Abstract
Diese Arbeit setzt sich mit den Themen der Zerstörung und des Todes bei Marguerite Duras auseinander, die im Roman Le Vice-consul und in den Verfilmungen India Song und Son nom de Venise dans Calcutta désert untersucht werden sollen. Bei genauerer Befassung mit dem Themenbereich kam die Frage auf, in wieweit diese Themen vertreten sind und ob die Zerstörung bei Marguerite Duras gewalttätigen Charakter besitzt. Mit Beachtung dieser Fragestellungen wird zunächst genauer auf den Schreibstil der Autorin und auf ihre Filmarbeit eingegangen werden. Anschließend stelle ich den Stellenwert der Themen des Todes und der Zerstörung allgemein im Werk Duras` dar und werde diese vor allem in den Naturbeschreibungen und in der Darstellung der drei wichtigsten Protagonisten – Anne-Marie Stretters, des Vizekonsuls und der Bettlerin – genauer untersuchen .
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zu Marguerite Duras
2.1 Zu ihrem Stil
2.2 Zu ihren Filmen
3 Zu ihren Personen, Orten und Themen
3.1 Das Thema des Todes
3.2 Das Thema der Zerstörung
4 Le Vice-consul
4.1 Die Darstellung der Natur
4.2 Die Bettlerin
4.3 Der Vize-Konsul
4.4 Anne-Marie Stretter
5 India Song
6 Son nom den Venise dans Calcutta désert
7 Abschlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Motive von Zerstörung und Tod im literarischen und filmischen Schaffen von Marguerite Duras. Dabei steht die Frage im Fokus, inwieweit diese Themen in den Werken Le Vice-consul, India Song und Son nom de Venise dans Calcutta désert repräsentiert sind und ob die Zerstörung dabei als gewaltsamer oder eher als initiatischer Prozess zu verstehen ist.
- Analyse der charakteristischen Schreib- und Filmästhetik von Marguerite Duras.
- Untersuchung der symbolischen Bedeutung von Orten und der Personenkonstellation.
- Herausarbeitung der Verbindung zwischen individueller Erinnerung und der Darstellung des Todes.
- Untersuchung der Filmprojekte als Mittel zur Destruktion und persönlichen Trauerverarbeitung.
- Diskussion der Reduktion von Charakteren hin zu abstrakten Zuständen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Thema des Todes
Das Thema des Todes ist in Marguerite Duras` Werken fast immer präsent. «Et surtout la mort, mort du frère, de la mère, mort désirée, active ou passive, réelle ou symbolique, hantise permanante des textes durassiens.» (Borgomano, 1977: 155). Danielle Bajomée schreibt in Duras ou la douleur hinsichtlich Duras` Art zu schreiben: «l`écriture (…), qui ne parle que d`amour et de mort, de mort aimée et d`amour qui agonise» (Bajomée, 1977: 123). Wie bereits in 3 erwähnt, sind die Themen der Liebe und des Todes nach Marguerite Duras nicht weit voneinander entfernt.
«Dire le périssable, ne dire que ce qui, du monde est périssable, transforme ces écrits de fiction, depuis Un barrage contre le Pacifique, en un immense hommage au Néant.» (Bajomée, 1977: 124). Mit Un barrage contre le Pacifique hatte Marguerite Duras ihren ersten Erfolg. Dieses Buch geht auch auf ihr eigenes Leben zurück. Ihre Mutter hatte Land gekauft, welches wertlos war, da es ständig von einer möglichen Überflutung durch den Pazifik bedroht war. Ihre Mutter führte einen ständigen ausweglosen, ungleichen Kampf gegen die Natur, das Meer, was Duras dazu bewegte, diese Verzweiflung niederzuschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die zentrale Fragestellung ein, wie die Themen Zerstörung und Tod in den ausgewählten Werken von Marguerite Duras verhandelt werden.
2 Zu Marguerite Duras: Dieser Abschnitt beleuchtet den literarischen Stil und die filmischen Ansätze der Autorin sowie den Einfluss ihrer Biografie auf ihr Schaffen.
3 Zu ihren Personen, Orten und Themen: Es wird analysiert, wie sich wiederkehrende Personen und Orte in Duras' Werk durch die Thematisierung von Tod und Zerstörung verknüpfen.
4 Le Vice-consul: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Untersuchung des Romans, insbesondere in Bezug auf die Naturbeschreibungen sowie die Charakterisierung der Bettlerin, des Vize-Konsuls und Anne-Marie Stretters.
5 India Song: Die Analyse konzentriert sich auf die filmische Umsetzung und die Weiterführung der Motive aus Le Vice-consul durch eine komplexe Ton-Bild-Trennung.
6 Son nom den Venise dans Calcutta désert: Das Kapitel untersucht diesen Film als radikale, noch weiter reduzierte Dekonstruktion der vorangegangenen Werke.
7 Abschlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Zerstörung und der Tod in den untersuchten Werken als persönlicher Prozess der Trauerverarbeitung und bewussten Abkehr von traditionellen Erzählkonventionen dienen.
Schlüsselwörter
Marguerite Duras, Zerstörung, Tod, Le Vice-consul, India Song, Son nom de Venise dans Calcutta désert, Erinnerung, Filmästhetik, Trauer, Kolonialismus, Indien, Narration, Spiegelung, Abwesenheit, Inszenierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert die zentralen Themenkomplexe Zerstörung und Tod in drei ausgewählten Werken von Marguerite Duras.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die filmische und literarische Umsetzung von Trauer, das Verlangen, der Einfluss der Biografie auf die Narration sowie die Dekonstruktion von Identität und Zeitgefühl.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Duras durch ihre Werke die traditionellen Erzählstrukturen aufbricht, um existenzielle Themen wie den Tod und den persönlichen Schmerz authentisch darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, kombiniert mit der Auswertung filmwissenschaftlicher Fachliteratur und der intertextuellen Untersuchung der ausgewählten Werke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Einführung in Duras' Ästhetik und Personenkonstellationen sowie in detaillierte Analysen der Werke Le Vice-consul, India Song und Son nom de Venise dans Calcutta désert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Marguerite Duras, Zerstörung, Tod, Erinnerung, Filmästhetik und die spezifische "Stimme" in ihren Werken.
Welche Rolle spielt die Person der Bettlerin für die Argumentation?
Die Bettlerin fungiert als zentrale Figur, die den Verlust von Identität und das "Leben im Tod" verkörpert und somit als Bindeglied zwischen den verschiedenen Werken dient.
Warum wird der Film "Son nom de Venise dans Calcutta désert" als besonders wichtig eingestuft?
Der Film wird als radikaler Abschlusspunkt betrachtet, da er die vorangegangene filmische Erzählung weiter dekonstruiert und den Prozess der Zerstörung bis hin zur vollkommenen Entmenschlichung der Figuren führt.
- Arbeit zitieren
- Angelina Kalden (Autor:in), 2003, Das Thema der Zerstörung und des Todes bei Marguerite Duras, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15027