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Krisenfaktor Ratingagenturen Wandel oder Status quo

Titel: Krisenfaktor Ratingagenturen Wandel oder Status quo

Seminararbeit , 2010 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Udo Wichmann (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ohne Ratingagenturen wäre ein derartiges Wachstum der internationalen Finanzmärkte im Verlauf der letzten 20 Jahre kaum möglich gewesen. Sie haben einen vereinfachten „Sprach-code“ entwickelt, der es Investoren ermöglicht hat, den Grad des Risikos und eine erwartete Rendite gewisser Finanzprodukte zu erkennen und besser verstehen zu können. Gleichwohl haben die Auswirkungen der globalen US-Immobilienkrise den Glauben sowohl einiger Inves-toren als auch den der Bürger in den Finanzmarkt erschüttert und ein sehr starkes Misstrau-en erzeugt. Finanzprodukte wurden von Ratingagenturen zu lange zu gut bewertet und die „spekulative Blase“ platzte, weil stetig mehr Immobilienbesitzer ihre Kredite nicht mehr ab-bezahlen konnten. Als Folge fielen die Immobilienpreise stark ab. Innerhalb kürzester Zeit wurden Vermögenswerte in Milliardenhöhe zerstört und haben sowohl einige Banken als auch Bürger in den Ruin getrieben. Nicht nur in den USA wurden infolge der Immobilienkrise einige traditionsreiche Unternehmen („AIG“) verstaatlicht, die ohne stattliche Hilfe nicht weiter hätten bestehen können1, sondern auch in Großbritannien („Northern Rock“ und „Bradford & Bingley“), Belgien („Fortis“) oder bspw. Deutschland („IKB“ und „Hypo Real Es-tate“) kam es zu staatlichen Rettungsaktionen, die den Steuerzahler einen milliardenschwe-ren Betrag kosteten. Bei der Suche nach den Gründen der Krise wird deutlich, dass Ratingagenturen eine erhebli-che Mitschuld angelastet wird. Damit einhergehend wird der Ruf nach staatlicher Regulie-rung der Ratingagenturen immer lauter. Generell, so der Vorwurf einiger Wirtschaftswissen-schaftler, soll das „Monster“ der freien Marktwirtschaft nicht ad libitum schalten und walten können, weshalb weltweit Diskussionen entstanden sind, die divergente Lösungsansätze generierten.
In dieser Hausarbeit vergleiche ich die beiden Debatten über Regulierung und Wandel von Ratingagenturen, die in der europäischen und der angloamerikanischen Politiklandschaft geführt werden. Soll ein Wandel von Ratingagenturen durchgeführt werden; wenn ja, wie stark und in welcher Form? Meine These dazu lautet: Ratingagenturen müssen zunehmend reguliert werden, um eine erneute Finanzkrise nachhaltig unterbinden zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. RATINGAGENTUREN

2.1 Aufgaben und Funktionen von Ratingagenturen

2.2 Bewertungskriterien/ Ratingcodes

2.3 Ratingprozess

3. KRITIK AN DEN RATINGAGENTUREN

3.1 Politische Debatte im angloamerikanischen Raum

3.1 Politische Debatte im europäischen Raum

4. FAZIT

5. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Ratingagenturen im Kontext der globalen Finanzkrise und analysiert, inwieweit eine verstärkte staatliche Regulierung notwendig ist, um zukünftige Krisen zu verhindern. Im Fokus steht dabei der Vergleich der politischen Regulierungsdebatten zwischen dem angloamerikanischen und dem europäischen Raum.

  • Funktionsweise und Geschäftsmodell von Ratingagenturen
  • Die Rolle von Ratingagenturen als möglicher Krisenfaktor
  • Regulierungsansätze im angloamerikanischen Raum
  • Politische Debatten und Regulierungsinitiativen in der Europäischen Union
  • Notwendigkeit und Form zukünftiger Regulierungsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

2.1 Aufgaben und Funktionen von Ratingagenturen

Ratingagenturen sind gewinnorientierte private Unternehmen, die die jeweilige Bonität sowohl von Unternehmen diverser Branchen als auch von Staaten bewerten. Dabei wird die Kreditwürdigkeit von potenziellen Schuldnern geprüft und daraus eine Bewertung für Kapitalanleger hergestellt. Die Bewertung wird anhand einer Buchstabenkombination durchgeführt – diese reicht von AAA (bestes Rating) bis hin zu D (schlechtestes Rating = zahlungsunfähig) – und erfolgt nach sehr streng gefassten Kriterien. Grundsätzlich gilt: nahezu alle Unternehmen und Staaten, die auf dem Kapitalmarkt eine Anleihe begeben wollen, sind auf gute Ratings angewiesen. Denn je besser das Rating, desto niedriger muss eine Anleihe verzinst werden. Wie man jedoch an der gegenwärtigen Finanzkrise feststellen konnte, bieten gute Ratings keinerlei Garantie für die Sicherheit der Kapitalanlage.

Ratingagenturen haben ihren Ursprung in den USA. Anfang des 20. Jahrhunderts gründete John Moody die weltweit erste Ratingagentur, die Anleihen bewertete und diese Informationen verkaufte. Derzeit existieren rund 150 Agenturen auf dem Finanzmarkt, aber drei große Agenturen beherrschen diesen zu 95%: „Moody's“ und „Standard & Poor's“ zu jeweils 40% und „Fitch“ zu 15%. Damit ist eine klare Oligopolstellung erkennbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Problematik der Ratingagenturen während der Finanzkrise ein und formuliert die These, dass eine verstärkte Regulierung zur Krisenprävention unumgänglich ist.

2. RATINGAGENTUREN: Hier werden die Funktionsweise, das Oligopol der großen Agenturen sowie der strukturierte Ratingprozess und die verwendeten Bewertungskodes erläutert.

3. KRITIK AN DEN RATINGAGENTUREN: Dieses Kapitel analysiert die Reputationsverluste der Agenturen und vergleicht die unterschiedlichen politischen Regulierungsdebatten im angloamerikanischen und europäischen Raum.

4. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass bisherige Regulierungsversuche unzureichend waren und betont die Notwendigkeit weitergehender, systemischer Reformen zur Stärkung der Unabhängigkeit und Transparenz.

5. LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendeten Quellen, Berichte und wissenschaftlichen Analysen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Finanzkrise, Regulierung, Bonität, Kreditwürdigkeit, Oligopol, Finanzmärkte, Interessenkonflikt, Immobilienkrise, Transparenz, Risikobewertung, Wirtschaftspolitik, Europäische Union, USA, Finanzmarktaufsicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle von Ratingagenturen als Akteure in der globalen Finanzkrise und beleuchtet deren Einfluss auf die Stabilität der Finanzmärkte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Funktionsweise der Ratingagenturen, die Kritik an ihrem Geschäftsmodell sowie die politischen Regulierungsdebatten in den USA und Europa.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Ratingagenturen reguliert werden müssen, um eine erneute Finanzkrise nachhaltig zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen deskriptiven Ansatz sowie eine vergleichende Analyse der politischen Regulierungsbemühungen in verschiedenen Wirtschaftsräumen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Arbeitsweise von Ratingagenturen, die Analyse der Kritikpunkte und den detaillierten Vergleich der Regulierungsdebatten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ratingagenturen, Finanzkrise, Regulierung, Bonität, Oligopol und Transparenz.

Warum wird das Geschäftsmodell der Ratingagenturen kritisiert?

Ein zentraler Kritikpunkt ist der Interessenkonflikt, da die Agenturen von den Emittenten bezahlt werden, die sie gleichzeitig objektiv bewerten sollen.

Wie unterscheidet sich die europäische von der US-amerikanischen Debatte?

Während in den USA lange auf Selbstregulierung gesetzt wurde, forciert die EU zunehmend eine direktere Aufsicht mit Sanktionsmöglichkeiten und diskutiert gar die Schaffung einer europäischen Ratingagentur.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Krisenfaktor Ratingagenturen Wandel oder Status quo
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,7
Autor
Udo Wichmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V150260
ISBN (eBook)
9783640616916
ISBN (Buch)
9783640616534
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krisenfaktor Ratingagenturen Wandel Status
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Udo Wichmann (Autor:in), 2010, Krisenfaktor Ratingagenturen Wandel oder Status quo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150260
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Leseprobe aus  14  Seiten
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