Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
II
Tabellenverzeichnis
II
Einleitung
1. 1
Theoretische Grundlagen
2 3
Experimentdesign
3. 5
Spielidee
3.1 5
Experiment
3.2 6
Ergebnisse
4. 8
Diskussion
5. 12
Schlussbetrachtung
6. 15
Literaturverzeichnis
17
Anhang
19
I
1. Einleitung
Menschen vergleichen sich mit anderen und leiden am Erfolg anderer. So zeigt eine repräsentative Studie der GFK im Auftrag der „Apotheken Umschau“ (vgl. Presse Portal, 2006), dass bei 69,2 % der Deutschen Neid aufkommt und sich überwiegend gegen Bekannte und Freunde richtet. Im Alltagsleben begegnen einem Beispiele für Neid: Kleinkinder haben einen ausgeprägten Neid auf neugeborene Geschwister, welche mehr Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekommen.
„Envy is experienced when people compare themselves to other individuals and begrudge them their superior achievements, possessions, personality traits, or what else happens to be of value at the time of the comparison. “ (Levinson et al 1999, S. 246). Oder etwas geflügelter ausgedrückt: “Neid ist ebenso wie Eifersucht eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was leiden schafft” (Kutter 1998, S. 67)
Die Einschätzung, ob Neid etwas Positives oder Negatives ist, divergieren. In der Bibel erschlug Kain Abel aus Neid, da der Herr nur Augen für die Opfergabe von Abel hatte. Neid gehört zu den sieben Hauptsünden der römisch-katholischen Religion: „Legt also alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung.“ (1 Petr 2,1). Christophe André und François Lelord (2002, S. 85 - 99) unterscheiden in depressiver, feindseliger und nacheiferner Neid. In seiner letzten Form führt er dazu, dass er als Ansporn dient und das Überleben einer Gruppe verbessern kann. Neid kann in einer sehr liberalen Einstellung der „Motor der Wirtschaft“ sein (vgl. Schwarz et al 2000, S. 12).
In dieser Arbeit möchte ich untersuchen ob und inwiefern Neid auf Risikoentscheidungen einen Einfluss hat. Mein Experiment zeigt, dass Neid dazu führt, dass die Bereitschaft Risiken einzugehen mit einem Erfolg der Referenzperson steigt. Wirtschaftliche Entscheidungen sind in der Regel risikobehaftet. Investitionen können gelingen oder scheitern. Aktien können steigen oder fallen. Wenn man als Individuum zwischen möglichen Entscheidungsalternativen wählt, vergleicht man sich mit anderen. Man ist auf andere neidisch, die mit ihrer riskanten Investition ein Vermögen gemacht haben. Hat dies dann einen Einfluss auf die eigene Investitionsentscheidung? In meinem Experiment wurde kein zusätzlicher oder formaler Anreiz implementiert der Neid verursachen oder verstärken soll. Im Experiment wurde ein Teil der Teilnehmer über den Ausgang einer Investitionsentscheidung anderer Teilnehmer informiert. Sie konnten
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damit auf das Ergebnis der anderen reagieren. Wenn man diese Entscheidungen mit den Ergebnissen der Referenzpersonen vergleicht bekommt man Informationen darüber, ob und inwiefern Neid einen Einfluss auf die Entscheidungen hat. Clark et al (1996, S 368 f) haben mit Daten von 5500 britischen Haushalten die Zufriedenheit von Arbeitnehmern untersucht. Es wurde gezeigt, dass die Zufriedenheit mit der Arbeit sinkt, wenn die Einkommen der Referenzpersonen steigen. In einem Laborexperiment zeigten Zizzo et al (2000, S 17 f), dass die Teilnehmer auf Grund von Neid dazu bereit sind anderen Geld wegzunehmen; selbst wenn sie sich dadurch finanziell schlechter stellen.
Range et al (2009, S. 350) zeigten in einem Experiment, dass Neid nicht nur ein rein menschliches Laster ist. Es wurden Hunde paarweise im Beisein eines jeweils anderen Vierbeiners in unterschiedlicher Weise mit Essen belohnt. Die Ungleichheitsaversion ist nur insofern ausgeprägt, dass es für die Tiere lediglich relevant war ob sie Nahrung bekamen; nicht aber deren Qualität oder Quantität.
Bis jetzt wurde noch nicht erforscht, wie sich Neid auf Investitionen unter Risiko auswirkt. Der Fokus der experimentellen Forschung lag bis dato drauf Neid nachzuweisen. Mein Experiment zeigt, dass die Bereitschaft Risiken einzugehen mit einem Erfolg der Referenzperson zunimmt. Oder umgekehrt: Falls die Referenzperson mit ihrer Investition einen Misserfolg erleidet, sinkt die Bereitschaft der Individuen Risiko einzugehen. Im nachfolgenden Abschnitt möchte ich zuerst auf die theoretische Grundlagen eingehen. Danach werde ich das durchgeführte Experiment vorstellen. Nachfolgend stelle ich die Ergebnisse des Experimentes vor, die ich dann diskutieren werde. Am Schluss gebe ich noch einen kurzen Ausblick.
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2. Theoretische Grundlagen
In der Wirtschaftswissenschaft bedient man sich für Entscheidungen unter Risiken in der Regel der Erwartungsnutzentheorie. Des Weiteren werden Eigennutz und Rationalität unterstellt. Formal lässt sich diese aus Sicht eines Individuums wie folgt darstellen:
= =[( )]
Wenn die Funktion ( ) konkav ist, dann ist Risikoaversion vorhanden. Risikoaversion
besagt, dass ein Individuum bei der Wahl zwischen mehreren Alternativen mit gleichem Erwartungswert die Alternative mit geringstem Risiko bezüglich des Ergebnisses be-vorzugt.
Wie aber Schoemaker (1982, S. 552) und andere gezeigt haben, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich Individuen nach der Erwartungsnutzentheorie verhalten. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Individuen darauf trainiert wurden (zum Beispiel Manager). Gebhard (2001, S. 4-8) hat in einer seiner Arbeit ein Modell entworfen, bei dem er mit rationalen Individuen (aber ungleichheitsaverser Individuen) einen Finanzmarkt modelliert hat:
Die Individuen verhalten sich völlig rational, haben jedoch atypische Präferenzen (widersprechen der klassischen Annahmen des Homo oeconomicus). Die hier angenommene Nutzenfunktion enthält zwei Komponenten: eine normale Neumann-Morgenstern-Nutzenfunktion und einen psychologischer Verlust, falls der Nutzen unter einen speziellen Referenzpunkt (Konsum einer Referenzgruppe) fällt. Formal lässt sich dies anhand einer Nutzenfunktion wie folgt modellieren:
Die Nutzenfunktion ist abhängig vom Discountfaktor (B t ), vom eigenen Konsum (c it ), der Differenz mit dem Konsum eines Mitgliedes der Referenzperson (c jt ). α ist ein Maß für die Ungleichheitsaversion, γ für die Risikoaversion.
1 Der Term ∫ − − , 0 kann Werte zwischen 0 und plus unendlich anneh-
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men. Dieser Term ist positiv, wenn ein Mitglied der Referenzgruppe einen größeren Konsum als den eigenen hat. Dieser Term beeinflusst die Nutzenfunktion insgesamt
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Arbeit zitieren:
Andreas Schmid, 2009, Risikoentscheidungen und Neid, München, GRIN Verlag GmbH
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