INHALTSVERZEICHNIS
I. Ausgangssituation Seite 3
Forschungsstand Seite 4
II. Kriegsende 1918 Seite 5
II.1. Versailler Vertrag Seite 5
II.1.1. Ausschluss Deutschlands von den Verhandlungen Seite 6
II.1.2. Artikel 231 des Versailler Vertrages Seite 6
II.1.3. Reparationsbestimmungen Seite 7
II.2. Deutsche Reaktion auf den Vertragsentwurf Seite 8
II.3. Innenpolitische Lage Deutschlands nach Übergabe
des Vertragsentwurfs Seite 9
III. Schlussbetrachtung Seite 12
Literaturverzeichnis Seite 13
2
I. Ausgangssituation
Deutschland 1918- der erste Weltkrieg dauert bereits seit vier Jahren an. Die Auswirkungen sind überall zu spüren: Hunger, Not, allgemeine
Versorgungsschwierigkeiten und nicht zuletzt zunehmende gesundheitliche Probleme der Menschen. Mit letzter Kraft wird die Kriegswirtschaft versucht aufrecht zu erhalten, denn Deutschland wird siegen. Es dauert nicht mehr lang.
In diesem medial bewusst initiierten Glauben befindet sich die Bevölkerung, als die Oberste Heeresleitung (OHL) sich nach der Friedensnote Österreich-Ungarns und dem Zusammenbruch Bulgariens dazu gezwungen sieht, den sofortigen Waffenstillstand zu ersuchen. 1 Um die eigene militärische Katastrophe zu verhindern, um nicht noch mehr Soldaten einer aussichtslosen Situation zu opfern, beschließt die OHL am 28./29. September in Spa unverzüglich ein Friedensangebot an den amerikanischen Präsidenten Wilson zu senden.
Nachdem hierdurch der erste Weltkrieg beendet wird, kommt es zu der Entstehung des Versailler Vertrages- einem Friedenvertrag, welchen die Siegermächte unter Ausschluss Deutschlands beschließen. Aufgrund der Umstände und Forderungen, welche in jenem etabliert werden, ist das Vertragswerk bereits Gegenstand vieler Diskussionen und Forschungen gewesen. Zweifelsohne kann man den Grund für den zweiten Weltkrieg nicht verstehen, fasst man nicht die Weimarer Republik ins Auge. Doch die Entwicklung und auch das Scheitern jener, ist nicht zu erklären, weiß man nicht um die Hintergründe. Gerade die Entstehung und die Ereignisse von welchen diese begleitet wird, sind prägend für die gesamte Weimarer Zeit. Wären also die Ausgangsbedingungen besser gewesen, hätte dann die Demokratie Bestand haben können? Diese sehr komplexe Frage führt hier jedoch zu weit. Vielmehr will die Arbeit beleuchten, welche Rolle der Friedensvertrag für die junge Republik spielt. Konkret also die Frage beantworten, weshalb der Versailler Vertrag von vielen Zeitgenossen und Historikern das „Trauma der Weimarer Zeit“ genannt wird. Hatten die Bestimmungen wirklich eine so tiefgreifende Wirkung oder ist diese Rhetorik einfach nur Mittel zum Zweck, um die Niederlage des ersten Weltkrieges besser zu verarbeiten? Hierzu sollen die entscheidenden Bestandteile des Vertrages und deren (Aus-) Wirkungen im folgenden genauer beleuchtet werden.
1 Kolb, S. 2
3
I.1. Forschungsstand
Zur Thematik des Versailler Vertrages gibt es eine kaum zu überblickende Fülle an Literatur, dennoch versucht die Arbeit den wesentlichen Forschungsstand nachzuzeichnen. Es kann aber kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. In der Erforschung der Bedeutung des Friedensvertrages gab es eine sehr starke Bewertungsverschiebung. Während in der Zwischenkriegszeit das Augenmerk auf dem „Kriegsschuldartikel“, welcher Deutschland der Alleinschuld bezichtigt, gepaart mit Unverständnis und Ablehnung der Bestimmungen lag, so wandelten sich die Ansichten besonders nach 1945. Eine der ersten Schriften, die sich mit dem Versailler Vertrag kritisch befasste, war die Arbeit von Keynes 2 . Wenn auch heute seine Schriften überholt sind, so erkannte er doch bereits damals sehr richtig, dass es für Deutschland ökonomisch unmöglich ist, den Forderungen Folge zu leisten. Dennoch findet sich in seiner Arbeit gemäß dem Tenor der Zeit eine Bewertung des Versailler Vertrages als zu hart und undurchführbar. Doch auch Lloyd George, der 1938 3 dies zu revidieren versuchte, konnte sich damals nicht behaupten. Zwar plädierte er in seinem Werk für die Berücksichtigung der situationserschwerenden Umstände, konnte jedoch damals die anhaltenden Kritiken nicht entschärfen. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Verständnis für die eigentlich unvergleichbar schwierige Aufgabe einer universellen Friedensherstellung entwickelt, man argumentierte nun gemäßigter. Jedoch waren Beiträge deutscher Forscher noch kaum zu finden. Zu erwähnen sind aber an
dieser Stelle die Arbeiten von Viefhaus 4 und Dickmann 5 . In den 1970er Jahren legten dann die westdeutschen Historiker Schwabe 6 , Krüger 7 und Haupts 8 Monographien vor, welche die deutsche und amerikanische Friedensstrategie analysierten. Hinsichtlich Deutschlands kamen sie zu dem Ergebnis, dass das Ziel vorrangig im Erhalt der wirtschaftlichen Stärke lag, um diese zu nutzen, wieder eine Großmachtstellung zu etablieren.
2 Keynes, J. M.: The Economic Consquences of the Peace, London 1919.
3 George, Lloyd: The Truth about the Treaties, London 1938.
4 Viefhaus, E: Die Minderheitenfrage und die Entstehung der Minderheitenschutzverträge auf der Pariser
Friedenskonferenz 1919, Würzburg 1960.
5 Dickmann, Fritz: Die Kriegsschuldfrage auf der Friedenskonferenz von Paris 1919, München 1964.
6 Schwabe, K: Deutsche Revolution und Wilson- Frieden. Die amerikanische und deutsche
Friedensstrategie zwischen Ideologie und Machtpolitik 1918/19, Düsseldorf 1971.
7 Krüger, Peter: Deutschland und die Reparationen 1918/19, Stuttgart 1973.
8 Haupts, Leo: Deutsche Friedenspolitik 1918-19, Düsseldorf 1976.
4
Weiterhin sind für die neuere Versailles-Forschung die Werke von Baumgart 9 , Sharp 10 , Boemeke/ Feldmann/ Glaser 11 , Gunzenhäuser 12 und Krumeich 13 zu erwähnen. Auf Grundlage umfassenden Quellenmaterials wird deutlich, wie beschränkt die Handlungsfähigkeit der damaligen Konferenzteilnehmer war und welche Fülle von Problemen sie bewältigen mussten. Das Kriegsende 1918
Damit die in der Bevölkerung zu spürenden Spannungen nicht eskalieren und es zu einem innenpolitischen Desaster kommt, wird versucht die Kapitulation unter dem Mantel der Parlamentarisierung zu entschärfen. Am 3. Oktober wird Prinz Max von Baden zum Reichskanzler ernannt und sein Kabinett bildet er unter Mitwirkung der Parteien der Reichstagsmehrheit. Damit ist der entscheidende Schritt auf dem Weg von
der konstitutionellen zur parlamentarischen Monarchie getan. 14 Die Systemkrise jedoch lässt sich nicht aufhalten. Die erste unaufschiebbare Amtshandlung der neuen Regierung besteht darin, das Waffenstillstandsgesuch unter Annahme der 14 Punkte an Wilson zu senden. Damit ist die Niederlage Deutschlands offiziell. Diese Entwicklung trifft die Bevölkerung völlig unvorbereitet, glaubt man doch immer noch an den Sieg und versucht durchzuhalten. Aus dieser Bestürzung heraus, gilt die oberste Priorität aller dem sofortigen Ende des Krieges. Es bildet sich eine schnell größer werdende Friedensbewegung heraus, welche auch die Parlamentarisierung unterstützt, um ihr Ziel möglichst rasch zu erreichen. Ihr entspringt auch die Forderung nach der Abdankung des Kaisers Wilhelm II. Denn man glaubt, würde dieser seines Amtes enthoben werden, würde dadurch die deutsche Verhandlungsposition verbessert. Man übt sich also in „Schadensbegrenzung“. Umso dramatischer wirkt sich aus, was nun folgen sollte und womit niemand im Reich gerechnet hätte. Der Versailler Vertrag
9 Baumgart, Winfried: Vom Europäischen Konzert zum Völkerbund, Darmstadt 1974.
10 Sharp, A: The Versailles Settlement, Peacemaking in Paris 1919, Houndmills/ London 1991.
11 Boemeke, M./ Feldmann, G. D./ Glaser, E. (Hrsg.): The Treaty of Versailles. A Ressessment After
Seventy
Five Years, Cambridge 1998.
12 Gunzenhäuser, M.: Die Pariser Friedenskonferenz und die Friedensverträge 1919-1920, Frankfurt
1970.
13 Krumeich, G. (Hrsg.): Versailles 1919. Ziele - Wirkung - Wahrnehmung, Essen 2001.
14 Kolb, S. 3
5
Arbeit zitieren:
Katrin Ermel, 2006, Der Versailler Vertrag, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Katrin Ermel hat einen neuen Text hochgeladen
Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik
Politische Kommunikation, symb...
Thomas Mergel
Welch überwältigender Anblick bietet sich unseren staunenden Augen dar...
Ehepaar Pietsch auf Vergnügung...
Stefan Wolter
Historisch-Politische Weltkunde. Weimarer Republik und Nationalsoziali...
Kursmaterialien Geschichte Sek...
0 Kommentare