Inhaltsverzeichnis / Gliederung
1. Einleitung 3
2. Ziele des politischen Unterrichts 4
2.1 Die Bedeutung von Gemeinschaft im poli-
tischen Unterricht 5
3. Methoden zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls 7
3.1 Gesprächsformen 7
3.2 Arbeit mit Medien 8
3.3 Spielerische Formen 10
3.4 Sonstige Formen 11
4. Fazit 13
5. Literaturverzeichnis / Quellenangaben 14
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1. Einleitung
„Gemeinsam sind wir stark!“ - ein viel zitierter Spruch, der mit regelmäßigen Abständen immer wieder Verwendung findet. Das gerade dieser Gemeinschaftsbegriff einen starken Pfeiler des Konstrukts einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft darstellt, gerät gerade vor dem Hintergrund der Begriffe wie dem Individualismus und einer stärker werdenden Ellenbogen-Mentalität schnell in Vergessenheit. Insbesondere die Schule als bildende Institution, die sich immer mehr dem zeitlichen Druck des Arbeitsmarktes und der reinen fachlichen Wissensvermittlung unterwirft, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, durch das Schaffen von Konkurrenzdenken eben jenem Gemeinschaftsgefühl entgegen zu wirken, obgleich es sich doch als derart wichtig herausstellt. Die vorliegende Arbeit soll nun der Fragestellung nachgehen, welche didaktischen Methoden insbesondere der Rahmen des politischen Unterrichts bietet, um entweder das nicht mehr vorhandene Gefühl eines gemeinschaftlichen Seins innerhalb einer Lerngruppe zurück zu holen, oder das bereits Existierende weiter auszubauen. Dabei werden zunächst die allgemeinen Lehrziele des politischen Unterrichts illustriert, um im Anschluss daran den Wert eines Gemeinschaftsgefühls für das Leistungsvermögen einer Lerngruppe zu hinterfragen und abschließend alle didaktischen Zugänge hinsichtlich ihrer Effektivität zu untersuchen und abzuwägen.
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2. Ziele des politischen Unterrichts
Um innerhalb eines demokratischen Systems, welches „[...] sich vor anderen politischen System durch die Gleichachtung und Gleichberechtigung seiner Bürger [...]“ (Reinhardt, 2005, S. 17) auszeichnet, gewisse Kompetenzen seiner Bürger sicherzustellen, bedarf es einer spezifischen politischen Bildung. Diese hat zunächst immer auch die Funktion, „[...] eine Orientierung auf das politische System zu vermitteln [...]“ (Massing, 2005, S. 20). „In den vergangenen Jahrzehnten ist als Ziel demokratisch-politischer Bildung häufig der mündige Bürger genannt worden [..]“ (Reinhardt, 2005, S. 18). Mündig meint vor diesem Hintergrund das Idealbild eines demokratischen Bürgers, der für sich und andere verantwortlich ist, „[...] sich informiert und selbstständig seine Stimme in die Auseinandersetzung um die politische Regelung gemeinsamer Angelegenheiten einbringt“ (Reinhardt, 2005, S. 18). Anhand gewisser Richtlinien werden von den Bundesländern überdies gewisse Leitvorstellungen und Ziele des Lernens im politischen Unterrichts formuliert (vgl. Reinhardt, 2005, S. 18). Diese können wie folgt zusammengefasst werden: 1. Perspektivenübernahme
Dem demokratisch-mündigen Bürger soll es möglich sein, sich in die Standpunkte anderer hinein versetzen zu können, sowohl auf der emotionalen wie auch der kognitiven Ebene (vgl. Reinhardt, 2005, S. 23). Gerade innerhalb eines politischen Entscheidungsprozesses wird dies verlangt, sodass bereits in der soziologischen Tradition die Rollenübernahme als Voraussetzung für gesellschaftliche Interaktion betrachtet wird (vgl. Reinhardt, 2005, S. 23). 2. Konfliktfähigkeit
Ein demokratisches System lebt von seiner Fähigkeit zum politischen Diskurs, sodass unter Konfliktfähigkeit die Fähigkeiten der Bürger zu verstehen ist, „[...] Andersartiges anzuerkennen und Konflikte zu akzeptieren“ (Reinhardt, 2005, S. 23). Dabei sollen differente Auffassungen, Werdegänge und gesellschaftliche Werte als interessante Vielfalt denn als störend wahrgenommen werden und Konflikte immer innerhalb eines zivilisierten Rahmens ablaufen (vgl. Reinhardt, 2005, S. 23). Dem liegt die Idee zu Grunde,
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dass eine pluralistische Gesellschaft in aller Regel über den Streit zu einem Konsens kommt (vgl. Reinhardt, 2005, S. 24). 3. Sozialwissenschaftliches Denken
Reinhardt sieht in der Tatsache, dass jede der drei Teildisziplinen Soziologie, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft eigene Denk- und Handlungslogiken entwickelt hat, den Grund dafür, dass keine einheitliche Sozialwissenschaft möglich ist (vgl. Reinhardt, 2005, S. 24). Umso wichtiger erscheint es daher, dass Bürger in der Lage sind, das Denken jener Wissenschaften nachvollziehen zu können und darüber hinaus Einsichten und Überzeugungen erwerben (vgl. Reinhardt, 2005, S. 24). 4. Politisch-moralische Urteilsfähigkeit
„Die Fähigkeit zur politischen Urteilsbildung stellt eine zentrale Kompetenz für die angemessene Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der politischen Öffentlichkeit in der Demokratie dar und gilt mithin als oberste Zweckbestimmung des Politikunterrichts“ (Juchler, 2005, S. 71). Um allerdings zu einem angemessenen Urteil über politische Zusammenhänge kommen zu können, bedarf es sowohl den Lehrpersonen, als auch den Schülern, des Wissens, dass Urteile immer aus den individuellen Lebenserfahrungen des Einzelnen hervorgehen (vgl. Juchler, 2005, S. 71). Kriterien, die im Rahmen einer Urteilsbildung herangezogen werden, können vom Eigeninteresse bis hin zum Allgemeinwohl reichen (vgl. Reinhardt, 2005, S. 25). 5. Partizipation
Wenngleich niemand zu politischer Partizipation gezwungen werden kann, wird doch immer wieder auf ihre Wichtigkeit für des demokratische Zusammenleben hingewiesen (vgl. Reinhardt, 2005, S. 25). Hierunter ist allerdings nicht nur das konkrete Mitwirken innerhalb einer politischen Institution zu verstehen, sondern kann auch in Vereinen, sozialen Einrichtungen oder auf sonstigen Wegen geschehen, wo immer das gemeinschaftliche Zusammenleben der Menschen von inhaltlicher Bedeutung ist (vgl. Reinhardt, 2005, S. 25). 2.1 Die Bedeutung von Gemeinschaft im politischen Unterricht
Meyer formuliert die Stärke von Unterricht darin, Lernen in der Gemeinschaft möglich zu machen (vgl. Meyer, 2004, S. 48). Man ist in seinen Augen auf Gemeinschaft ange-
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Arbeit zitieren:
Daniel Wehnhardt, 2009, Gemeinschaft lehren, München, GRIN Verlag GmbH
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