Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische Vorüberlegungen zur fachpraktischen Prüfung. 3
2. Die Hand und ihr Zugriff 4
3. Aspekte der Kunst- und Kulturgeschichte der Hand 5
4. Umsetzung der praktischen Arbeit 8
5. Reflexion der Arbeit 14
6. Literaturverzeichnis 15
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1 Theoretische Vorüberlegungen zur fachpraktischen Prüfung Im Rahmen meiner fachpraktischen Prüfung habe ich mich mit dem Thema „Der Handbewegung auf der Spur“ auseinandergesetzt.
Hände können fast alles. Mit ihnen greifen und begreifen wir, mit ihnen können wir schlagen und weh tun, mit ihnen können wir streicheln und zärtlich sein. Unsere Hände sind fast immer im Spiel, mit ihrer Hilfe „begreifen“ wir die Welt, drücken in einer variantenreichen Gestensprache unsere bewussten oder unbewussten Gefühle aus und vollziehen den Austausch von Geben und Nehmen.
Dabei ist die Hand doch ein uns alle betreffendes, griffiges Thema, das in angenehmer Reichweite liegt. Es ist mit der Menschwerdung des Menschen eng verbunden, hat zu tun mit Hirn und Sprache, mit der Erfindung von Werkzeugen vom Faustkeil bis zur Cyberspace-Hand, mit Wahrsagerei, Fühlen und Tasten, Greifen und Schlagen, mit öffentlicher Geste, mit Denken und Begreifen - und natürlich mit Machen, Schaffen, Erschaffen, Schöpfen. Die Welt des Menschen ist letztlich handgemacht (Pfeifer, A., 1999, S. 7). Wir heute nehmen sie umstands- und oft ahnungslos in Gebrauch, drücken die Klingel, wählen die Telefonnummer, zählen unser Geld, sägen, hobeln, schleifen, hämmern, steuern das Auto, lieben, essen, trinken, schreiben mit ihr, heben sie abwehrend, öffnen sie einladend, zeigen, weisen, deuten, blättern, wir erheben sie zum Gebet, ballen sie zur Faust, schwören, ziehen einen Faden durchs Nadelöhr, klimpern auf dem Piano oder der Fernbedienung und viele andere Beispiele.
Wir erleben unsere Hände meist in vielfältiger, ununterbrochener Aktion und machen uns kaum Gedanken über diese mit Tausenden von Tast-, Druck-, Temperatur- und Schmerzsensoren ausgestatteten Wunderwerke der Natur. Auf der ganzen Welt findet sich fast nichts, was nicht von der menschlichen Hand bereits berührt worden wäre. Alle Gegenstände, mit denen wir uns umgeben, tragen - wenn auch unsichtbar - diese Erinnerung in sich. Die Aufgabe meiner fachpraktischen Prüfung lautet wie folgt: „Setzen Sie sich mit dem Thema „Die Spuren der Handbewegungen“ auseinander, erläutern Sie die Herangehensweise und begründen Sie alle verwendeten
Gestaltungselemente. Dokumentieren und reflektieren Sie Fragestellung, Prozess und Produkt Ihrer Arbeit.“
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Die Hand, mit der wir vornehmlich die Welt, die Mitmenschen und die Dinge, das Stoffliche aktiv erfühlen, begreifen und verändern, nehme ich zum Anlass, auf die hinterlassenen Spuren der Handbewegungen aufmerksam zu machen. In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit alltäglichen Phänomenen, die uns so vertraut sind, dass sie uns nicht mehr zum Nachdenken anregen. Gerade deshalb gerät die Hand, mit der wir gestikulieren, fühlen, begreifen oder andere Objekte verändern, zum Forschungsobjekt.
Die Bewegungen der Hände bewegen den ganzen Körper - Sehnen, feinstes Muskelspiel, die Körperspannung, Knochen, Gelenke. Hände können die Welt erkunden und die Welt gestalten, sie sind Ausdruck unserer Gefühle und Werkzeuge unseres Geistes.
2 Die Hand und ihr Zugriff
„Die Hände sind das Werkzeug des Geistes“, schrieb Immanuel Kant und meinte damit das subtile Wechselspiel zwischen motorischer Steuerung, Sinnesempfindung der Hand, optischen Eindrücken und der Vernetzung all dieser Wahrnehmungen im Gehirn. Dieses einzigartige Werkzeug „Hand“ befähigt den Menschen zu seiner Kreativität, lässt ihn schaffen, formen, gestalten (Gröning, K., 2000, S. 16). Unsere Hände haben sich im Laufe von Jahrtausenden entwickelt und maßgeblich die Funktion unseres Gehirns beeinflusst. Noch vor dem Hören und dem Sehen bildet sich der Tastsinn bei einem Embryo im Mutterbauch aus. Nach der Geburt muss ein Kind "begreifen", um Erfahrungen zu sammeln und erwachsen zu werden. Über die gesamte Körpermotorik, aber insbesondere der Motorik der Hände, entwickelt sich unser Gehirn. Über das Greifen, Tasten und "Begreifen" entsteht Denken und Intelligenz.
Bei Aristoteles findet sich der von den Erforschern der Kulturgeschichte der Hand immer wieder gern zitierte Satz, die Hand sei das Werkzeug der Werkzeuge. Er erläutert das so: Die Hand ist aber nicht nur ein Werkzeug, sondern vereinigt in sich eine Mehrheit von solchen; sie ist gewissermaßen ein Werkzeug an Stelle von Werkzeugen. lm Gegensatz zu den Tieren habe der Mensch „die Möglichkeit, sich vieler Schutzmittel zu bedienen und diese immer zu wechseln, und jede Waffe, wie und wo er will, zu führen. Denn ihm dient die Hand
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als Kralle, als Klaue und als Huf, und er kann sie mit Schwert und Speer heuoffnen oder mit welcher Waffe und mit welchem Werkzeug er will“. Die Hand ist zuallererst nacktes Werkzeug. Mit ihr stellte und stellt der Mensch sich sein riesiges Arsenal von immer spezielleren, feineren, stärkeren, funktionstüchtigeren Werkzeugen her. Mit ihr hat er sich seine Welt geschaffen.
Die schöpferischen Möglichkeiten der Menschenhand zeigen sich schon bei den ersten Anfängen der Menschwerdung: Einen Stein zu packen und zu benutzen oder auch einen Stock, dazu scheint nicht eben ein Übermaß an Griff-Geschicklichkeit und Intelligenz vonnöten, das können auch die Affen, denn das ist Verstärkung und Verlängerung des in Faust und Arm anatomisch Angelegten. Aber einen Stein planvoll zur Brauchbarkeit herzurichten und aus ihm etwa einen Faustkeil zu formen, dazu benötigt es eine Zielvorstellung, lange Erfahrung, viel Geduld und Geschicklichkeit - das weiß jeder, der es mal probiert hat.
Hände vermitteln zwischen den Dingen und dem Körper, wodurch beide Seiten nicht unverändert bleiben. Die Hand verändert zum einen die Gegenstände, indem sie sie bearbeitet, zum anderen wirkt bereits die reine Berührung von Gegenständen verändernd: Wenn wir die Dinge im taktilen Kontakt erkunden, erzeugt diese Berührung Bewusstsein über die Welt, in der wir leben (Gebauer 1997, S. 480)
3 Aspekte der Kunst- und Kulturgeschichte der Hand
Die Hand des Menschen hat als Organ der Erkenntnis und des Ausdrucks in der Geschichte der Kunst eine hervorragende Bedeutung. Die ersten isolierten Hände stammen aus der Zeit der frühesten künstlerischen Formulierungen überhaupt (Abb. rechts). Gideon sah in diesen farbigen Handabdrücken den Beginn der Malerei. Rund 30 000 Jahre alt sind die frühesten Hände der frankokantabrischen Höhlenmalerei.
Arbeit zitieren:
Marina Lindekrin, 2008, Der Handbewegung auf der Spur, München, GRIN Verlag GmbH
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