Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung
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2. Hintergrund der Reise Adenauers
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2.1. Allgemeine politische Situation 1955
2.2. Situation der Kriegsgefangenen in der Sowjetunion 4
2.3. Anzahl der Kriegsgefangenen 5
2.4. Die Einladung Russlands 5
2.4.1. 7. Juni 1955 5
2.4.2. Reaktionen auf die Einladung 6
3. Vorbereitungen auf die Reise 6
3.1. Politische Vorbereitungen 6
3.2. Technische Vorbereitungen 7
4. Ablauf der Reise 8
4.1. Die deutschen und sowjetischen Konferenzteilnehmer 8
4.2. Die Ankunft 8
4.3. Der erste Verhandlungstag 9
4.4. Der zweite Verhandlungstag 10
4.5. Der dritte Verhandlungstag 11
4.6. Der vierte Verhandlungstag 12
4.7. Die Rückreise nach Deutschland 13
5. Reaktion der deutschen Presse 13
6. Auswirkung auf die Volksmeinung 14
7. Schlussbetrachtung 16
8.Verzeichnisse 16
8.1. Abkürzungen 16
8.2. Quellen 17
8.3. Sekundärliteratur 17
8.4. Internetquellen 17
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1. Einleitung
Auf das Thema der Moskaureise Adenauers bin ich gestoßen, als ich im Verlauf des auf dem Deckblatt genannten Seminars meine Großeltern fragte, was diese über Konrad Adenauer denken würden und beide sofort die Befreiung der zehntausend letzten Gefangenen erwähnten und dies als Adenauers größte Leistung nannten. Nachdem ich mich im Internet über die Thematik informierte, interessierte mich sofort die Gegensätzlichkeit der Verhandlungen. Hatte man sich tagsüber am Konferenztisch noch mit Fäusten gedroht und hart verhandelt, trank man abends zusammen Wodka und vergaß die harten Verhandlungen. Weiterhin interessierte mich das Schicksal der Kriegsgefangenen in der SU, was ja zumeist, im Vergleich zu westlicher Gefangenschaft, als besonders hart beschrieben wurde. Mit der Thematik der Moskaureise sehe ich diese Punkte gut verbunden. Die Reaktion meiner Großeltern machte mich neugierig darüber, inwiefern die Reise Adenauers sein Bild in der deutschen Bevölkerung beeinflusst hat und inwieweit die Presse über die Reise berichtete. Ich möchte in meiner Arbeit zuerst auf den Hintergrund der Reise eingehen, indem ich die allgemeine politische Situation im Jahr 1955, den vorherigen Notenaustausch der BRD und der SU und die Situation der deutschen Kriegsgefangenen in dieser beschreibe. Daraufhin möchte ich die Vorbereitungen auf die Reise nach Moskau, sowie diese selbst erläutern, wobei ich mich an den „Erinnerungen“ Adenauers und an „Adenauers Reise nach Moskau“ von Werner Kilian orientiere. Nach dieser Darstellung der Tage in Moskau und deren Ausgang, möchte ich die Reaktion in der Presse und die Auswirkungen der Reise auf die deutsche Volksmeinung untersuchen.
2. Hintergrund der Reise Adenauers 2.1. Allgemeine politische Situation 1955
Die politische Situation 1955 war geprägt von den Pariser Verträgen, die am 5. Mai in Kraft traten und die, neben dem NATO - Betritt der BRD auch dessen weitgehende Souveränität bedeuteten. Weiterhin beendete die Sowjetunion im Januar des gleichen Jahres den Kriegszustand mit Deutschland.
Durch diese beiden Vorkommnisse stand theoretisch einem diplomatischen Austausch der beiden Staaten nichts mehr im Wege. Außerdem sei auch noch die Genfer Gipfelkonferenz
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erwähnt, bei der sich die Siegermächte im Juli 1955 über eine gemeinsame Vorgehensweise in der Wiedervereinigung einigen wollten, jedoch keine nennenswerten Fortschritte erzielten.
2.2. Situation der Kriegsgefangenen in der Sowjetunion
Die Lebensverhältnisse der Kriegsgefangenen in der SU waren weitgehend von den einzelnen Lagerbezirken abhängig. Die jeweilige Lagerführung konnte durch Druckmittel, wie Intensität des Arbeitseinsatzes, Qualität der Verpflegung und Unterkunft oder Schreiberlaubnis von Briefen in die Heimat, Einfluss auf das körperliche und seelische Befinden der Gefangenen nehmen.
Die erwähnten Faktoren waren bis 1947 einheitlich sehr schlecht. Unterschiede im Zustand der Kriegsgefangenen ergaben sich auch durch die verschiedenen vorausgegangenen Kampfhandlungen während des Krieges. Zum Beispiel litten die Gefangenen rund um Stalingrad schon vor der Gefangennahme unter schlechter Ernährung und die darauf folgenden Märsche zu den Lagern trugen ihren Teil zur schlechten Physis bei. Die minderwertige Ernährungslage konnte durch die Zentralverwaltung der SU außerdem nur sehr schlecht verbessert werden, da die Verpflegungssätze der Bevölkerung, die selbst unter Hunger litt, kaum über denen, der Kriegsgefangenen lagen.
Durch Maßnahmen, wie die Möglichkeit durch Arbeitseinsätze etwas Geld zu verdienen, was für zusätzliches Essen ausgegeben werden konnte, sowie der Verbesserung des Postverkehrs, welcher dazu auch Nahrung aus der Heimat ermöglichte, verbesserte sich der Gesundheitszustand der Gefangenen bis 1949 merklich.
Vor allem die teilweise gefährlichen Arbeitseinsätze und das stumpfe Lagerleben wurden als große Belastung empfunden. Wiederum wurden die Einsätze aber auch positiv beschrieben, da man durch diese kurz das Heimweh, die Langeweile, den Hunger und die Angst vor der ungewissen Zukunft verdrängen konnte.
Nicht zuletzt gab es auch eine gewisse „Lagerkultur“, die neben Sportveranstaltungen auch zum großen Teil „Antifaschistische - Erlebnisse“ einschloss. Diese sollten dazu dienen die Gefangenen entsprechend kommunistisch zu schulen. Zum Teil durften die Gefangen auch eigenverantwortlich Freizeitprojekte, wie Theateraufführungen, gestalten wobei aber die Lagerführung sehr auf die Inhalte achtete und diese entsprechend zensierte. 1
1 Vgl. Borchard, M: Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion. Bonn 2000. Hier S. 47 - 52
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2.3. Anzahl der Kriegsgefangenen
Die genaue Anzahl der Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilisten kann nur sehr ungenau eingegrenzt werden und wird wahrscheinlich nie abschließend geklärt werden können, da die verschiedenen Quellen einfach eine zu große Diskrepanz aufweisen. Nach einer vergleichenden Auswertung sowjetischer Angaben und westlicher Ermittlungen fielen über drei Millionen deutsche Soldaten in die Hände der Roten Armee. Von diesen kehrten knapp zwei Millionen nach Deutschland zurück. Nach einer anderen Berechnung vom Deutschen Roten Kreuz und verschiedenen Suchdiensten waren 1.156.597 deutsche Soldaten als vermisst registriert worden. Schon im Jahr 1950 erklärte die sowjetische Nachrichtenagentur TASS jedoch bereits völlig andere Zahlen. Demnach seien seit der Kapitulation 1.939.063 deutsche Kriegsgefangene repatriiert worden. Nach Aussage der TASS gab es ab dem 5. Mai 1950 keine deutschen Kriegsgefangenen mehr. Vielmehr hielten sich noch ca. 13.529 ehemalige Kriegsgefangene in der SU auf, von denen 9.717 bereits als Kriegsverbrecher verurteilt worden waren und die Restlichen noch in Untersuchungshaft seien. Diese so genannten Kriegsverbrecher wurden sehr häufig in Scheinprozessen, die keinerlei Rechtsstaatlichkeit genügten, verurteilt. Die Gründe für die Verurteilungen waren meist profan, wie beispielsweise das Führen einer Liste über die verstorbenen Mitgefangenen, was als Spionage ausgelegt wurde. Vor dem späteren Reiseantritt Adenauers ging man davon aus, dass sich nunmehr noch ca. 10.000 ehemalige Soldaten und weitere 20.000 Zivilisten in der SU aufhielten. 2
2.4. Die Einladung Russlands 2.4.1. 7.Juni 55
Am Nachmittag des 7. Juni 1955 gelangte in die westdeutsche Botschaft in Paris eine sowjetische Note, dessen Inhalt sich von den vorigen Noten beträchtlich abhob. War in den Noten vom 13. November und 9. Dezember 1954 noch davon die Rede, dass in den Pariser Verträgen die Wiedervereinigung Deutschlands geopfert worden war und demnach weitere Verhandlungen über die „deutsche Frage“ gegenstandslos seien, war die SU nun dazu übergegangen, dass der Beginn diplomatischer Beziehungen zur „Lösung des gesamtnationalen Hauptproblems“, also der Wiedervereinigung führen solle. In der Note
2 Vgl. Kilian, W: Adenauers Reise nach Moskau. Freiburg im Breisgau 2005. Hier: S. 76 - 79
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Arbeit zitieren:
Martin Falkenberg, 2010, Die Moskaureise Adenauers 1955, München, GRIN Verlag GmbH
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