-Funktion - 64 -
3.3.4.3 Sicherheitsbestandsplanung. - 65 -
3.3.5 PRODUCTION PLANNING DETAILED SCHEDULING. - 66 -
3.3.5.1 Werksübergreifende Planung .............................................................................. - 66 -
Inhaltsverzeichnis III
3.3.5.2 Constraint-basierte Planung - 67 -
3.3.5.3 Simultane Mengen- und Kapazitätsplanung - 67 -
3.3.5.4 Interaktive Planung. - 68 -
3.3.5.5 Pegging - 69 -
3.3.5.6 PP/DS-Optimierer. - 70 -
3.3.6 AVAILABLE-TO-PROMISE - 71 -
3.3.6.1 Basismethoden. - 72 -
3.3.6.2 Regelbasierte Methoden - 73 -
3.3.6.3 Mehrstufige ATP-Prüfung - 74 -
3.3.6.4 CTP-Prüfung - 75 -
3.3.6.5 Globale ATP-Prüfung - 75 -
4 KONZEPTION EINES KRITERIENKATALOGS. - 77 -
4.1 NUTZENPOTENZIAL VON SC-MSYSTEMEN - 78 -
4.2 RAHMENBEDINGUNGEN DES KRITERIENKATALOGS. - 80 -
4.3 STRUKTUR UND IDENTIFIZIERUNG GEEIGNETER KRITERIEN - 81 -
4.4 UNBEWERTETER KRITERIENKATALOG - 82 -
5 VERGLEICHENDE BETRACHTUNG - 84 -
5.1 ALLGEMEINE KRITERIEN - 85 -
5.1.1 PLANUNGSPHILOSOPHIE UND ÄNDERUNGSWEITERGABE - 85 -
5.1.2 RESTRIKTIONSBASIERTER PLANUNGSANSATZ. - 87 -
5.2 FUNKTIONALE KRITERIEN - 88 -
5.2.1 NETWORK DESIGN (ND) - 88 -
5.2.1.1 Modellierung der Supply Chain. - 88 -
5.2.1.2 Strategische Standortplanung - 90 -
5.2.1.3 Flexibilität der Optimierungsverfahren - 91 -
5.2.1.4 Simulationsmöglichkeiten - 91 -
5.2.2 DEMAND PLANNING - 92 -
5.2.2.1 Konsensbasierte Prognose - 92 -
5.2.2.2 Eingesetzte Prognoseverfahren - 93 -
5.2.2.3 Kombination von Prognoseverfahren. - 94 -
5.2.2.4 Automatische Auswahl der Prognosemethode - 95 -
5.2.2.5 Umfangreiche Informationsbasis ......................................................................... - 96 -
Inhaltsverzeichnis IV
5.2.2.6 Abbildung mehrerer Aggregationsebenen - 97 -
5.2.3 SUPPLY NETWORK PLANNING - 98 -
5.2.3.1 Planungsstrategien. - 98 -
5.2.3.2 Verteilung des Produktangebots. - 99 -
5.2.3.3 Produktsubstitution. - 100 -
5.2.3.4 Sicherheitsbestandsplanung. - 101 -
5.2.4 PRODUCTION PLANNING DETAILED SCHEDULING. - 102 -
5.2.4.1 Werksübergreifende Planung - 102 -
5.2.4.2 Simultane Mengen- und Kapazitätsplanung - 103 -
5.2.4.3 Optimierung. - 104 -
5.2.4.4 Materialflusskontrolle. - 105 -
5.2.4.5 Grafische Planungsunterstützung. - 106 -
5.2.5 GLOBAL AVAILABLE-TO-PROMISE - 106 -
5.2.5.1 Performance. - 106 -
5.2.5.2 Alternativenauswahl - 107 -
5.2.5.3 Werksübergreifende ATP-Prüfung - 108 -
5.2.5.4 Material- und Kapazitätsverfügbarkeitsprüfung. - 109 -
6 BEWERTETER KRITERIENKATALOG UND SCHLUSSBETRACHTUNG. - 111 -
LITERATURVERZEICHNIS .......................................................................................... - 115 -
Rechtliche Bestimmungen V
Rechtliche Bestimmungen
Für die in dieser Arbeit verwendeten Marken und eingetragenen Marken wie SAP® R/3®, SAP® APO®, mySAP™ Supply Chain Management (mySAP SCM), SAP® Business Information Warehouse (SAP BW), ABAP™,
etc. gelten die jeweiligen Copyright und weiteren rechtlichen Bestimmungen. Auf diesen Aspekt, der für das gesamte Dokument Gültigkeit besitzt, wird im Folgenden nicht weiter eingegangen.
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Prozesse in der Produktionsplanung und -steuerung. - 5 -
Abbildung 2: Zusammenspiel der Stammdaten. - 6 -
Abbildung 3: Arbeitsplatzdaten. - 8 -
Abbildung 4: Struktur von Arbeitsplänen - 10 -
Abbildung 5: Standard- und Normalarbeitsplan. - 11 -
Abbildung 6: Folgentypen. - 12 -
Abbildung 7: Klassenarten. - 14 -
Abbildung 8: Klassensystem - 15 -
Abbildung 9: Planungsebenen. - 16 -
Abbildung 10: Herkunft von Planprimärbedarfen. - 18 -
Abbildung 11: Lagerfertigungsstrategien - Anonyme Lagerfertigung. - 19 -
Abbildung 12: Lagerfertigungsstrategien - Vorplanung mit Endmontage - 20 -
Abbildung 13: Kundenauftragsbezogene Strategien - Kundeneinzelfertigung - 21 -
Abbildung 14: Kundeneinzelfertigung - Vorplanung ohne Endmontage - 21 -
Abbildung 15: Kundenauftragsbezogene Strategien - Montageabwicklung - 22 -
Abbildung 16: ATP-Prüfung und Vorplanungsprüfung in der Programmplanung - 23 -
Abbildung 17: Ablauf der Materialbedarfsplanung. - 26 -
Abbildung 18: Terminierungsdaten bei Eigenfertigung. - 28 -
Abbildung 19: Stücklistenauflösung und Sekundärbedarfsermittlung. - 29 -
Abbildung 20: Fertigungssteuerungsprozess - 30 -
Abbildung 21: Umsetzung Planauftrag in Fertigungsauftrag - 31 -
Abbildung 22: Materialverfügbarkeitsprüfung - 33 -
Abbildung 23: Kapazitätsplanung - 37 -
Abbildung 25: Rechnerarchitektur des APO - 44 -
Abbildung 26: Data-Mart in der Absatzplanung - 47 -
Abbildung 27: Aufbau eines InfoCubes - 48 -
Abbildung 31: Planungshorizonte und -bereiche der Module - 51 -
Abbildung 28: Univariate Prognosemodelle. - 59 -
Abbildung 29: CT-MPrüfung im Supply Network Planning - 62 -
Abbildung 30: Planungsstrategien des SNP. - 64 -
Abbildung 32: Pegging-Struktur............................................................................ - 69 -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 33: Darstellung einer Regel im ATP Decision Cube - 74 -
Abbildung 34: Unbewerteter Kriterienkatalog - 83 -
Abbildung 35: Planungsebenen des R/3 - 85 -
Abbildung 36: Bewerteter Kriterienkatalog ......................................................... - 111 -
Abkürzungsverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis
ABAP/4 Advanced Business Application Programming Version 4 APO Advanced Planner and Optimizer APS Advanced Planning System APX Approximable ATP Available-to-Promise B2B Business to Business BW Business Information Warehouse CIF Core Interface CTM Capable-to-Match CTP Capable-to-Promise ERP Enterpise Resource Planning GATP Global Available-to-Promise GUI Graphical User Interface ILOG Softwareunternehmen KPI Key Performance Indicators LES Logistic Execution System ND Network Design OLTP Online Transaction Processing PDS Produktdatenstruktur PoS-Daten Daten aus Warenwirtschaftssystem PP/DS Production Planning & Detailed Scheduling PPM Produktionsprozessmodell PPS Produktionsplanung und -steuerung R/3 Realtime 3 SAP Systeme Anwendungen Programme SC Supply Chain SCC Supply Chain Cockpit SCE Supply Chain Engineer SCM Supply Chain Management SNP Supply Network Planning TP/VS Transportation Planning & Vehicle Scheduling
Kapitel 1 - Einleitung 1
1 Einleitung
Im Zuge zunehmender Internationalisierung und Globalisierung von Märkten und aufgrund neuer innovativer Entwicklungen im Bereich der Kommunikations- und In-formationstechnologie in den letzten Jahren, steigt die Notwendigkeit einer unternehmensübergreifenden Planung und Koordination von Geschäftsprozessen, um den Marktanforderungen gerecht zu werden. Unternehmen sind gezwungen die unternehmensinternen Bestrebungen zur Optimierung auf die beteiligten Unternehmen auszuweiten, um Rationalisierungspotenziale entlang eines unternehmensübergreifenden Logistiknetzwerkes ausschöpfen zu können und um dem Wettbewerbsdruck stand halten zu können. Aufgrund der sich wandelnden wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren ist es heute für Unternehmen unverzichtbar, innovative Werkzeuge einzusetzen, um ihr Bestreben nach Marktanteile zu sichern.
In diesem Kontext gewinnt das Konzept des Supply Chain Managements immer mehr an Bedeutung, da in der Zukunft die Transparenz von Objektflüssen in Form von Güter-, Informations- und Finanzflüssen innerhalb einer Supply Chain immer mehr in den Vordergrund rücken und ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sind. Die hohen Anforderungen an solche komplexen Steuerungs-, Planungs- und Kontrollaufgaben kann durch den Einsatz von Supply Chain Management-Software realisiert werden.
1.1 Problemstellung
Klassische betriebswirtschaftliche Planungskonzepte und -systeme wie das R/3-System von SAP werden den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht und weisen zum Teil erhebliche Defizite in der Produktionsplanung und -steuerung auf. Die Hauptprobleme solcher „veralteten“ Systeme liegen beispielsweise in der Planung gegen infinite Kapazitäten, der fehlenden Visualisierung komplexer Prozesse, der falschen Engpassressourcenauflösungen, der Annahme statischer Liegezeiten, der fehlenden Rüstoptimierung, der Annahme starrer Durchlaufzeiten oder der separaten
Kapitel 1 - Einleitung 2
Planungsläufe für Materialien und Kapazitäten. Für eine unternehmensübergreifende, realitätsnahe Abbildung eines Logistiknetzwerks, das sich vom Lieferanten bis zum Endverbraucher erstreckt, sind diese Systeme nur begrenzt einsetzbar. An dieser Stelle setzen moderne Advanced Planning Systeme (APS) wie z. B. Der Advanced Planner and Optimizer (APO) der SAP AG an. Mit dem Anspruch dieser Systeme auf eine unternehmensübergreifende Planung des gesamten Logistiknetzwerkes sollen die Mängel traditioneller PPS-Systeme entscheidend verbessert werden.
1.2 Zielsetzung
In der vorliegenden Diplomarbeit soll ausgehend von einem R/3-System das Nutzenpotenzial in der Produktionsplanung und -steuerung evaluiert werden, das sich durch den Einsatz eines APS-Planungstools wie dem APO von SAP erzielen lässt. Basierend auf dem R/3-System soll analysiert werden, inwieweit und in welchen speziellen Bereichen der Produktionsplanung und -steuerung die Ergänzung des R/3-Systems durch den APO Optimierungspotenziale realisiert werden können. Die Untersuchung basiert auf festgelegten Kriterien, anhand derer ein direkter Vergleich der beiden Systeme durchgeführt wird. Die Konzeption eines Kriterienkatalogs visualisiert eine vergleichende Gegenüberstellung nach funktionalen Gesichtspunkten und soll als Entscheidungshilfe dienen.
Es soll also eine Antwort auf die Frage erarbeitet werden, ob und wie der APO in der Lage ist, die Produktionsplanung und -steuerung des R/3 entscheidend zu optimie- ren.
Kapitel 1 - Einleitung 3
1.3 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Um die oben genannten Ziele umzusetzen, werden in Kapitel 2 zunächst die Grundlagen der Produktionsplanung undsteuerung in einem R/3-System erläutert. In Kapitel 3 werden die Grundzüge der Planung in den verschiedenen Modulen des APO detailliert beleuchtet. Anschließend wird im Kapitel 4 die Entwicklung eines Kriterienkatalogs beschrieben, der die Basis für den in Kapitel 5 angestellten Vergleich bildet. Abschließend werden in Kapitel 6 die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und bewertet.
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 4
2 PPS mit SAP R/3 Release 4.6C
Die Produktionsplanung und -steuerung kann in zwei Teilbereiche unterteilt werden. Zum einen die Produktionsplanung, die auch als Produktions- und Beschaffungsplanung bezeichnet wird, und zum anderen die Produktionssteuerung, die die eigentliche Produktion beschreibt.
Die Produktionsplanung wird auf Werksebene durchgeführt und ist der Fertigung vorgelagert. Sie beinhaltet sämtliche Prozesse zur Mengen- und Zeitplanung und versorgt den Planer mit notwendigen Daten über Bedarfsmengen und -termine der zu produzierenden und zu beschaffenden Erzeugnisse. Das Resultat der Produktionsplanung wird in so genannten Planaufträgen dokumentiert. Diese Planaufträge werden anschließend bei Eigenproduktion in Fertigungsaufträge, Prozessaufträge oder Produktionseinteilungen und bei Fremdbeschaffung in Bestellanforderungen
umgesetzt 1 . Die Verarbeitung von controlling- und materialwirtschaftsspezifischen Daten wie Kostenstellen, Leistungsarten, Einkaufsinfosätzen und Materialstammsätzen weisen auf die hohe Integration der Produktionsplanung mit den R/3-
Komponenten Materialwirtschaft und Controlling hin 2 .
Die Produktionssteuerung schließt sich direkt an die Produktionsplanung an. Die dort ermittelten Bedarfsmengen und -termine bilden die Basis für die Fertigungssteuerung. Die gesamte Disposition, Abwicklung und Prüfung der Fertigung findet in der Produktion statt, die wiederum vom gewählten Produktionstyp, wie beispielsweise Serienfertigung, Diskrete Fertigung oder Kanban abhängt.
Abbildung 1 stellt die Prozessreihenfolge und deren Zusammenspiel in der Produktionsplanung und -steuerung dar.
1 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 89 ff.
2 Vergleiche [MAASCH05] Seite 362
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 5
Abbildung 1: Prozesse in der Produktionsplanung und -steuerung
Um die Funktionen und Prozesse der Produktionsplanung und -steuerung des R/3 zu verdeutlichen wird in Kapitel 2.1 zunächst auf die Stammdaten der Fertigung eingegangen. Darauf aufbauend wird anschließend in Kapitel 2.2 die Produktionsplanung beschrieben. In Kapitel 2.3 wird am Ende die eigentliche Produktion genauer dargestellt.
2.1 Stammdaten in der Fertigung
Die Stammdaten nehmen eine bedeutende Rolle im R/3 ein, da ohne sie eine Einführung bzw. der Betrieb des R/3-Systems nicht möglich wäre. Stammdaten umfassen Informationen, die immer wieder benötigt werden und über einen längeren Zeitraum im System gespeichert und unverändert bleiben. Im Gegensatz zu den Stammdaten resultieren Bewegungsdaten aus Geschäftsvorfällen die wiederum auf die Stammdaten zur Informationsgewinnung zurückgreifen. Im Rahmen der Diskre-
ten Fertigung werden im Folgenden die wichtigsten Stammdaten erläutert 3 .
3 Vergleiche [BENHÖF05] Seite 59
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 6
Um sich einen groben Überblick über die Stammdaten des R/3 verschaffen zu können, wird zunächst in Abbildung 2 Das Zusammenspiel von Material, Stückliste, Arbeitsplan und Arbeitsplatz schematisch dargestellt.
Abbildung 2: Zusammenspiel der Stammdaten
2.1.1 Material
Die Materialstammdaten zählen zu den mächtigsten Stammdaten im R/3. Sie werden zentral und redundanzfrei in einem einzigen Datenbankobjekt abgelegt, um zu gewährleisten, dass alle R/3-Komponenten und die damit verbundenen Prozesse auf die gleichen konsistenten Stammdaten zugreifen.
Materialien, die ähnliche oder gleiche Attribute hinsichtlich Einkauf, Produktion oder Vertrieb besitzen, können mit Hilfe ihrer Nutzungsmöglichkeit in Materialarten (z. B. Rohstoff, Halbfabrikat oder Endprodukt) klassifiziert werden. Diese steuern bei- spielsweise die Nummernvergabe, die Beschaffung oder die Bestandsführung eines
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 7
Materials. Mit Hilfe der Sichtenbildung bestimmt die Materialart, welche spezifischen
Materialdaten durch welche Unternehmensbereiche gepflegt werden dürfen 4 .
2.1.2 Stückliste
Eine Stückliste stellt die Verknüpfung und Zusammensetzung von einem Enderzeugnis zu seinen Materialien dar. Sie gibt Auskunft über Art und Anzahl von Komponenten und Baugruppen, die zur Fertigung eines Erzeugnisses benötigt werden. Dabei setzt sich eine Baugruppe aus mehreren Materialien zusammen. Ein einge-hendes Material wird als Komponente bezeichnet 5 .
Im R/3 ist es möglich, verschiedene Typen von Stücklisten abzubilden. Je nach ihrem Aufbau können sie in Struktur-, Mengenübersichts- oder Baukastenstücklisten gruppiert werden.
Eine Strukturstückliste enthält alle Komponenten und Baugruppen mit Mengenangaben sowie fertigungstechnische Zusammenhänge.
Mengenübersichtsstücklisten enthalten alle Komponenten mit Mengenangaben, aus denen ein Enderzeugnis besteht. Fertigungstechnische Zusammenhänge werden nicht berücksichtigt.
Baukastenstücklisten enthalten nur die Baugruppen der ersten Fertigungsstufe, die direkt in das Enderzeugnis eingehen, wobei Mengenangaben einbezogen werden. Stücklisten werden auch hinsichtlich ihrer Verwendung klassifiziert. Für ein Material können mehrere Stücklisten existieren, die unterschiedliche Daten und Informationen für den speziellen Einsatzbereich enthalten. Im R/3 werden Konstruktions-, Fertigungs-, Kalkulations-, Material-, Equipment-, Dokument- und Projektstücklisten un-
4 Vergleiche[WEIKEL01] Seite 111
5 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 115
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 8
terstützt. Die Gültigkeit einer Stückliste kann eine räumliche (Organisationseinheit)
und eine zeitliche (Gültigkeitsdatum) Dimension umfassen 6 .
2.1.3 Arbeitsplatz
In einem betrieblichen System werden Tätigkeiten und Leistungen für den Fertigungsprozess auf Maschinen, Werkbänken, Fertigungsstraßen oder ähnlichen Stellen durch manuelle Bearbeitung, maschinelle Bearbeitung mit menschlicher Bedienung oder vollautomatische Bearbeitung erbracht. Der Ort der Leistungserstellung wird im R/3 durch Arbeitsplätze abgebildet, wobei die Arbeitsplatzart (Maschine, Maschinengruppe, Person, Personengruppe oder Linie) festlegt, welche Daten durch den Benutzer gepflegt werden können. Abbildung 3 zeigt die fünf Bereiche, Allgemeine Daten, Vorschlagswerte, Kapazitätsdaten, Terminierungsdaten und Kalkulati-
ons- und Personaldaten, in die sich die Arbeitsplatzdaten untergliedern 7 .
Abbildung 3: Arbeitsplatzdaten
Die Allgemeinen Daten enthalten den Namen und die Beschreibung eines Arbeitsplatzes sowie die Planverwendung, die angibt, für welche Plantypen der Arbeitsplatz
6 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 117
7 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 117 ff.
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 9
gültig ist. Über den Vorgabewertschlüssel werden einem Vorgang Datenfelder zuge-ordnet, mit denen Vorgabewerte wie Rüst-, Maschinen- oder Personalzeit gepflegt werden können. Diese Vorgabewerte werden im Umfeld der Kalkulation zur Kostenberechnung, bei der Terminierung zur Berechnung der Durchführungszeiten und bei
8 der Kapazitätsplanung zur Ermittlung der Kapazitätsbedarfe benötigt .
Steuerschlüssel und Vorlagenschlüssel sind Vorschlagswerte, die beim Anlegen eines Vorganges in den Arbeitsplan hineinkopiert werden. Diese Schlüssel steuern unter Anderem die Vorgangsrückmeldung, das Drucken von Lohnscheinen, automa-
tische Wareneingänge und die Terminierung von Vorgängen 9 .
Jedem Arbeitsplatz können Kapazitätsdaten zugeordnet werden, die sich nach Maschinen- oder Personalkapazität unterscheiden lassen. Zu jeder Kapazitätsart können verschiedene Formeln zur Ermittlung des Kapazitätsangebots hinterlegt werden, die im Rahmen der Terminierung und Kapazitätsplanung eine wichtige Rolle spielen. Die Terminierungsdaten bilden die Grundlage für die Berechnung von Start- und Endterminen von Vorgängen. Die Formeln zur Ermittlung der Durchführungszeit enthalten Rechenvorschriften zur Kalkulation der Rüst-, Bearbeitungs-, Abrüst- und Ei-
genbearbeitungszeit 10 .
Mit Hilfe der Kalkulationsdaten lassen sich die Kosten, die bei der Durchführung eines Vorganges auf einem Arbeitsplatz entstehen, mit einer Kostenstelle verrechnen. Durch Angabe der Leistungsart wird die Leistung (z. B. Rüsten oder Bearbeiten) innerhalb der Kostenstelle genauer spezifiziert und einem Tarif zugeordnet. Mit Hilfe
dieser Daten kann dann die Leistung eines Arbeitsplatzes berechnet werden 11 .
8 Vergleiche [BENHÖF05] Seite 108 ff.
9 Vergleiche [BENHÖF05] Seite 108 ff.
10 Vergleiche [MAASCH05] Seite 326
11 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 123
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 10
2.1.4 Arbeitsplan
Abbildung 4 soll zunächst einen groben Überblick über die vier Ebenen eines Arbeitsplanes geben.
12 Abbildung 4: Struktur von Arbeitsplänen
Der Arbeitsplan spielt im Produktionsprozess eine zentrale Rolle. Er beschreibt den Ablauf der Herstellung eines Erzeugnisses in Form von Arbeitsplanvorgängen. Grunddaten wie Maschinen und Werkzeuge bilden die Voraussetzung für die Erzeugniskalkulation die Feinterminierung und die Planung von Auftragsreihenfolgen. Eine der anspruchsvollsten Tätigkeiten bei der Arbeitsplanerstellung ist die Definition der Vorgabezeiten für Rüsten und Bearbeiten, da sie die Basis für die Berechnung der Kapazitätsauslastung und der Kalkulation der Entlohnung der Mitarbeiter bil-
den 13 .
12 Vergleiche [www-01] Folie 26
13 Vergleiche [BENHÖF05] Seite 114 ff.
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 11
Neben Normalarbeitsplänen, die die materialbezogene Fertigung beschreiben, können Standardarbeitspläne definiert werden, die häufige, wiederkehrende Abfolgen von Vorgängen zusammenfassen. Um Redundanz zu vermeiden, können, wie Abbildung 5 zeigt, Standardarbeitspläne in den Normalarbeitsplan hineinkopiert bzw. referenziert werden.
14 Abbildung 5: Standard- und Normalarbeitsplan
Elementare Arbeitsschritte wie Fräsen, Drehen oder Bohren werden in SAP als so genannte Arbeitsplanvorgänge gepflegt. Dabei setzt sich die Stammfolge eines Arbeitsplanes aus der Summe aller Vorgänge in chronologischer Reihenfolge zusammen. Abbildung 6 veranschaulicht neben der Stammfolge eine parallele Folge, die parallel zur Stammfolge durchgeführt werden kann, und eine alternative Folge, die bei einer Engpasssituation als gleichwertige Ausweichfolge zum Einsatz kommen kann.
14 Vergleiche [BENHÖF05] Seite 114
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 12
15 Abbildung 6: Folgentypen
2.1.5 Fertigungshilfsmittel
Fertigungshilfsmittel sind mobile, ortsungebundene Betriebsmittel, die widerverwendbar sind. In SAP R/3 werden sie in einem eigenen Stammdatensatz in das System eingepflegt. Dabei werden je nach Verwendungszweck verschiedene Typen von Fertigungshilfsmitteln unterschieden. Soll es in die Verfügbarkeitsprüfung einbezogen werden, so ist es als Materialstamm im R/3 anzulegen. Wird das Fertigungshilfsmittel als Equipment im R/3 geführt, so kann es bei der Wartung und Instandhaltung berücksichtigt werden. Um die Funktionalität des Dokumentenverwaltungssystems nutzen zu können, muss das Fertigungshilfsmittel als Dokument im System abgebildet werden. Die Zuordnung der Fertigungshilfsmittel erfolgt im Arbeitsplan auf
Vorgangsebene 16 .
2.1.6 Standardereignispunkt
Ein Ereignispunkt legt eine Abfolge von Funktionen fest, die bei der Abarbeitung eines Vorganges automatisch ausgelöst werden. Dabei werden Ereignispunkte immer direkt einem Vorgang im Arbeitsplan zugeordnet. Um den Erfassungsaufwand zu reduzieren, bietet das R/3-System eine Auswahl von Standardereignispunkten, die 15 Vergleiche [BENHÖF05] Seite 114
16 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 127 ff.
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 13
vordefinierte Ereignisfolgen enthalten. Mit dem Standardereignispunkt „Standardarbeitsplan einbinden“ lässt sich beispielsweise ein Standardarbeitsplan in einen existierenden Normalarbeitsplan einbinden. Im R/3 besteht zudem durch die Bildung von Ereignispunktgruppen die Möglichkeit, mehrere verschiedene Standardereignispunk-
17 te einem Vorgang zuzuordnen .
2.1.7 Klassensystem
Das Klassensystem kann als eine Art Ergänzung und Erweiterung der Stammdaten im R/3 gesehen werden. Es ermöglicht die Beschreibung verschiedener Objekte mittels geeigneter Merkmale und anschließend die Gruppierung gleichartiger Objekte anhand ausgewählter Kriterien. Auf diese Weise ist es möglich, reale und logische Objekte im System abzubilden. Das Hauptziel, das damit verfolgt wird, ist die gezielte Suche nach Objekten mit bestimmten Merkmalsausprägungen. Das Klassensystem ist ein sehr mächtiges Werkzeug, das systemübergreifend in allen R/3-Modulen zur Verfügung steht.
Merkmale bilden die Objekteigenschaften ab, die bei der Klassifizierung einem Objekt zugeordnet werden. Die Ausprägungen der Merkmalswerte können dabei in einer Tabelle hinterlegt werden, die auch zur Wertekontrolle verwendet wird. Um bei sehr umfangreichen Klassensystemen die Such- und Filterfunktionen zu beschleunigen, können Merkmale in einer Wertehierarchie strukturiert werden. Mit Hilfe des Beziehungswissens kann die Abhängigkeit zwischen Merkmalen genauer definiert werden. Nimmt ein Merkmal einen bestimmten Wert an, kann im Beziehungswissen hinterlegt werden, ob oder welche Werte das in Beziehung stehende Merkmal annehmen kann.
Bei einer großen Anzahl von Merkmalen empfiehlt sich eine Zusammenfassung in Merkmalsgruppen. Diese dienen lediglich zur Vereinfachung und Übersichtlichkeit
17 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 128 ff.
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 14
der Merkmalspflege und haben keinen Einfluss auf die Funktionalität des Klassensystems.
Zur Verwaltung der Merkmale werden diese zu objektneutralen Klassen (einer Klasse können mehrere Objekttypen zugeordnet werden) gruppiert. Im Unterschied zu den Merkmalsgruppen erfüllen Klassen eine funktionale Aufgabe im Klassensystem. Ordnet man einer Klasse eine Objektinstanz zu, werden gleichzeitig alle Merkmale der Klasse automatisch der Objektinstanz zugeordnet. Die Zuordnung findet hier immer in eine Richtung statt, d. h. eine Objektinstanz wird immer einer Klasse zuge-ordnet und nicht umgekehrt. Dies erhöht zwar den Pflegeaufwand, gewährleistet aber eine höhere Flexibilität des Klassensystems, da die Zuordnung eines Merkmals zu einer Klasse, die weitere Verwendung des Merkmals nicht einschränkt. Im R/3-Klassensystem ist jede Klasse einer Klassenart, die im Customizing definiert wird, zugewiesen. Innerhalb der Klassenarten erfolgt die Definition der Objekttypen, die in der entsprechenden Klasse klassifiziert werden dürfen. Zur Veranschaulichung dient Abbildung 7, die den Zusammenhang zwischen Objekttypen, Klassenarten und Klassen verdeutlicht.
18 Abbildung 7: Klassenarten
Das Konzept des Klassensystems und seine vielseitige Verwendbarkeit setzt eine systematische, strukturierte und chronologische Vorgehensweise bei der Klassifizie-
18 Vergleiche [WWW-03] Kapitel Klassenarten
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 15
rung voraus. Abbildung 8 zeigt anhand eines Beispiels das Zusammenspiel der einzelnen Funktionsbaussteine des Klassensystems.
19 Abbildung 8: Klassensystem
2.2 Produktionsplanung
Zur Steuerung und Planung der Produktion in der diskreten Fertigung stellt das R/3-System im Rahmen der Produktionsplanung komplette Lösungen zur Verfügung. Abbildung 9 zeigt das Zusammenspiel der Teilbereiche und Planungsebenen der gesamten Produktionsplanung im R/3.
19 Vergleiche [WWW-02] Seite 8
Kapitel 2 - PPS mit SAP R/3 Release 4.6C 16
2.2.1 Prognose
Zu Beginn der Produktions- und Beschaffungsplanung ist eine Prognose durchzuführen, die eine Voraussage zukünftiger Trends von Zeitreihen zulässt. Im R/3 steht dem Planer eine Vielzahl von Prognosemodellen zur Verfügung, um aus Vergangenheitsdaten künftige Bedarfsprognosen abzuleiten. Dabei geben die Vergangenheitsdaten Aufschluss über die mengenmäßige und periodenabhängige Verbrauchsstruktur eines Materials und lassen Rückschlüsse auf die zukünftige Absatzmenge eines Materials zu. Um ein geeignetes Prognosemodell auswählen zu können, muss zunächst aus den Vergangenheitsdaten der Verlauf des Verbrauchs analysiert werden. Liegt ein konstanter Verbrauch vor, könnte das Konstantmodell zum Einsatz kommen. Unterliegt der Verbrauch einem trendförmigen Verlauf, so wird mit Hilfe des Trendmodells der zukünftige Bedarf prognostiziert.
Das Resultat der Prognoseplanung fließt direkt in die untergeordnete Planungsebene, die Absatz- und Produktionsgrobplanung, ein und wird außerdem im Umfeld der
Materialbedarfsplanung berücksichtigt 21 .
20 Vergleiche [WWW-01] Folie 29
21 Vergleiche [WEIKEL01] Seite 135 ff.
Arbeit zitieren:
Thomas Ziegler, 2006, Vergleichende Betrachtung von SAP R/3 und SAP APO in der Produktionsplanung und –steuerung, München, GRIN Verlag GmbH
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