Inhalt
Einleitung 3
1. Allgemeines zu Kaiser Hadrian 4
2. Hadrians Außenpolitik und seine Reisen 4
2.1 Hadrians Außenpolitik 4
2.2 Zweck der Reisetätigkeit 5
3. Quellen zur Reisetätigkeit Hadrians - Die Historia Augusta und Vita Hadriani 6
3.1 Zur Historia Augusta und Vita Hadriani 6
3.2 Quellenstelle: Hadr. 13,1 - 13,3 7
Die Inselreise 8
Athen und Eleusis 9
Sizilien und Rom 10
4. Fazit 11
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 13
5.1 Quellen 13
5.2 Sekundärliteratur 13
6. Abbildungsverzeichnis 14
2
Einleitung
„Wer reiste früher jemals so, daß er die Städte nach Tagen zählte und bisweilen am gleichen Tag zwei oder drei durcheilte wie Straßen einer Stadt? [...] Nun blühen alle Städte der Griechen unter eurer Führung auf und ihre Weihegeschenke, Kunstwerke und alle ihre Kostbarkeiten, die sie haben, tragen bei zu eurer Ehre wie die Kleinodien in einer Vorstadt. Die Küsten des Meeres und das Binnenland sind reich besetzt mit Städten, die teils neu gegründet, teils unter euch und von euch gefördert wurden.“ (Romrede. Aelius Aristides, 93-94)
Die vorliegende Arbeit zum Seminar „Reisen in der Antike“ beschäftigt sich mit einer antiken Persönlichkeit, die für das Kriterium „Reisen“ besonders hervorsticht, dem sogenannten „Reisekaiser“ Hadrian (Mortensen, Hadrian, S. 179). Wie Aelius Aristides in seiner Romrede oben anmerkte, gab es bis Hadrian keinen Kaiser, der so viele Städte in den Provinzen durchreiste wie er. Hadrian verbrachte während seiner 21-Jährigen Regierungszeit ganze 11 Jahre fern von Rom auf Reisen (Mortensen, Hadrian, S. 174), was ihn nicht nur im Zusammenhang mit dem Thema „Reisen in der Antike“ zu einer exponierten Persönlichkeit macht.
Im Folgenden sollen Hadrians Reisen, insbesondere die der Quellenstelle 13,1-13,4 der Vita Hadriani in der Historia Augusta, näher untersucht werden. Zunächst ist es vonnöten, allgemeine Informationen über Kaiser Hadrians Herrschaft zur Kenntnis zu nehmen (Kapitel 1). In Kapitel 2 werden Hadrians Reisen mit seiner außenpolitischen Tätigkeit in Verbindung gebracht und mögliche Beweggründe seiner Reisetätigkeit näher erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich besonders mit der Überlieferung seiner Reisen in der Vita Hadriani der Historia Augusta. Hierfür ist es zunächst unabdingbar, Hintergründe der Entstehung der Historia Augusta zu beachten, um in Kapitel 3,2 intensiver in die Quellenstelle 13,1-13,4 einzusteigen. Dabei soll anhand unterschiedlicher Forschungsliteratur (Weber, Birley, Mortensen, Fündling) gezeigt werden, wie komplex die Rekonstruktion der einzelnen Reiserouten Hadrians ist, und wie auslegungsbedürftig die vorliegenden 5 Sätze der Vita Hadriani sind. Im Detail wird das Wirken Hadrians an seinen Reisezielen näher beleuchtet und unter Hinzuziehung der Sekundärliteratur herausgearbeitet. Als weitere Quelle dienen Auszüge aus Cassius Dios Epitome der Bücher 61-80, die, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, sehr zurückhaltend eingesetzt wurden.
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1. Allgemeines zu Kaiser Hadrian
Der römische Kaiser Hadrian, der 76 n. Chr. als Publius Aelius Hadrianus in der spanischen Provinz Baetica geboren wurde, regierte das römische Reich von 117-138 n. Chr. als Nachfolger des Kaisers Trajans, bestimmt durch die kaiserliche Adoption, ist die Legitimität seine Herrschaftsübernahme in den Quellen nicht ganz unumstritten (vgl. Cassius Dio 1 und Historia Augusta 2 , die neben der offiziellen Version auch Gerüchte um die Adoption wiedergeben). Auch in der Forschung wird diese Proble-
matik kontrovers diskutiert (einen Überblick bietet Mortensen, Hadrian, S. 33 3 ). In aktueller Forschungsliteratur herrscht allerdings der Konsens, dass Traian Hadrian als Nachfolger vorgesehen hatte (Eck, Hadrian, Sp. 60) und die literarischen Quellen durch ihre spezifischen Darstellungsintentionen keine gesicherte Grundlage zur Klärung des Adoptionsproblems darstellen (Mortensen, Hadrian, S. 30f. und Eck, Sp. 60.). Hadrian gilt in der Forschung so als „großer Adoptionsherrscher“ (Mortensen, Hadrian, S. 1), der durch seine intensive Tätigkeit auf militärischem, juristischem und administrativem Gebiet, nicht zuletzt bedingt durch seine Reisetätigkeit, Bedeutendes geleistet hat.
2. Hadrians Außenpolitik und seine Reisen
2.1 Hadrians Außenpolitik
Im Folgenden soll der Zusammenhang zwischen Hadrians Außenpolitik und seinen Reisen näher beleuchtet werden: Nach Eck (Hadrianus, Z. 60) unterscheidet sich Hadrians Außenpolitik erheblich von der seines Vorgängers Trajan. So betrieb Ha-
drian keine Expansionspolitik, sondern eine Friedenspolitik. 4 In der Forschung wurde der Regierungsantritt Hadrians deshalb bislang als starke Zäsur empfunden. Mortensen (Hadrian, S. 119) weist aber darauf hin, dass sich trotz dieser Entwicklung durchaus Kontinuitätslinien zwischen der trajanischen und hadrianischen Außenpoli-
1 „Seinen Aufstieg zum Caesar und Kaiser verdankte er vielmehr der Tatsache, dass ihn nach dem kinderlosen Tod Trajans sein Landsmann und ehemaliger Vormund Attianus sowie Plotina - diese aus liebevoller Zuneigung - seine Ernennung bewerkstelligten;“ (Cass. Dio Epitome Buch 69 Xiphilinos 242,8: 1(1))
2 „Es fehlt auch nicht an Stimmen, die überliefert haben, durch eine Intrige der Plotina sei Hadrian nach dem bereits eingetretenen Tod Trajans zur Adoption gelangt indem man einen Mann unterschob, der an Trajans Statt in mattem Ton die entscheidenden Worte sprach.“ (VA, 4.10, vgl, auch 4. 8-10)
3 Vgl. auch Weber, Untersuchungen, S. 47f. als Befürworter des Einflusses Plottinas und Attians. (Historia Augusta, 5.1): „Gleich nach dem Regierungsantritt ging Hadrian auf den alten Kurs (= Anmerkung: Augusteische Friedenspolitik) und bemühte sich, in aller Welt den Frieden zu erhal-
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tik abzeichnen. Ein Ausdruck für Hadrians nicht auf Expansion ausgerichtete Außenpolitik war z.B. die Errichtung des Hadrianwalls in Britannien, der eine feste Reichsgrenze markierte. Darüber hinaus wurden im Osten einige durch Trajan er-worbene Gebiete aufgegeben (parthische Territorien und der östliche Teil Dakiens). Diese betont auf Expansion verzichtende Politik fand in senatorischen Kreisen wenig Anklang (Eck, S. 61). Obwohl unter Hadrian keine Expansionskriege geführt wurden, vernachlässigte Hadrian das Heer nicht, sondern bemühte sich um ein starkes Band zwischen Princeps und milites, wie in 2.2 näher beschrieben.
2.2 Zweck der Reisetätigkeit
Hadrians Außenpolitik wirkte sich stark auf seine Reisetätigkeit aus, weshalb sie hier auch Beachtung findet: So standen nach Halfmann (Itinera, S. 40) Hadrians Reisen im Dienste „einer das ganze Reich durchdringenden Friedenspolitik“, die an Augustus anknüpfte. Zwei Ziele sollen hier ausschlaggebend sein: (1) Zum Einen besuchte Hadrian die an den Reichsgrenzen stationierten Truppen, um die Schlagkraft seiner Armee zu sichern. So war gewährleistet, das Heer bei möglichen Konflikten als „Abschreckungsinstrument“ zur Friedenssicherung einsetzen zu können (Halfmann, Itinera, S. 40). Nach Mortensen (Hadrian, S. 151f) spielte hier auch ein anderer Faktor eine wichtige Rolle: Da die Truppen durch den Ausbau der Grenzbefestigungen und der einhergehenden festen Stationierung zu einer geschlossenen Einheit zusammenwuchsen, erhöhten sich auch Macht und Einfluss der Befehlshaber. Dies hätte zur Gefahr der Entstehung einer eigenmächtigen Militärregierung führen können. Durch seine gesteigerte Präsenz im Zuge seiner ausgedehnten Reisen konnte Hadrian so das Band zwischen Princeps und milites verstärken und sich die Loyalität seiner Soldaten sichern.
(2) Ein weiterer Grund für Hadrians Reisetätigkeit stellt nach Halfmann (Itinera, S. 40) das Bestreben dar, auch die Städte und die Bevölkerung des imperium Romanum mit seiner Friedenspolitik zu durchdringen. Durch eine ausgeprägte Wohlfahrt 5 (Halfmann, Itinera, S. 41) sollten so die einflussreichsten und mächtigsten Gemeinweisen mit ihm als Herrscher vernetzt werden, was zu einer inneren Stabilität führen sollte. Insofern korrespondiert Hadrians auf Stabilität ausgerichtete Innenpolitik mit seiner auf Expansion verzichtenden Außenpolitik (Halfmann, Itinera, S.40).
5 Vgl. Vita Hadriani 19,2: „Fast in allen Städten hat er Bauten errichten lassen und Spiele veranstaltet“
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Arbeit zitieren:
Katharina Beyer, 2010, Hadrians Reisen und die Vita Hadriani 13,1-13,4, München, GRIN Verlag GmbH
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