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niedrigster Ebene stattfindet: Übertragung von Information zwischen zwei mechanischen Apparaten. Als Beispiel wählt er einen Stausee, von dem ein Signal ins dahinter liegende Tal übertragen wird, sobald ein bestimmter Wasserstand erreicht wird. Sender ist ein Messgerät im See, Empfänger eine Art „Alarmanlage“ mit einer Lampe als Anzeigegerät im Tal. Der Stausee stellt dabei die Informationsquelle dar, das Messgerät könnte Informationen über Wasserstand, die Geschwindigkeit des Ansteigens oder Absinkens usw. liefern. Im simpelsten Fall schickt das Messgerät bei Erreichen des Alarmniveaus, der als „Niveau 0“ definiert wird, einen elektronischen Impuls über einen Kanal (z. B. Draht), der die Lampe im Tal aufleuchten lässt.
Durch die beiden Zustände „An“ und „Aus“, stellt die Lampe bereits einen Code dar: ausgeschaltet bedeutet „Niveau unter 0“, eingeschaltet „Niveau 0 erreicht“. Hier führt Eco die Begriffe „Signifikans“ „Signifikat“ und „Referens“, ein, die ich im folgenden Schaubild erklären möchte:
Redundante Elemente in der Übertragung
Um einer Fehlinterpretation durch Störung (Geräusch) oder einem Ausfall des elektronischen Signals, der im einfachen Modell mit der Botschaft „Niveau unter 0“ gleichgesetzt würde, selbst wenn der Wasserstand „Niveau 0“ erreicht oder überstiegen hat, entgegen zu wirken, werden redundante Elemente, d. h. weitere Lampen installiert.
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Durch den Einbau einer zweiten Lampe - einer Verdoppelung des Kommunikationsaufwandes - könnte die Fehlinterpretation durch einen Stromausfall ausgeschlossen werden, weil es möglich wäre Signale von Nicht-Signalen zu unterscheiden. Die Alarmanlage hätte folgende Möglichkeiten, den Code der Lampen zu interpretieren:
Auch wenn die Gefahr einer Fehlinterpretation durch Stromausfall auf diese Weise gebannt wird, ist das System nicht gegen einen Elektroschaden, bei dem die Lampen zufällig vertauscht würden, geschützt.
Für diesen Fall schlägt Eco den Einbau von zwei weiteren Lampen vor, um so die Kombinationsmöglichkeiten des Lampen-Codes zu erweitern:
Dadurch, dass eine Botschaft wiederholt werden muss (anstatt einer Lampe müssen zwei brennen), wird das System weniger fehleranfällig.
Zusätzlich zur Absicherung durch Redundanz, könnte das System mit vier Lampen durch die Erweiterung der Kombinationsmöglichkeiten (Repertoire von Symbolen) auch dazu genutzt werden, Botschaften zu übermitteln, die über die simplen Zustände „Niveau < 0“ und „Niveau ≥ 0“ hinaus
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gehen. Zum Beispiel verschiedene Wasserstände, z. B. von -3 bis +3. Mögliche Kombinationen dafür wären z. B. „A - B - C
- D - AB - BC - CD - AC - BD - AD - ABC - BCD - ACD -ABD“. 4
3. Einleitende Bestimmung des Begriffes „Code“ Eco weist darauf hin, dass das Wort „Code“ im vorhergehenden Modell auf zweifache Art gebraucht wurde: in einer engeren, syntaktischen und einer weiteren, semiotischen Bedeutung.
Syntaktisch, weil bestimmte Zeichenkombinationen durch den Code als vereinbar und zugehörig ausgewählt (z. B. AC, BD) und andere wiederum ausgeschlossen werden (z. B. AB, AD), weil sie als unvereinbar und nicht zugehörig gelten. Semiotisch, weil der Code fest setzt, dass jedem ausgewählten Code eine Wasserhöhe entspricht. Es werden semantische Regeln aufgestellt, die z. B. besagen, dass „ABC“ „Niveau 0“ bedeutet.
Diese in der semiotischen Forschung verwendete, doppelte Belegung ist laut Eco gerechtfertigt, denn die syntaktische Auswahl des Codes hat ja den Zweck, einer eindeutigen Zeichenfolge ein tatsächliches Phänomen semantisch zuzu-ordnen. Der definierte Code verbindet so das Leuchten der Lampen mit dem tatsächlichen Wasserstand. Da theoretisch unendlich viele unterschiedliche Wasserstände gemessen werden können, wählt der Code „diskontinuierliche, diskrete, aus dem Kontinuum der möglichen Tatsachen herausgeschnittene Situationen“ 5 aus, die er zu relevanten Einheiten bestimmt. Relevant können z. B. die Wasserstände -3, -2, -1, 0, +1, +2 und +3 sein. Alle Wasserstände darunter, darüber oder dazwischen sind irrelevant. Der Wasserstand hat erst dann einen Zustand verlassen, wenn der nächste erreicht wurde. Das Empfangsgerät wird also so
4 Eco, Umberto, „Einführung in die Semiotik“, a.a.O., S. 51
5 Eco, Umberto, „Einführung in die Semiotik“, a.a.O., S. 58
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Arbeit zitieren:
Abel Hoffmann, 2008, Umberto Eccos Einführung in die Semiotik, München, GRIN Verlag GmbH
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