Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 2
2. Begriffsdefinitionen im Kontext der Forschungsarbeit 3
3. Überlegungen zu Forschungsfrage und Hypothesen 4
3.1. Die Forschungsfrage 4
3.2. Die Hypothesen 5
4. Überlegungen zur Methodenwahl 6
4.1. Qualitative Forschung 6
4.2. Vorstellung der Grounded Theory 8
4.3. Vorstellung des problemzentrierten Interviews nach Witzel 9
5. Praktische Durchführung des problemzentrierten Interviews 10
6. Auswertung der Daten und Darstellung der Ergebnisse 11
7. Fazit und Ausblick 14
8. Literaturverzeichnis 17
9. Anhang 20
9.1. Kurzfragebogen 20
9.2. Leitfaden 21
9.3. Transkript 22
9.4. Postskript 29
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1. Einleitung
Ä:DV GX PLU VDJVW GDV YHUJHVVH LFK :DV GX PLU ]HLJVW GDUDQ HULQQere ich PLFK:DVGXPLFKWXQOlVVWGDVYHUVWHKHLFK³.RQIX]LXV
Diese Arbeit ist im Rahmen meines Bildungswissenschafts-Studiums an der FernUniversität Hagen entstanden. Im Modul 2A werden die Studenten vor die Aufgabe gestellt, ein eigenes kleines Forschungsprojekt zu entwickeln. Dies stellt den Studenten vor unbekannte Herausforderungen: Ein Forschungsfeld muss gesucht und gefunden werden, es soll im entsprechenden Rahmen realisierbar sein und doch etwas Neues hervorbringen; eine passende Methode ist zu finden, zu erlesen und praktisch anzuwenden. All dies wurde hier versucht. Die Ergebnisse meiner Er-Forschungen finden sich auf den folgenden Seiten. Um was soll es gehen? Millionen Kinder in Deutschland sind chronisch krank ± und schulpflichtig. Wie geht es diesen Kindern im Schulunterricht? Führen ihre Erkrankungen zu Problemen? Bei Kindern mit körperlichen Behinderungen ist ihre Andersartigkeit offensichtlich, Rücksichtnahme ergibt sich oft von selbst - doch wie ist es bei Erkrankungen, die nahezu unsichtbar sind, nicht auf den ersten Blick zu erkennen? Was erleben die betroffenen Kinder während der Schulzeit an Beeinträchtigungen? Stellvertretend für all die nicht so offensichtlichen chronischen Erkrankungen soll es um schulpflichtige Kinder mit Asthma, Neurodermitis und Allergien gehen. Laut Asthma MSD (2002) leiden rund 1 Million Kinder in Deutschland unter Asthma, es ist die häufigste chronische Erkrankung und auch der häufigste Grund für Fehltage in der Schule. Es ist schwer, verlässliche Zahlen für Deutschland zu finden ± jedoch hat allein in den USA in den Jahren von 1980 bis 1994 die Zahl der Erkrankungen um 75% zugenommen, so Asthma MSD (2002). Allergische Erkrankungen haben sich in den Jahren 1994-97 verdoppelt, die Tendenz ist weiter steigend. Nachgewiesen ist die Tatsache, dass während eines Krankheitsschubes die Konzentrationsfähigkeit deutlich sinkt und die Lebensqualität allgemein erheblich eingeschränkt ist, so die med info GmbH. Im folgenden Kapitel werden zunächst einige medizinische Fachbegriffe definiert, die sich in dieser Arbeit gehäuft wiederfinden. Es folgt die Annäherung an die Forschungsfrage, die Vorstellung der Arbeits-Hypothesen sowie der gewählten Methode. Nach all der The-orie folgt dann die Praxis: Die praktische Durchführung des Interviews wird
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dokumentiert, die gewonnenen Daten ausgewertet. Nach einem Fazit und Ausblick folgt das Literaturverzeichnis. Im Anhang finden sich der Kurzfragebogen, der Leitfaden, sowie das Transkript des Interviews samt Postskript. Wird in dieser Arbeit die männliche Anrede verwendet, so sind Frauen ebenso gemeint.
2. Begriffsdefinitionen im Kontext der Forschungsarbeit
In dieser Forschungsarbeit geht es um die Probleme von Kindern mit chronischen Erkrankungen. Unter einer Vielzahl von Erkrankungen soll es hierbei um Asthma, Allergien und Neurodermitis gehen. Zum besseren Verständnis werden die Begriffe vorab kurz definiert. Wenn in dieser $UEHLWYRQÄ3UREOe-PHQ³JHVSURchen wird, so handelt es sich um all die Störungen des schulischen Ablaufes, die durch die Krankheiten der Kinder bedingt sind ± und somit andere Mitschüler nicht in dem Ausmaß treffen. Als chronisch bezeichnet man nach Hoffmann-La Roche (vgl.1993, S. 293) eine Erkrankung mit langsamen, schleichenden Verlauf, die von langer Dauer ist. Diese Art von Erkrankungen ist nicht heilbar (vgl. Etschenberg, 2009, S. 10) und begleitet die Betroffenen ein Leben lang. Es sind symptomfreie Phasen möglich, jedoch wird die Krankheit nicht ganz verschwinden. Laut Hoffmann-La Roche (vgl.1993, S. 123) ist Asthma (griechisch = erschwertes Atmen) die Bezeichnung einer chronischen Erkrankung, die sich durch Anfälle von Atemnot äußert. Durch unterschiedliche Auslöser wie Stress, Allergene, körperliche bzw. psychische Belastung kommt es zu Atemnotanfällen, bei denen die Ausatmung extrem erschwert ist. Die Grundlage der Erkrankung ist eine chronische Entzündung der Atemwege, siehe Schauerte/Petermann (2009, S. 55). Ein Asthmaanfall kann Stunden oder auch Tage dauern und im schlimmsten Fall zum Tode führen. Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Krankheit in Deutschland. Rund 2 Millionen unter 18-Jährige sind davon betroffen (Etschenberg 2009, S. 17). Bei Neurodermitis handelt es sich nach Etschenberg (2009, S. 23) um eine Äallergische Hauterkrankung³. Auch Neurodermitis zählt zu den chronischen Erkrankungen. Diese kehrt schubweise wieder und belastet die Betroffenen mit Entzündungen der Haut, mit Ekzemen und starkem Juckreiz. Die Haut ist oft rissig, trocken und gerötet. Rund 12% der Schulkinder sind davon be-
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troffen; die Zahl der Erkrankungen ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen (vgl. Etschenberg 2009, S. 24). Auslöser sind neben psychischen Faktoren 6WUHVV« DXFK GHU .RQWDNW PLW $OOHUJHQHQ GHU XQWHUVFKLHGOLFKVWHQ $UW ± Waschpulver, Duftstoffe, Pollen, um nur einige zu nennen. Allergien sind Überempfindlichkeiten des Körpers auf bestimmte Stoffe. Das können Nahrungsmittel sein, Blütenpollen, aber auch chemische Stoffe wie Lacke oder Lösungsmittel. Laut Etschenberg (2009, S.12) ist derzeit Änahezu jedes dritte Kind als allergiekrank³ zu bezeichnen. Die Anlage zu Allergien wird vererbt. Die Symptomatik kann höchst variabel sein: Sie reicht von juckenden Augen, Quaddelbildung am Körper bis hin zu akuter Atemnot und dem Zusammenbruch des Kreislaufsystems (= anaphylaktischer Schock). Allergien sind in der Regel nicht heilbar, allerdings kann sich die Art der Reaktion und damit die Hochgradigkeit der Allergie sich verändern.
3. Überlegungen zu Forschungsfrage und Hypothesen
3.1 Die Forschungsfrage
In Deutschland leben Millionen Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis und/oder Allergien. Es ist nicht einfach, verlässliche Zahlen zu diesem Thema zu finden ± Einigkeit besteht jedoch, dass die Anzahl der Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat und weiter steigt. Die Zahl der Neurodermitisfälle nimmt rapide zu, so Hevert (2003, S. 1). Diese Ansicht teilt auch der Deutsche Allergie- und Asthmabund 1 , gleiches gilt ebenso für asthmatische Erkrankungen und Allergien im Kindesalter 2 . Wie Ohlbrecht (2006, S. 8) beschreibt, ist die Phase der Adoleszenz per se eine identitätskritische Lebensphase ± doch was geschieht, wenn zusätzlich noch eine chronische Krankheit auftritt? Die Wendepunkte im Leben eines Menschen lassen sich unterscheiden in normative und non-normative Lebensereignisse. Normative Ereignisse treffen jeden Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben (die Einschulung, der Schulabschluss, Beginn einer Ausbildung o.ä.). Das Leben bzw. das Auftreten von Krankheitssymptomen wird
1 http://www.daab.de/neuro_kind.php
2 http://www.daab.de/all_im_kind.php
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jedoch den non-normativen Ereignissen im Leben zuordnet (ebd.) ± sie treffen nicht jeden Menschen und führen für die Betroffenen zu Entscheidungszwängen und zusätzlichen Stressoren im Alltag. Ist dieser Alltag schon im familiären Rahmen schwierig zu gestalten, so bedeuten die Erkrankungen für den Besuch von Kindergarten und Schule oft eine Herausforderung ± sowohl für die Kinder, als auch für die Lehrer, Erzieher und Betreuer. Im Jahr 2007 waren 12825 Kinder unter 15 Jahren aufgrund von chronischen Infektionen der unteren Atemwege stationär im Krankenhaus ± und fehlten während dieser Zeit in der Schule (Statistisches Bundesamt, 2009). Da die Zahlen der erkrankten Kinder stetig steigen, wird auch die Relevanz dieses Themas weiter zunehmen. An Abwarten und Nichts-Tun ist also nicht zu denken. Hier habe ich meine Forschungslücke gefunden. Die erkrankten Kinder müssen Medikamente einnehmen ± kommt es zu Nebenwirkungen? Sind die Kinder durch ihre Erkrankung im Schulalltag belastet? Wirken sich die Symptome dieser oft auf den ersten Blick nicht zu erkennenden Krankheiten auf die Schule aus? Wie gehen die Lehrer mit diesen Kindern ± die auf den ersten Blick nicht krank erscheinenum? Mit diesen Fragen wird sich diese Hausarbeit beschäftigen. Meine Forschungsfrage lautet daher:
Mit welchen Problemen haben chronisch kranke Kinder 3 im Schul-Unterricht aufgrund ihrer Erkrankung zu kämpfen?
3.2 Die Hypothesen
In der qualitativen Forschung soll der Forscher offen sein für Neues, dennoch sind Anfangsüberlegungen gestattet: Für mich bestanden diese darin, zu vermuten, dass es für Kinder mit Asthma, Allergien und Neurodermitis Probleme in Einrichtungen wie Kindergarten und Schule gibt, die ursächlich mit der Erkrankung zusammenhängen. Ob dies wirklich so ist, soll sich in dem Interview mit einem betroffenen Jugendlichen zeigen. Aus einer Vielzahl von möglichen Fragestellungen habe ich für diese Forschungsarbeit drei Aspekte ausgewählt und als Hypothesen formuliert. Diese beleuchten lediglich einen kleinen Aus-
3 Asthma,Neurodermitis, Allergien
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schnitt dieser komplexen Problemstellung. Meine Hypothesen ± die als Arbeitshypothesen zu verstehen sind ± lauten:
I Die Tatsache, dass ein Kind chronisch krank ist, beeinflusst die Mitarbeit im Unterricht.
II Ob ein chronisch krankes Kind Probleme im Unterricht hat, hängt ab vom Klassenverband.
III Ob ein chronisch krankes Kind Probleme im Unterricht hat, hängt ab von der Einstellung des Klassenlehrers.
4. Überlegungen zur Methodenwahl
Welche Methode soll nun verwendet werden, um die Forschungsfrage zu bearbeiten? Der Forscher ist stets im Zwang, sich entscheiden zu müssen: Welche Methode ist am besten geeignet, welche Ressourcen sind vorhanden, in welchem Rahmen soll das Er-Forschen erfolgen? Um einen möglichst tiefen Eindruck des Erlebens der kranken Kinder zu bekommen, fiel die Wahl auf eine Interviewmethode und hier auf das problemzentrierte Interview. In einem problemzentrierten Interview wird eine Fragestellung von den unterschiedlichsten Seiten beleuchtet ± zentriert auf die Problemsicht des Subjekts (vgl. Witzel, 2008, S. 2). Diese Methode passte zu meiner Fragestellung und meinen forscherischen Ressourcen: Aufgrund meiner Tätigkeit als Kinderkrankenschwester verfüge ich über das nötige Vorwissen im medizinischen Bereich. An meinem ArbeitsSODW]IDQGLFKÄW\SLVFKH)lOOH³ von Kindern und Jugendlichen mit den von mir zu untersuchenden Erkrankungen. Zuerst war geplant, eine Mutter zu den Problemen ihrer Kinder mit den genannten Erkrankungen zu befragen, doch da auch Jugendliche als direkte Gesprächspartner vorhanden waren, wurde mein Plan modifiziert. Wichtig war es mir, möglichst direkte Aussagen ]XHUKDOWHQXQGHLQHQW\SLVFKHQÄ)DOO³]XLQWHUviewen (= theoretical Sampling).
4.1 Qualitative Forschung
Was zeichnet die qualitative Forschung aus? In der qualitativen Forschung ist das Ziel nicht vorrangig die Hypothesenprüfung ± auch wenn es Arbeitshypothesen gibt ± sondern die Generierung von Theorien, die während der Arbeit
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am Projekt entstehen. Wichtig ist die Gegenstandsangemessenheit: Kann mittels dieser Methode das zu untersuchende Phänomen so erklärt werden, dass der Forscher neue Erkenntnisse erlangt? Der Forscher muss sich ganz auf den zu untersuchenden Gegenstand (das Forschungsthema) einlassen. Diese Ge-genstandsangemessenheit sollte im gesamten Verlauf der Untersuchung vorherrschen (vgl. Brüsemeister, 2006, S. 35). Als theoretische Grundlage der qualitativen Forschung dient nach Reinders (2005, 6 Äder symbolische InteraktionisPXV³ Dem Prinzip der Offenheit folgend werden die Aussagen in den Interviews werden nicht danach eingruppiert, ob sie wahr oder eventuell unwahr sind. Sie werden als das angenommen, was sie sind: Subjektive Aussagen des Subjekts zu einem bestimmten Thema. Bis einschließlich der Auswertung stehen diese subjektiven Aussagen im Mittelpunkt (vgl. Reinders, 2005, S. 21). Das zu untersuchende Phänomen soll aus der Sicht des Subjekts verstanden werden. Das Prinzip der Offenheit fordert auch, dass der Forscher seine Theorien nicht als starres Korsett betrachtet und sie gegebenenfalls im Forschungsprozess modifiziert und angleicht. Es gibt es wenig Standards für das Interview - so soll sichergestellt werden, dass die interviewte Person die für sich relevanten Aspekte anführen kann. Als Hilfe für das Interview dient ein Leitfaden, der nicht offengelegt wird. In ihm sind z.B. die Einstiegsfrage formuliert, sowie Leitworte zu den Themenbereichen, die sich aus den Hypothesen ergeben. Die Kommunikation sollte im natürlichen Umfeld erfolgen und der Ton im Interview dem jeweiligen Interviewpartner angepasst sein (= Naturaliszität). Wichtig zu erwähnen ist noch die Prozesshaftigkeit als weiteres Kennzeichen der qualitativen Forschung. Dem Prinzip der Prozesshaftigkeit sollten auch die Fragestellungen im Interview angepasst sein. Bedeutungszusammenhänge können sich im Laufe des Lebens ändern ± im Nachhinein werden Handlungen oder getroffene Entscheidungen möglicherweise anders beurteilt. Fragestellungen sollten daher möglichst so formuliert werden, dass sie sich nicht nur auf die Gegenwart, sondern auch auf die Vergangenheit beziehen und retrospektive Informationen erbringen (vgl. Reinders, 2005, S. 93).
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Arbeit zitieren:
Cornelia Desch, 2010, Chronisch kranke Kinder und ihre Probleme im Schulunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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