Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Begrifflichkeit nonverbale Kommunikation. 2
3. Forschungsgeschichte. 3
4. Körpersprachliche Signale 4
4.1. Körperhaltung. 4
4.2. Gangarten 6
4.3. Gestik 6
4.3.1. Die Begrüßung 6
4.3.2. Bedeutung und Wahrnehmung der einzelnen Bestandteile von Gestik 7
4.4. Mimik 8
4.5. Stimme und Tonfall. 8
4.6. Status 9
5. Territorien. 10
6. Konflikt und Körpersprache. 10
7. Fallbeispiel: Nonverbale Kommunikation beim Klavierspiel. 10
7.1. Klavierspiel als Monolog oder Dialog 11
7.2. Die persönliche Reflexion einer Konzertsituation: Die Vorbereitung 12
7.3. Die persönliche Reflexion einer Konzertsituation: Das Konzert 13
7.4. Der unverhoffte Moment. 15
8. Resümee 16
Literaturverzeichnis. 17
1
1
1. Einleitung
Als Sujet dieser Seminararbeit soll die nonverbale Kommunikation mit ihren reichhaltigen Facetten vorgestellt werden. Körpersprachliche Elemente lassen den Körper beziehungsweise im übertragenen Sinne die Seele eines jeden Menschen im Alltag ohne Zuhilfenahme der Stimmbänder kommunizieren. Die Art zu gehen, zu stehen und zu sitzen prägt die Persönlichkeit eines Menschen, wie auch die Gesten und die Mimik, welche den persönlichen Charakter einer jeden Person für die Lebensumwelt verbildlichen. Neben einer Erörterung des Begriffs der nonverbalen Kommunikation in Verbindung mit einer kurzen Übersicht der Forschungshistorie sollen die einzelnen körpersprachlichen Signale einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Neben den bereits genannten Aspekten der Gestik, der Mimik, des Gangs und der Haltung sind Statussymbole und der persönliche Status in die Betrachtung einzubeziehen, wie auch die menschliche Stimme, die vordergründig ein verbales Instrument ist, hintergründig aber entscheidende nonverbale Impulse mittels unterschiedlicher Klanggebung und individuellen Tonfalls vermittelt. Ebenfalls grenzt der Mensch seine Intimsphäre stufenweise durch gewisse ihn umschließende Territorien ab, welche ebenso erklärt werden. Abgeschlossen wird der theoretisch geprägte Teil mit einer kurzen Analyse des menschlichen nonverbalen Verhaltens in Konfliktsituationen. Im zweiten Teil dieser Arbeit stehen meine persönlichen Erfahrungen beim Klavierspiel im Mittelpunkt. Welche Bedeutung kann der Körpersprache bei einem Konzert beigemessen werden und welche nonverbalen Elemente finden Anwendung? Wie überzeugt man das Publikum von seinen künstlerischen Ideen und Intentionen? Wie sollte man mit Fehlern umgehen, um das Konzerterlebnis der Zuhörer nicht zu beeinträchtigen? Diese genannten Fragen sollen vor allem im Reflexionsteil beantwortet werden.
2. Begrifflichkeit nonverbale Kommunikation
Als nonverbale Kommunikation werden die Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers im alltäglichen Gebrauch deklariert. Keine verbale Kommunikation kann ohne nonverbale Aspekte ausgeführt werden, womit die enge Verzahnung dieser beiden Ausdrucksmittel erkenntlich wird. Im Extremfall kann innerhalb einer kommunikativen Situation nur die nonverbale Ebene wahrgenommen und transferiert werden. 1 Die starke Orientierung einer körpersprachlichen Handlung an der auditiven Intention eines Individuums ist unverkennbar. Körpersprache dient beispielsweise intuitiv der Illustration des sprachlichen Inhalts einer Rede oder eines Referats, der Transmission von Gefühlen und Inhalten eines musisch-
1 Vgl.Forgas et al. (1992): S.126.
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künstlerischen Vortrags oder als individuelles Kontaktierungsmedium in sozialen Netzwerken. Der nonverbalen Kommunikation kann mit 55 Prozent ein quantitativ dominierender Anteil bei der individuellen Wahrnehmung eines Gesprächspartners zugesprochen werden, wogegen dem Inhalt des gesprochenen Wortes nur sieben Prozent an Bedeutung beigemessen wird. 2
Die Problematik der Körpersprache ergibt sich aus der missverständlichen Wahrnehmung gewisser Gesten und der individuell möglichen Fehldeutung eines bestimmten Habitus. Aus diesem Grund ist es unverzichtbar, alle Interpretationsvariablen einzubeziehen, um eine genauere Erkenntnis über die Gesamtbedeutung zu erhalten. Allerdings ist es evident, dass Körpersprache automatisiert wahrgenommen wird, ohne die ausgetauschten Symbole bewusst zu analysieren. Beispielhaft wird das Lächeln eines Gegenübers ebenfalls mit einem freudigen Gesichtsausdruck körpersprachlich beantwortet. Problematisch ist die Tatsache, dass Meinungsbildung generell stark von nonverbaler Kommunikation beeinflusst wird. Sei es im privaten Bereich, wo freundschaftliche Beziehungen meist aufgrund des positiven Austauschs von nonverbalen Signalen in den ersten Sekunden des Kennenlernens entstehen, oder im öffentlichen Leben, wo Geschäftsbeziehungen oder politische Entscheidungen stark von körpersprachlichen Mitteln beeinflusst werden. Dies eröffnet geschulten Persönlichkeiten weitreichende Möglichkeiten, um Menschen und deren Auffassungen zu manipulieren. 3
3. Forschungsgeschichte
Die Forschungsgeschichte lässt sich in drei Entwicklungslinien separieren - die rhetorische, die physiognomische und die sprachphilosophische Forschung. Obwohl bereits in der Antike im Rahmen des rhetorischen Vortrages, des so genannten actio, die vielschichtigen Dimensionen der nonverbalen Kommunikation betrachtet und diese von Persönlichkeiten wie Theophrast, Ciceros und Quintilian 4 erläutert wurden, so ist eine exaktere Datierung des modernen Ursprungs mit Charles Darwin verbunden. 1872 begründete er die empirische Forschung des nonverbalen Verhaltens. Beständig bildete sich das Bewusstsein heraus, dass nonverbale Handlungen stets in einer Dichotomie von Körper und Sprache zu bewerten sind. Dennoch hielt sich bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts die Auffassung aufrecht, dass die nonverbale Kommunikation als untergeordneter Aspekt der Verständigung zu betrachten ist und somit dessen Bedeutung inferior sei. 5
2 Vgl. Tyczkowski (2009): S.14.
3 Vgl. Forgas et al. (1992): S.127.
4 Theophrast (371-287 v.Chr.); Ciceros (106-43 v.Chr.); Quintilian (35-100 v.Chr.).
5 Vgl. Liebling (2008): S.4ff.
3
1967 proklamierten Paul Watzlawick, Janet Beavin und Don Jachson einen zum geflügelten Wort avancierten Ausspruch: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Dieser entstammt dem Buch „Pragmatics of Human Communication“, welches zahlreiche Ideen von Gregory Bateson und Jürgen Ruesch weiterbearbeitet beziehungsweise übernimmt. Beispielsweise wurde der soeben vorgestellte Grundgedanke bereits 1951 in anderer Form verschriftlicht: „Wir können niemals nicht kommunizieren, und als menschliche Lebewesen […] sind wir biologischerweise gezwungen zu kommunizieren.“ 6 In diesem Sinne belegte die neuere empirische Forschung die Existenz und die gewisse Funktionalität der Körpersprache - selbst mit einem geschlossenen Mund findet stetig ein gegenseitiger Austausch von Signalen statt. Des Weiteren wurde die Vorstellung gefestigt, dass einige körperliche Reaktionen auf innerliche Prozesse schließen lassen. 7
4. Körpersprachliche Signale
Der eigene Habitus individualisiert jeden Menschen. Der Charakter und die jeweilige Persönlichkeit spiegeln sich in der Art zu stehen, zu gehen, zu blicken und zu gestikulieren wider. Der Körper kehrt die Innerlichkeit einer Person als Ausdrucksmedium der Seele hervor und verrät diese in gewisser Weise. Körpersprachliche Signale lassen aus diesem Grund auf bestimmte innere Haltungen, Gedanken und Gefühle schließen. Diese verschmelzen allerdings durch die strukturierte und schnelle Arbeitsweise des Gehirns binnen Sekunden zu einem Gesamteindruck, der durch diverse nonverbale Signale beständig manifestiert wird. 8 Generell lassen sich in diesem Sinne diverse Körpertypen bestimmen - der Dominante, der Macher, der Genaue, der Zwischenmenschliche und der Schüchterne, wobei jedoch im Folgenden diese Typen nicht explizit vorgestellt werden sollen. 9
4.1. Körperhaltung
Die Körperhaltung eines Menschen drückt dessen innere Haltung aus. Hierbei können zwei Aspekte beobachtet werden: die innerliche Gefühlslage einer Person und deren Stellung im Bezug zum Gesprächspartner. Präzise ausgedrückt gibt es keine richtige oder falsche Körperhaltung, nur eine unter- oder überspannte Körperhaltung und eine offene oder geschlossene Körperhaltung. Jeder Mensch drückt demzufolge in jeder Situation sein intendiertes Verhalten aus. Gemäß Mareile Henke ist es unabdingbar eine Differenzierung
6 Lutterer (2000): S.278.
7 Vgl. Lutterer (2000): S.277f.
8 Vgl. Birkenbihl (2007): S.32f.
9 Vgl. Bruno et al. (2005): S.104.
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Arbeit zitieren:
Michael Flohr, 2009, Die nonverbale Kommunikation und ihre Anwendung am Beispiel eines Klavierkonzertes, München, GRIN Verlag GmbH
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