Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 HAUPTTEIL 5
2.1 FUNKTIONSVERBGEFÜGE 5
2.1.1 Abgrenzungsproblematik der Funktionsverbgefüge. 6
2.1.2 Die Umstellprobe. 8
2.1.3 Präpositionale Funktionsverbgefüge. 8
2.1.4 Akkusativische Funktionsverbgefüge. 10
3 SCHLUSS 13
4 LITERATURVERZEICHNIS 15
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In meiner Arbeit verwende ich für eine bessere Lesbarkeit die männliche Form, gemeint sind jedoch die männliche sowie die weibliche Form.
1 Einleitung
In verschiedensten Grammatiken, wie der Deutschen Grammatik von Helbig/ Buscha (2001: 44f.), werden die Verben zunächst in Vollverben, welche die alleinigen Prädikatsbilder des Satzes darstellen, und Nicht-Vollverben unterschieden. Letztere sind lediglich als Elemente mehrteiliger Strukturen zu verstehen. Zu den Nicht-Vollverben zählen nach Helbig/Buscha u.a. Modalverben, Kopulaverben und Funktionsverben, welche gemeinsam mit anderen sprachlichen Einheiten komplexe Prädikate erzeugen. Diesbezüglich merkt Welke (2007: 194) an, dass mehrteilige Prädikate, welche von der Sprachgemeinschaft als morphologische Gebilde gedeutet werden, ursprünglich auf syntaktische Bestandteile zurückzuführen seien. Diese Entwicklungstendenz vom Lexikalischen zum Grammatischen lässt sich mittels des Prozesses der Grammatikalisierung begründen (Nübling 2006: 222). Hierbei wandeln sich nach Nübling lexikalische Einheiten zu grammatischen Wörtern, wie es der Übergang von Vollverben zu Nicht-Vollverben illustriert. Dies verdeutliche die Möglichkeit, im Umkehrschluss alle Hilfsverben ebenso als alleinige Prädikate im Satz gebrauchen zu können (1), vgl. Welke (2007: 197).
(1) a. Ich möchte (Hilfsverb) ins Theater gehen. Ich möchte (Vollverb) den Kaffee. b. Sie ist müde. Sie ist gerne mit ihr zusammen. c. Das Thema zur Sprache bringen. Sie bringt ihr den Tee.
Ebenso verhält es sich mit Funktionsverben (1c), welche wie Vollverben aussehen, jedoch ihre ursprüngliche lexikalische Bedeutung verloren haben und zu einem Hilfsverb degradiert wurden, vgl. Musan (2008: 43). Das Funktionsverb bildet gemeinsam mit einem nominalen Bestandteil, welcher ebenso ursprünglich eigenständiges Satzglied war, das komplexe Prädikat, welches als Funktionsverbgefüge (FVG) bezeichnet wird. Diese mehrteilige Struktur eines Funktionsverbgefüges würde originär aus einzelnen Satzgliedern (einfaches Prädikat + Direktivum, einfaches Prädikat + statisches Lokal, einfaches Prädikat + Akkusativobjekt) konstruiert werden, vgl. Welke (2007: 215). Jenes verdeutlicht die Problematik, funktionsverbverdächtige Gebilde zum einen als komplexe Prädikate und zum anderen als syntaktische Konstruktionen deuten zu können.
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Das Seminar “Syntaktische Relationen” wandte sich im Sommersemester 2009 in mehreren Sitzungen dem Themenbereich der komplexen Prädikate zu. Hierbei widmete sich die Referatsgruppe der Verfasserin explizit jener Thematik, wodurch bereits im Vorfeld dieser Hausarbeit eine intensive Auseinandersetzung mit dem Stoffgebiet unabdinglich war. Diesbezüglich wurde das Interesse der Autorin dieser Arbeit für komplexe Prädikate und insbesondere für Funktionsverbgefüge geweckt, deren Bestimmung entgegen ihren Erwartungen bisweilen problematisch und nicht eindeutig ist. Im Besonderen verstärkte sich hierbei die Themenwahl im Austausch mit dem Plenum, welches der Referatssitzung aktiv beiwohnte und immens dazu beitragen konnte, die Abgrenzungsproblematik der Funktionsverbgefüge zu thematisieren.
Dahingehend wird die Fragestellung formuliert, ob Konstruktionen in der Form von Funktionsverbgefügen als komplexe Prädikate oder als syntaktische Fügungen zu deuten sind. Dieser Fragestellung widmet sich die Hausarbeit im Folgenden unter Einbezug einer Vielzahl verschiedenster wissenschaftlicher Lektüre, wobei insbesondere auf Welke (2007), die Grammatik des Duden (2005), und die Autoren Helbig/Buscha (2001) eingegangen wird. Zunächst wird unter 2.1 versucht herauszufinden, was unter Funktionsverbgefügen zu verstehen ist. Dabei wird ersichtlich werden, weshalb Strukturen dieser Form zum einem als komplexe Prädikate und zum anderen als syntaktische Konstruktionen gedeutet werden können. Daraufhin folgt unter 2.1.1 die Darstellung verschiedenster Charakteristika, welche explizit Funktionsverbgefüge ausweisen und diese von anderen Strukturen abgrenzen. Es schließt die Darbietung einer weiteren Methode zur Analyse von Funktionsverbgefügen an, welche als Umstellprobe Bezeichnung findet (2.1.2). Im Weiteren wird dargelegt, inwiefern dieses Testverfahren dazu dient, im Speziellen präpositionale und akkusativische funktionsverbverdächtige Strukturen als komplexe Prädikate oder syntaktische Fügungen auszuweisen, vgl.( 2.1.3), (2.1.4). Abschließend werden unter Gliederungspunkt (3) die Ergebnisse vorgestellt und versucht, die Arbeit in einen zusammenfassenden Rahmen zu stellen.
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2 Hauptteil
2.1 Funktionsverbgefüge
“Die Auseinandersetzung über die ‚richtige’ Definition der FV und FVG dauert nun schon seit etwa vier Jahrzehnten an und hat bisher noch zu keinem allgemein akzeptierten Ergebnis geführt” (Kamber 2008: 9).
Trotz zahlreicher unterschiedlichster Abhandlungen zu Funktionsverbgefügen wird im Folgenden versucht, mittels verschiedenster Lektüre diesen Begriff zu definieren und einzugrenzen. Unter dem Begriff Funktionsverbgefüge versteht u.a. der Duden (2005: 424) eine semantische Einheit, welche aus dem Funktionsverb und dem abgeleiteten abstrakten Substantiv besteht. Dieses Gebilde kann dabei als Prädikat im Satz fungieren. Das Funktionsverb sei diesbezüglich zu einem Hilfsverb umgedeutet worden, wodurch dessen ursprüngliche Bedeutung verblasst sei, vgl. van Pottelberge (2001: 18). Dabei diene es nun als Träger grammatischer Funktion, welchem es obliegt, das Geschehen zu modifizieren, was zur Verfeinerung bzw. Nuancierung der Aussage oder einer Erleichterung des Sprachgebrauchs führe, vgl. Heine (2008: 146). Entsprechend lassen sich Funktionsverbgefüge mittels ihrer Hilfsverben klassifizieren in Prädikate, die einen Zustand (durativ), eine Veränderung des Zustands (inchoativ) oder das Bewirken einer Zustandsveränderung (kausativ) bezeichnen, vgl.:
(2) a. Sie haben den Raum zur Verfügung. (durativ) b. Die Lehrerin gerät in Verwirrung. (inchoativ)
c. Manuel bringt die Kinder zur Ruhe. (kausativ)
Zur Bildung eines Funktionsverbgefüges bedarf es neben dem Funktionsverb ebenso eines nominalen Bestandteils, von welchem die hauptsächliche Bedeutung des Gebildes getragen wird. Das Substantiv des Gefüges ist zumeist verbalen oder adjektivischen Ursprungs, wobei sich in wissenschaftlichen Werken, wie dem Welkes (2007: 215) oder dem Duden (2005: 424) überdurchschnittlich häufig auf den Begriff Verbalsubstantiv geeinigt wird. Daraus ist zu schließen, dass den deverbativen Substantiven deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Hinsichtlich der morphologischen Form des nicht verbalen Gliedes der Funktionsverbgefüge unterscheidet u.a. Heine (2006: 47) akkusativische FVG, bei denen sich das Funktionsverb mit einem nominalen Bestandteil im Akkusativ verbinde und präpositionale
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Arbeit zitieren:
Babette Treptow, 2009, Funktionsverbgefüge , München, GRIN Verlag GmbH
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