Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
Teil I - Entstehung 5
Teil II - Zustand 9
Finanzm ärkte 9
Kreditmarkt 9
Wertpapiermarkt 9
Devisenmarkt 9
Finanzmarktakteure 10
Banken 10
Versicherungen 11
Investmentgesellschaften 11
Finanzprodukte 12
Private Equity Fonds 13
Derivate 13
Teil III - Folgen 15
Dimensionen 15
Verteilung 16
Schluss 19
Abbildungsverzeichnis 20
Tabellenverzeichnis 20
Literaturverzeichnis 21
2
Zur Erläuterung:
Steht der Zitationsverweis am Ende eines Satzes vor dem Satzzeichen, so bezieht sich der Verweis lediglich auf den letzten Satz. Steht der Zitationsverweis nach dem Satzzeichen, so bezieht sich der Verweis zumindest auf die letzten beiden Sätze und maximal auf den gesamten vorherigen Absatz.
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Einleitung
Diese Seminararbeit stellt den Versuch dar, eine Einführung in die Thematik des vorherrschenden Finanzsystems zu geben. Zunächst wird die Entstehung des Kapitalismus erläutert, wie aus den Anfängen einer Marktwirtschaft sich das heutige System entwickelt hat. Darauf folgend wird auf die gegenwärtige Situation des Finanzsektors eingegangen. Es wird aufgezeigt was Finanzmärkte sind, wer auf diesen tätig ist und mit welchen Mitteln dort gehandelt wird. Abschließend werden kurz einige problematische Entwicklungen hervorgehoben und mögliche Lösungswege präsentiert. Hierbei stehen die Fragen der Dimensionen des Finanzsektors und die Frage nach einer gerechten Verteilung im Vordergrund.
Angesichts der Komplexität und den Dimensionen dieser Thematik ist es im Zuge der vorliegenden Arbeit nur möglich, einen groben Überblick zu vermitteln und lediglich Einblicke in verschiedene Teilaspekte zu gewähren. Zugleich soll die Arbeit eine kritische Betrachtung fördern und zur Sensibilisierung für dieses Thema beitragen.
4
Teil I - Entstehung
Die Geschichte des Kapitalismus
Ein Beginn des Kapitalismus ist nicht klar auszumachen, so stellt Peter Temin fest, dass bereits im Römischen Reich eine Marktökonomie existierte 1 . Jedenfalls ist bekannt, dass wirtschaftliches Wachstum bzw. die effektivste Produktion von Waren für die inländischen und zunehmend auch ausländischen Märkte seit dem 16. Jahrhundert im größten Interesse sowohl gesellschaftlich als auch politisch führender Klassen in Europa steht 2 . Karl Marx beschreibt die Anfänge wie folgt:
Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Südamerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der eingeborenen Bevölkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Gehege zur Handelsjagd auf Schwarzhäute, bezeichnen die Morgenröte der kapitalistischen Produktionsära. [....] Den aufschließenden Manufakturen sicherte die Kolonie Absatzmarkt und eine durch das Marktmonopol potenzierte Akkumulation. Der außerhalb Europa direkt durch Plünderung, Versklavung und Raubmord erbeutete Schatz floss ins Mutterland
zurück und verwandelte sich hier in Kapital. 3
Mit der Ausbeutung der Menschen vor allem des afrikanischen Kontinents (seit dem frühen 16. Jahrhundert) im Sinne der Versklavung und dank des in den Kolonien akkumulierten Kapitals war es Europa möglich, seit dem 18. Jahrhundert eine rasche Industrialisierung zu finanzieren 4 . Die mit der Industrialisierung einhergehende Mechanisierung der Textilbranche in England ebnete einen Weg, auf dem sich die kapitalistische Produktionsweise durchsetzen konnte 5 . Diese Produktionsweise führte zur Umwandlung des merkantilen Marktes in einen kapitalistischen Markt 6 .
Ausgehend von England breitete sich im 19. Jahrhundert die kapitalistische Produktionsweise über den gesamten Globus aus. Einige Gebiete wie Nordamerika und nach 1868 auch Japan wurden dabei direkt erobert, in anderen Gebieten haben sich kapitalistische Enklaven gebildet,
1 Temin, “A Market Economy in the Early Roman Empire,” 33, 34.
2 Krippendorff, Internationales System als Geschichte, 93.
3 Marx, Das Kapital, 694, 697.
4 Ziegler, Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher, 24, 25.
5 Wolf, Die Völker ohne Geschichte, 412.
6 Ebd., 415.
5
die mit einem nicht-kapitalistischen Hinterland koexistierten. Sowohl in den Stammländern als auch in den überseeischen Gebieten vollzog sich dieser Prozess, durch welchen sich strategische Stützpunkte der kapitalistischen Produktion bildeten und das Umland entsprechend zur abhängigen Zulieferregion wurde. 7 Durch die neu entstandene Dynamik dieser Produktionsweise wurde der Ausbau der Tauschbeziehungen angetrieben und zu einem kapitalistischen Weltmarkt ausgebaut. 8
Zwischen 1800 und 1913 wuchs das Volumen des internationalen Handels um das 25fache 9 . Die Nachfrage nach Rohstoffen und Nahrungsmitteln stieg stark an und es entwickelten sich ganze Regionen, die sich auf die Produktion einzelner Rohstoffe oder landwirtschaftlicher Produkte spezialisierten 10 .
Mit der Einführung fester Tauschverhältnisse in den 1870er Jahren zwischen den wichtigsten Handelswährungen und Gold wurde es möglich, dass internationale Geschäfte nahezu ungefährdet von Kursschwankungen und Inflationsrisiken getätigt werden konnten 11 . Um den Handel global zu realisieren, galt es zunächst, den Freihandel zu stärken und somit Handelsbarrieren abzubauen. In diesem Sinne schaffte Großbritannien bereits 1846 unilateral seine wichtigsten Zölle ab. Andere Staaten zogen nach, um 1870 war ganz Europa westlich des Zarenreiches eine Freihandelszone geworden. Außerhalb Europas bedurfte es jedoch in der Regel politisch-militärischer Interventionen, um der Vision des weltweiten Freihandels näher zu kommen. 12 Auch im Alltagssprachgebrauch war spätestens seit den 1880er Jahren von einer Weltwirtschaft, im Sinne einer international verflochtenen, die Rede 13 . Die Politik der Liberalisierung der Märkte, Steuersenkung und Privatisierung von Staatseigentum, also einer immer weiteren Zurücknahme des Staates bildet die Grundlage der heutigen Situation mit staatlich nur wenig regulierten globalen Interaktionsräumen und einem dichten Netz internationaler Handels- und Finanzbeziehungen 14 . Im 20. Jahrhundert konkurrierten zwei Ideologien um die Vorherrschaft in Europa und den USA. Auf der einen Seite steht dabei der Brite John Maynard Keynes, er plädiert für einen
7 Ebd., 412.
8 Ebd., 415, 416.
9 Osterhammel und Petersson, Geschichte der Globalisierung, 61.
10 Wolf, Die Völker ohne Geschichte, 432.
11 Osterhammel und Petersson, Geschichte der Globalisierung, 67.
12 Ebd., 50-56.
13 Fischer, Erker, und Volkmann, Expansion, Integration, Globalisierung, 37-48; Osterhammel und Petersson, Geschichte der Globalisierung, 65.
14 Osterhammel und Petersson, Geschichte der Globalisierung, 106.
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Arbeit zitieren:
Jan C. Pannenbäcker, 2010, Internationales Finanzsystem, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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