Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DIE ENTSTEHUNG DES ADONIS-KONPLEXES. 3
2.1 DER WANDEL DES MÄNNERBILDES 3
2.2 MÖGLICHE GRÜNDE FÜR DEN WANDEL 5
3. DER MANN HEUTE AUF DEM WEG IN DEN SCHÖNHEITSWAHN. 6
3.1 BODYBUILDING 7
3.1.1 Gefährlicher Ge(Miss)-brauch 8
3.2 HUNGERN AUS ANGST VOR FETT 8
3.3 PLASTISCHE CHIRUGIE 9
4. UNTERSCHIED ZWISCHEN MANN UND FRA.U 9
5. WAS IST NORMAL UND WAS IST KRANK? 10
6. HEILMITTEL GEGEN DEN ADONIS-KOMPLEX. 11
6.1 METHODEN DER HEILUNG. 12
6.1.1 Kognitive Verhaltenstherapie: 12
6.1.2 Antidepressiva: 12
6.2 HEILMITTEL FÜR GEWÖHNLICHE KÖRPERSORGEN. 13
7. SCHLUSSBETRACHTUNG 14
8. LITERATURVERZEICHNIS 15
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1. Einleitung
Der perfekte Körper - ein Phänomen, das nur von der Frau erwartet wird? Seit geraumer Zeit muss diese Frage mit einem deutlichen „Nein“ beantwortet werden. Körperkult und Schönheitswahn haben längst auf die männliche Bevölkerung übergegriffen. Besonders die Medien propagieren eine männliche, durchtrainierte Idealfigur, die zum Sinnbild für Erfolg auf ganzer Linie geworden ist. Wer gut aussieht und “muskelbepackt“ ist, hat demnach sowohl beruflichen, sozialen als auch sexuellen Erfolg. In dieser Referatsausarbeitung wollen wir nun den Begriff “Adonis-Komplex“ erläutern und ebenso nach Erklärungen für die Entstehung suchen. Warum machen sich heutzutage neben den Frauen auch viele Männer über ein gesundes Maß hinaus Gedanken um ihr Aussehen und wie kam es dazu? Warum hat sich das Verhalten des Mannes im Bezug auf seine Körpergröße, sein Gewicht, seine Haare und seine Haut mittlerweile an das Verhalten der Frau angepasst? Wir hoffen in der nachfolgenden Arbeit einige Erklärungen und analysierende Ansätze bieten zu können, um so ein besseres Verständnis und eine schärfere Wahrnehmung für den Adonis- Komplex zu schaffen.
2. Die Entstehung des Adonis-Konplexes
2.1 Der Wandel des Männerbildes
In den letzten Jahrzehnten fand ein deutlicher Umschwung im Bezug auf den männlichen Körper statt. Vor dreißig bis vierzig Jahren haben sich die Männer allgemein noch nicht so viele Sorgen um ihr Aussehen gemacht wie heute. Eine hieraus resultierenden und passende Erscheinung der heutigen Zeit sind beispielsweise die Fitnesscenter, deren Anzahl sich in den letzten zwei Jahrzehnten in den USA beispielsweise immens vergrößert hat. Der Mann möchte seinen Körper fit halten, Muskeln aufbauen oder abnehmen. In den Fitnesscentern wird oft durch Zeitschriften, Postern oder anderen Abbildungen ein Bild von einem Mann propagiert, der durch seine vielen Muskeln wie ein Übermensch aussieht und niemanden wirklich in den Fitnesscentern gleicht. Dennoch werden insgeheim genau diese abgebildeten Körperproportionen angestrebt, denn dieses Aussehen verspricht Erfolg in jeglichen Lebensbereichen (vgl. Pope 2001, S. 13). Doch woher kommt die Annahme, dass ein durchtrainierter Körper Erfolg verspricht? Die Unzufriedenheit der Männer im Bezug auf ihren Körper hat sich von 1972 bis 1997 der Frustration der Frauen angenähert (vgl. Pope
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2001, S. 47). Im Bereich der Brust, hat der Mann die Frau im Maße der Unzufriedenheit sogar überholt! Von 1972 bis 1997 stieg der Wert um zwölf Prozentpunkte auf 38%. Weit über die Hälfte der Männer sind außerdem mit 63% unglücklich über ihren Bauch. Während knapp über die Hälfte aller Frauen unzufrieden mit ihrer Gesamterscheinung sind, ist es bei den Männern immerhin fast auch schon die Hälfte.
Ähnlich wie die Fitnesscenter aus dem Boden geschossen sind, ist es auch bei den Fitnesszeitschriften, die sich an den Mann richten. Beispielsweise hat sich die Auflage der „Men´s Health“ innerhalb von sieben Jahren (1990 - 1997) versechsfacht (vgl. Pope 2001, S. 51)! Man kann wohl davon ausgehen, dass heute, also zehn Jahre später ein weiterer Anstieg zu verzeichnen ist.
Ein weiteres sehr interessantes Beispiel um den Wandel des Männerbildes zu demonstrieren sind Spielzeug- bzw. Actionfiguren. So sahen die ersten „Star Wars“-Actionfiguren 1978 noch sehr “normal“ gebaut aus, das heißt in diesem Falle dass sie keine besonders muskulösen Körper hatten. Mitte der neunziger Jahre wurden dann wiederum neue Versionen herausgebracht, die den Körper von Bodybuildern besitzen (vgl. Pope 2001, siehe Abbildungen S. 64-66, Anhang). Hier sieht man also schon im Kleinen den Wandel, der auch schon Kinder beim spielen beeinflusst, denn sie identifizieren sich mit ihren Helden oder wollen ihnen nacheifern. Ähnlich wie die Barbie mit ihrem unnatürlichen Körper kleine Mädchen beeinflusst, denn sie wollen ähnlich wie ihre Puppe auch schlank sein und einen schönen Busen haben, werden kleine Jungen durch ihre unnatürlich geformten Actionfiguren gelenkt. Demnach können auch Actionfiguren zu einem Adonis-Komplex beitragen. Die kleinen Jungen verbinden mit ihren muskulösen “Helden“ Mut, Stärke und eine gewisse “Coolness“, die sie nachbilden wollen.
Auch bei Schauspielern merkt man eine deutliche Umänderung des schönen Mannes. Dies lässt sich sehr gut an den „James Bond“ - Filmen der letzten vierundvierzig Jahre beweisen. Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan waren in ihren James Bond - Filmen nie überproportional muskulös. Erst der vorerst letzte Darsteller Daniel Craig präsentiert uns den James Bond durch einem sehr durchtrainierten und “muskelbepackten“ Körper. Die Produzenten wollen ihrem Publikum meistens das bieten, was sie sehen wollen. Woher kommt aber der Wandel zu einem gewollt muskulösen Männerbild?
Bisher gingen viele Menschen davon aus, dass die Medien oft nur Frauen ein schlechtes Körpergefühl vermitteln. Dies kann jedoch nun widerlegt werden, denn auch Männer werden durch die Medien im Bezug auf ihren Körper beeinflusst (vgl. Pope 2001, S. 85). Ein Beispiel
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hierfür ist die Zeitschriften- und auch Fernsehwerbung mit Männerkörpern. Der männliche fast nackte Körper wird benutzt, um für ein Bügelbrett, ein Handy oder auch Schnaps zu werben (vgl. Pope 2001, siehe Abb. S. 87). In diesen Werbungen sieht man nur durchtrainierte und muskulöse Körper. Demnach werden viele Männer tagtäglich mit solchen Bildern konfrontiert und beginnen ihren Körper mit dem in der Werbung dargestellten zu vergleichen.
Auch in Frauenzeitschriften wie dem “Glamour“-Magazin oder der “Cosmopolitan“ nahm der Anteil an männlichen Models innerhalb der Jahre von 1958 bis 1990 stark zu. Während in der “Cosmopolitan“ 1958 noch ca. fünf männliche und ungefähr zwanzig weibliche abgelichtet waren, vermehrte sich die Zahl männlicher Models bis 1990 auf ca. fünfunddreißig, während der Anteil der weiblichen Models nur leicht anstieg (vgl. Pope 2001, S. 83, Abb.). Es wird also deutlich, dass der männliche Körper immer wichtiger in der Gesellschaft wird, nicht nur für die Männer, sondern auch in der Darstellung für das weibliche Geschlecht. Im nachfolgenden Punkt werden wir Vermutungen aufstellen, die mit dem Wandel verbunden werden können.
2.2 Mögliche Gründe für den Wandel
Die Entstehung des Adonis-Komplexes resultiert aus der wachsenden Gleichstellung zwischen Mann und Frau. In der heutigen Zeit kann eine Frau, wenn sie will, in vielen Lebensbereichen fast ebenso viel erreichen wie ein Mann (vgl. Pope 2001, S. S. 72f). Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Karriere werden inzwischen nicht mehr nur mit Männlichkeit konnotiert. Durch die Emanzipation fühlt sich der Mann nicht mehr in der Lage sich auf beruflichem Gebiet oder durch seine Schutzdarbietung für die einst abhängige Frau zu differenzieren. Nur sein Körper ist ihm als Definitionsquelle für seine Männlichkeit geblieben. Die biologische Kraft, die ein Mann erlangen kann, ist für eine Frau nicht erreichbar. Der Mann möchte sich abheben, denn er sieht seine Männlichkeit bedroht. Dass der Mann möglichst muskulös und groß sein möchte ist partiell evolutions- und biologischbedingt, denn der Stärkste vermehrt sich weiter, setzt sich durch und überlebt (vgl. Pope 2001, S. 74). Warum der Mann sich von der Frau abheben möchte ist fraglich. Vielleicht durch die “alte Gewohnheit“, die über Jahrhunderte hinweg dem Mann mehr Privilegien und Vorzugsrechte zusprach. Diese Vorstellung hat sich wahrscheinlich in den Köpfen vieler Männer manifestiert und es ist schwer diese Ansicht fallen zu lassen. Der Mann ist immer wieder neu auf der Suche nach dem Selbstbeweis, den er braucht, um sich selbst Superpotenz und Unzerstörbarkeit zu beweisen (vgl. Richter 2006, S. 208).
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Arbeit zitieren:
Tobias Isenhuth, 2007, Der Adonis Komplex, München, GRIN Verlag GmbH
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