Inhaltsverzeichnis
1 Einführung. 1
2 Die Alamannischen Höhenstationen. 2
2.1 Allgemeine Betrachtung. 2
2.2 Lage und Beziehungen zum Imperium Romanum. 4
2.3 Exemplarische Betrachtungen. 7
2.3.1 Der Runde Berg bei Urach. 7
2.3.2 Zähringer Burgberg. 10
2.3.3 Der Geißkopf. 12
3 Schlusswort und Zusammenfassung. 13
4 Informationsgrundlagen. 15
4.1 Literaturverzeichnis. 15
4.1.1 Verwendete Literatur. 15
4.1.2 Weitere Literatur. 15
4.2 Internetquellen. 16
5 Erklärung 17
Alamannische Höhensiedlung
1 Einführung
In der vorliegenden Hausarbeit werden die seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts untersuchten Höhenstationen beleuchtet. Insbesondere soll es dabei um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den „Höhensiedlungen“, um die Funktion dieser Orte und um die Beziehungen der ortsansässigen Alamannen zu den Römern auf linksrheinischer Seite gehen. Diese Betrachtung erfolgt ausschließlich auf der Basis nichtliterarischer Quellen.
Zunächst werden in einer allgemeinen Darstellung (2.1) die wichtigsten Fragen zu den Alamannischen Höhenstationen geklärt. Ein eigenes Kapitel erhält die Darstellung der Lage der untersuchten Orte und deren Beziehungen zu den rechtsrheinischen römischen Kastellen (2.2). Im darauf folgenden Kapitel (2.3) wird der Versuch unternommen, anhand von drei Beispielen die bisher gewonnenen Erkenntnisse zusammen zu tragen und so für das Schlusswort vergleichbar zu machen. In diesem werden auch nochmals allgemeinere Betrachtungen einfließen. Die Quellenlage ist von unterschiedlicher Qualität und von unterschiedlichem Umfang. An literarischen antiken Quellen lässt sich lediglich Ammianus Marcellinus heranziehen. Dieser römische Historiker griechischen Ursprungs verfasste mit seiner Res Gestae das letzte bedeutende lateinische Geschichtswerk der Antike, in dem er die Zeit von 353 bis 378 beschreibt. Unter anderem finden sich dort Beschreibungen zu den Alamannen und deren Siedlungen. Diese sind jedoch unzureichend, um genauere Fragen nach der Ausformung alamannischer Besiedlung zu beantworten. Alle weiteren Forschungen stützen sich deshalb auf archäologische Funde, auf Phosphatanalysen, auf numismatische Funde und letztlich auch auf Vergleiche zu ähnlichen, jedoch besser erschlossenen Fundorten. Auch ein negierendes Ausschlussverfahren war man-cherorts hilfreich.
Die Sekundärliteratur hingegen ist deutlich reichhaltiger. Für diese Hausarbeit wurden hauptsächlich die Schriften von Drinkwater, Fingerlin, Hoeper, Steuer und Theune verwendet. Hoeper widmet sich der Frage, welche Funktionen die jeweiligen
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Alamannische Höhensiedlung
Höhensiedlungen gehabt haben könnten. Diese Orte vergleichend und auswertend geht Theune vor. Steuers Auseinandersetzung widmet sich dem Zähringer Burgberg. Drinkwater liefert eine Gesamtdarstellung des Verhältnisses zwischen Römern und Alamannen und schreibt in einem großen Abschnitt seines Werkes wertvolle Erkenntnisse über die Art und Weise auf, wie und nach welchem Muster Alamannen die Landnahme betrieben. Was die Alamannischen Höhenstationen angeht, so sind seine Ideen zur Lage und zu den Beziehungen zwischen Römern und Alamannen besonders wertvoll. Eine Auswahl weiterer Schriften, die nicht direkt für diese Hausarbeit verwendet wurden, findet sich im Anhang in einer Bibliographie.
2 Die Alamannischen Höhenstationen
2.1 Allgemeine Betrachtung
Bei den Alamannischen Höhenstationen handelt es sich um eine Sonderform der germanischen Besiedlung. Es ist insbesondere deswegen eine Sonderform, weil sich, abgesehen von der exponierten Lage, die Funde deutlich zu jenen unterscheiden, die für ländliche Siedlungen gemacht wurden. Es handelt sich meist um Funde von Edelmetallen, Waffen und von römischen Gebrauchsgegenständen. Diese sind für ländliche Siedlungen bisher so nicht fassbar. 1 Man kann also nicht nur eine außergewöhnliche Art der Besiedlung auf den Bergen annehmen, sondern auch eine bestimmte Ge-sellschaftsform und -klasse.
Vorbilder könnten Römische Fluchtburgen, reguläre Siedlungen auf Anhöhen oder Militärstationen gewesen sein. Sie entstanden seit der Mitte des dritten Jahrhunderts bis ins vierte Jahrhundert. 2 Das geschah ohne Anknüpfung an vorher bestehende Siedlungen, 3 was nicht heißen soll, dass diese Orte noch nie zuvor besiedelt waren.
1 M. Hoeper: Die Höhensiedlung der Alemannen und ihre Deutungsmöglichkeiten zwischen Fürstensitz, Heerlager, Rückzugsraum und Kultplattz, in: D. Geuenich (Hg.): Die Franken und die Alemannen bis zur „Schlacht bei Zülpich“ (496/ 97), Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Band 19, Berlin u. a. 1998, S. 339.
2 G. Fingerlin: Von den Römern zu den Alamannen. Neue Herren im Land. In: D. Planck (Hg.): Imperium Romanum. Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau, Esslingen 2005, S. 458 ff.
3 Ebd.
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Alamannische Höhensiedlung
Lediglich auf archäologische Funde angewiesen, durchlief die Deutung der Funktion dieser Stationen einen großen Wandel, der sich am deutlichsten im Wechsel der Bezeichnungen für diese Plätze deutlich macht. So ist Werner aufgrund der entdeckten Funde auf dem Runden Berg bei Urach (1965) noch davon ausgegangen, dass es sich hierbei um eine „Alamannische Gauburg“ handele. Diese Darstellung 4 und die dürftigen weiteren Funde prägten das Bild dieser Orte. So schlugen spätere Autoren die Begriffe „Höhenburg“ 5 oder „Höhensiedlung“ 6 für alle weiteren entdeckten Höhensationen vor. Stets ist man davon ausgegangen, dass es sich um Aufenthaltsorte von Königen 7 oder zumindest einer arrivierten Gesellschaft handele. Nach nunmehr über 60 Funden auf Anhöhen ist das an ihnen gewonnene Bild deutlich differenzierter, so dass eine pauschale Deutung der Funktion nicht mehr zulässig ist. Daher wird seit den letzten zehn Jahren der neutrale Begriff „Höhenstation“ 8 auf diese Orte angewendet. Je nach Art der Funde lässt sich eine mehr oder weniger genaue Bestimmung der Funktion vornehmen. Fingerlin schlägt dafür eine Unterscheidung zwischen größeren und kleineren Höhenstationen vor: größere könnten dabei die Kriterien erfüllen, die ein Hauptort eines Stammes haben muss, während kleinere zur Vorfeldsicherung anderer Siedlungen nützlich gewesen sein könnten. 9 Diese grobe Einteilung erfasst bei weitem noch nicht das gesamte Spektrum der möglichen Funktionen der Höhenstationen. Dazu später mehr. Nur wenige Höhenstationen sind bisher ausreichend archäologisch untersucht worden. Drinkwater nennt davon zehn: der Runde Berg bei Urach, der Zährimger Burgberg nahe Freiburg, auf dem Geißkopf nahe Offenburg, bei Dünsburg nahe Gießen,
4 J. Werner: Zu den Alamannischen Burgen des 4. und 5. Jahrhunderts. In: Cl. Bauer u. a. (Hg.): Speculum Historiale. Geschichte im Spiegel von Geschichtsschreibung und Geschichtsdeutung. München 1965, 439 ff.
5 R. Christlein: Die frühe Alamannenzeit. 3. bis frühes 5. Jahrhundert n. Chr.. In: Historischer Atlas von Baden-Württemberg, Stuttgart 1974, S. 43 ff.
6 H. Steuer: Höhensiedlungen des 4. und 5. Jahrhunderts in Südwestdeutschland. Einordnung des Zähringer Burgbergs. In: U. Nuber u. a. (Hg.): Archäologie und Geschichte des ersten Jahrtausends in Südwestdeutschland, Sigmaringen 1990, 139 ff.
7 Dannenbauer macht die Existenz von germanischen Königen anhand einer Erwähnung bei Tacitus über die Burg des Marbods
nach: C. Theune: Germanen und Romanen in der Alamannia, Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 45, Berlin 2004, S. 140.
8 M. Hoeper/ H. Steuer: Eine völkerwanderungszeitliche Höhenstation am Oberrhein - der Geißkopf bei Berghaupten. Höhensiedlung, Kultplatz oder Militärlager? In: Germania 77/1, o.O. 1999, 185 ff.
9 Fingerlin 2005.
3
Arbeit zitieren:
Patrick Ewald, 2009, Die Alamannische „Höhensiedlung“ (4./5. Jahrhundert), München, GRIN Verlag GmbH
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