Roland Spitzlinger - 9817743 Seminararbeit - Spezielle Soziologie
Index
1 Einführung 3
2 Innovation. 3
2.1 Begriffsabgrenzung 3
2.2 Innovationstheorien im historischen Überblick. 4
2.2.1 Innovationsmodell nach Schumpeter 4
2.2.2 Lineares Innovationsmodell. 5
2.2.3 Innovationssystem 5
3 Sozialkapital 7
3.1 Das theoretische Konzept des Sozialkapitals 7
3.2 Der Einfluss von Sozialkapital auf die betriebliche Innovationstätigkeit 8
3.3 Empirische Belege. 8
4 Zusammenfassung. 9
Quellenverzeichnis. 11
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1 Einführung
Nach Jahrzehnten neoklassisch geprägten Diskurses, in denen versucht wurde die Ökonomie primär durch technisch-mathematische Modelle zu erfassen, kehrt man seit einigen Jahren wieder vermehrt zu den Ursprüngen der Disziplin, im Sinne einer Kombination von Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zurück. Der Gedanke dass die Ökonomie nicht als von sozialen Prozessen abgekapselt betrachtet werden kann, gewinnt also wieder mehr an Bedeutung. Die starke Verbindung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft soll in dieser Arbeit anhand des Einflusses von sozialen Faktoren auf die unternehmerischen Innovationsprozesse dargelegt werden. Dabei soll sowohl die historische Entwicklung der Innova-tionstheorie beleuchtet werden, als auch das Konzept des Sozialkapitals, welches die direkte Verbindung zwischen unternehmerischem Erfolg und sozialen Netzwerken darstellt.
2 Innovation
2.1 Begriffsabgrenzung
Es existieren zahlreiche Definitionen für den Begriff Innovation, wobei zwei wesentliche Aspekte allen Vorschlägen gemein ist. Der erste jener des Gebots der Neuheit. Bei einer Innovation muss es sich stets um etwas Neues handeln. Dabei ist zweitrangig, ob sich diese Neuerung auf ein neues Produkt bzw. eine entscheidende Produktverbesserung oder ob sie sich auf einen neuen Prozess bzw. eine entscheidende Prozessverbesserung bezieht. Allgemeiner gesprochen kann Innovation, Schumpeter (1926) folgend, auch als neue Kombination von Produktionsfaktoren betrachtet werden. Der zweite entscheidende Punkt betrifft die Notwendigkeit einer Markteinführung. Innovation impliziert in theoretischer Hinsicht also die ökonomische Anwendung einer neuen Idee (Black 1997). Die bloße Produktion von abstraktem Wissen wird üblicherweise nicht als Innovation angesehen, ebenso zählt als solche eine reine Erfindung ohne Markteinführung.
Zuletzt soll hier noch eine Unschärfe in der Begriffsabgrenzung angesprochen werden. Formal unterscheidet nämlich die Literatur zwei Arten von Innovationen; (i) die erste Einführung eines neuen Produktes oder Prozesses, sowie (ii) den gesamten Prozess der kom-
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merziellen Markteinführung einer neuen Erfindung (Freeman 1998). Zur Vermeidung von Missverständnissen wäre es vorteilhaft letztere besser als Innovationsprozess zu bezeichnen.
2.2 Innovationstheorien im historischen Überblick
Historisch betrachtet unterliegt die theoretische Vorstellung von Innovationsprozessen einem entscheidenden Wandel. In der Frühphase der kapitalistischen Theoriebildung blieb der Aspekt der Innovation weitgehend unbeachtet. Das Augenmerk der großen Ökonomen wie David Ricardo und Adam Smith lag in erster Linie im Versuch den Wirtschaftsprozess im Sinne eines Kreislaufs zu rekonstruieren. Die inhärente Dynamik des kapitalistischen Systems blieb damit zunächst verborgen.
2.2.1 Innovationsmodell nach Schumpeter
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einem entscheidenden Paradigmenwechsel. Joseph Schumpeter gilt als jener Ökonom, welcher die institutionelle, evolutorische Dynamik des kapitalistischen Systems erstmals erkannte und die Vorstellung eines statischen, geschlossenen Systems überwinden konnte. Er gilt als der Begründer der ökonomischen In-novationstheorie.
Gemäß der Schumpeterschen Logik liegt der entscheidende Vorteil kapitalistischer Systeme nicht in deren Fähigkeit zum Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage, sondern in deren Institutionalisierung technisch-wirtschaftlicher Revolutionen. Schumpeter rückt in seinen Überlegungen den charismatischen, nach neuen Faktorkombinationen strebenden Unternehmer (im Gegensatz zum Arbitrageunternehmer, der lediglich vorhandene Preisunterschiede zur Gewinnerzielung ausnutzt) in den Vordergrund. Seiner Ansicht nach ist es dieser schöpferische Unternehmer, welcher durch seine unentwegte Suche nach neuen Aktionsfeldern den Prozess der schöpferischen Zerstörung antreibt. Wie der Begriff treffend ausdrückt, werden dadurch nicht nur neue Ideen durchgesetzt, sondern auch alte Strukturen zerstört.
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Arbeit zitieren:
M.Mag Roland Spitzlinger, 2005, Unternehmen und Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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