1. UNTERRICHTSBESUCH AM 08.06.2006
1 Bedingungsanalyse
1.1 Kurzbeschreibung der Lerngruppe
Die Lerngruppe GA5 besteht aus Schülern 1 der derzeitigen Klasse 11, die eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Gestaltungstechnischen absolvieren wollen und zugleich die Fachhochschulreife anstreben.
Am Unterricht nehmen insgesamt 24 Schüler, 9 männliche und 15 weibliche, teil. Bezogen auf Altersstruktur, abgebende Schulen und Schulabschluss ergibt sich folgendes Bild:
1.2 Lernbedingungen
Der Unterricht unter Anleitung findet donnerstags von 12.45 Uhr bis 14.15 Uhr statt. Ich habe bei den Schülern bisher sechs Doppelstunden hospitiert bzw. größtenteils eigenständig unterrichtet.
Den durchschnittlichen Lernstand der GA5 schätze ich nach meinem derzeitigen Erfahrungs-stand als mittelmäßig ein. Im Unterricht fällt auf, dass einige Schüler im Umgang mit (literarischen) Texten weitaus geübter sind als der Großteil der Schüler. Kommunikations- und Verständnisprobleme treten bei vielen Schülern immer wieder auf. Auch die Lernbereitschaft beurteile ich als eher mittelmäßig. Häufig wird der Unterricht daher lediglich durch drei bis vier leistungsstarke und -bereite Schüler getragen. Die Lerngruppe weist insgesamt eine eher ungünstige Konstellation auf: Eine Schülerin ist als Außenseiterin deklariert, mit der kaum jemand arbeiten möchte, eine Gruppe von Schülern verhält sich auffallend pubertär, indem sie durch Kichern und Tuscheln den Unterricht stören, eine weitere Schülergruppe zeigt Bemühungen, sich aktiv am Unterricht beteiligen zu wollen, wird aber von anderen Schülern dauerhaft abgelenkt und schließlich zeigt sich eine weitere „Clique“ im Unterricht sehr träge und unmotiviert. Auch die Unterrichtszeit wirkt sich auf das Verhalten der Schüler aus. Oftmals sind die Schüler müde, gegen Ende der Unterrichtszeit sinkt die Motivation hinsichtlich zielorientierten und leistungsbewussten Arbeitens, die Schüler werden unruhig.
Hinsichtlich der Methoden- und Sozialkompetenz ist zu konstatieren, dass die Schüler in meinen Unterrichtseinheiten Gruppenarbeit und Präsentationen geübt haben. Wenn die Schüler bei Gruppenarbeiten ihre Gruppen selbst bilden, ergibt sich das Problem, dass nur die Gruppen mit den leistungsstarken Schülern konzentriert arbeiten, die anderen Gruppen beschäftigen sich gerne mit außerunterrichtlichen Dingen. Zudem kommt, dass die Schülerin, die als Außenseiterin behandelt wird, Probleme hat, Anschluss zu einer Gruppe zu finden. Der Klassenraum ist sehr angenehm, da dieser hell, von angemessener Größe und ruhig ist. Im Raum finden etwa 25 Schüler Platz. Es gibt einen Projektor sowie eine Tafel. Problematisch ist, dass es keine geeignete Projektionsfläche gibt, was sich auf den Umgang mit dem OHP ungünstig auswirkt.
SEITE 1 1 Aus stilistischen Gründen wird die maskuline Form verwendet.
1. UNTERRICHTSBESUCH AM 08.06.2006
2 Didaktische Entscheidungen 2.1 Thematischer Zusammenhang und Richtlinienbezug
Die didaktischen und methodischen Entscheidungen basieren auf dem vorläufigen Lehrplan Deutsch für die höhere Berufsfachschule 2 . Darüber hinaus ergibt sich die Unterrichtsreihe aus der didaktischen Jahresplanung der Bildungsgangskonferenz 3 , in der festgehalten ist, dass in der Klasse 11 in etwa 20 Unterrichtseinheiten die Analyse fiktionaler Texte eingeübt wird. Besonderes Augenmerk wird hierbei darauf gerichtet, dass die Schüler darauf vorbereitet werden sollen, Hypothesen zu fiktionalen Texten zu entwickeln. Diese Fachkompetenz wurde in den vergangenen Stunden gefördert, indem eine Auswahl fiktionaler Texte gelesen und besprochen wurden.
In der diesem Entwurf zugrundeliegenden Unterrichtsstunde setzen sich die Schüler produktiv mit der Kurzgeschichte „Steh auf, steh doch auf“ von Heinrich Böll auseinander. Sie wenden eine kooperative Lernform an, die sie in den folgenden Lernprozessen zu selbstständigerer Arbeit führen kann.
Datum Unterrichtseinheiten
2 Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf, 21.07.1992, Vorläufiger Lehrplan 8/1992 3 Da die didaktische Jahresplanung derzeit überarbeitet wird,
SEITE 2 habe ich als Grundlage die letzte Fassung von 2001 genutzt.
1. UNTERRICHTSBESUCH AM 08.06.2006
2.2 Angestrebte Kompetenzen
Die Schüler analysieren produktionsorientiert die Schlussgestaltung der Kurzgeschichte „Steh auf, steh doch auf“ und leiten hieraus Deutungshypothesen ab.
Ziele zur Fachkompetenz
Die Schüler können... ... das Thema/Problem der Kurzgeschichte mit eigenen Worten erfassen. ... eine mögliche Fortsetzung der Geschichte als Anhaltspunkt für die Deutung gestalten. ... mögliche Deutungen erarbeiten und diskutieren.
Ziele zur Sozial-/Individualkompetenz
Die Schüler können... ... Informationen und Ideen untereinander austauschen. ... sich in gruppendynamische Prozesse integrieren. ... unterschiedliche Standpunkte tolerieren. ... eigene Interessen gegenüber vereinbarten Gruppenzielen zurückstellen.
Ziele zur Methoden-/Lernkompetenz
Die Schüler können ... ... im Team kooperieren und Entscheidungen treffen. ... das Arbeitsziel erkennen und konzentriert und zielorientiert arbeiten. ... den produktiven Umgang mit Texten üben.
Arbeit zitieren:
Tina Schröder, 2006, Deutungshypothesen für Kurzgeschichten entwickeln, München, GRIN Verlag GmbH
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