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Die Selbstdarstellung des Felipe Guaman Poma de Ayala in "Nueva Cronica y Buen Gobierno" und die Frage nach der Intention des Autors

Titel: Die Selbstdarstellung des Felipe Guaman Poma de Ayala in "Nueva Cronica y Buen Gobierno" und die Frage nach der Intention des Autors

Seminararbeit , 2002 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Brombacher (Autor:in)

Romanistik - Lateinamerikanische Philologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Es un decir que poco se sabe de Guaman Poma“1.
Bis auf wenige zeitgenössische Quellenverweise, beruht fast all das verfügbare
Wissen über Felipe Guaman Poma de Ayala auf seinem Werk „Nueva crónica y
buen gobierno“ selbst. In vorliegender Arbeit soll nun versucht werden, das Bild,
das der Autor von sich selbst entwirft, zu untersuchen und es mit den
nachträglich hinzugefügten Änderungen am Werk in Beziehung zu setzen. Das
Kapitel des „Camina el Autor“ soll hierbei als Beispiel gelten, da es in seiner
Eigenschaft als nachträglich hinzugefügtes Kapitel gleichzeitig repräsentativ ist
für die finalen Änderungen am Text, sowie auch für die Selbstdarstellung des
Autors. Darauf aufbauend soll im folgenden Kapitel die vielgestellte Frage nach
der Person des Autors und ihrer Intention kritisch betrachtet werden, um
darzulegen inwiefern so eine Bestimmung möglich und sinnvoll ist.
Als Primärtext wurde die 1987 erschienene Auflage der „Nueva crónica y buen
gobierno“, herausgegeben von John V. Murra, Rolena Adorno und Jorge L.
Urioste, verwendet2. Dabei wurden Orthographie und Interpunktion in den
verwendeten Textstellen daraus übernommen.

1 Carillo Espejo, Francisco: Cronistas Indios y Mestizos II, Guaman Poma de Ayala, in: Enciclopedia historica
de la Literatura Peruana, Bd. 7, Editorial Horizonte, Lima: 1992: S. 11.
2 Murra, John V.; Rolena Adorno; Jorge L. Urioste (Hrsg.): Felipe Guaman Poma de Ayala, Nueva Crónica y
buen gobierno”, Historia 16, Lima: 1987.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Selbstdarstellung des Autors

2.1 Das Beispiel des „Camina el Autor“

2.2. Nachträgliche Änderungen an der Selbstdarstellung

3. Die Intention des Autors?

3.1. Verschiedene Ansätze zur Intention des Autors

3.2. Kritik am Konzept der Autorintention

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstdarstellung von Felipe Guaman Poma de Ayala in seinem Werk „Nueva crónica y buen gobierno“ und analysiert kritisch, inwieweit daraus Rückschlüsse auf die tatsächliche Intention des Autors gezogen werden können.

  • Analyse der autobiografischen Darstellung im Kapitel „Camina el Autor“.
  • Untersuchung nachträglicher Änderungen am Manuskript und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Autors.
  • Diskussion verschiedener Forschungsansätze zur Intention des Autors im Kontext kolonialer Literatur.
  • Kritische Reflexion des Konzepts der Autorintention unter Einbeziehung diskursanalytischer Ansätze nach Michel Foucault.

Auszug aus dem Buch

2.1. DAS BEISPIEL DES „CAMINA EL AUTOR“

Das autobiografische Kapitel „Camina el Autor“ wurde vom Guaman Poma nachträglich zum Manuskript der „Nueva Crónica y buen gobierno“ hinzugefügt. Es beschreibt die Reise des Autors nach Lima um sein schon fertiggestelltes Werk einzureichen. Neben der Erzählung seiner Reiseerfahrungen, entwirft der Autor ein Bild seiner Person, das sich von der bisherigen Darstellung in seinem Werk unterscheidet:

Mittlerweile achtzig Jahre alt, beschreibt er sich als “señor principal, cauesa mayor y administrador, protetor, tiniente general“ und „principe […] de este rreyno, nieto del rrey décimo, Topa Ynga Yupanqui, hijo lexítimo de doña Juana Curi Ocllo, coya […], rreyna del Pirú”.

Jedoch steht seiner oben genannten hohen gesellschaftlichen Stellung sein Auftreten diametral gegenüber: So beschreibt er sich als „ muy cansado y muy pobre y que no tenía un grano de maýs ni cosa alguna de auer andado tantos años en el mundo.“

Dabei erscheint dieser Aspekt als neu. In den vorigen Kapiteln beschränkte der Autor sich in seiner Selbstdarstellung jeweils auf die adeligen und ständischen Aspekte seiner Herkunft und seines Seins. Eingehend beschreibt er dort seine Genealogie, die, dem Autor zufolge, einerseits Elemente inkaischen wie auch präinkaischen Adels in sich vereinigt. Sich selbst nennt er „señor y principe de este rreino“, der auch auf familiäre Beziehungen und Erfahrungen mit der kolonialen Administration verweisen kann.

Auf dem Weg nach Lima jedoch, „se retrató como hombre humilde y, por otro, se llamó príncipe“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, die Selbstdarstellung Guaman Pomas in seinem Werk zu hinterfragen und die Bedeutung nachträglicher Textänderungen zu prüfen.

2. Die Selbstdarstellung des Autors: Dieses Kapitel analysiert das Kapitel „Camina el Autor“ als Fallbeispiel für die widersprüchliche Selbstwahrnehmung des Autors und untersucht Modifikationen an seinem sozialen Status.

2.1 Das Beispiel des „Camina el Autor“: Hier wird detailliert aufgezeigt, wie der Autor durch die Darstellung seiner Reise ein neues, von Armut und hohem Adel geprägtes Bild seiner Identität konstruiert.

2.2. Nachträgliche Änderungen an der Selbstdarstellung: Dieses Unterkapitel beleuchtet, wie der Autor durch systematische textuelle Anpassungen und das Hinzufügen ganzer Kapitel sein Bild und das seiner Familie nachträglich veränderte.

3. Die Intention des Autors?: Der Abschnitt widmet sich der Frage, welche Ziele Guaman Poma mit seiner Chronik verfolgte, insbesondere im Hinblick auf seine Rolle als Vermittler zwischen Indios und der spanischen Krone.

3.1. Verschiedene Ansätze zur Intention des Autors: Hier werden unterschiedliche Forschungspositionen diskutiert, die von einer Rettungsabsicht für die indigene Rasse bis hin zu einem Streben nach Anerkennung reichen.

3.2. Kritik am Konzept der Autorintention: Unter Verwendung theoretischer Ansätze wird problematisiert, ob bei einem Autor, der nahezu ausschließlich durch sein eigenes Werk bekannt ist, eine reale Intention überhaupt bestimmbar ist.

4. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die „Ego-Pluralität“ im Text es unmöglich macht, eine klare Intention der historischen Person von der Funktion des „alter ego“ im Diskurs zu trennen.

Schlüsselwörter

Felipe Guaman Poma de Ayala, Nueva crónica y buen gobierno, Selbstdarstellung, Autorintention, Camina el Autor, Kolonialliteratur, Ego-Pluralität, Michel Foucault, Diskursanalyse, Indigene Bevölkerung, Spanische Administration, Identitätskonstruktion, Textänderungen, peruanische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich der Autor Felipe Guaman Poma de Ayala in seinem Werk „Nueva crónica y buen gobierno“ selbst inszeniert und wie glaubwürdig diese Darstellung im Hinblick auf seine eigentlichen Absichten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Konstruktion einer schriftstellerischen Identität, die Bedeutung nachträglicher Überarbeitungen eines Manuskripts sowie die wissenschaftliche Debatte um die Autorintention in kolonialen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der Selbstdarstellung des Autors und der realen historischen Person aufzudecken und zu hinterfragen, ob sich aus dem Text eine eindeutige Intention ableiten lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär textinterne Belege (Selbstdarstellung, Modifikationen) mit diskursanalytischen Konzepten, insbesondere von Michel Foucault, verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse konkreter Textstellen, der Untersuchung von Manuskriptänderungen und der kritischen Auseinandersetzung mit literaturwissenschaftlichen Ansätzen zur Autorintention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Guaman Poma, Autorintention, Selbstdarstellung, Ego-Pluralität, Nueva Crónica und Diskursfunktion.

Welche Rolle spielt das Kapitel „Camina el Autor“ für die Argumentation?

Es dient als zentrales Beispiel, da es als nachträglich hinzugefügtes Kapitel besonders deutlich zeigt, wie der Autor seine Identität zwischen Armut und adeligem Anspruch bewusst modelliert.

Warum ist eine Bestimmung der Autorintention bei Guaman Poma so schwierig?

Da fast das gesamte Wissen über die Person Guaman Poma aus seiner eigenen Chronik stammt, ist es kaum möglich, zwischen der historischen Person und der im Text erschaffenen Autor-Figur zu unterscheiden.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Selbstdarstellung des Felipe Guaman Poma de Ayala in "Nueva Cronica y Buen Gobierno" und die Frage nach der Intention des Autors
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die lateinamerikanische und spanische Literaturwissenschaft
Note
1,0
Autor
Daniel Brombacher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V15208
ISBN (eBook)
9783638203968
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstdarstellung Felipe Guaman Poma Ayala Nueva Cronica Buen Gobierno Frage Intention Autors Einführung Literaturwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Brombacher (Autor:in), 2002, Die Selbstdarstellung des Felipe Guaman Poma de Ayala in "Nueva Cronica y Buen Gobierno" und die Frage nach der Intention des Autors, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15208
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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